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Warum fasziniert uns das Schwert bis heute? In dieser Folge sprechen wir mit Tobias Prüwer über sein Buch Fight Club Philosophie des Schwertkampfes und über die kulturelle Bedeutung des historischen Fechtens.
Du erfährst warum das Schwert mehr ist als nur eine Waffe, wie sich HEMA zwischen Kampfkunst Kampfsport und Philosophie bewegt und weshalb viele Missverständnisse aus Popkultur und Mittelalterbildern bis heute wirken.
Wir reden über Fechtquellen, Shakespeare, Bühnenkampf, Realismus im Theater und über die Frage ob historisches Fechten überhaupt eindeutig definierbar ist. Eine Folge für alle die HEMA praktizieren oder verstehen wollen warum Schwertkampf Menschen seit Jahrhunderten nicht loslässt.
Shownotes
- Tobias Prüwers Instagram https://www.instagram.com/kopptisch/
- Tobias Prüwers Buch ‚Fight ClubPhilosophie des Schwertkampfs‘
- https://www.schwertgefluester.de/torsten-schneyer/
- https://www.schwertgefluester.de/kindheitstraum-zum-fechtbuchforscher-dierk-hagedorn/
In eigener Sache
Schwertgeflüster ist ein Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Alexander ist Trainer und Mitgründer der Schwabenfedern Ulm, Autor von Der Schielhau im Detail und ficht Langschwert und Rapier. Michael ist Trainer und Mitgründer vom Fencing Club Dresden und ficht vor allem Langschwert.
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Transkription
00:14
Schwertgeflüster der Anarcho Podcast. Wir brechen mal wieder alle Regeln heute. Regel Nummer eins des Fight Club. Man redet nicht über den Fight Club, denn wir tun heute genau das. Wir reden über Fight Club. Das ist nicht irgendwas, sondern ein Buch geschrieben von Tobias Prüwer. Und aus diesem Grund haben wir heute auch den Tobias im Podcast als Gast. Hallo Tobias. Hallo. Vielen Dank für die Einladung.
00:45
Und natürlich haben wir auch den Alexander Vögel dabei. Hallo Alexander. Hallo, vielen Dank für die Einladung. Kleiner Scherz, mich werde da nicht los. Tobias hat ein Buch geschrieben, das jetzt auch schon veröffentlicht ist. Gleich die erste Frage, Tobias. Genau, das kam im Frühjahr letzten Jahres, also 2025 irgendwann im Frühjahr raus. Frühjahr 2025. Und…
01:13
Es ist quasi so eine philosophische Betrachtung des historischen Fechtens könnte man sagen, wenn man es zusammenfassen sollte, würde es da zustimmen? Ja, so eine kulturwissenschaftliche slash philosophische Betrachtung, aber natürlich populär, also jetzt nicht hochwissenschaftlich, sondern versucht, verständlicher Eingang zu der Faszination Schwert und der Faszination historischer Schwertkampf zu finden. Warum hat er Tobias das gemacht? Weil er
01:44
Also so das ist die Frage ob er aber das aus dem Grund gemacht hat wenn man jetzt gleich herausfinden aber du hast Philosophie und Geschichte studiert auf Master in Leipzig und Aberdeen und arbeitest jetzt als freier Autor und Publizist und auch als Theaterkritiker habe ich wenn ich es richtig verstanden habe genau genau und bis dann über erst.
02:13
Asiatische Kampfkünste Judo und Karate dann zum Schwertkampf gekommen. Kannst du diesen Weg vielleicht noch mal beschreiben? für viele, viele nachvollziehbar wahrscheinlich. Aber wie war das bei dir? Bei mir war es tatsächlich mit vielen Umwegen. ich hab ja, ich als Kind unsportlichen, irgendwie hat dann Judo irgendwie gepasst. Das hat mich als Kind hat mich irgendwie ja.
02:39
Asien irgendwie schon fasziniert, vielleicht auch. Ich komme aus der DDR und da war Asien jetzt nicht so im Sinne von… Selbst wenn man Geld hätte, hätte man nicht hinreisen können und irgendwie war das so, das war zum Wegträumen und dann war Bjudo halt irgendwie da und dann war das mit Karate eigentlich fast natürlich, als dann nach der Wende Karate möglich war. Und dann habe ich erst mal lange nichts gemacht, beziehungsweise ein bisschen Mittelalter Schwertkampf in den 90ern. Das war aber kein Schwertkampf, wie ihr alle wisst, die älter sind. Das waren Eisenbahnschienen stemmen. Und dann im Studium habe ich keinen Sport mehr gemacht und da war auch von Fechten keine Rede.
03:08
Ich wusste nicht, dass es Fechtbücher gibt als Quellen. Studium kam das auch nicht vor, obwohl ich mich mit der sozialen Alltagsgeschichte des 15-, 16-Jahrhunderts beschäftigt habe. Dann das im ganzen Studium nicht vor. Und dann, nach dem Studium, mir einfach Thorsten Schneier von der Stahlakademie mal einen leiblichen Flyer in Hand gedrückt, der gerade die Stahlakademie aufmachen wollte. Und da habe ich das erste Mal erfahren, dass es, ja, quellenfundierten Schwertkampf gibt. Und dann war ich halt Feuer und Flamme. Ich habe eh mal wieder was gesucht, um Sport zu machen.
03:35
Weil ich hatte Rücken und einen dicken Bauch. Und seit gut elf Jahren bin ich halt einfach dem Schwertkampf verfallen. Fand es immer faszinierend, wusste vorher einfach nicht, dass es da Quellen gibt und dass man das versuchen kann, zu rekonstruieren. Also ja, mit Umwegen, immer schon angelegt in mir, aber erst spät gefunden. Und Geschichtsstudium, waren Flechtbücher kein Thema? Schwerte an sich, war ein Thema? Nicht, also ich hab mich natürlich so bisschen mit dem Thema Schwerte und Schwertkunde …
04:04
belesen, aber im Geschichtsstudium ging es darum gar nicht. Also habe viel über Kreuzzüge und über Devianz, also ich habe auch ganz viel Devianz im Spätmittelalter gemacht, das heißt also Kriminalität, Armut, Battle. Ich wusste auch schon, dass es so regelgeleitete Konflikte in Kneipen gibt, was dann später, man wusste, dass Deutschzücken auch halt eben so eine Bedrohung ist, die halt regelgeleitet ist. Das wusste ich, aber dass es dann dazu noch wirklich Fechteinleitungen gibt. Das kam einfach im Studium nicht vor. Ich glaube auch meine
04:34
Profs haben das auch einfach nicht gewusst. Also man hatte schon, man wusste, dass es Situationen gab, wo Leute irgendwie in Auseinandersetzung geraten sind, was kein großflächiger Konflikt war, sondern halt kleine Gruppen für Menschen eins zu eins oder weniger und die sich mit Waffen irgendwie bekämpft hatten, aber hat dann nicht gewusst oder nicht weiter darüber nachgedacht, wie genau die das jetzt machen oder davon ausgehen, man wusste es halt einfach nicht so ein bisschen. Genau, das war zumindest der Kenntnisstand, halt die Bücher, die ich gelesen habe, hatten und die meine Profs hatten.
05:04
Und das, was ich alles dann später ergründet habe, das, es eben auch schon viel früher Leute eben sich damit beschäftigt haben, auch Historiker, das kam einfach nicht vor meinem Studium. Warum auch immer. Ja, da befinden wir uns heute in einer bequemen Situation, dass es viel, mehr Leuten bekannt, dass es das gibt. Also Pluspunkt eins zu damals. Auf jeden Fall. unbedingt. Was unsere Hörerinnen und Hörern noch nicht wissen, Tobias und ich, wir haben
05:33
etwas gemeinsam was über historisches fechten an sich hinaus geht wir haben nämlich beide in terra x Produktionen mitgespielt. stimmt sogar zusammen und haben was das die Nibelung Saga und König Artus. Wie kommt es dir beide dabei. Wir wurden.
05:57
Beide über Umwege angefragt, ob wir da teilnehmen können. Genau, die haben halt im ostdeutschen Bereich halt Fechten gesucht und irgendwie kamen genau, bin halt über Umwege angefragt worden und dann waren wir erst bei der einen Sache und dann bei der anderen Sachen uns nochmal zusammengefunden. Die wollten halt kurze Wege, glaube ich, haben und trotzdem sehr, sehr fähige Leute, deswegen kamen die auf uns. Wir brauchen da so ein paar Verrückte aus Ostdeutschland, wisst ihr da wen? Da hab ja nicht genau die richtigen. Ich glaube, in der König Artus
06:26
Ich bin ich bin ich gar nicht zu sehen bis du da zu sehen ich bin nur beim bei den Nibelungen für ich zwei Sekunden oder so kurz drin ich bin bei beiden zu sehen weil ich bei beiden Falle und die wollten ja jemand haben der immer fällt aber ich falle auch nur so eine zehntel Sekunde fall ich mal irgendwie zu bot und rolle dann irgendwo weg ab oder so ja sehr sehr knapp aber auch total unhistorisch also ich die hatten da ja keine wirklichen ja
06:51
Waffenähnliche Gegenstände, mit denen man halt um die Choreografieren machen konnte. Sie hatten uns eingeladen zum Choreografieren und dann gleich sich als Stuntmen da mit als Doppel mitzumachen. Und ja, haben jetzt lange Messer haben wir dann irgendwie eingesetzt bei König Artus und anderen Sachen. Also alles absolut ahistorisch, aber sehr lustig. Wenn er schon mal da seid, könnte doch eigentlich auch noch ein paar Stunts machen, oder? Ja, wir haben also der Fokus lag darauf, den Schauspielern das so beizubringen, dass sie sich primär erst mal nicht verletzen, dass es dann noch
07:19
halbwegs nach was aussieht und dass man damit dann auch noch eine gefühlte Ewigkeit an Fechtszenen füllen kann. Ich glaube dafür ist es gar nicht so schlecht geworden. Ja für so einen halben Tag Arbeit war es erstens gut bezahlt und zweitens sehr interessant und so schlecht ist es dann auch nicht. Also es sieht auf jeden Fall, da ist ja Fantasy-Epen oder Legenden sich mit bestückt, muss es auch nicht so historisch richtig sein. Das ist schon schon. Und es auf jeden Fall nicht so wild um sich her schwingend wie in anderen Filmen, wenn man so
07:49
Krasser Re-Enactor hat die Schreie auf sich loslaufen und die Schwerte über den Kopf die ganze Zeit kreisen. So krass ist es nicht, sondern schon bisschen realistischer. Deswegen wollten die auch HEMA-Leute haben und keine Re-Enactor oder Schaukämpfer, weil sie halt meinten, es sollte ein bisschen nach Realismus aussehen. Also dass das Schwert wenigstens manchmal den Gegner bedroht und nicht immer irgendwo. Finde ich vom Grundsatz erst mal gar nicht so schlecht. Ja, ja. Und ich fand es faszinierend, wie viel Material man dreht.
08:17
Also du hast dann so die Vorstellung, boah, das muss ja, bist du dann so richtig zu sehen und in Szene und so, dann machen wir noch die Aufnahme und das und jenes und dann am Ende so blup. Ja, das war interessant mit so und so vielen Kameras und Einstellungen und dann ist es wirklich nur so eine Millisekunde. Aber tatsächlich gibt es so einen gewissen Trend, den man auch sowohl im Kino und im Fernsehen sieht, aber auch ich habe letztes Jahr als Choreograf an einer Oper gearbeitet, als Festchirurg.
08:45
dass die Leute immer mehr Realismus wollen. Auch das Bühnenfechten, ganz safe ist, nach nichts mehr aussieht, wollten die nicht haben. Ich hab die beiden Schauspieler zu dem Körper schlagen lassen und andere Sachen. Da gibt’s gerade einen gewissen Trend zu mehr Realismus im Fechten, was ziemlich gut ist. Das war der Punkt, auf den ich gerade eingehen wollte. Deine Arbeit als Fechtchoreograf da an der Oper in Erfurt. Wie kam’s dazu?
09:14
Das kam tatsächlich auch wieder über Umwege. Ich bin der Theaterkritiker und als Theaterkritiker lernt man auch Theatermenschen und Regisseure kennen. Und der Christian Fuchsen, der Theaterregisseur, der an der Oper den Macbeth gemacht hat. Und Macbeth muss man ja in Schwertkämpfen haben, sonst geht das nicht. Das blutigste aller Shakespearestücke. Und der hat auf Facebook gesehen, dass ich irgendwas mit Schwertern mache und hat mich angerufen, ob ich einen Fechttrainer kenne, der
09:40
auch bisschen Theateraffin ist und Schauspielern was beibringen kann. Und da hab ich gemeint, naja, ich könnte es auch sein. Als Theaterkritiker bin ich wahrscheinlich ein bisschen Theateraffin. Da war ich ja schon mehrere Jahre als Fechttrainer unterwegs. Und dann haben wir uns mal zusammengesetzt und dann hat das Projekt auf die Spur gebracht. Also auch umwegige Zufälle, aber es war eine sehr coole Arbeit, selber an einem Stück mitzuarbeiten. Also noch mal kurz für die Zuhörer. Du hast jetzt gesagt, du bist Theaterkritiker auch. Das heißt, du wirst …
10:08
dafür bezahlt, dass du dir Theaterstücke anschaust und hinterher die entsprechend präzensierst. so wie man Filmkritiker halt von Magazinen, das ist gleich nur für Theater. Genau, ganz klassisch. Ich gehe hin, die Tickets bezahlen mir halt die Firmen oder ich kriege eine Pressekarte und dann werde ich bezahlt von den Firmen, also von den Magazinen, Kritik zu schreiben darüber, wie halt, genau, die meisten Leute kennen Filmkritik und Theaterkritik nicht anders mit welcher Schauspieler, welche Schauspielerinnen waren gut, warum, wie war die Inszenierung, ähm, welcher Idee.
10:38
folgt das Bühnenbild und so weiter. Also zumindest hast du dann in dem Fall ja einiges gesehen, was in die Richtung geht. Genau. Ja. Also an dieser Stelle würde ich mich gerne mal als HEMA Trainingskritiker anbieten. Ich komme gegen Geld vorbei und schreibe dann eine Rezension über euer Training. Wie war die Inszenierung? ist eine hervorragende Idee.
11:05
Jetzt haben wir deinen… Noch mal kurz zu der Oper. Du hast das ja dann gemacht. Die Oper hat jetzt stattgefunden. Was war das Ergebnis jetzt? Hat es geklappt? War gut? Wie kam es an bei den Leuten? Also, es kam sehr gut an. den Leuten das Spannendste war bei der Generalprobe ist immer so, dass alle noch mal zusammenkommen und dann auch noch der Inspizient, das ist der, letztendlich so ein Stück hinter der Bühne zusammenhält, immer genau weiß, wer welchen Einsatz hat und ähnliches, aber auch für die Sicherheits…
11:31
Vorkehrungen zuständig ist und das war halt keine klassische Opernbühne, sondern eher so eine Black Box. Das Publikum saß wie so ein U mit einem am Bühnenrand dran und der Inspezient ist hinterher nach der Inszenierung, also nach der Generalprobe etwas panisch zum Regisseur und mir gekommen hat gemeint, ob das auch alles sicher ist, weil das wäre doch alles so nah dran am Publikum mit dem Speer. Dann dachte ich mir, okay, wenn es auf ihn so wirkt, dass es halt quasi gefährlich ist und nicht choreografiert, dann ist es eigentlich gut und ja meines Wissens, ich habe ein paar Leute gesprochen, die die Inszenierung auch gesehen haben, die fanden es insgesamt gut. Ja, sehr schön.
12:02
Jetzt haben wir deinen Hintergrund so bisschen abgesteckt als Kampfsportler, Kampfkünstler, Hämmer praktizierender, Philosoph, Geschichtswissenschaftler. Und jetzt hast du dich irgendwann entschlossen, ein Buch zu schreiben namens Fight Club. Wann? Kannst du einmal ganz ein Titel, das war nicht immer nur so halbes Ding. Das hat nämlich noch einen Untertitel.
12:29
Tobias Prüwer, Fight Club, Philosophie des Schwertkampfes. wann hast du angefangen, dich mit dem Gedanken schwanger zu tragen? Ich schreib jetzt ein Buch. Okay, auch das hat wieder was mit Umwegen zu tun oder so, oder wie das Buch zustande kam. Klar, der Titel ist bisschen hochgestochen, hängt auch mit dem Verlag zusammen. Ich schreib immer mal wieder Bücher. Also meine Rolle als Journalist ist halt nicht ganz ausgefüllt, wenn ich so kürzere Texte schreibe. Also schreibe ich ganz gerne immer mal irgendwie was längeres Zusammenhängendes.
12:58
Und natürlich habe ich über Hema schon länger nachgedacht, weil man denkt über sich selber nach, warum man Sachen irgendwie macht, die erst mal crazy klingen und bisschen journalistisch habe ich auch schon über Hema geschrieben. Und für den Verlag habe ich schon zwei Bücher gemacht und der hat so eine Nische, immer Leute, also eine Reihe, wo immer Leute ihre Nischen-Hobbies vorstellen und die heißt dann meistens so bisschen Philosophie des Gassigeens oder des Kanufahns. der Verleger hat, also Leute, die halt so bisschen darüber reflektieren, warum sie Sachen gut finden, die andere vielleicht nicht so gut finden.
13:26
Um den Verleger bin ich befreundet und der hat mich irgendwann mal gefragt, hast du nicht Bock, dieses Schwertzeug für mich aufzuschreiben? Und da ich sowieso schon länger darüber nachgedacht habe, warum mich das eigentlich antreibt und was Versinnung so ein Schwert ist, habe ich die Gelegenheit genutzt und gesagt, na klar, dann schreibe ich halt ein Buch und habe die Gelegenheit, mich intensiv selber damit zu beschäftigen. Also man braucht ja mal so einen Anlass nochmal, was arbeitsaufwendig ist, zu tun, mit ganz vielen Büchern sich anzuschauen und Ähnliches und dann das Quellenstudium zu gehen und dann war das halt perfekt für mich, diese Anlass mit…
13:56
Ich habe hier einen Auftrag von einem Verlag. Das muss ja heißen, dass der Verlag davon ausging, dass das irgendwie eine Nische ist, wo auch Bedarf besteht, oder? Genau. Also wir haben natürlich erst mal die lose Idee gehabt und dann haben wir überlegt und ziemlich schnell festgestellt, dass es halt in dem Bereich so was nicht gibt. Es gibt ganz viele Bücher über Schwerte und Schwertkunden, klar. Und es gibt ganz viel, na gut, mehr so viele neuere Hema-Literatur. Das meiste ist dann doch ins Netz gewandert oder in Videos, aber ist ja auch kein Anleitungsbuch, aber so eine gewisse Reflektion bzw.
14:26
ein Buch, was so bisschen die Geschichte des Schwertkämpfs erzählt, mit der Waffenkultur des 15. 16. Jahrhunderts verbindet und dann eben Fechtbücher erklärt und versucht, so bisschen dahinter zu steigen, was eigentlich in dieser Fechtbücher an philosophischer Tradition, an Beschäftigung mit Gewaltkulturen und so weiter dabei ist. Das gibt’s nicht. Und dann nochmal über Hema zu reflektieren. Alles in einem Buch gibt’s auch nicht. Es gibt die Hema-Sorts und andere Sachen. Das gibt’s alles, aber das versucht zusammen, zusammenzubringen.
14:53
Das gibt’s nicht und ich hab’s auch noch nicht gemacht gehabt vorher. Deswegen dachten wir uns, das wird schon funktionieren. Für wen ist es denn gedacht? Also wen stellst du dir oder hast du dir beim Schreiben vorgestellt, der da jetzt zu Hause am Kamin sitzt im Ohrensessel und das Buch liest? Klar, ideale Leser bin immer ich. Ich lerne ja immer bei jedem Buch, was ich schreibe, was dazu. Also es muss mich ja interessieren. Aber nein, ich glaube, was ich mir vorgestellt habe, ist nicht glaube, sondern ich habe mir vorgestellt einerseits Leute, die erstmal vom Schwert fasziniert sind und
15:22
wo wird das Schwert einfach in Sagen, Legenden bis heute in unseren Köpfen herum? Welche Symboliken hat das Schwert? Also vom Gerechtigkeitssymbol und so weiter, wo das noch auftaucht. Also quasi klassisch schwertfaszinierend. Dann natürlich Leute, die sich mit Geschichte auseinandersetzen, weil das Thema Gewaltkultur, Mittelalter ist gut erforscht mittlerweile. Auch dank Leuten, die Hema machen und dazu eben auch forschen und damit auch mittlerweile wirklich wissenschaftliche Anstellungen haben.
15:50
Das gibt’s in diesen Abriss nicht. Es gibt viele tolle gerade Aufsätze, aber so einen kurzen Abriss gibt’s so auch noch nicht. Plus natürlich Leute, bisschen tiefer, also die schon Hema machen, ein bisschen tiefer ins Thema reingehen wollen. Genau, für die alle sozusagen. Also ich hab so mehrere Figuren, die ich gedacht habe, die es interessieren könnte. Natürlich immer so bisschen gewichtet, dass die eine Person kann eher den Teil interessieren, die andere Person vielleicht der andere Teil. Und das alles aber journalistisch versucht aufzuschreiben, dass es lesbar ist und nicht zu hochgestochen oder zu abgehoben.
16:19
Das war so die Intention. Letztendlich vielleicht auch mal so, dass meine Mutti versteht, was ich tue. Ich hab mal vor vielen Jahren bei dem Verlag ein Buch über Tätowieren und Piercing geschrieben, weil der Verlag mich gefragt hat auch wiederum, warum man sowas tut. Und meine Mutti hat das gelesen, hat gemeint, jetzt versteht sie mich. Und ich mir, okay, vielleicht ist das der beste Ansatz, so Buch zu schreiben. Meine Mutti findet dieses Buch gut. Das war halt kein Buch, also hab ich schon eine Leserin, begeistert ist.
16:43
Das heißt, wenn ich jetzt ein Weihnachtsgeschenk suchen würde, würde ich den Buch eher jemanden schenken, der noch nicht mit HEMA so viel zu tun hatte, wenn ich die richtig verstanden habe. Genau. Was macht denn deiner Meinung nach, du hast jetzt so Faszination Schwert angesprochen und Menschen, die sich für das Schwert interessieren, was sind deiner Meinung nach der Grund, dass das Schwert kulturell so dieses Objekt so aufgeladen ist? Genau, das Schwert, das fast wird uns bis heute weis, eben so aufgeladen ist.
17:11
Einerseits natürlich ist es die wirkliche Waffe, die erfunden worden ist. Also alle vorhergehenden Werkzeuge, mit denen der Mensch auch Menschen getötet hat, waren eben auch Werkzeuge. Also Achssperre, Pfeil dienten irgendwie zum Baumfällen, zur Jagd und Ähnliches, aber eben auch um Menschen zu töten. Das Schwert ist aber dazu geschaffen worden, andere Menschen umzubringen. Das ist, glaube ich, schon mal so ein komischer Ursprung, der vielleicht auch das Schwert so bisschen unheimlich macht.
17:40
Dann haben wir halt einfach zumindest in westlichen, Anführungszeichen, europäischen Kultur gerade natürlich das Schwert komplett durchdrungen. Im Mittelalter kommt natürlich dann noch mal die christliche Mystik, die christliche Dimension hinzu, die halt das Kreuzformschwert, das ganze Rittertum, von dem ja dann auch die bürgerliche Gesellschaft des 15-, 16-Jahrhunderts dann fasziniert war, dass dann irgendwie jeder Bürger auch ein Schwert brauchte. Also das steckt tief drin an unserer Sprache ganz viel mit dem Fechten, natürlich nicht mal mit dem Schwert, aber mit dem Fechten halt verbunden.
18:10
über 100 Redewendungen, die irgendwie aus dem Fechten kommen. Dann haben wir uns die ganze Symbolkultur, sei es die Bundeswehr oder andere Militäre, haben immer noch Schwerte als Bataillons oder so. Das Schwert hat immer noch die Justiz ja als Symbol der Gerechtigkeit. Also das Schwert schwirrt irgendwie immer als was Besonderes herum. Ist dann spätestens in den ganzen Mittelaltermarkt boom, glaube ich, seit den 90ern und die ganzen Fantasy-Geschichten halt auch noch mal popkulturmäßig massivs noch mal aufgeleitet.
18:39
dass wir einfach bei einem Schwert an das Besondere denken. Selbst so ein angeblich sein fiction A-Post wie Star Wars, der natürlich eher Fantasy ist, kommt ohne Schwerte nicht aus, die im Original Sebel sind oder Sebel heißen. Das ist das ikonische Ding scheinbar. Auch Filme wie Highlander oder Witcher, wo es dann die Leute eigentlich schon mit Pistolen hätten oder so was, da ist das Schwert dann wieder die ikonische Waffen des Tötens oder Killbild. Ich glaube, das stört einfach extremst viel rum. Deswegen sind die Leute auch so fasziniert, ein Ding mal in die Hand zu nehmen.
19:09
Ähm, du das gerade erwähnt hast, dass das Schwert die erste Waffe ist, die nur für den Kampf gegen andere Menschen gedacht war, was ist denn da die Quelle dazu? Ich hab die Aussage immer mal wieder gelesen, aber da müsste man ja, um das irgendwie sauber rauszukriegen, tatsächlich archäologisch gucken, was gibt es alles, was ist wann aufgekommen? Also, es gibt ja auch zum Beispiel Äxte, die jetzt nicht mehr zum Holzhacken taugen oder sowas wie Streitkolben oder so. Das auf jeden Fall, also die Thesen, die kann ich, muss ich raussuchen, ich meine Quellen verzeichnen, jetzt gucken.
19:38
Aber die schließen natürlich aus, dass die Sachen, die dann im Werkzeug waren, abgewandelt sind und dann eher Tötungswerkzeuge sind, dass die sozusagen die Reviate sind von ursprünglichen Werkzeugen. Du weißt völlig recht, es gibt natürlich auch Exzete, halt nicht mehr zum Holzfällen oder sonst wie taugen oder sehr, mäßig dafür, sondern für andere Sachen gemacht sind. Also die These ist dass es eine komplett neue Kategorie von Gegenstand gab, den es vorher nicht gab, der nur für diesen Zweck gefunden wurde. Bei anderen war es so, es gab das Werkzeug,
20:06
von dem es eine Waffe abgewandt, also Waffe existierte, aber es gab trotzdem auch das Werkzeug, das diese Form hatte. Exakt, genau. Also gute Einweihens-, also genau, also gute Einweihens-, ansonsten klingt es halt wirklich ziemlich, ziemlich strange. Gerade wenn man weiß, dass es eben auch reine Kampfechse gab. Ich finde es, ich finde es gerade total witzig, weil ich am Freitag bei uns im Anfängerkurs das Schwert eingeführt habe.
20:33
Also vorher war Ring und Dolch und am Freitag war das Schwert und ich habe es nicht in Kürb, nein also didaktisch sozusagen eingeführt. Und ich habe genau diese Formulierung verwendet, dass das Ding, was man jetzt hier nutzt, war nur als Waffe gedacht. Das war nicht wie keine Ahnung, langes Messer oder Pflege oder Axt irgendwie auch ein Werkzeug, sondern es war nur eine Waffe.
21:02
wird zu sagen es gibt in der Bevölkerung also dass er so popkultur angesprochen also mittelalter merkte star wars aber vielleicht auch unterhemaisten schwertbilder die irgendwie sagen in anführungsstrichen falsch sind oder wo du sagst dass es irgendwie was ist was ist dein schwertbild und wird zu sagen es gibt etwas was sich hier hartnäckig hält was überhaupt nicht dazu passt
21:33
Was ich natürlich sehr hartnäckig irgendwie hält und dann auch wieder in die HEMA-Szene zum Teil zurückreflektiert, ist halt dieses Bild, dass man einen Gerüsteten mit einem zweihändig geführten Schwert aber am Griff, also nicht mit einem Harnischkämpf, dass man einfach Rüstung mit Schwertern oder Kettenhämtern zerschneiden kann. Dieses Bild, was man im Mittelaltermerken sieht, was sich halt über Sachen wie Battle of Nations oder andere Sachen immer noch hält, dass man eben auf Rüstung eindrischt.
22:01
und die damit aber theoretisch knacken kann, reflektiert dann wieder zurück, dass wenn Leute sich halt in Freikampfkleidung einkleiden, aber bloß fechten machen, sagen, dass sie jetzt eben nicht bloß fechten machen, sondern jetzt gewappnetes Fechten machen, aber gleichzeitig wieder bloß fechten von den Techniken her. Das ist so bisschen komisches, die Unterscheidung, dass die Leute das gerade nicht mehr so sehen und die sagen dann zu…
22:26
ein Logier oder Logier-Sparring, das wäre dann das Bloßfechten. das vergessen wird, dass Bloßfechten eigentlich eine Technik ist und also Technik komplex ist und nicht die Art und Bekleidung betrifft, die man gerade trifft. Das finde ich interessant, dass man das auf einmal bei Hämmeristen dann auch so ein gewisses Missverständnis dann drückreflektiert. Ob die eigentlich wissen, dass es Harnischkämpfe natürlich extra gibt und im Halbschwer etwas ganz anderes ist als Bloßfechten. Das, was mir als Erstes einfallen würde. Diese Verwendung von den Begriffen, dass die halt
22:54
Genau, Wie man es von Leuten erwarten würde, sie mit der Materie beschäftigen. Genau, das ist jetzt auch keine super Kritik, aber es fällt mir halt auf und ich wundere mich halt so bisschen. Vielleicht auch aus der Philosophie kommt, versuche ich oft Begriffe zu achten. Aber was sozusagen auch ein sowohl in der Szene als auch außerhalb der Szene quasi, wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe, das gleiche Thema ist, Harnischkampf oder gerüsteter Kampf, gewappneter Kampf, also in einer Rüstung.
23:24
Wirst du bloß fechten, dass da nicht so ganz klar ist, welche Waffe oder welche Art von Techniken funktioniert in welcher Situation? Genau, ein bisschen vertretes Missverständnis, natürlich nicht das gleiche, aber wohl wissend, dass es gerüstetes Fechten oder gewappnetes Fechten gibt, verwenden Hemaisten dann trotzdem falsche Begriffe füreinander. Ja, das ist teilweise auch einfach um Leute,
23:54
Wie soll ich sagen? Um sich über andere Sachen aufzurücken. Ah ja, die kämpfen ja hier mit ihren Rüstungen, mit ihren modernen Plastikprotektoren und bla bla bla. Das ist ja immer so mitschwingend, dass es eine Kritik ist an der Art des Fechtens. Und dann macht man natürlich das wahre Fechten. Das kommt natürlich auch hinzu, dass sozusagen… Genau, den Schwang habe ich nicht ganz mit gemeint oder hast völlig recht. Den könnt ihr mal mit reinnehmen, dass das auch nochmal so eine komische puristische Kritik ist. Sobald sich jemand ein bisschen mehr Protektoren anzieht, ist das schon nicht mehr richtig, sondern irgendwie spottklar. Das kommt auch irgendwie…
24:22
als merkwürdige Vorstellung vor, die dann wieder so entspannt ist, weil dann die Leute vergessen, dass zumindest im Spätmittelalter das Fechten sowohl Kampfkunst als auch Sport als auch Freizeitbeschäftigung war. Also diese ganzen Elemente, die heute kritisiert werden, jeweils von den Puristen, von den Sportlern oder wie auch immer dann, die ganzen Teilnehmenden wir nennen wollen, diese ganzen Aspekte waren damals halt eben drin. Deswegen finde ich das bisschen absurd, dass wir heute so sagen, diese Diskussion überhaupt führend ist.
24:50
noch sport oder ist das keine kampfkunst mehr also das Ich weiß wo du hin willst in die richtung das war damals war schon die diskussion wieso hat man das damals schon in mehreren aspekten ausgeführt das fechten also deswegen ist es eher arastorisch Würdest du sagen dass ich dieses wenn wir dir das außen bild jetzt nehmen also was nicht insider von thema ritter ritterliche waffen schwärter Umgang damit was außenstehende davon haben dass sich dieses bild
25:20
Ich nenne es jetzt mal verbessert, in dem Sinne, worüber wir gerade geredet haben, dass so ein Verständnis dafür in der Allgemeinheit klarer wird, das waren Waffen, die Leute haben damit geforten, gekämpft, dann dann wurde das eingesetzt in dem und dem Kontext oder ist das unverändert? Da hat sich, glaube ich, schon ein bisschen was verändert. ist natürlich eine subjektive Wahrnehmung oder allein, dass doch HEMA immer noch eine Nische zwar ist, aber doch
25:49
viel mehr journalistisch. bei HEMA berichtet worden ist, da gibt es kleine Korrekturen. Es gibt ein paar Computerspiele, die bisschen besser geworden sind und so. Also so Kleinigkeiten passieren. Ein paar Filme versuchen, ein bisschen mehr zu machen. Und natürlich immer, wenn die Leute Gelegenheit haben, mal was in die Hand zu nehmen. Also sei es, wenn wir im Park trainieren oder mal auf… Wir haben auf Wav‘ Gothic Teffen früher mal so ein paar Vorführungen gemacht und sowas. Wenn man die Chance hat, mal Leuten was in die Hand zu geben, sind die manchmal halt auch schon informierter, als man dann irgendwie denkt. Also ich hatte das gerade auch bei dieser Opern-Inszenierung nach der Premiere.
26:19
gab es noch so ein kleines Publikumsgespräch oder heißt Gespräch? Also auf der Bühne hat man sich bisschen unterhalten, da wollten Leute auch mal die Schwerte anfassen und da wussten tatsächlich einige halt, dass man damit halt doch keine Rüstung aufbrechen kann. Also kleine Momente, die mir zeigen, ein bisschen mehr Interesse, Bewusstsein ist schon da und ist natürlich auch leichter heutzutage als vielleicht noch vor 20 Jahren oder so, als sozusagen das Internet noch eher in den Kinderschuhen steckt. Weil so zumindest der Zugang zu ganz viel Wissen halt irgendwie heutzutage halt viel leichter da ist. Also mit ein paar Klicks, wenn man weiß, wo man hinklicken kann.
26:49
Wer halt irgendwie Expertenwissen hat, kannst du dir bei YouTube oder in irgendwelchen Blogs halt schnell durchlesen, was auch HEMA ist und was schwerer sein könnten. das ist glaube ich ein bisschen besser geworden als früher, wäre so mein Eindruck. Ich meine, was da ja auch bisschen reinspielt, ist man muss nicht mehr wissen, dass man es suchen muss. du kannst ja durch diese ganzen Vorschlagsalgorithmen auf den ganzen Plattformen, kannst ja auch mal sein, du kriegst ein HEMA-Video reingespielt, dann hast du so einen glühbaren Moment, so ach, so was gibt es.
27:16
Und ab dem Zeitpunkt kannst du dann tatsächlich aktiv danach suchen. war ja eins der Hauptprobleme. Wenn du nicht wusstest, dass es gab, konntest gar nicht irgendwie drauf stoßen, so durch Zufall. Also du bist halt irgendwo in der Stadt, du am Park vorbei läufst und so. Und ich glaube, von diesen Zufallsbegegnungen gibt es natürlich einmal sehr viel mehr. Je mehr Leute das machen, weil halt mehr Leute im Park sind, im Turnhau und so trainieren. Aber hat auch diese Internet-Sachen, dass es einfach mal irgendeine Plattform dir vorschlägt, ist schon auch hilfreich, um die Leute zu erreichen, die man vorher vielleicht nicht erreicht hätte.
27:40
Das ist glaube ich ein guter Punkt, ja. Das ist ein guter allgänzender Punkt, dass das vielleicht wirklich, weil wir haben manche Schülerinnen, die halt wirklich tatsächlich auch kommen, weil sie halt irgendwie mal was auf YouTube oder wo auch immer vorgeschlagen bekommen haben, das stimmt. War das dein ein konkretes Ansinnen beim Schreiben deines Buches dort Aufklärung zu leisten? das, worüber wir uns gerade unterhalten haben, so dieses Thema Kontext des Schwertfechtens? Genau.
28:08
Ich versuch mit jedem Buch, was ich beschreibe, selber was zu lernen, auch Wissen an andere Leute zu vermitteln. Bzw. Sachen, die vielleicht auch schon erforscht sind, aber nur in der gelehrten und wissenschaftlichen Zugänge haben, sie Fachaufsetzen sind, das Wissen für andere zugänglich zu machen. Aufklären ist ein großer Begriff, aufzuklären, Leute zu informieren. Du hast … Alex? Das heißt, weil ich vorher meinte, deine Idealer … also, wer man das zu Weihnachten schenken sollte.
28:38
Die Leute sollten das nehmen, durchlesen oder zumindest Stück weit reinlesen, je nachdem, und dann sollten sie irgendwie mit Werverständnis rausgehen, wie das eigentlich alles funktioniert und wie das zusammenhängt, aber halt so, ich sag mal, du hast ja dafür auch recherchiert entsprechend, wie du das jetzt auch gerade sagst, bisschen Populärwissenschaftlichkeit einfach noch mal zusammenfassen, was eigentlich so der Stand ist, das irgendwie zusammenhängt, wie das funktioniert und so ein Überblick binden kann man sagen, dass du das damit erreichen wolltest?
29:07
Genau, im besten Sinne arbeite ich halt in dem Bereich, den man Populärwissenschaften nennt, also nicht in dem verwässerten, ich mache irgendwie eine Gaga-Geschichte, nenne sie dann irgendwie wissenschaftlich, aber eigentlich ist das alles überholt, sondern ich versuche halt, möglichst tief in die Fachmaterie einzudringen und das dann herauszuheben und so aufzuschreiben, dass das auch Leute, die jetzt nicht gleich Geschichte, Philosophie oder irgendwas studiert haben, eben journalistisch aufzubreiten, dass sie das halt mit
29:31
hoffentlich auch vergnügen lesen können und hinterher ein bisschen klüger hinausgehen also ja genau das. Wie bist du da dabei vorgegangen du hast ja irgendwo einen du beschreibst im leser ja was hemer ist die hima szene so mit. Auch in dem blick von von außen also so eine für den für den leser von außen betrachtet was ist hemer wie wie bist du da vorgegangen diese die außenperspektive zu bekommen.
30:01
Weil du steckst damit drin sozusagen. Klar, und die wird auch natürlich nicht komplett von der subjektiven Einfärbung frei sein, das ist völlig klar. Na, ich arbeite ja als Journalist und ich habe mir einfach vorgestellt, ich jetzt einen Auftrag, also letztendlich habe ich einen Auftrag vom Verlag bekommen, einfach mir irgendeine Zeitung für die schreibe, die eben sagt, schreib mal auf, was das ist. Und die Perspektive habe ich dann versucht einzunehmen, beziehungsweise in manchen Kapiteln breche ich das dann ja auch und schreibe dann von ich und beschreibe dann nur meine Sicht, weil ich aus der dann auch nicht rauskomme.
30:30
So ein paar subjektive Einsprängsel sind dann auch mit drin, das ist dann durchaus auch gewollt. Aber insgesamt versuche ich halt einigermaßen aus dem Perspektiven einzunehmen. Wenn wir jetzt mal bisschen konkreter auf HEMA so als Sport eingehen, beziehungsweise als Kampfkunst, Kampfsport. Du hast ja auch Judo gemacht, Karate gemacht, da sehr viele Jahre an Erfahrung gesammelt. Was ist deiner Meinung nach?
30:58
so fundamental oder gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen HEMA und anderen Kampfsportarten, die du kennst? Ja, der fundamental Unterschied liegt einfach darin, der fundamental Unterschied ist, flache Hierarchien und Transparenz, das liegt einfach darum, dass unsere Quellen einfach offen sind. natürlich gibt es Leute, die Lehrer sind, aber es gibt dieses krasse Meister-Schüler-Verhältnis, kann man natürlich aufbauen im HEMA, aber bei den meisten Clubs und Vereinen, die ich zumindest kenne,
31:28
Wir haschen das nicht so, weil die Quellenlage da ist. Wir haben nicht das meisterlich verschlossene Wissen, zu dem nur drei Eingeweihte Zugang haben, der in einem Schrein versteckt liegt, den es vielleicht auch gar nicht gibt. Das weiß man ja nicht. Es ist kein verbogenes, okkultes Wissen mehr, sondern die Quellen liegen da. Das macht einen großen Unterschied meines Erachtens zu anderen Kampfkünsten, Kampfsportarten aus. Nee, vor allem, selbst wenn man so ein meister Schülerding macht und sagt …
31:57
Wenn das nicht gut war, dann machst auf damit. Du den Schüler immer sagen, du, ich schau dir meine eigene Schule auf. ist natürlich auch völlig klar, dass es auch kein abgesonderes im Sinne gibt. Es gibt die eine Institution, die das wahre Kung Fu verbreitet und man Franchise-System bei denen machen muss. Du hast völlig recht, jeder kann hingehen und sich eine Quelle nehmen und selber sagen, hier ist jetzt mein Verein. Ja klar. Aber ist das jetzt, also ich meine, das ist jetzt was, wo
32:26
Das heißt ja eigentlich nur, gibt keine zentrale Kontrolle bisher. Es könnte ja irgendwann sein, irgendwie, weltweiter Verband setzt sich durch, Ahnung, es kann doch immer rechtliche Gründe haben, dass man halt irgendwie sagt, ihr dürft jetzt hier nicht mehr euren Sport machen, ihr erfüllt folgende Voraussetzungen, da verbraucht ihr halt einen Verband oder so. Und man würde das irgendwie zentralisieren, oder gäbe es vielleicht doch jemand, sagen würde, du darfst jetzt das machen oder du darfst das nicht machen. Die Hema-Polizei. Genau, die Hema-Polizei.
32:53
Gäbs denn immer noch irgendwas, was anders wäre? gibt’s einfach kulturelle Dinge, die wahrscheinlich selbst dann noch erhalten bleiben würden, die eben anders machen als andere? Dann bin ich wahrscheinlich zu weit weg mittlerweile von den asiatischen oder so was Kampfkünsten, um da jetzt sozusagen da noch irgendwie groß was sagen zu können. Was wir halt eben zumindest wissen, dass unsere Quellen direkt aus einer Zeit stammen, als die Sachen noch vorzugsweise angewendet wurden sind. Und wir auf jeden Fall uns halt relativ sicher sein können.
33:23
dass die meisten Sachen wahrscheinlich funktionieren. wenn sie nicht funktionieren, es unsere Portion, die vielleicht bisschen schräg ist. Während natürlich bei Sachen, die aus dem 19. Jahrhundert stammen oder früh im 20. Jahrhundert, es vielleicht nicht mehr so ganz sicher ist, dass die Techniken, die man nur langsam machen kann, wenn man den anderen nicht verletzt, vielleicht dann gar nicht funktionieren, wenn man sie nicht mehr langsam macht. Weil sie eben schon irgendwie schonend erdacht sind. Das wären vielleicht nur so graduelle Unterschiede vielleicht. Wir ja gerade die Außenwahrnehmung. Was würdest du sagen, wie …
33:53
beschreibt sich die Hemmer Szene selbst vielleicht auch im Vergleich zur Außenwahrnehmung. Was ist da der Unterschied? Hier muss man glaube ich ganz gut differenzieren. die Hemmer Szene weltweit ist natürlich auch mal noch was ganz anderes, sozusagen die vielleicht sagen die die die die die deutschsprachig oder die ja Mitteleuropäische oder was auch man jetzt nennen möchte. Die Leute, die man eben auch wieder auf allen Konventionen sowas trifft.
34:20
beschreiben sich auf jeden Fall, als ich glaube, alle würden irgendwie sagen, dass sie eine Meise haben, irgendwie nerdig sind und irgendwie trotzdem interessiert an einem Quatsch und irgendwie so ein bisschen weltoffen ist, glaube Und das, wo die meisten sich irgendwie so halbwegs sehen würden. In dem Bereich gibt es halt irgendwie wenig Leute, die irgendwie so auf, ja, so auf eine Esoterikschiene gehen, sozusagen, dass man über das Schwertkampf die einzig wahre Idee ist zur Männlichkeit oder zur Wahrheit oder
34:48
zum, ich hab irgendwann mal gelesen, war auch aus den 90ern, ich, mit dem Schwertkampf zum Inneren Qui Gong zu finden oder irgendwie. gibt solche Sachen, gibt’s auch. Das können auch Leute betreiben, aber ich glaube, dass die Himmerszene relativ frei von solchen eher esoterischen Vorstellungen ist, wie auch von so, na, diesen kriegerischen, martialisch, männlichkeitskultigen Geschichten. Also natürlich bait man sich die ganze Zeit gerne und verkloppt sich, um sich hinter dann wieder in den Arm zu legen und sich zu freuen, dass der andere einen guten Treffer gelandet hat, so ungefähr.
35:17
Auch das ist halt eher spielerisch, als die ganze Zeit so ein… Ja, Pfad des Kriegers zu gehen, ist so mein Eindruck. Wenn ihr einen anderen habt, dann korrigiert mich, aber das ist das, was ich eigentlich so… als relativ offen und nicht so kompetitiv die ganze Zeit… Oh, natürlich will man sich messen mit anderen, aber das nicht die ganze Zeit vor sich her stragen mit, ich bin der einzige Warrior oder so was. Das so ein… Was mag ich an der Szene, und zumindest mein Eindruck, ähm… Also, alle so bisschen entspannter einfach sind und sich vielleicht selber noch das Ganze, was man hier macht, nicht so hundertprozentig ernst nehmen. Genau. Also das ist halt, das… Okay, jetzt weiß ich auch…
35:47
Okay, den Unterschied, ich halt noch zu anderen Kampfkünsten gerade im asiatischen Bereich aber nicht nur halt gesehen habe, ist genau so ein Männlichkeitskult, den mich nochmal abgeschreckt hat. Deswegen war ich bisschen skeptisch, bei der HEMA-Szene überhaupt reinzugehen, weil ich keine Lust hatte auf diese maskuline, jeder gibt sich ständig auf die Fresse-Kultur, die ich da halt in der HEMA-Szene nicht gefunden habe, stimmt. Also, danke, dass du mich darauf hinweist, das natürlich noch ein fundamentaler Unterschied. Das muss bei asiatischen Kampfkünsten überhaupt nicht so sein. Das kann man noch ganz anders lehren, das habe ich auch schon anders gesehen, aber meine damalige Wahrnehmung, früher war das eben so, dass es auch sehr, sehr
36:17
in so einem Bereich, aus Trainerperspektive, einer schlechten Trainingskultur, die wenig inklusiv ist, dem zugrunde liegt. Ich hab bei dem Reden … Also, du erzählst das aus bisschen an so Selbstverteidigungs- … Künstlerkurse, wie ja immer gedacht. Die sind ja auch sehr unterschiedlich von ihren Ansätzen, der Qualität her auch. Aber da gibt’s ja auch durchaus einige, so … Jeder, der dich irgendwie anguckt, ist potenziell bis unter die Zähne bewaffnet, dass man zieht und tipptopp ausgebildet,
36:47
Also nicht mehr nur die Sache ernst nimmt, was ja irgendwie über Selbstverteidigung wahrscheinlich auch angemessen ist als Szenario, sondern so über ernst so. könntest morgen könnte einer dich mit der Kalaschnikow mitten in Ulm anhalten. Was machst du dann so? Ja, du hast halt es ist halt schon ein bisschen so wir haben haben uns halt mit Schwert, die braucht heutzutage kein Mensch mehr. Ich glaube, das hat halt inherent, dass das nicht so hundertprozentig alles jetzt für die Straße TM gedacht ist, oder?
37:14
Das ist jeden Fall dieser Aspekt, dass wir irgendwie was archaisch Überlebtes machen. Also wenn ich jemanden wirklich zur Strecke bringen will, dann gibt es ganz andere Sachen als jetzt irgendwie mit, als erst jahrelang Schwertkampf zu lernen und sowas. ich glaube, das, historisierende Moment ist auch noch mal ganz gut, weil es bisschen Distanz schafft zu dem, was wir da tun und wir das alles ein bisschen ironischer irgendwie nehmen können, ja. Ah, Distanz, ja, das ist ein guter Begriff wahrscheinlich. Es ist halt so, die Realität des Schwertkampfes mit scharfen Schweren ist halt sehr weit weg von dem, was wir heute machen. Ja.
37:44
Wobei es natürlich ganz spannend ist, mal langsames, slow-steer-sparring auch mal mit, also ohne Ausrüstung mit scharfen Schwärtern zu machen, weil das dann auch irgendwie auch zeigt, was für ein Respekt man da auch wieder vor so scharfen Ding haben kann. Gibt’s denn Selbstbeschreibungen in der Szene, die du für problematisch hälst? dein Eindruck, den ich gerade bekommen hab, ist da eher so, nö, alles schick, passt. Gibt’s trotzdem was, wo du sagst, ah, schwierig? Na, es gibt so…
38:13
Gerade im osteuropäischen Bereich, wo man nur Tendenzen in den USA mit White Supremacy zusammenbringen kann. Der Weg des wahren Kriegers wird dann noch westeuropäisch, zum Teil auch imaginierte kulturelle Überlegenheit verbunden. Gerade in den Staaten habe ich das einigermaßen bei vielen zum Teil gelesen. Das kriege ich dann über Social Media mit.
38:37
dass man an irgendeine alte Herbetatsch über den Schwertkampf anbinden will und dazu wieder so reine wahren Werte finden will. Das ist sehr problematisch, weil das eine sehr komische kulturelle Konstruktion ist. Das finde ich ja … Wir haben die letzte Folge, die wir wahrscheinlich noch nicht gehört haben, die gegenüber Jujutsu, Judo und Hema im Deutschen Reich, inklusive Drittes Reich, da war auch eines von den Kernerkenntnissen so, dass das dann auf einmal …
39:03
für die eigene Propaganda wurde dann Judo als Urdeutsch deklariert. Genau, Das ist spannend. Den Teil habe ich auch meinem Buch mit drin. Ich habe eure Folge noch nicht gehört, aber ich habe auch in meinem Buch geschrieben, wie dann eben genau Judo arisiert worden ist und so andere Sachen. Weil die können ja nur von unserer, in Anführungszeichen, unserer westlichen kulturarischen Kultur halt irgendwie stammen und nicht um den Japanerbund sein. Das ist spannend. Die habt ihr schon online gestellt, die Folge? Genau, die ist jetzt Freitag online gekommen.
39:28
Okay, dann muss ich das nachhören, das ist cool, für den Hinweis. Das war mir auch ganz neu, darüber zu stolpern, wie auch die Nazis versucht haben, mit so jungen und Buben spielen, mit Holzschwertern die Knaben abzurichten. Da gibt es auch ganz interessante Literatur, die ich mit reingezogen habe, wie man die Jungen eben zu kleinen Rittern, in Anführungszeichen, machen wollte und abhärten wollte. Ja, und vor allem, ist ja, also ganz klar ist das ja keine deutsche Kampfkunst gewesen, auch wenn da mit Biegenbremsen versucht wird, das irgendwie in die Form zu pressen.
39:55
Aber da hast du ein paar Schritte weniger bei den Himmersachen, die dem, was heute Deutschland ist, aus dem Raum kommen. Wenn es keine Nationalstaaten gibt, ist das Konzept Deutschland auch Quatsch. Da du recht. Deswegen würde ich warnen, wenn Leute von dem italienischen Langschwert und dem deutschen Schwert reden, sondern versuchen, deutschsprachig und italienischsprachige Quellen zu nennen. Dann wir im Reinen und können den Nationalismus abknapfen. Da gibt es zu Tendenzen, wenn Leute sagen, das italienische Schwert ist schon eleganter, wie der Italiener in sich.
40:25
die hand vorm kopf zusammenschlagen sagt ja und deswegen ist nicht genau direkt aber die deutschens bisschen gradliniger oder was auch mal also das können wir einfach abknabzen und einfach sagen es gibt italienisch sprachige langsperrt literatur und quellen und deutschsprache und wir haben das dann glaube ich einfach gelöst würdest du aber sagen dass das nicht mit rein spielt die kultur in die fechtbücher also die kultur des
40:54
Raumes, in dem jemand gelebt hat, der ein Fechtbuch in einer bestimmten Sprache verfasst hat. Bleiben wir bei dem Beispiel Deutsch und Italienisch. Natürlich spielen die Kulturen immer eine Rolle. Müssen wir aber erstmal annehmen, ob die Kultur im Nordetalien zu der Zeit so ganz anders war als in den Süd…
41:15
deutschsprachigen Städten a la Nürnberg und Kuba die Hauptquellenlage des Langschwärts entstanden ist, was die genau die bürgerlichen Gesellschaften dort oder die adligen Gesellschaft genau unterschieden haben. Und ob das sich jetzt in der einzelnen Technik auswirkt oder vielleicht eher in der Art und Weise, wie man einen Schwert erstmal irgendwie am Schwertgehänge trägt und so weiter oder zu welcher Waffe man dann insgesamt greift. meine die Überlegungen gibt es dann auch, dass das lange Messer irgendwann das Schwert abgelöst hat.
41:42
und auch in Quellen auftauchte, weil man das lange Messe auch für modisch interessant hielt und das dann als Wehr des Alltags dabei hatte. Das spielt alles eine Rolle. Aber zu sagen, Fjores, ja, Poster, die Donner sieht ein bisschen eleganter aus, weil er Italiener war, ist auf jeden Fall ein bisschen zu kurz. Ansonsten hast du völlig recht, natürlich kulturelle Allenfläche spielen immer eine Rolle. Aber ich meine, dieses Verkürzte mit so, klar, der Italiener macht so bisschen mehr Schwung oder so was, wie er heute im Fußball ja auch mehr, was ich …
42:11
sich feilen lässt oder irgendwas. Sowas habe ich schon mal verkürzt gehört vor vielen Jahren und dachte mir, nee Leute, das ähm, so ist das nicht. Das italienische Fecht hat ganz andere Fußarbeit, weil die viel weniger glatt Eis haben wegen dem wärmeren Wetter als in Süddeutschland. Das ist eine, ja, das ist eine These, da kann man auf jeden Fall dann nochmal nachgehen. Das wäre mal eine Fragestellung an die moderne Fechtbuchforschung. Wetterereignisse und Landkarten und so studieren. Kernbohrung machen, da können wir disziplinübergreifend forschen.
42:40
Ich werde es an Erik Buchert geben. Du bist ja in deinem Buch auch nicht umhingekommen, der zentralen Frage des historischen Fechtens zu widmen Kampfkunst oder Kampfsport. Ja, ich dachte, Langschwert oder Langschwert. Ja, das ist geklärt. ist Langschwert. Aber ist die ist die Frage überhaupt sinnvoll deiner Meinung nach?
43:09
Also sich, dass du sie in dieses Buch reinbringst, wenn es um Hema und Philosophie geht, ist natürlich absolut nachvollziehbar, zumindest für mich. Würdest du generell sagen, man muss sich mit der Frage auseinandersetzen? Ach, man kann sich da schon mit schon auseinandersetzen, wenn man sowieso selber mal Sachen klären möchte. Das ist schon okay. dieses also die Frage ist erst mal sinnvoll.
43:30
Und wenn man sich Frage anschaut und versucht zu klären, merkt man, dass diese Entscheidung halt dann einfach nicht mehr so sinnvoll ist. Um es nur zu sagen, es gibt hier auf der einen Seite die pure reine Kampfkunst, was man das sein soll, und es gibt hier den reinen nur noch Sport, was man das sein soll. Gerade war das historisch ja schon weniger ungeklärt. das ist historisch nicht geklärt und gleichzeitig hat es ja damals auch keiner in Frage gestellt. Weil sowohl war, um jetzt mal beim Langschwert zu bleiben, das Schwert halt eine Waffe für die Selbstverteidigung, wie sie aber auch halt zum
43:58
sportlichen Zeitvertreib in den Fechtschulen halt irgendwie diente. Damit hat man sich auch gemessen. Es gab, man hat Geld verdient als Fechtlehrer und Fechtmeister, zumindest nebenher. Man hat Fechtschulen abgehalten als Wettbewerbe. Sie dienten also auch der Unterhaltung. hat Leute geholt, also auch ganz klassisch Sport, Sportunterhaltung, Massenevent und so weiter. Unterhaltung war dabei. Plus, dass es natürlich auch noch ein Zivilisierungsmittel war, um die jungen Leute, damals natürlich nur Männer, von der Straße wegzuholen und ein bisschen
44:26
sozusagen regelgeleitet miteinander messen zu lassen, was auch erstmal wieder eher ein Kampfsportaspekt ist als der reine Kampf-Kunst-Aspekt. Also das kam damals alles zusammen, das fanden die Leute unproblematisch, so wie sie sich halt bei ritterlichen Turnieren zuweilen auch mit Holzlatten oder mit stumpfen Waffen geprügelt haben, um noch sagen könnte, eben Battle of Nations hat damit auch seine gewisse historische Berechtigung. Das würde ich halt für unsere HEMA-Szene auf jeden Fall sehen, dass ich da nicht unterscheiden würde oder
44:56
nicht Werten würde zwischen Kampfkunst und Kampfsport, für mich als Kampffünstler oder sportlerbegreifende Menschen versuche ich möglichst alles zu machen. Also ich versuche den kampfkünstlerischen, puren Aspekt, in Anführungszeichen, wie es sich manchmal erlachte, wenn Leute rauskitzeln und versuche eben auch ohne Ausrüstung zu sparen, wie ich natürlich genau auch dann mit Ausrüstung spare, um auch mal Gib-Ihm zu spielen und ausprobieren, wie ich mit höchster Geschwindigkeit, höchster Kraft doch noch irgendwie die Technik durchzwiebeln kann. Das gehört irgendwie dazu, finde ich. Es ist ja wie auch manche Leute, die das bei HEMA mittlerweile nicht mehr ganz der Fall
45:26
Zumindest nicht in unseren Breiten. Es da Leute gibt, die möglichst unsportlich aussehen, um ja nicht in die Gefahr zu geraten, dass man sagt, sie machen Sport. Also die haben dann Leute, die mit ungünstigen Proportionen, um das mal vorsichtig zu sagen, haben ein Schwert in der Hand und erklären ihr dann die Welt, können aber eigentlich das Schwert wenig halten, wenn sie sich ein bisschen schneller bewegen müssten. Dass sozusagen auch gewisse Fitnessaspekte einfach zu einer Körperbewegungskultur, ich meine, ich will ein Schwert halten, da muss ich mich halt auch ein bisschen pumpen oder…
45:53
bisschen Moby Training machen oder in den Sachen. Das ist natürlich reiner Sport, aber wissen auch die damals haben sich auch schon aufgewärmt und Kraft Training gemacht. Also ja, ich finde es nur eine Scheidung. Je länger man drüber nachdenkt, muss man sie aufmachen, dann zu sagen, sie fällt in sich zusammen und ja. Was ist denn für dich die die wahre Kunst des Fechtens? Wie wird es das für dich beschreiben? Ich würde es da sehr quellend beschreiben. Und das ist sogar nicht nur bei den Schwertquellen, sondern das ist bei sehr, sehr vielen historischen Schwertquellen so.
46:24
und nicht auf Schwertkellen, Entschuldigung, Fechtquellen so, bis hin halt in die Drama-Literatur des 19. Jahrhunderts und 17. Jahrhunderts. Bei Molière steht das auch schon noch drin, dass man einfach die Kunst zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden. So hat es, ich, Molière in seinem Edelmann, der Bürger als Edelmann beschrieben. Und so trifft man es immer wieder in den Quellen, dass man erst mal versuchen sollte, nicht getroffen zu werden, um dann selber kunstvoll zu treffen. Und das gibt es in vielen Varianten in den Fechtquellen, auch nicht nur in den deutschsprachigen.
46:53
Vielen Quellen wieder und das macht ja erst mal Sinn. Ich meine, wir haben Waffen, das ist nicht wie beim Boxen mit wo man Nähmalkalitäten gefragt sind, sondern ich will erst mal nicht verletzt werden. Ich meine, wir leben in Zeiten, da war die Wundheilung und so und die Medizin noch nicht so weit. Da wollte man erst mal nicht unbedingt verletzt werden. Deswegen wäre das für mich die Quintessenz, wenn du so was, wenn ihr danach fragt. Die Quintessenz des gesamten Fechtens sozusagen treffen, ohne getroffen zu werden.
47:20
Jetzt erst mal genau, wenn wir uns die Quellen angucken. Das heißt natürlich nicht, dass ich jetzt sage, deswegen darf es gerne Doppeltreffer in Turnieren geben oder Ähnliches. Oder Spiele rutschen, wenn man mal unsicher reingeläuft, weil man mal was ausprobieren will. Das ist völlig okay. Aber ich meine, so eine historische Fechten im Sinne von den Quellen ist, glaube ich, mal so, dass man möglichst nicht getroffen wird. Und alle, alle Modi sind für mich dann aber auch völlig okay. Gibt es denn da was, was verloren geht, wenn man sich also
47:50
Ja, ich stelle die Frage mal offen. Teil haben wir jetzt quasi schon damit ein bisschen behandelt. Gibt es was, was verloren geht, wenn sich Hema zu sehr am Wettkampf orientiert? Meinst du jetzt ein einzelner Hemaist oder war Hema an sich, glaube ich, wirklich nicht nur am Wettkampf? Aber gesetzt den Fall, es würde sagen nur noch Turniere geben und kein Mensch guckt mehr in die Quellen. Dann wird natürlich wahrscheinlich irgendwann eine gewisse historische.
48:19
Interpretationsgenauigkeit oder der Aspekt, sich mit dem Historischen zu beschäftigen, vielleicht irgendwann flöten gehen. Wenn wir uns das mal vorstellen, ist einfach als Gedankenexperiment, was ich… Wir haben sieben Generationen Hemaisten, die nicht mehr in die Quelle geguckt haben, dann können wir uns sehr gut vorstellen, dass vielleicht die siebte Generation nicht mehr ganz so historisch fechtet, wie die erste Generation, die die letzte Quellenarbeit geleistet hat.
48:40
Das würde verloren gehen, ob das jetzt ein Verlust für die einzelne Person ist, die Hema macht und so was, das muss dann die Person betrachten. Also ich würde hier keine Verlustgeschichte erzählen, aber der Aspekt wäre dann weg, die historische Connection wäre irgendwann verwässert, oder wie man das beschreiben möchte, wird nicht mehr interpretiert, nicht mehr diskutiert. Der Aspekt wäre dann weg und ob man das möchte oder nicht, kann auch jeder für sich entscheiden. Steckt da nicht auch so eine philosophische Diskussion dahinter, so im Sinne von, im Wald ein Baum umfällt und keiner ist da, ihn zu beobachten, ist er dann wirklich umgefallen? Ist ja so bisschen auch so.
49:10
Wenn jemand einen Zornhau schlägt, ohne zu wissen, dass es ein Zornhau ist, und ohne in die Quelle geschaut zu haben, dass es ein Zornhau ist, ist es dann noch ein Zornhau? Anderen, die eine Quelle beschrieben haben, können dir dann sagen, dass es ein Zornhau ist. Ja, du selber weißt ja nicht, dass es ein Zornhau ist, hast trotzdem einen korrekten Schlag vielleicht, also Bewegungstechnisch und Schnitttechnisch und so was vielleicht einen korrekten Schlag ausgeführt. ist natürlich ein Zornhau, nur die Person, die ihn ausführt, weiß das nicht, dass sie einen Zornhau macht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie ohne in die Quellen zu schauen,
49:38
alle fünf Verborgenheue selber erfindet oder aus Versehen selber macht plus noch die anderen 17 Hauptstücke mit dazu. Ist eher unwahrscheinlich, aber natürlich kann eine Person die Bewegung des historischen Fechtens auch ausführen, ohne historisch zu fechten. Fechtet dann aber jetzt, um mal beim Bord zu bleiben, nicht historisch, sondern macht dieselben Bewegungen wie jemand, der aus den Quellen sie herausnimmt. Um es jetzt mal so…
50:01
Auseinander zu Klamüse. Das Historische hängt schon mit der Quellenarbeit zusammen. muss die Einzelperson nicht machen. Die können auch die Trainer oder eine Hemergemeinde machen. Aber ohne Quelle, fragt jeden Historiker, also ohne Quelle gibt es halt keine Geschichtswissenschaft oder Geschichtspartation. Das erinnert mich gerade so bisschen an das Schiff des T-Soys. Genau, jaja. wo es ja darum geht, dieses Schiff ein Schiff sozusagen, wenn man alle Sachen einzeln austauscht.
50:30
Dann noch das Original oder nicht? Genau, das ist klassische Dilemma, wie es ja mehrere Dilemma da auch mit der ganzen HEMA-Geschichte gibt. wir haben ja auch dann, das ist doch ein bisschen dieser philosophische Teil, also das ist völlig recht, wann kann man es noch so nennen, ein Aspekt, wie wir auch mit diesem heimeneutschen Circle eigentlich noch arbeiten. Also wir haben sozusagen kein Vorwissen, also wir haben uns an die Quellen rangegeben und müssen dann eben mit der Brücke zu anderen Kampfkünsten so versuchen.
50:56
uns den Schatz zu heben, um dann wieder zu merken, ach so, wir die Quelle noch mal lesen, verstehen wir sie jetzt besser, aber wieder anders. Also es erklärt ja auch diese ganzen Interpretationsquellen im HEMA, das ist jetzt, glaube ich, gerade der dritte Interpretationsquelle, gerade der Lichtenauer Sache. Wenn ihr mal guckt, wie der Zornhauer vor 20 Jahren geschlagen wurde oder wenn ihr mal Thorsten Schneier fragt, wie er den damals interpretiert und gelehrt hat, da sind Welten dazwischen und also wir bewegen uns immer wieder näher an irgendeine Wahrheit dran, von der wir nie feststellen können.
51:20
ob wir an der Wahrheit dran sind, weil wir eine Zeitreise haben. Auch das ist wieder so ein philosophisches Paradoxon, wie du eben gerade mit deinem… mit der Arche, also mit dem Boot, Ähm, ist es nicht… Also, mich ist nicht so… Philosoph, wo Philosoph wirkt, immer so bisschen so das Wesen der Philosophie, dass man sich gerade auch über so Fragen, Gedanken macht, die man nicht jetzt abschließend klären kann. So, regnet es nicht, das kann ich überprüfen, aber viele von den Sachen sind so Gedankenexperimente, wo man in die eine oder andere Richtung argumentieren kann.
51:47
Und ihr habt den Eindruck, dass wir da bei den HEMA-Fragen bei vielen von den Stellen nicht so richtig zu Potte kommen, ist das die halt aus dem gleichen Grund. Das ist halt eine Fragestellung, kann man diskutieren. bei manchen Sachen kannst du es tatsächlich messen. Keine Ahnung, du gehst in 10 Jahren her, machst eine Umfrage, irgendwie repräsentativ in einem Landen, stellst fest, 0,0 % haben in diesem Jahr überhaupt in irgendeine Quelle geschaut, dann kannst du wahrscheinlich sagen, okay.
52:15
Quellenarbeit ist scheinbar nicht mehr so ein Ding, aber viele von den anderen Sachen ist es ja schon so. Es sind interessante Fragestellungen, um sich darüber zu unterhalten, aber da kommt man abends bei einem Bier ja nicht zum Punkt, oder sehe ich das falsch? Ja, das ist ja auch genau. Die Philosophie ist auch, das meistens ist ein Missverständnis, dass Philosophie darum geht, immer diese Einzelwahrheit im Sinne von Ja oder Nein halt irgendwie zu beantworten. glaube, bei Philosophie, du hast gerade gesagt, das eigentlich erstens das Wissen.
52:38
dass es so dieses abschließende Antwort meistens nicht gibt und trotzdem das Suchen dabei, weil bei dem Suchen man eben mit sich selber mit Texten beschäftigt, mit sich selber diskutiert oder eben mit, wie du gerade sagst, abends mit mir, mit jemandem diskutiert. Man diskutiert ja durch jemanden, also zumindest versucht das nicht, um jemand einfach zu überzeugen, du musst jetzt meine Meinung haben oder meine Ansicht teilen, sondern man tauscht dich aus und kommt da dann vielleicht gemeinsam wieder ein bisschen so ein bisschen mehr Erkenntnis gegenseitig. Also ja, ich glaube nicht, dass solche Fragen komplett abschließend geklärt werden können und es auch diesen Gradmesser nicht gibt mit
53:06
Ab wann ist eine Technik, eine Interpretation gar nicht mehr historisch, gerade, wenn nie eine Quellenarbeit stattgefunden hat, kann es nicht historisch sein, aber mehr kann man da auch nicht definitorisch sagen, finde ich. ich das weiß, Daumen hoch oder Daumen runter sagen. Genau, und jetzt können wir halt ausdiskutieren, okay, du selber musst du selber die Quelle gelesen haben. Nee, reicht, wenn es der Trainer ist. Das habe ich ja von ihm gemeint, dass es reicht, irgendwie andere, aber dann ist natürlich auch das…
53:33
der grad der verwässerung und das abstand nehmen und so weiter sind wir genau da das habe ich ja versucht mit meinen sieben generationen und so weiter so bisschen auf den weiten ist drei noch okay ist sieben zu viel so genau genau das wollte ich sagen das halt jetzt ist halt einfach das habe ich versucht mit dem gedanken experiment mit was wäre wenn da gibt es keinen kein schalter der ja und nein sagt genau wenn wir gerade bei so bei dem thema philosophie sind dann schon mal ein philosophen zu gast haben würdest du sagen dass diskussion
54:03
in der Philosophie oder Austausch über ein Thema in der Philosophie ein Selbstzweck ist, also dass es teilweise nicht darum geht, Erkenntnisse zu gewinnen und Dinge abschließend zu klären, wie jetzt bei diesem Podcast hier zum Beispiel, sondern wo es, wo die Diskussion und der Austausch Selbstzweck ist in dieser Wissenschaft. Ich glaube, die meisten Diskussionen oder viele zumindest laufen drum erst mal ab, dass man schaut, ob man den
54:33
den Text oder das System, um es mal so zu nennen, irgendwie besser durchdringt. was ich, wenn man erst mal lange darüber streitet, was genau in des und vor und nach und hart und weich, slash stark und schwach bedeuten und wie die miteinander verbunden sind, dann ist es glaube ich erst mal eine gute Sache, um vielleicht zu besseren Wechten zu kommen und vielleicht das, was dann später eben auch Tempo in anderen Quellen heißt, dass man das eben auch schon bei Lichthennauer findet, nur eben anders. Solche Sachen finde ich erst mal produktiv und die sind dann auch nicht so ein
55:01
So ein krasser Streit, wo es dann für mich so bisschen gekünstelt wird, wenn man sich das komplette System Lichthennauer versucht aus einem Aristoteles heraus zu verstehen. Ja, Aristoteles wurde damals eben auch gelehrt. Es gibt auch ein Pseudo-Aristoteles-Zitat in einer Lichthennauer-Quelle. ja, das war sehr, sehr früh und hat auch die Zeit in irgendwie…
55:25
ein gestern, ein heute und ein morgen eingeteilt. Aber das sind so basale Geschichten. glaube, gibt viele Kulturen auf der Welt, die nicht Aristoteles gelesen haben und können die die Zeit in gestern, heute und morgen einteilen. Oder links, rechts, es gibt Sachen, die sagen, bei Lichthinau tauchen vier Blößen auf. Links, rechts, oben, unten gibt’s auch schon bei Aristoteles. so, ja, da ist ein direkter Zusammenhang zu konstruieren, dass es Lichthinau ohne Aristoteles nicht gegeben hätte. Ist halt auch bisschen bullshittig und setzt sozusagen das Primat der Theorie vor die Praxis. Was so eine alte philosophische …
55:55
Marotte ist, dass man immer sagt, erst alles verkopft angeht und nicht die Praxis nimmt. glaube, die Menschen haben damals gefrochten und haben dann mit Mitteln ihre Wahl und das waren dann die Begriffe wie rechts links. Ein paar Begriffe haben sie vielleicht auch von Aristoteles genommen, um sich dann zu erklären, was eigentlich funktioniert. Also es kommt eher so aus der Praxis und wurde dann theoretisiert und ist eben nicht rein aus Aristoteles verständlich. Also es ist glaube ich so ein Missverständnis und das passiert sehr gerne, wenn Leute dann vielleicht auch zu wenig fechten.
56:21
und sich lieber mit Büchern und Quellen auseinandersetzen, weil die Tendenz gibt es natürlich auch, dass Leute keinen Schwert mehr in die Hand nehmen und nur noch alles mit den Quellen versuchen zu erläutern und nichts ausprobieren. Das ist genauso so sagen, andersrum. Die haben dann die schönste Interpretation eines, was was ich haus oder eines Stückes und können es aber nicht vorführen, weil sie es halt auch nur in Zeitlupe oder ohne Partner können. ist halt auch so sagen, da fehlt mir dann ja, kompletter Praxis, Sportanwendungsbezug, wenn das passiert. Das habe ich halt auch schon erlebt, dass Leute wilde Theorien haben, aber
56:50
nicht praxizieren können, das nochmal so, diese Theorie im Praxisverhältnis irgendwie anzubinden. Kannst du nochmal kurz erklären, worauf genau wird da bei Aristoteles Werken jetzt Bezug genommen? Auf ganz viele Sachen. Also, Aristoteles, gerade in seiner Physik und sowas, macht halt sehr viele grundlegende Entscheidungen. Also wie jetzt die Zeit halt in gestern, heute und morgen, dass eine Bewegung über einen Anfangspunkt hat und ein Endpunkt, dass Sachen
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hat und weich sein können und solche Sachen und war halt natürlich immer so die die Idee des des Maßhaltens, der Mitzahalten, so das sind dann diese ganzen Aristoteles Geschichten und natürlich sagen, es steht bei Lichtner, dass irgendwie alles Fechten sein richtiges Maß hat und ein angemessenes Fechten ist natürlich auch völlig okay, aber dass das alles irgendwie aus dem Aristoteles herauskommt und das ist eine Lichtner, es gibt dann wirklich auch so aufsetzte wissenschaftliche, na bei Lichtner heißt der
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Ja, sei eben vom Tag, das ist dann die Haltung, Aristoteles halt eben auch sagt, mit der Bewegung hat die einen Anfangspunkt und der Endpunkt ist dann im Alber oder ähnliches und das muss man Aristoteles verstehen, wo ich denke mir, nee, der hat das Schwert über dem Kopf oder neben Kopf und haut es dann irgendwie runter und dann ist das Schwert halt irgendwie am Boden und das hat jetzt nichts mit Aristoteles zu tun, weil die Menschen wussten auch ohne Aristoteles, dass eine Bewegung einen Anfangspunkt und einen Endpunkt hat. Also das meine ich damit sozusagen. Das muss ich sagen, ich hinterher hineinlesen, weil Menschen zur derzeit
58:11
des angenommenen Lichtenauers auch Aristoteles gelesen haben. Ja, der war vorherrschender Philosoph, aber die haben, glaube ich, nicht sich ihre Lebenswelt komplett mit Aristoteles erst erklären müssen, sondern die haben halt Praxisbezug gehabt. Und ich glaube nicht, dass Heiß-Lichtenauer gelebt hat, sein Fechtssystem zusammengesucht und erdacht hat, weil er Aristoteles gelesen hat, sondern weil er hoffentlich gut fechten konnte. Also das sozusagen dieses Verhältnis meine ich. Und dann kann man tolle Aufsätze schreiben, von mir aus
58:37
wie viel Aristoteles bei Lichtenauer drin steckt. Man sollte aber nicht so tun, als ob Lichtenauer Aristoteles reingesteckt hätte, sondern man findet natürlich viel. Ich kann auch gucken, wie viel Heidegger in Lichtenauer drin steckt oder sonst was. Das ist eine philosophische Übung. Es kann nicht alles tun oder wer auch immer, aber es macht sozusagen nicht Lichtenau das Prinzip, sondern Heidegger oder Nietzsche oder zu wem auch immer im Prinzip. Und das ist halt das Problem, was ich da sehe und kritisiere in meinem Buch, diese Überinterpretation.
59:06
der Quellen zum Teil, die mir in der Beschäftigung auch untergekommen sind, liegt vielleicht auch daran, dass man sich in Wissenschaftsthemen beweisen muss und dann eben manche Leute halt sehr, sehr lustige Interpretationen schreiben, die dann vielleicht auch in irgendwelchen Sammelbänden abgedruckt sind, mit der Realität nicht mehr so viel zu tun haben. Ich finde das ja ganz charmant, dass viele von diesen Quellen ja sicher heimsehermlich sind. Also da gibt es immer so eine halbe Seite Einlage und vielleicht mal eine Seite, aber da ist es auch abgehandelt. Dann geht es einfach nur so ganz, ganz strukturiert.
59:33
der macht das, du machst das, so besiegst du ihn. Da wird dann, selbst so Taktik erklärt man so sehr häufig nicht drin oder erst dann, wenn wir ein bisschen später sind, dann eher schon nicht so 16. Jahrhundert und so. Aber selbst auch da, das ist alles sehr zielgerichtet. da kommt ganz selten mal ein Abschnitt, wo dann irgendwie was komplett anderes erzählt wird, was nichts mit der aktuellen Situation hat. Also keine Ahnung, gibt ein paar Autoren, die machen das. George Silver kann natürlich jederzeit noch mal einen Absatz reinbringen, dass die Italiener zu sein falsch ist, so, aber…
01:00:02
Die beschränken dich dann schon sehr genau drauf, das zu sagen, was sie irgendwie sagen wollen, und nicht in Tiraden auszubrechen. Das auf jeden Fall. hast eine Ausnahme bei dem, das nennen immer noch paar Leute, Nürnberger Hausbuch, also bei dem NS 3227a. Da gibt es eine Vorrede, die so bisschen wie eine Art Propeleutik, um das aufgeladen zu nennen, oder so eine Einleitung mit so generalen Prinzipien. Und dort findet sich dieses, ja, pseudo-Aristoteles-Zitat, was aber auch schon wieder zeigt, dass es einfach bisschen aufgeblasen ist. Da steckt wenig einiges drin in dieser Vorrede.
01:00:29
Aber man wollte Intellektuelle Legenzen und hat ein Zitat genommen, was gar nicht von Aristoteles stand. Was aber in der Zeit, also durch mehrere Jahrhunderte, gibt es dieses Zitat, was Aristoteles zugeschrieben wird, was aber gar nicht von ihm ist. Das heißt, die haben den gar nicht gelesen, haben aber auch ein Zitat, was irgendjemand mal gesagt hat, da reingepackt, um sie intellektuell noch ein bisschen aufzubohren. Wie Latein für Angeber, ein bisschen. Aber stelle ich mir das so vor, weil du hast völlig recht, es ging um Praxis. Und sie haben ein bisschen ihr praktisches Wissen mit. Schlag immer von rechts, wenn du links läufst und ähnliches mit reingeschrieben und
01:00:58
Haltest du dir das Maß und sei kunstvoll, wie schon Aristoteles sagt. Und dann kommt ein falscher Aristoteles. Auch das eher so bisschen Show-off als jetzt die intellektuelle Durchdringung eines Aristoteles. Und dass man aus so einem falschen Zitat jetzt komplett alles ableitet, finde ich halt einfach ja over the top. Ich würde noch mal einmal auf ein anderes Thema zu sprechen kommen, weil wir es von vor so bisschen angerissen hatten, nämlich dieses ganze Theaterthema. Weil du schreibst ja auch in deinem Buch über Shakespeare und Shakespeares Stücke, seine Schwertkampfszene und so.
01:01:28
Ich weiß gar nicht, ob wir das schon mal irgendwie thematisiert hatten, aber das ist ein superspannendes Feld, so wie das heute gemacht wird, wie das rezipiert wird und was damals sozusagen die Intention war und wie das aufgebaut war. Kannst du da noch mal einen Überblick geben? Auf jeden Fall, hier gibt’s ein sehr gutes Buch. Müsst ihr jetzt raussuchen, wer von wem das ist, hab ich grad vergessen. Ludicrous Brals heißt das auf jeden Fall, gibt’s auch im Internetarchiv. Kostenlos, Ausleiber. Der hat sich halt mal angeschaut, in welchen …
01:01:56
Kontext, damals die ganzen Shakespeare-Stücke aufgeführt wurden. Man muss sich das mal vorstellen, in dem Globe, das war kein klassisches Go-Castentheater, ein Unterhaltungsraum. Dort haben auch Tierkämpfe, Faustkämpfe und so weiter stattgefunden. Dieser Theaterkontext war eben nicht wie heute der Hochkultur, sondern ein Volkstheater und ein Volksunterhaltungskontext. Und deswegen …
01:02:23
mussten damals die Brawls und Schwert und anderen Aktionen auch einigermaßen realistisch sein und der hat dann rausgefunden, durch diese Kontextanalyse, warum auch so viele Kämpfe halt in den Sachen drin sind. Also Romeo und Julia fängt ziemlich schnell an mit einem, ich glaub, Florett oder ähnlichen Dingen, dann erstmal gezogen wird und so und du hast dann da den Königstrahmen, die ja quasi Schlachtnachstellung dann irgendwie waren, im Kleinen
01:02:51
halt, ich glaub, beim Handy in dem sechsten, ich weiß nicht, muss ich nachgucken, steht im Buch, sind irgendwie 16 Schwertgefechte drin. Deswegen sind diese ganzen Dramen, diese Königsdramen, die gelten heute in der Theaterwissenschaft und in der Theaterwelt als unspielbar. Naja, die sind unspielbar, wenn du halt irgendwie die ganzen Gefechte weglässt, dann hast du halt nur Textaussagen. Und man muss sich vorstellen wie ein Actionfilm. Shakespeare brauchte die Sachen, um die Leute mit reinzuziehen. Er brauchte Kämpfe, um Inhalte zu vermitteln. Und das war, sagen seine …
01:03:18
sein Eyecatcher oder das, womit man die Leute ziehen konnte, dass sie gut gemachte Schaukämpfe sehen, um es jetzt mal bisschen platz zu sagen. Und wenn du aber aus einem Actionfilm die gut gemachten Schaukämpfe wegnimmst, dann willst du diesen Actionfilm nicht sehen, weil du bist ja wegen der Action da. Und deswegen sind diese ganzen Königsdramen heute unspielbar, weil keiner mehr die mit Kämpfen verbindet. Und das fand ich ein sehr, sehr gutes Buch und das hab ich dann eben versucht, auf eine Seite oder zwei halt kurz runterzubrechen und auch darüber zu informieren, weil das zeigt ja auch nochmal, wie interessant dann eben auch …
01:03:46
Schwertkampf oder Fechten an sich eben auch noch mal so als Unterhaltungsbezug auch irgendwie gedient hat damals. Und Shakespeare war nun genau das ausklingende Schwertstich Hiebzeitalters sozusagen. Und er wusste aber eben auch noch um die Bedeutung dessen. Genau, das Buch, was du meinst, ist Broad Ridiculous Swordfighting in Shakespeare’s Place von Charles Edelman. Edelman. du hast gegoogelt, danke. Genau, genau, genau das. Das ist halt insofern auch zu… Also, ich mein…
01:04:16
Und erst mal andersrum, also du hast ja sehr viele Theaterstücke gesehen, nachdem du Kritiker bist. Es gibt ja immer noch Bühnenfechten. Wie viele davon haben denn immer noch Bühnenfechten drin? ist das, also ist das… Gibt es irgendeinen, oder hast du überhaupt schon mal ein Stück gesehen, wo man gesagt hat, das hat wirklich auch sehr viele Kampfszenen gehabt? Oder ist das immer so was, wo man halt sagt, naja, da gehört irgendwie ein Kampf dazu, dann machen wir dann zwei Minuten und ist auch wieder gut? Was jetzt Waffenkampf angeht, habe ich noch nichts gesehen, was irgendwie cool ist. Was ich gesehen habe, waren so ein paar Stücke, waren ein bisschen per…
01:04:44
performative, die so ein paar Box- oder auch Kickbox-Elemente mit drin hatten. waren ein paar realistischere Sachen dabei, die sich aber auch mit dem Thema so bisschen kampfkunstmäßig auch bisschen anders gesetzt haben. Das waren jetzt keine klassischen Literaturtheaterstücke, selbe Ansätze. Da waren realistische Sachen dabei. Wie gesagt, jetzt was historisches Fechten oder Kampf mit historischen Waffen angeht, ist mir nichts geläufig. Weil es ist ja schon dieses Ding, also du
01:05:11
Das wär ja so, wie wenn wir heute eine Mehrzweckhalle hätten. sind dann irgendwie, keine Ahnung, freitags ist großer MMA oder Muay Thai oder Boxkampf oder so. Und samstags wird dann halt da noch mal ein Stück aufgeführt über irgendjemand, der halt in so einem Boxkontext oder MMA-Kontext irgendwas macht, wo dann halt, sagen wir mal, einiges Publikum angezogen werden würde. Heute ist das ja sehr anders. Ich würde behaupten, viele Leute, die zu einem Kampf gehen, sind andere Leute, die ins Theater gehen, zumindest von meinem Eindruck her so. Ähm, ja.
01:05:38
Weil es kein Theaterstück über MMA gibt. Genau. Aber damals war das ja noch näher zusammen. Das war halt Unterhaltung. ich es mir leisten konnte, bin ich hingegangen. Aber war nicht so, dass es der komplett eigene, eher so ein Oberklassen-Ding war. Ich stell mir das schon so vor, würdest du heute … Theaterstück ist vielleicht was Falsches. Aber heute würdest du dann halt so einen Hollywood-Film quasi am nächsten Tag da zeigen, der halt auch irgendwie …
01:06:05
das Leben von einem Kämpfer darstellen, wo du ja auch dann sagen würdest, ja logisch braucht der Kampfszene, da braucht ausreichend okay eine Kampfszene, dass es nicht den Laien sozusagen auffällt, dass das ja kompletter Quatsch ist, oder? So ein bisschen verstehe ich das. Das auf jeden Fall, genau. Wir müssen das Theater halt damals auch vorstellen, dass es halt das Medium der Populärkultur war. Also viele konnten noch nicht lesen oder gab die große Literatur, war noch nicht geschaffen, die kam dann ein bisschen später und Shakespeare hat Volkstheater gemacht, in besten Sinne, hat halt Stücke für alle gemacht, deswegen funktionieren die ja auch bis heute, weil
01:06:33
von der großen dramatischen bis zur lustigen Sache, der alles Mögliche mit drin ist. Da sind ein paar intellektuelle Witze dabei, für die, ein bisschen schlauer sind, für die, die das nicht verstehen. Ist aber auch nicht schlimm, weil die auch genug zum Lachen oder zum Unterhalten oder zum Weinen haben. Das sind halt deswegen so großartige Stücke, sodass sie funktionieren, weil sie eben auch wirklich bewusst unterhalten wollten und das nicht unklug. Daraus hat man dann später natürlich auch Literatur gemacht und Theater später dann so mit Goethe, Schiller und so war dann eben so ein reines… Wir schreiben Stücke auf, die werden nie getestet, sondern…
01:07:01
Das ist halt große Kunst und daraus wurde dann irgendwann Theater als Hochkultur und dann irgendwie seit es natürlich Kino, Film, Fernsehen, Computerspiele und ganz ganz viele andere Medien gibt, hat halt Theater einfach als das Medium der Unterhaltungskultur abgenommen und ist deswegen, was schade ist, kann ich mit einem Play-Doh brechen und nicht jedes Theater funktioniert so. Es gibt viele gute Sachen, die eben nicht nur für, ja, die sich als kulturelle Elite fühlenden Menschen gemacht sind, aber deswegen gibt es mittlerweile so eine große Schwellenangst ins Theater zu gehen, die tatsächlich nicht unbedingt sein müsste.
01:07:31
Ich glaube das Abiturtheater hat vielen halt oder das Abitur der Schultheater, also wenn man mit der Schule in irgendwie ein klassisches Stück musste, das hat vielen die Theaterleidenschaft verleitet, mir auch. Ich bin dann erst später wieder ins Theater gegangen, wurde dann Kritiker, aber ich war auch erst mal nicht Theatergänger. Ich kann das nachvollziehen, was natürlich schade ist. Ja, aber du hast völlig recht, um beim Thema zu bleiben und es nicht abzuschweifen und meine Liebe fürs Theater noch eine Landseite dafür zu brechen. Ja.
01:07:55
Dann würde man es auf jeden Fall so Münzen, dass es ein Actionfilm ist, der Kämpfe braucht, um einen Krieger oder Kämpfer zu charakterisieren. Ich mein, Grundidee ist, dass er eine coole Sache hast Sachen, die live aufgeführt werden von Leuten, die das richtig gut können. Mir fällt das bei so Ballettsachen oder Sachen mit Ballett und mit Tanz drin häufig auf. Vor allem seit ich selber Sport mache, wie anspruchsvoll das körperlich ist. weiß nicht, ob ich das im gleichen Maße zu schätzen wüsste, wenn ich nicht wüsste, wie anstrengend solche Sachen zu machen sind.
01:08:24
Aber das ist halt schon… Also klar sind die alle durchtrainiert, aber du siehst… Es ist halt einfach so krass, was die körperlich so machen. Und ähm… Ja, und auf der anderen Seite ist es halt schon so bisschen das, dann… Ja, irgendwie, du so dieses Kunsttheater, wo dann so alles extra seltsam ist ein bisschen. Dann hast du so, ich sag mal, klassische Sachen, wo dann auch merkst, eigentlich sind junge Leute da auch nicht die Zielgruppe von. Also irgendwie…
01:08:49
Dann denke ich mir, wir haben doch 100.000 Stücke gefühlt, zumindest die ganz Jakes besachen sicherlich einige an den Rauch, da könntest du so richtig Actiontheater machen mit Kämpfen und Effekten und allem drum und dran, aber macht keiner, oder? Macht keiner, soweit ich das weiß. Klar, gibt so bisschen, aber dann sind die Kämpfe auch wieder, ich war nie da, ich kenne nur Ausschnitte, aber ich, Störtebäcker-Festspiele da oben an Rügen oder ähnliches, da auch so bisschen, da gibt’s Versuchens, aber Action zu machen, wie auch ein paar Seohörerktan mit…
01:09:18
mit Winnetou oder sowas, der Rest, sind die ganzen Faustkämpfe oder so, das ist ja auch alles gestaget ohne Ende, das fällt auch sofort auf, weil es dann doch eben wieder wahrscheinlich die ganzen Choreografen aus dem klassischen Bühnenfechten kommen und da ist halt wirklich die Prämisse, dass man halt so schlägt, dass man den anderen nie verletzen könnte, was ja theoretisch irgendwie Sinn macht, aber wenn ich das halt sehe, ist es halt irgendwie blöd und nicht glaubhaft. Das war vielleicht früher auch noch so…
01:09:44
als es noch keinen Film gab, wo man krass ranzoomen konnte oder eben auch Filmästhetik sich mit Kämpfen anders auseinandergesetzt hat, da sind Bühnenfechten früher auch ausgereicht hat. Aber die Filme, wenn wir uns mal alte Filme angucken, so was ich 60er, 70er, wo ja auch viel Bühnenfechten noch aus dem Theaterbereich in den Filmen reingerutscht ist, die sind ja auch alles mehr, so was ich, Air of Lin und andere Sachen, das ist ja auch alles nicht mehr anschaubar, weil sich ja gerade im Filmkampfchoreografiebereich extrem viel getan hat im letzten Jahrzehnten.
01:10:12
Wobei gerade Errol Flynn ja tatsächlich fechten konnte. ich mein, es ist halt von der Dramaturgik und so und wie es geschnitten ist, ist es nicht mehr modern, aber die Leute konnten schon was. Aber persönlich ja, er persönlich auf jeden Fall, ja. Das wollte ich genau, ich wollte ihm das nicht absprechen, ich wollte nur sagen, diese Filmsequenzen, die dann eben sagen, choreographiert wurden sind von anderen, Also alle die, wie heißt denn die Leute beim Theater und bei der Oper, entscheiden, was gespielt wird, Internanten? Das sind die Internaten, die die Chefs und die belegen eigentlich in der Regel auch den Bühnen, den…
01:10:39
planen da, hoffentlich machen sie das meistens im Team und nicht mehr alleine, aber Intendanten sind die Chefs. Also all die Intendanten, die uns jetzt gerade zuhören, die sich wahrscheinlich sehr nah am Nullpunkt befinden, das wäre doch mal Rass. richtig, wir machen Shakespeare aber richtig. Wir casten jetzt lauter Stuntleute und so weiter, das wird eine Mordscody. Ja, das ist cool, ich wäre als Berater dabei. Wir können da vermitteln, wenn man Kontakte braucht für Choreografen. Aber sehr, sehr schöne Idee, das klingt wirklich gut, das würde ich mir gerne anschauen.
01:11:09
Im Endeffekt ist das ja etwas, was du auch in deinem behandelt hast, so das Thema Gewalt. irgendwo ist ja der Unterschied zwischen einem Liebesfilm und einem Actionfilm Gewalt. Würdest du sagen, die HEMA-Szene kann, wie formuliere ich das, kann drum rumkommen, sich aktiv und explizit mit dem Thema Gewalt zu beschäftigen? Oder also…
01:11:38
Es reicht aus sich implizit, also wir beschäftigen uns ja im Training implizit mit Gewalt, aber sich wirklich aktiv dieser Thematik zu stellen. Kann man da drum rumkommen? Braucht man das oder braucht man das nicht? Ich würde sofort kurze Antwort sagen, man muss sich damit auseinandersetzen, weil das reine Implizite reicht nicht aus, weil wir dann sozusagen so einen gewissen Mythos aufsetzen, den man auch im Hema findet, der aber insgesamt mit den Kampfkünsten oder so oder auch Kampfsport oder wie auch immer oder ein anderen Sportarten beschäftigt ist.
01:12:08
dass Sport an Sicherheit Gewaltlust, Aggression usw. abbaut, was nicht der Fall ist, weil es geht immer um die Art, wie man Sachen trainiert, an welchem Umfang man Sachen trainiert und Ähnliches. Also du einen Boxclub haben oder so, wo sich Leute wirklich gut abarbeiten und dann eben keine Lust mehr haben draußen, aufs Maul zu hauen oder aber die Aggression in den Boxclub wird noch gesteigert, weil die toxische Atmosphäre dort so toxisch und
01:12:35
kompetitiv ist, dass die da wütend rausgehen und noch mehr sauer sind und dann als anderen Leuten auslassen. Du mal ganz blöd gesagt. Das Environment ist extrem wichtig und wenn wir uns nicht darum kümmern, was unsere Clubkultur irgendwie ausmacht, dann haben wir einen blinden Fleck da, was das angeht. wir müssen uns auf jeden Fall, also dieser Mythos, nur weil wir jetzt mit Schwertern allgemein safe uns bearbeiten und hinterher wieder Freunde sind, sind wir jetzt nicht die besseren ethisch aufgeladen Menschen. Du musst sozusagen das
01:13:02
Insgesamt extra ethisch aufladen, du halt so sagst, dass du in deinem Club zum Beispiel als Trainer eben nicht förderst, dass sich da Leute unsafe bewegen oder sich begeben oder dass da so eine krasse kompetitive Sache herrscht, dass immer da der eine Bulli irgendwie sich da durchsetzt und immer auf den Stärkeren macht oder was auch immer man sich da noch so andere Sachen vorstellen kann. Wenn du ein Environment nicht schaffst, dann hast du halt eben auch Leute, die halt vielleicht deformiert aus deinem Training gehen und das
01:13:31
Sollte man zumindest als Trainer, also ich muss nicht jeder Schüler mit der Gewaltfrage auseinandersetzen, aber ich glaube, zumindest wenn wir Trainer sind, dann sollten wir das irgendwie tun. Damit erstmal auseinandersetzen, was sozusagen das mit unseren Trainierenden macht und natürlich vielleicht auch mal für sich selber, warum man selber fasziniert ist. Also es gab ja auch keine abschließende Antwort in meinem Buch, aber warum ist man von sowas Aschalen fasziniert, was man nicht möchte, was einem auf der Straße passiert, aber ist das sowas mimetisches, man will es mal durchregelgeleitet durchextrasieren, um zu wissen, dass man es nicht auf der Straße haben will, weil so
01:14:01
Ich will nicht auf der Straße mir jemand blaue Flecken verursacht, im Training nehme ich die gerne in Kauf, weil das dazugehört. Das sind alles so komische Momente, mit denen man sich vielleicht mal in sich gehen könnte. Das ist kein Muss, aber ich fand es ganz interessant, mal so bisschen zu spiegeln, was denn das eigentlich irgendwie ist, was uns da antreibt. Also ich meine, wir machen eigentlich extrem dumme Sachen, die wir nicht draußen machen würden, indem wir hier einfach theoretisch in Kauf, weil es ja unser Hobby ist. Und das ist bei vielen Hobbys der Fall, es ist auch nicht rein HEMA-geleitet, aber …
01:14:30
Damit sich zu beschäftigen, ich persönlich relativ gut und wichtig für mich selber erst mal. Den anderen Aspekt finde ich aber wichtiger, dass man sich mit seiner Clubkultur auseinandersetzt. Schön finde ich immer die Szene, wenn zwei Leute sich mit Langschwert oder größeren Waffen ordentlich einschenken. So richtig die Fetzen fliegen. Hinterher dann einmal Fistbump und da tritt der eine dem anderen auf einen C oder auf den Schuh oder so. Ah, sorry. So. Gerade irgendwie war es noch okay, dass wir uns kreuzequär hauen und
01:14:58
Das ist halt irgendwie so, du trennst das halt gedanklich auch auf. Das ist ein Kontext, da gibt es bestimmte Dinge, die okay sind, das ein anderer Kontext, da ist das nicht okay. Genau, das ist wirklich diese Verabredung, die halt ganz wichtig dafür ist, das manch auch mit Regelgewalt verabredete, nur auf eine Art Safe Space vielleicht auch man sich mal irgendwie ausprobieren kann, wo man Erfahrungen sammeln kann, die man eben eigentlich nicht haben möchte, aber dann irgendwie doch. sind genau diese Grenzsachen, die auch die Wissenschaft diskutiert im Sinne von
01:15:24
Also ich sporte zoologie halt massiv sowas was machen ich extrem sportler oder wir sind im leute den toten kauf ich meine wir sind keine extrem sportler wir nehmen nicht den toten kauf aber gewisse verletzungsgeschichte und andere sachen ja auch begeben uns in komische situationen also da ist die wissenschaft auch noch nicht so weit oder diese frage wollte ich ja zumindest anreißen und mir selber gestellt zu haben weil ich kann sie auch nicht ganz beantworten außer das verdammt keiles schwertkampf zu machen muss jetzt mal ganz plump zu sagen. Ich finde es den begriff selbst ich musste gerade bei den ausführungen an hooligans und die dritte halbzeit denken so die.
01:15:52
dass man will mal Dinge erfahren. Klar, spielt der Spiel im Hooliganismus sicherlich auch genauso eine Grenzgeschichte. Ein sich um ihn messen. Ja, auch eine Rolle. Gerade wenn die Klagen dann um ihn seit einigen Jahren sind, dass Hooligans sich mehr an in ihre eigenen Regeln halten, dass getreten wird, wenn Leute am Boden sind. Es gibt ja auch in den Hooligan-Foren solche Diskussionen, wo man auch merkt, sich in die Fresse hauen ist okay, aber dann nicht mehr, wenn er auf dem Boden liegt. Also da wird irgendwas verhandelt. Das kann ich jetzt.
01:16:21
Ich muss jetzt Hooliganisten mich nicht gut finden, insgesamt ist das ein Phänomen, was auch da versucht wird, eine Erfahrung, ja, sich zu, einen Erfahrungsraum sich zu schaffen und der irgendwie halb safe oder nicht ganz mehr safe oder irgendwas ist. Das Beispiel passt da ganz gut. Was würdest du sagen, die, also ich spreche jetzt immer von der HEMA-Szene. Ja. Und ich finde es eigentlich immer ganz cool, dass du dann einordnest, Deutschland, Amerika, Osteuropa, whatever.
01:16:50
Deshalb mache ich das jetzt weiter wo würdest du sagen dass das die he nicht der hemerkennung weltweit oder hier mal global beeinträchtigen können aber ok ich versuche es dass Die himmer szene gewalt verharmlost und wo wird es sagen reflektiert sie sich ganz gut glaube
01:17:10
Also vielleicht die Gewalt nicht so harmlos damit umgeht, sind die Aspekte, wo HEMA versucht, auf Selbstverteidigung zu machen. Es gibt so gewisse Tendenzen, dass dann Leute sagen mit… Man hat das beim Dolchkampf sehr oft, wo die Leute den Dolchcontext von damals komplett vergessen. Und dann sagen die, das Dolchkampf wäre am nächsten dran an Selbstverteidigung, was man mitnehmen kann. glaube, nichts könnte falscher sein.
01:17:35
Wenn man weiß, wie mein Schwert schwingt, kann ich mir eine Zaunleiter nehmen und bin dann vielleicht eher noch bereit, mich mit der zu verteidigen als jetzt mit einem Deutsch mit den alten Geschichten. Da haben wir man vielleicht nicht Gewalt an sich, sondern man nimmt die Gewalt, die man draußen auf der Straße, die man im realen Leben erfahren kann, die Gewalt nimmt man vielleicht nicht ernst genug, indem man sagt, das wäre eine Selbstverteidigungstechnik, mit der man dann eben auch im realen Leben was erreichen könnte. Das wäre vielleicht so das Erste.
01:18:04
Ansonsten gibt es natürlich immer unsafe Trainingsgeschichten, wenn Leute mit Equipment, was nicht ganz ausgestattet ist, agieren oder ja, einfach … ja, unsafe trainieren. Ich glaube, eine große Gewaltverharmlosung an sich sehe ich nicht als großen Trend. Die SV-Geschichte würde ich davon ausnehmen, da hab ich Probleme mit … Du meinst jetzt nicht, dass man historisch formuliert … Na ja, also, historisch gesehen …
01:18:31
So Dolch ist noch eher so ein Selbstverteidigungsding, lange ist weil da weißt du teilweise auch nicht von dem kleinen das wäre heute alle SV, dass man sagen aus dem Dolchkampf noch die besten SV-Geschichten rausnehmen könnte. so meine ich, dass… Ja, logisch, wer kennt das nicht, dass er mit seinem Dolch am Gürtel rausgeht und dann jemand anders mit Dolch im Gürtel einen angreift.
01:18:49
Genau, würde mal, wenn du mal mit modernen Messerkampf so aller eben vielleicht auch von den Filipino inspiriert und in den Messerkampf nimmst und versuchst dann irgendwie mit Martin Hunstfeld Stück Nummer eins, wenn ihr der oben Stich zu fahrer aufzukommen. Ich glaube, du hast dann drei, vier Mal schon irgendwie das Balison inzwischen den Rippen, du mit deiner Hauthand aufgefahren bist, weil das eben ganz andere Waffen auch sind. Also auch die Idee zu kommen, mittelalterliche Scheiben Dolch hat irgendwas mit einem modernen Messer zu tun oder so. sind auch alles ein bisschen, also
01:19:15
Das ist eine sehr krasse Vereinfachung. meine ich, davon lässt man vielleicht die Realität heutzutage. Ich muss sagen, das wäre auch was, wo ich mich nicht wohlfühlen würde, zu unterrichten. Alles, was in Richtung Moderne … Also, Selbstverteidigung im heutigen Sinne geht. Ah, hab ich keine Ahnung davon. Aber es ist auch was, wo du eine gewisse Verantwortung hast, mehr als bei anderen Sachen. Weil die Leute potenziell, oder zumindest von ausgehen, dass sie eine Situation kommen können, wo sie das brauchen.
01:19:40
Und wenn du den Leuten dann irgendwie Mist zeigst, einer Zeit, sie ihnen irgendwas Gutes zeigen können, oder ihnen falsche Einstellungen mitgibst, was möglich ist, was nicht möglich ist und so. Falsche Hoffnung. Es kann ja in alle Richtungen sein. Zum einen zu viel Angst, zum anderen zu viel Selbstvertrag. Keine Ahnung. Das finde ich ein superschwilliges Thema, da einen guten Mittelweg zu finden, der dem Thema auch gerecht wird. Da habe ich schon Eindruck, dass einige Leute sehr leger mit dieser Verantwortung umgehen.
01:20:08
Das auf jeden Fall. Das würde ich mir auch nicht anmaßen wollen, Leuten da so was mitzugeben. Was man natürlich nicht, desto trotz, lernt, seinen Körper besser kennenzulernen und besser zu beherrschen und ein paar grundlegende Bewegungsabläufe zu beherrschen, die vielleicht nicht verkehrt sind, wenn man mal einen Konflikt geraten sollte. Aber das ist natürlich nicht, dass man das jetzt Schwertkampf oder Hema an sich lernt, um da besser zu werden. Da geht’s halt, und da sind wir wieder bei dem klassischen …
01:20:36
Einzelsportmotiv, das muss nicht mal Kampfsport sein oder so was, dass man erst mal mit sich selber misst. Also der Marathonläufer, Marathonläuferin, die wollen auch erst mal besser Marathon werden und wir wollen alle mit unserer Fechtwaffe irgendwie besser werden und brauchen dafür andere Leute, denen wir uns halt irgendwie messen. Aber letztendlich geht es um selber und selbst uns auch zu erfahren.
01:20:55
wenn wir das noch ein bisschen aufmotzen wollen, richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen, um dann noch mal im richtigen Tempo mit Indes und dem besten, perfekten Schlag in die Blöße zu machen. Das sind die Sachen, die uns dann, glaube ich, intensiver interessieren als uns als Hämmeristen, würde ich behaupten, als irgendwie eine Realität da draußen, die jetzt mein Indes da braucht oder so. Du kommst mal irgendwie so… Du kommst vom Training zurück auf einmal.
01:21:24
kommt dir eine Hooligan mit einem Schwert entgegen und fordert dich zum Kampfer auf und du so, dafür hab ich mein Leben lang trainiert, holst das Schwert auf der Tasche. Wer kennt es nicht? Es die typische Alltagssituation. Genau. Wobei das ja vielleicht gar nicht mehr so abhängig war. weiß, ich der Zeit war ich noch nicht da, aber es gab die ganzen HEMA Wars noch in den vor Social Media gab. Wie hieß denn das? Diese Listengeschichten. Und da gab’s ja so HEMA Boards und so was. Und da gab’s wohl auch mal so übern Teich hinweg Duellaufforderungen und so was mit. Hab ich gehört, aber
01:21:54
Bist du sehr weit weg? du 20 Jahre her? Ja, das war halt so… Ich glaub nicht, dass du das erträglich kannst. Wir können aber gern mal fechten. Da können wir das ja mal ausprobieren. Also es heißt, keiner wo einer vor dem Haus auftaucht. nein, Nee, also nicht mit scharfem Schwert hinterm Dojo und so. Dojo-Stürme, die es im Asiatischen Kampfkünsten gab, kenn ich aus Hämanns irgendwie nicht. Hat sich irgendwie nie etabliert, Das wär ja auch mal ne Idee.
01:22:21
Ich finde das bisschen schade also so ein gepflegtes dojo ja buri das wäre doch mal was genau genau der begriff ja genau danke. Ach ihr habt gerade anfänge kurz ja das habe ich gesehen ja auch ja genau. Alex hat er gerade hier von denen keine falschen hoffnungen machen das ist ja auch ein thema so bei dem bei der rekonstruktion wenn man den begriff jetzt mal wählen wollen historischer.
01:22:51
Fecht, Kunst, historischer Techniken, Stücke. Wie viel Wahrheit kann denn da historisches Fechten, historische Rekonstruktion überhaupt leisten? Na, immer nur eine relative. Das habe ich vorhin gemeint mit diesem hermeneutischen Circle, dass wir halt eben nie an diese Wahrheit rankommen können. Also die nicht nicht entscheiden können, weil wir dann eben eine Zeitreise haben müssen. Ich glaube, wenn man sich ernsthaft bemüht, den Kontext der jeweiligen Technik zu verstehen, auch den kulturellen und
01:23:21
Die Technik dann eben nicht nur langsam kooperativ mit deinem Partner auszuüben, sondern eben auch möglichst unter natürlich safem Bedingungen, aber unkooperativ mit möglichst viel Kraft, Gewalt, Schnelligkeit und so weiter. Und dass in vielen solchen Bereichen funktioniert und auch nicht nur bei dir funktioniert, sondern eben auch andere Leute das replizieren können, ist man vielleicht relativ nah dran. Um vielleicht noch mal beim Deutsch zu bleiben, viele Deutschkampftechniken machen Sinn, wenn man sich in den kulturellen Kontext rein verleibt.
01:23:50
alle sagen, wer soll denn hier die ganze Zeit beim Dolch vor mir stehen und mich bedrohen? Das ist doch absolut unrealistisch. Wär’s daran, wenn man nicht weiß, wir hatten für ihn regelgeleitete Gewalt in der Kneipenschlägerei, dass das Dolchzücken eine eigene Tat ist. Also den Dolch zu zeigen und erst mal oben den Leuten zu zeigen war in einigen Städten eine eigene Eskalationsstufe. Also jemand hat dich beleidigt, du hast dann eine härtere Beleidigung um ihn gegeben und irgendwann durftest du den Dolch ziehen.
01:24:16
Dann konnte der andere entscheiden, ob das jetzt reicht oder nicht. Es gibt eine Studie, ich hab vergessen ob es über Basel war, aber ich glaub eine Schweizer Stadt. Da gab es mehrere Gerichtsurteile über das berechtigte oder unberechtigte Deutsch zücken, wie es dort hieß. Und nicht gegen das Deutsch einsetzen. Also waren ein paar Deutsch Einsätze gab’s und die wurden dann irgendwie geklärt gerichtlich. Aber erstmal wurde gerichtlich geklärt mit, der zückt einer Deutsch und zeigt ihn dir, weil das Zeigen ist extrem wichtig. Und wenn ich das weiß…
01:24:42
Dann ist auch klar, dass die Hälfte der Techniken bei Hunsfeld und Lignitz, die sind, dass ich erstmal in Deutsch, der gezückt wird, irgendwie versuche zu entwaffnen. Wenn man solche Kontexte versucht mit einzubetten, kommt man vielleicht einer einiger historisch relativ wahre Technik heran, würde ich jetzt behaupten, aber ohne zu sagen können, dass wir jetzt die wahre Technik gefunden haben.
01:25:02
Also auch hier sind wir bei der Philosophie vorhin. Wir werden es immer noch nähern können und immer wieder in Interrelation an Interrelation rein und uns hoffentlich streiten und dabei Spaß haben, Hema zu machen, um das immer so relativ jetzt in den Raum zu werfen. Also es lief dann so ab hier du kannst mich mal was deine Mutter kann mich mal und dann nächste Stufe war Dolch zücken. So was genau genau und dann konnte er angucken, ob er auch in Dolch zückt oder ob er den gezückten Dolch
01:25:27
versucht zu entwaffnen oder aber weggeht. findet sich in späteren Bereichen auch noch so die zünftigen Maßbierschlägereien, die haben es dann später noch erhalten, es auch darum ging, wann darf man einen Maßkrug einsetzen. Oder zuweilen ja auch, weil dann auch dann die Richtbarkeit entschieden haben, ob jetzt nur ein Einmaß oder ein Halbmaß, also was war die schwere Waffe, auch da gab es skurrile Konventionen halt so. Also wie hat man die Maßkrug-Geschichten länger gehalten, das war aber bei diesen Deutschgeschichten zum Beispiel auch, und wenn ich das weiß, gehe ich halt ganz anders mit der Sache ran.
01:25:53
Als wenn ich dran denke, jetzt steht einer hinter mir in der dunklen Gaste, warum soll der erst mir sein Deutsch zeigen? Natürlich macht er das nicht. Was ja auch gerne vergessen wird, man geht ja immer gerne vor so einem Maximum aus. Gewalt ohne Regeln. Aber die allermeiste Gewalt ist ja irgendwie regelbasiert. Es gibt ja einen gesellschaftlichen Kontext, dem bestimmte Sachen vielleicht nicht gern gesehen, aber immer noch irgendwie okay sind. Zumindest in Rechtfertigung gegenüber der eigenen Peergroup sozusagen. Aber bestimmte Sachen halt nicht.
01:26:23
Die Situationen, wirklich jetzt geht alles und jetzt gibt es wirklich gar nichts mehr, was mich irgendwie noch an irgendwelche Regeln bindet, sind ja jetzt auch nicht die allotypischen. Selbst wenn es dann irgendwie zu schweren Verletzungen und tödlicher Gewalt kommt, ist das häufig erstanden in einem sozialen Kontext oder zumindest der Start davon. Ja, auf jeden Fall. Außerhalb von Kriegen ist eigentlich keiner. Kriege haben ja auch Regeln, aber da ist der Regelbruch dann sehr schnell mit angelegt. Aber ansonsten hast du völlig recht, dass Gewalt immer …
01:26:49
in gewissen Konventionen so weiter funktioniert und nicht dieses Maximum des Totale-Barbarentums, wo alle übereinander herfallen, angenehm werden muss und kann. Das ist auf jeden Fall auch mal ein Spekt, ja. Ich mein, ist ja auch so, also … Das ist halt irgendwie immer, mit dieser echten Gewalt keinen Kontakt hat, ich immer so den Eindruck. Wenn jemand dich der Kneipe anrampelt, rampt’s ja auch kein Messer in die Hauptschlagader oder so, sondern sagst du erst mal, das ist halt eine Eskalationsstufe. Dann kann er zurückkaj sagen und kann sich das aufschaukeln, aber an sich gibt es so bestimmte …
01:27:19
gesellschaftliche Normen und gewisse Erwartungshaltungen, was ja die Gesellschaft als Ganzes auch sicherer macht, weil man halt so ein paar Iskalationsstufen hat zwischen jetzt gab’s was, wo einer nicht mehr einverstanden war und jetzt kommt es wirklich zu einem Kampf, wo Leib und Leben auf dem Spiel steht. Auf jeden Fall bin ich völlig bei dir. Gerade wenn man so Gesellschaften hat, die damals ja sehr eng waren und wo es so ausdifferenzierte Sachen wie es gibt noch eine Polizei und sowas gar nicht gibt, neben die Städte damals, um jetzt bei meiner Langschwerzeit zu bleiben.
01:27:48
- Jahrhundert oder so. war jeder auch gleichzeitig die Dorfmilit, so ähnliches. mussten halt ihre Gewaltfragen selber lösen. Deswegen brauchten die solche regelgeleiten Sachen. Sonst wären die ja so, ja, die würden sich massakrieren, wenn es nicht solche Konventionen gegeben hätte. Wenn man mal schaut, dass die Mordsrate damals jetzt auch relativ gesehen nicht krass hoch war, liegt eben auch daran, dass die Gesellschaften überleben wollten. Und deswegen auch die Vorstellung von diesem barbarischen Mittelalter oder auch Dorfen.
01:28:14
dunklen Spätmittelalter natürlich auch eine ganz komische Art und Weise uns heutzutage als Zivilisierte zu präsentieren, als wir es vielleicht sind und die damalige Zeit mehr zu brutalisieren als sie war. Also auch das kann nochmal die Beschäftigung sich mit einer Gewalttätigkeit, einer Gesellschaft der Vergangenheit auseinandersetzen. Vielleicht auch uns viel über uns heute nochmal sagen, weil wir verdammen heute ja auch mal dieses Gewalt, du gerade schon sagst, so entweder ins Maximum oder nach draußen auf die dunkle Straße oder wenn wir bei Vergewaltigungen sind, dann ist es irgendwie der
01:28:42
Der Fremde, am Park lauert und nicht die Sexualität, die in der Familie passiert, die aber viel häufiger ist. haben es mit Gewalt nicht beschäftigt als Gesellschaft, vielleicht auch als Person und vielleicht auch als Hema. Leute, kriegen wir auch eine komische Vorstellung von Gewalt. Und damit haben wir auch keine Vorstellung mehr davon, wie man Gewalt verhindern kann und wie man mit Gewalt umgehen muss. Das ist auch ein Aspekt, den ich bei so einer komischen Verklärung oder du gerade sagst, Verschiebung oder Maximierung von Gewalt, die da auch mitschwingt auf jeden Fall.
01:29:10
Ja, zumal ja, man geht ja von so einer städtischen Anonymität aus, also von einer modernen städtischen Anonymität, aber das ist ja nicht so. Die Städte sind ja viel kleiner, es kommen auch Reisende, aber nicht so viele. Also es ist ja nicht so wie, ich bin im Stadion mit irgendwie 10.000 anderen Leuten, die kenne ich alle nicht, sondern das ist dann halt der Günther, der mich anstresst und nicht halt Random Person X. Das auf jeden Fall, deswegen hast du, ich bleibe jetzt mal beim Deutlichkeiten, weil das dafür ein genutes Beispiel ist, deswegen hast du da so viele diverse Entwachnungstechniken, also du zu sagen von eben
01:29:34
Reine Entwaffnung bis ich halte ihn jetzt mal fest oder ich bringe ihn zu Boden vielleicht weil er sich nicht mehr ganz normal festhalten lässt der Onkel Günther oder sowas und erst am Ende kann ich ihn dann vielleicht auch noch abstechen oder einen Arm brechen also deswegen gibt es eine Vielfalt glaube ich an Interventionsmöglichkeiten weil wahrscheinlich ich halt diesen Werkzeugkasten brauche weil ich nicht jeden gleich irgendwie dem Dolch in den Rücken rammen möchte sondern eben auch sagen da Günther ist betrunken jetzt jetzt fruchtet er mal nicht im Golf mit dem Dolch rum Günthie gib mal her und dann habe ich seinen Dolch weg genommen so ungefähr also sowas ja
01:30:03
Und das ist ja grundsätzlich auch nicht schlecht, weil das erlaubt dir ja auch verschiedenste Eskalationsmittel dann selbst zu wählen. Das muss ja irgendwie schon möglich sein. Du kannst ja nicht immer sagen, ich trainiere für die Straße, ist es alles oder nichts? Genau, die Eskalationsstufen bist du genau dabei, bei mir zu sagen, damals gab es eben keine Polizei, sondern jeder war irgendwie verantwortlich dafür, dass der Dorf und Stadtfrieden, waren Polizisten heutzutage moderne Polizei, die lernen ja auch verschiedenste Techniken und hauen dir nicht gleich einer auf die Rübe oder ziehen die Waffe.
01:30:31
Gut, den USA es gerade anders aus, aber normalerweise lernen die auch verschiedene Techniken, um verschiedene Situationen einzugehen und das waren wahrscheinlich damals dann eben auch zum Teil gerade solche Geschichten. Was ist der hermeneutische Zirkel? Der hermeneutische Zirkel ist ein Prinzip, der ja letztendlich kommt ja aus der Übersetzung, dass wenn ich halt ohne ein Vorwissen an einen Text herangehe, ich das Problem habe, dass ich erstmal kein Vorwissen habe. Also muss ich mir irgendwann diesen Text erschließen.
01:31:01
Meistens kommt das noch aus einer Besetzungsgeschichte, aber auch einfach so, ich hab von Beispiel jetzt. Okay, ich hab vor mir, ich kann nicht kochen und hab vor mir ein Kochrezept. Dann lese ich das Rezept erst mal durch. Ich weiß hoffentlich, was ein Ei und was ein Mehl ist und ähnliches und hab dann irgendwie grob verstanden, dass da irgendwas passieren soll mit diesem Teufel. Dann hab ich vielleicht ganz grob eine Idee erhalten, was Kochen ist. Dann versuch ich das vielleicht mal zu machen und wahrscheinlich wird da irgendwas nicht klappen. Also lese ich vielleicht das Kochrezept nochmal und verstehe dann auch einige
01:31:29
Werben dann vielleicht besser, die ich vorher nicht kapiert habe, weil ich beim praktischen Ausprobieren des Ei-Aufschlagens oder vielleicht steht einfach drin, schlage ein Ei auf und mache dann dieses und ich verstehe, mache dann dieses nicht. Aber wenn das Ei aufgeschlagen ist, sehe ich dann, ach da ist dann so ein Eigelb und da ist ein bisschen Dotter. Das muss ich jetzt verrühren oder irgendwas. Jetzt mal so rein plump ausgedacht. Und wenn ich das in ein paar Interpretationsprozesse mache, komme ich dann vielleicht bei einem ganz guten Eierkuchen oder sowas raus, weil ich immer wieder ein bisschen Vorwissen durch die Praxisbezug mitbringe.
01:31:57
mich dann wieder sozusagen dem Kochrezept nähere und dann hoffentlich wieder mehr Verständnis erhalte aus dem Rezept heraus, weil ich ja schon mit einem gewissen Vorverständnis rangegangen bin, weil ich schon wieder bisschen Vorwissen mitbringe, sozusagen so eine sich immer verfeinernde Interpretationsschleife, vielleicht kann man das so nennen und das wird aufgeblasen, der Philosophie eben der hermeneutische Zirkel genannt, Hermeneutik ist die Kunst des Verstehens, also sagen das zirkulierende Verstehen, dass ich immer wieder bisschen besser verstehe in den
01:32:25
in ich mich nochmal mit der Quelle beschäftige. Dort geht es tatsächlich nur um Texte. Ich habe das jetzt auf die Interpretation bezogen, weil wir das natürlich auch durch unseren Körper durchgehen. Wir müssen erstmal die Bewegung zigtausendmal machen, um einen einzelnen Schlag vielleicht oder einen einzelnen Hau auch erstmal einigermaßen so zu beherrschen, wie er damals ausgeführt gewesen sein könnte. Und dann gehe ich halt nochmal hin und lese dann, ach so, der Oberhaut oder der Zornhaut, macht auch noch das. Das probiere ich dann wieder meinem Körper aus und durch dieses Körperverständnis und die Bewegungsverständnis, dass ich mir dann dabei aneigne,
01:32:55
verstehe ich mutmaßlich oder so hoffe ich zumindest auch die Quellen jeweils wieder besser. Das ist vielleicht ein kleines Wort bei dem was ich fahre auf und wenn dein Hand dann das, ach so das Wenden ist extrem wichtig, das wusste ich ja vorher nicht, weil ich die Bewegung gar nicht gemacht habe, das habe ich überlesen, sondern ich bin einfach nur aufgefahren mit meinen Armen und solche Kleinigkeiten, für die entwickelt man meines Erachtens oder meiner Erfahrung nach ein besseres Verständnis, indem man das immer wieder natürlich trainiert, körperlich trainiert.
01:33:23
und über die Beschäftigung, mit der Waffe, bisschen was über die Bewegung und die Waffe lernst und damit wieder ein bisschen mehr aus den Quellen heraus schöpfen kann. Das ist zumindest mein Eindruck in letzten Jahren gewesen. Und das meine ich damit und das versuche ich dann damit zu beschreiben. Ich hab das Beschreibungsbeispiel grad nicht mehr im Kopf, deswegen hab ich jetzt den Eierkuchen genommen. hoffe das. Ah, die Leute sollen das Buch lesen, ich kann ja nicht alles jetzt hier beutragen. Deswegen muss der Eierkuchen als Beispiel reichen. Gibt’s da blinde Flecken, die trotzdem nicht wirklich beleuchtet werden können?
01:33:53
Also trotzdem man das jetzt so wie von dir beschrieben versucht immer weiter zu machen und den perfekten Eierkuchen hinzukriegen gibt es dann doch irgendwas jetzt bezogen aufs historische Fechten wo du sagst dort kommen wir irgendwie da können wir so viel machen wie wir wollen da kommen nicht hin Ja es gibt es es einige der erste ist glaube ich schon so dass wir wissen wir sind alle mit Leidenschaft dabei trainieren wahrscheinlich ein paar mal die Woche aber die Leute da mal so jetzt
01:34:22
meine die richtigen Fächte, natürlich die Schüler, auch immer nur einmal die Woche auf die Festschule gegangen sind, ist noch was anderes, wobei die waren in diesen körperlichen extrem krass, weil die Eisenbieger waren immer die besten auf dem Weltall der Festschule, weil die einfach irgendwie die krassesten Arme und Unterarme hatten. Also rein physisch gesehen kommen wir, glaube ich, an die Profifechter der damaligen Zeit einfach nicht ran, weil wir gar nicht genug Zeit haben, das so ausführlich zu trainieren wie die, glaube ich. Plus natürlich, was die Körperlichkeit angeht und das Mindset haben wir natürlich auch nicht.
01:34:52
Ich die wollten ja nicht unbedingt sterben, aber haben vielleicht einen Tod auch als gläubige Menschen ein bisschen anders ans Auge gesehen oder ähnliches. Also die ganze religiöse Dimension kommt ja auch noch dazu. Das haben wir alles nicht. Das kann gut sein, dass das auch einen Fechten halt irgendwie beeinflusst hat. Das werden wir aber auch nicht wissen. Das können wir nur diskutieren. Und dann natürlich so praktische Sachen mit, wenn es in der Quelle nicht drin steht, wie ich überhaupt ins Gefecht komme, also wie das zu Fechten genau ausschaut, dann kann ich das natürlich ausprobieren.
01:35:20
kann mir nicht gewiss sein, ich langsam rein oder ich muss einfach nur den schnellsten ersten Vorhau gewinnen und schon bin ich drin. Das kann ich für mich praktikabel als Einzelfächter versuchen auszuprobieren, aber ich kann nicht sicher sein, was die Quelle mir da empfohlen hätte, weil das einfach nicht drin steht. Das sind klassische Lehrstellen, das geht bei vielen Sachen jeweils auch nach Quelle. Ich kann das mit anderen Quellen rekonstruieren, deswegen finde ich zu sagen, quellenübergreifendes Fächten auch ganz gut. Dass wir zum Beispiel wissen, dass der Tempobegriff
01:35:48
Den kann man bei Lichtnachbarn auch schon fordern, aber da steht da das Begriff nicht drin. So was kann man machen, das bleibt aber in einer gewissen Leerstelle. Aber allein Mindset, nicht genug Zeit zu haben und wahrscheinlich eine andere Athletik zu haben als die damals, werden auf jeden Fall uns nie erreichen lassen, damals zu fechten oder zu wissen, wie das damals war. Das glaube ich schon. Es gibt auch so einen schönen Satz, das wir auch nie wissen werden, um es wieder zu übertragen, wie sich Beethovens Symphonien angehört haben, weil wir eben auch nicht mehr in Beethovenzeit leben.
01:36:18
Und damit eben auch ganz andere Musikerfahrungen heutzutage haben. können Beethoven schätzen, das so zu erfahren, wie die Beethoven sein Publikum das erfahren hat, können wir eben auch nicht. Das kann man vielleicht zu übertragen. Jetzt sind wir ja auch schon knapp bei 100 Minuten im Podcast. Hat das Buch eigentlich ein Fazit in irgendeiner Form? Also ziehst du irgendwie so einen Schlussstrich oder das Ganze?
01:36:43
Ja, Fazit ist natürlich, dass ich hoffe, die Leute für HEMA begeistert zu haben und ihn einerseits, falls sie noch nicht HEMA gemacht haben und sie natürlich dann unbedingt bei uns in den Clubs vorbeikommen müssen, endet dann natürlich auch mit dem typischen Lichthennau-Zitat, erschrickst du gern kein Fechtenland, das musst du mit rein und ansonsten…
01:37:05
dass ich hoffe natürlich, dass Leute, die schon Schwertkampf betreiben, ein bisschen mehr über sich und über ihr Hobby gelernt haben und damit hoffentlich gleich noch mit paar anderen Leuten ins Gespräch kommen. ist so bisschen so dieses… Wir dimmen aus und ich bin nochmal der Gute, der sich nochmal verabschiedet und nochmal versucht aufzumuntern zu sein.
01:37:20
Also das Fazit wäre eher, was die Leute für sich selber dann ziehen sollen. Was nehme ich jetzt eigentlich für mich drauf mit? sehe ich das eigentlich? Genau, genau. Es soll eher Denkanstöße geben, als jetzt sagen, die reine wahre Prüferlehre oder sowas vermitteln, die habe ich nicht und die will ich auch nicht haben, es sind eh sehr viele Gedankengänge in dem Buch, die ich mir selber erlesen habe oder eben im Gespräch mit vielen anderen Trainern, auch vielen Conventions und so weiter, gearbeitet habe. Natürlich steckt da auch viel einfach Diskussionen mit Thorsten, also dem Trainer, der mich zum Trainer gemacht hat, mit meinen Schüler und Schülerinnen.
01:37:48
mit jedem, mit dem ich mich Büro-Thema ausgetauscht habe. Da steckt ganz viel drin und das habe ich versucht zusammenzubringen. Deswegen bedanke ich mich auch bei allen, die mir das geholfen haben. Aber deswegen gibt es keine Quintessenz, nehmt was, was ihr raushaben wollt, nehmt das mit und wenn ich das was gebe, dann ist es cool. Und den Rest streicht halt, wenn er sagt, dann schwarfelt der Prüwer da irgendwas mit einem hermenotischen Circle. Wie doch egal. Ich will den Oberraum machen, dann ist es auch okay.
01:38:12
Welche Reaktion hast du denn also welche Reaktion aus der Hema Szene hast du denn beim Schreiben erwartet? Na das ich hoffentlich auch ein paar zustimmende Worte finde und die gab es bis jetzt auch. Also ich habe ein paar Rechtschreibfehler drin das habe ich schon gemerkt das war blöd die werden wir nächsten Ausgabe auf jeden Fall rausnehmen aber ansonsten gab es eher zustimmende. Dirk Hardergon hat gemeint dass ich das ja ganz schön viel aufgeschrieben habe weil er auch hätte aufschreiben können wo ich dachte mir das ist gutes Lob von so einem Hansiaten.
01:38:40
dem Dirk einige meiner SchülerInnen sagen, dass da ungefähr zur Hälfte steht das ja drin, was ich auch im Training sage. Ich dachte mir, was habt ihr erwartet? Ja, das war jetzt auch lobend gemeint, aber war so bisschen hinten noch lobend. ja, also bis jetzt gab es noch keinen Verriss, eher lobende Sachen, dass da Sachen drinstehen, die die Leute noch nicht gewusst haben. Und aus der Nicht-Thema-Gemeinde gab es jetzt
01:39:04
Ich hab auf der Buchmesse in Leipzig letztes Jahr einen Vortrag dazugehalten und so. gab’s ein großes Erstaunnis. Ich hab dann natürlich erstmal Fechtbücher an sich mitgebracht und so was. Also Bilder aus Fechtquellen und so. Da war ein großes Nichtwissen. Also hab ich über die populären Urethürmer aufgeklärt und hatte dann ein Schwert mit auf der Buchmesse, was auch ganz lustig war, weil eigentlich kommt man damit nicht rein. naja, ich hab das Security-Personal vorbeigeschläft und dann hatten die mal ein Schwert in der Das war auch dann sehr interessant, weil die alle hinterher meinten, das hatten sie alles nicht gewusst. Das war halt…
01:39:30
Thema Basics, hätten wir alle gewusst, da das für eine andere Öffentlichkeit war, war das auch schon wieder sehr, sehr spannend. Genau. Das werden die Reaktionen wieder nachfrasst. Der erwähnte Thorsten, übrigens Thorsten Schneier, ebenfalls von der Stahlakademie, Folge Genau, hab ich nicht Schneier gesagt. Ja, ist genau, wollte ich grad sagen, der war ja bei euch auch schon, Gut, im Endeffekt, ich hab gefragt, was ich fragen wollte. Michael, wie ist es bei dir? Ich auch. Wir sind jetzt quasi so ein bisschen einmal querbeet durch alle
01:40:00
Themen des Buches durchgeschlittert. Beziehungsweise gibt es was, worüber wir nicht geredet haben, wo du sagst, das, das sollten wir uns gerade noch mal drüber unterhalten. Nö, eigentlich haben wir, glaube ich, das Wesentliche erfasst. Wie kann man dich unterstützen? Also sei es jetzt als Autor, als Journalist, als Trainer, als Theaterkritiker.
01:40:29
Na natürlich kann man einfach das Buch kaufen. Das wäre jetzt erstmal in dem Kontext natürlich die Unterstützung, dass einfach interessiert, ich das Buch kaufe. Oder ihr kauft ein Magazin, für das ich schreibe oder Magazine schreibe. Oder natürlich einfach bei Nachtkritik ab und zu mal ein Like dalassen. Das wären so Sachen, die mich jetzt schon letztens unterstützen müssen. Aber klar, so ein Buch kaufen wäre erstmal ganz cool. Oder erzählt den Leuten weiter, dass es das Buch gibt. Und macht natürlich HEMA.
01:40:57
Das ist extrem wichtig. Trainer kommt einfach bei unserer Stahlakademie vorbei oder ihr könnt mich auch buchen. Ich fahre auf Events oder gebe Workshops. aber wenn das Thema am Gespräch bleibt, ist das schon mal sehr gut. Zu welchen Themen gibst du Workshops? Na zu allen Waffen, die ich auch… Okay, klar Langschwert, Deutsch, Montante und lange Stange sind so die Dinger, die ich meine auch lernen zu können und drauf habe.
01:41:28
Ihr habt es gehört, liebe Hörerinnen und Hörer. Das Buch gibt es überall, wo es Bücher gibt. Genau, ganz normalen Buchhandel geht am besten, sofern ihr im städtischen Kontext wohnt, einfach zur Buchhandlung an der Ecke. Damit es die noch gibt. Ansonsten natürlich bei allen Großhändlern und so weiter. Frag dort nach Tobias Prüwers Fight Club Philosophie des Schwertkampfs. Kontaktieren kann man dich über …
01:41:56
Die Webseite von der Stahlakademie findet man dich da? Genau. Webseite Stahlakademie. Ansonsten bin ich auch bei X &Co einfach mit meinem Namen zu finden. Und da der Name Weltweit einzigartig ist, ich habe Glück, dass ich mit B geschrieben werde, bin ich zu finden. Also kein Problem.
01:42:12
bucht den Tobias, liest sein Buch und beschäftigt euch mit der Philosophie des Schwertkampfes. Wir beschäftigen uns in 14 Tagen wieder mit der Philosophie des Historischen Fechtens und mir bleibt nur noch zu sagen Vielen Dank Tobias, dass du heute unser Gast warst, dass du uns auch in Themen mal wieder Einblick gewährt hast, über die wir, Alteur Alex und ich
01:42:42
beziehungsweise ich. gehe jetzt davon aus, Alex so in der Philosophie jetzt auch nicht so tief drin steckt. Nicht ganz, ne? Ein Blick gewährt hast. Und, liebe Hörer, wir hören uns in 14 Tagen wieder. Macht’s gut. Tschüss. Ciao. Halt, bitte noch nicht weglaufen. Ihr könnt diesen Podcast nämlich noch unterstützen. Wenn es euch gefällt, dann tut uns einen Gefallen. Gebt uns ein Like auf Facebook oder bei Instagram.
01:43:12
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