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Warum fühlt sich eine Fechtfeder großartig an und eine fast baugleiche plötzlich völlig anders? Alexander und Michael vergleichen ihre Erfahrungen mit zahlreichen Schwertern und gehen den Unterschieden im Detail auf den Grund.
Es geht um Gewicht, Gewichtsverteilung, Länge, Flex, Grifflänge, Parierstange, Ricasso, Point of Balance und Griffmaterial. Außerdem klären die beiden, warum Datenblätter nur Hinweise liefern und Probefechten unersetzlich bleibt.
Das nimmst du mit
- Warum Schwerter mit ähnlichen Herstellerangaben völlig unterschiedlich reagieren können
- Wie Gewichtsverteilung und Trägheitsmoment das Handling stärker prägen als das Gesamtgewicht allein
- Welche Eigenschaften zu verschiedenen Fechtstilen und taktischen Vorlieben passen
- Welche Rolle Klingenlänge, Grifflänge, Flex, Parierstange und Ricasso spielen
- Warum Anfänger mit einem soliden Standardmodell starten, später aber unbedingt vergleichen sollten
Kapitel
- 00:00 Anmoderation
- 01:25 Wie viele Schwerter besitzen wir?
- 06:18 Michaels Weg durch verschiedene Fechtfedern
- 19:28 Alexanders Schwertbiografie
- 24:45 Wie unterschiedlich führen sich Fechtfedern?
- 30:05 Scharfe Schwerter im Schnitttest
- 33:51 Was gutes Handling beim Fechten ausmacht
- 41:51 Mit fremden Schwertern fechten
- 47:15 Schwerteigenschaften im direkten Vergleich
- 53:03 Parierstange, Ricasso und Daumengriff
- 57:32 Point of Balance und Griffüberzug
- 01:02:18 Griffform und passende Griffgröße
- 01:08:06 Knaufformen und Klingenausrichtung
- 01:14:19 Schwertmasse und Griffkraft
- 01:21:21 Flex, Biegsamkeit und Klingengeometrie
- 01:30:19 Gerollte, verbreiterte und abgerundete Spitzen
- 01:34:03 Pömpel und Sicherheit bei Rapier und Langschwert
- 01:35:53 Stahlhärte und Form der Parierstange
- 01:38:17 Warum Ringe an Fechtfedern problematisch sind
- 01:42:06 Umfrage zum Trainer-Treff und Competition Camp
Shownotes
- Torsten Schneyer bei Schwertgeflüster (SG 122)
- Cornelius Berthold bei Schwertgeflüster (SG 159)
- Roland Warzecha bei Schwertgeflüster (SG 46)
- Griffkraftstudie
- Schwertgeflüster-Umfrage
In eigener Sache
Schwertgeflüster ist der HEMA-Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Alexander ist Trainer und Mitgründer der Schwabenfedern Ulm, Autor von Der Schielhau im Detail, fechtet Langschwert und Rapier und betreibt HEMA Hell Apparel. Michael ist Trainer und Mitgründer vom Fencing Club Dresden und fechtet vor allem Langschwert und Säbel.
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Fragen, Anmerkungen oder Gastvorschläge? Schreib an post@schwertgefluester.de oder komm auf unseren Discord-Server.
Transkript
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Anmoderation
[00:04] Michael: Schwertgeflüster, der HEMA -Podcast mit Alexander Führgut und Michael Sprenger.
[00:14] Alexander: Der Michael war heute im Vorgespräch so richtig schön, romantisch und hat einen der schönsten Sätze gesagt, die man überhaupt als historischer Fechte nur höhlen kann. Ich hab da mal noch ein paar Schwere geholt und das ist einfach so ein Satz, der passt zu jeder Situation. Die Frau war einkaufen, ist länger weg, kommt sie zurück und sagt so Schatz, was hast du die ganze Zeit jetzt noch gemacht? Du, ich hab da einfach noch ein paar Schwere geholt. Die Kinder sind beim Spielen, sind befreundet, kommen wieder, ja was habt ihr denn jetzt noch gemacht? Ach, wir haben noch ein paar Schwere geholt. Der Paketbote klingelt an der Tür, ich hatte noch ein
[00:48] Alexander: paar Schwere geholt. In diesem Sinne geht’s heute um das Schwert, aber Schwert ist ja nicht gleich Schwert. Es gibt nämlich da durchaus einige Unterschiede im Detail und da wollen wir heute mal drüber reden. Also, dass so ein Schlachtschwert und so ein Langschwert, ein Rapier, das komplett unterschiedliche Waffengattungen anders sich verhalten, ist, glaube ich, jedem noch klar. Was vielleicht nicht jedem ganz so klar ist, der jetzt nicht schon länger hier mal macht, dass es auch im Detail beim scheinbar gleichen Schwertyp durchaus große Unterschiede geben kann. Da wollen wir heute drüber reden, was macht wirklich einen Unterschied, was macht keinen Unterschied
[01:22] Alexander: und in diesem Sinne sage ich mal, hallo Michael.
Wie viele Schwerter besitzen wir?
[01:25] Michael: Hallo Alex. Ja, man kann Schwerte machen scharf, man kann Schwerte machen stumpf. Das war jetzt so das erste, was mir direkt einfällt.
[01:36] Alexander: Ja, wir haben uns jetzt lange für diese Folge vorbereitet, also wirklich intensiv seit Jahrzehnten. Über einem Jahrzehnt sind wir jetzt beide dabei, haben uns für diese Folge vorbereitet, denn wir haben über die Jahre natürlich das ein oder andere Schwert in der Hand gehabt, beziehungsweise auch gekauft. Weißt du ungefähr, wie viele Schwerte du aktuell besitzt?
[02:00] Michael: Ungefähr irgendwas 10 bis 15, glaube ich.
[02:09] Alexander: Ja, das ist so wie mit Kindern, die kann man irgendwann nicht mehr zählen, da schätzt man einfach. Ja, genau wie in dieser Simpsons Folge.
[02:14] Michael: Schatz, wie viele Kinder haben wir? Keine Zeit, wir müssen schätzen. Fünf.
[02:21] Alexander: Ja, sind das quasi jetzt alle, die du je gekauft hast oder hattest du noch ein paar mehr über die Jahre? Ich hatte, ich hatte noch,
[02:28] Michael: ich hatte noch mehr eins und welche sind kaputt gegangen und welche habe ich verkauft. Also es wären schon so um die 20 in Summe gewesen sein, die ich mal besessen habe. Als du das hier gerade anmoderiert hast, habe ich mir so gedacht, kann man das jetzt eigentlich als experimentelle Archäologie betrachten, was wir hier tun, quasi mit dem mit dem Schwertern. Das ist ja ist jetzt nicht so das Sammeln um das Sammelens willen, sondern das ist ja schon zur Anwendung. Aber es ist jetzt quasi nicht Archäologie im Sinne von Ausgraben, sondern jetzt einfach quasi wie nennt man das, wenn du jetzt live mittendrin statt statt nur dabei bist.
[03:17] Michael: Also wenn du jetzt nicht du bist jetzt, jetzt bist du ja quasi Archäologe und jetzt versuchst du herauszufinden, wie haben die im Mittelalter so eine riesen Kirche gebaut, zum Beispiel das ja experimentelle Archäologie. Ja, genau. Und wenn die aber im Mittelalter herausgefunden haben, wollen sozusagen wie man so eine Riesenkirche baut. Das ist ja dann experimentelle.
[03:42] Alexander: Ein experimentelles Experiment. Ja, das machen wir quasi. Ja, ja, bei mir sieht es ähnlich aus. Ich habe jetzt auch keine genaue Zahl im Kopf. Vor ein paar Jahren hatten wir auf einem Geburtstag mal als Quiz die Frage, wie viele Schwerter Lütja und ich zusammen haben, also wie viele sich quasi in unserem Haushalt befinden. Da war die Antwort, glaube ich, 25. Das war aber schon so mit Sternchen dran. Ja, ja, aber schon wirklich nur Schwerter, also Dolche und Hellewarden und der ganze Grabe. Das zählt natürlich nicht mit.
[04:15] Michael: Oha, so was habe ich noch gar nicht. Also so doch Dolch habe ich, aber so Stangen Waffen habe ich noch nicht. Ja,
[04:25] Alexander: da habe ich auch nur die eine der Reste, was man sich über die Jahre geholt hat, ist in der Halle bei den anderen Stangen.
[04:32] Michael: Dafür habe ich wiederum ein scharfes Schwert zu Hause.
[04:35] Alexander: Das habe ich auch.
[04:35] Michael: Ja,
[04:37] Alexander: war tatsächlich auch mal ein Geschenk. Ist nicht das allerauthentischste, aber was soll es entschneiden?
[04:43] Michael: Ja, also unseres ist also das Vereinsschwert, was jetzt sozusagen bei mir liegt in meiner Obhut. Also das ist eigentlich genau genommen nicht meins. Befindet sich. Ich bin im. Ich bin der Besitzer, aber nicht der Eigentümer.
[04:59] Alexander: Du bist der Wächter. Ja. Ja, und ich habe bei mir war es natürlich auch so. Ich hatte noch ein paar mehr, die halt kaputtgegangen sind, verkauft worden sind, weil man das dann auch nicht mehr gebraucht hat. Und so. Und ich hatte dieses Thema irgendwann mal ursprünglich notiert. Aus dem einfachen Grund, dass ich mir mal ein Langschwert Feder mit einem länglichen Knopf gekauft habe. Also es war jetzt kein Radknopf. Weil ich hatte davor hatte ich immer Runde und Runde Knopf. Wir haben so ein bisschen Nachteile. Dann hatte ich einen länglichen Knopf. Es war kein Radknopf, sondern so ein Fischschwanz. Eines von Regenis, die Trana war damals eine Nichtleid.
[05:36] Alexander: Und das war so richtig scheiße, weil 12 war halt mal echt kurz zu vergessen, so ein bisschen. Danach habe ich mir dann quasi nicht einen runden Knopf, nicht einen länglichen, sondern einen acht achtseitigen, also so quasi rund mit Flächen. Ich habe da starke Meinungen zum Beispiel, dass diese Knäufe angeht. Ich dachte mir, das wäre mal echt nicht schlecht, wenn wir das noch mal im Detail durchsprechen.
[06:04] Michael: Das wäre echt nicht schlecht, wenn ich meine Meinung dazu nochmal jetzt an unsere Hörerschaft loswerden könnte.
[06:11] Alexander: Genau, weil die sind garantiert wahnsinnig interessiert dran.
[06:15] Michael: Ja, ja,
[06:16] Alexander: wie immer, liebe Hörer,
[06:17] Michael: dieser Postkast kann Meinungen enthalten.
Michaels Weg durch verschiedene Fechtfedern
[06:21] Alexander: Weil da würde mich mal generell bei dir interessieren. Wie viel hast du zwischen? Also sag mal, wir bleiben bei einem Langschwert am Anfang, weil das haben wir ja. Das habe ich ja lange gemacht. Das machst du immer noch hauptsächlich. Wie viel hast du da experimentiert zwischen verschiedenen Schwertern? Also hast du dir irgendwie ein Schwert geholt. Dann war es kaputt. Dann hast du jetzt gleiche quasi nochmal geholt oder hast du da bis sie da sehr in die Unterschiede gegangen.
[06:45] Michael: Alex, jetzt machst du aber schon noch wieder eine neue Folge auf. Also das könnte sich jetzt ein bisschen ziehen.
[06:53] Alexander: Na ja, also ich meine, es geht ja ein bisschen drum, wie die sich dann unterschieden haben. Ja, deine Erfahrungen sind an der Stelle.
[07:01] Michael: Also das erste Langschwert, was ich mir gekauft habe, war eine, was wir jetzt als Fehler bezeichnen. Und das war von Berbekut. Und das habe ich mir gekauft, weil bei Trainings Schwerter dabei stand, dass das gut fürs Sparing geeignet ist und ich eine für Sparing geeignete haben wollte und nicht die geringste Ahnung hatte, worauf ich achten soll. Und dort aber dabei stand, das dafür geeignet. Und das war so OK, das das suche ich. Dann nehme ich das. Genau so. Das ist auch echt interessantes Ding. Das hat nämlich, das ist nämlich noch. Kennst du noch die? Wie ist die A, D, F, D, die? Diese Akademie, die Deutsche Fechter Akademie.
[08:04] Michael: Genau, genau. Und die hatte wohl mal eine Normempfehlung, wie auch immer man das nennen mag, rausgegeben, wie solche Schwerter sein sollen, insbesondere auf den beim Stich. Und da stand dabei, dass das quasi damit konform war, weil die das vordere Drittel sozusagen vom Ort ausgesehen. Das ist so flexibel, damit hast du ein Flex von ein paar Kilogramm, also unter fünf Kilogramm. Flex hat die da. Und da knickt dann aber quasi nur das der vordere Teil um. Und dann wird wird das Schwert wieder wie eine normale Feder. Das ist sehr, sehr interessant. Deshalb ist einer der Gründe, weswegen ich die noch habe. Also dies sonst von ihren Maßen heute mit dem Fechtstil,
[09:09] Michael: den ich jetzt habe, würde ich sagen unfechtbar. Aber es ist halt meine erste. Und es hat noch diese diese Besonderheit. Also da war zu lang oder zu kurz nicht mehr fechtbar. Also vom von vom Balancing, von der von der Handhabbarkeit, von der Länge des Griffs. Das ist einfach für also für mich und jetzt auch nicht unfechtbar. Aber es ist einfach überhaupt nicht mehr mein mein Stil. Also zu meinem Fechtstil passt es. Ich komme damit einfach nicht mehr klar.
[09:45] Alexander: Ja, OK. Also es ist jetzt nicht ein Faktor, sondern eine Summe aus Faktoren.
[09:48] Michael: Ja, genau. Ja. Und das war quasi mein mein mein erstes Schwert und aus besagten Gründen habe ich es mir gekauft. Der Hauptkund war ich hatte keine Ahnung und irgendjemand hat gesagt hier oder da hingeschrieben, das ist das ist gut. Nimm das. Und dann habe ich damit ziemlich lange gefochten und bin dann auch so auf die Regenie Standard aufmerksam geworden, die so in den 2000, also zuvor 10, 15 Jahren so in dem Range hat ja quasi ganz Europa eigentlich so Regenie Standard Federn gefochten. Und da bin ich aber dann so ein bisschen weggekommen. Ich habe mich dann mit mit Leuten unterhalten, die so ein wenig danach geforscht haben. Was waren denn original Schwertlängen?
[10:55] Michael: Also und habe dann geguckt, OK, was? Was gab es denn so an tatsächlichen Schwertlängen und war dann so auf dem Trichter, dass ich gerne eine Feder haben möchte, die einer einem original Schwert sozusagen nachkommt. Und da war das nächste, was ich mir besorgt habe, eine Ensifer, weil die relativ kurz ist und relativ schwer. Das ist auch etwas, wovon ich heute jedem abraten würde, das zu tun. Also weil es einfach für also es sei denn, du magst die Leute nicht, mit denen du fichst,
[11:31] Alexander: dann ist. Ich hasse es. Ich habe es immer gehasst gegen Ensifers zu fichten.
[11:34] Michael: Also wenn du wenn du Leuten auf den Sack gehen möchtest, ist das top. Wenn du denen irgendwie Schädel Hirntrauma und eine Gehirnerschütterung verpassen möchtest. Beste Waffe. Wenn du sagst, naja, der sportliche Aspekt steht für mich schon noch ein wenig im Vordergrund, dann nicht so. Aber die Proportionen und die die Längen, die fand ich gut. Und das ist etwas, was mich lange gestört hat und auch noch ein bisschen stört, dass es sehr das Fechtfedern sehr, sehr lang sind, sowohl vom Griff als auch von der Klinge. Also von der von der Gesamtlänge. Also ich bin jemand, der lieber mit einem kürzeren Griff ficht. Also inklusive Knauf unter 30 Zentimeter.
[12:22] Michael: Und das sowas gibt es ja kaum. Also und da da hatte ich immer so ein bisschen, ein bisschen gestruggelt. Und da habe ich mir dann bei Regenie mal eine anfertigen lassen. Nach meinen Wünschen und Vorgaben. Die war auch echt top. Die habe ich geliebt. Das war das war richtig, richtig klasse. Das Ding nur hatte Regenie das Problem der Qualität. Und somit hatte ich irgendwann den Knauf in der Hand beim Sparing.
[12:58] Alexander: OK.
[12:59] Michael: Und da habe ich sie eingeschickt. Und die haben das dann quasi dann eine neue geschickt. Nach relativ kurzer Zeit. Aber bei der neuen haben sie nicht meine Anforderung an die Biegsamkeit beachtet. Also das war ja vorher war es eine Maßanfertigung. Und ich habe gesagt, explizit Biegsamkeit 15 Kilo Maximum. Und das haben sie dann, weil sie die jetzt quasi schnell einfach nachgebaut haben. Bei der Ersatzlieferung nicht beachtet. Und die hatte dann irgendwie so 20 Kilo Flex. Und dann konnte ich die halt nicht mehr wirklich verwenden. Das war ein bisschen schade.
[13:42] Alexander: Die hast du dann aber behalten oder noch mal umgetauscht?
[13:45] Michael: Die habe ich dann behalten. Ich habe gedacht, na ja, wo ich jetzt anfange, das Ding nochmal zurück zu schicken und dann bla bla. Die habe ich behalten. Ich habe sie auch bei einem Turnier, einem oder zwei Turnieren in Tschechien noch gefochten. Damals war noch das war so die wilde Zeit, in der es so in Deutschland gab es einen Waffencheck in Tschechien. Hat da einer mal sich die Waffe angeguckt, ob das so ähnlich aussieht wie eine Feder. Und wenn das der Fall war, dann ja, komm Feuer frei. Und da konnte ich damit dann nochmal auf einem Turnier fechten. Aber irgendwann haben die auch angefangen, dann mal eine Biegungsprüfung zu machen. Und da war das Ding auch raus.
[14:29] Michael: Ja, das war wirklich schade, weil das Teil, das habe ich echt geliebt. Die habe ich dann verkauft. Aber das war top.
[14:37] Alexander: Du hast ja in deinem Land verkauft, noch weiter östlich, wo die nicht angekommen war.
[14:43] Michael: Ja, das war wie jemand, der hatte nicht so. Also ich habe gesagt, das Ding hat fast keine Biegung. Und der man ist nicht so schlimm. Ich habe da jetzt sowieso nicht so vor Turniere und auf Stich zu fechten, sondern na ja, für für ihn hat es gepasst. Ja, und dann brauchte ich jetzt natürlich mal wieder ein neues Schwert.
[15:08] Alexander: Wer kennt das halt nicht. Ja,
[15:10] Michael: und dann bin ich auf Sigi Shorties gekommen, weil die auch eben von der Länge und von der Proportionen passen. Die haben eine gute Biegsamkeit und auch ein gutes Maximalgewicht, also die die Masse passt. Und die Shorty habe ich auch immer noch die die Fechtig habe ich auch lange auf auf Turnieren gefochten. Dann aber festgestellt, dass sie halt vom Handling. Sie führt sich nicht so geil. Also es ist schon eher so ein Stück Stahl, so eine so eine Standard Shorty. Und dann hatte ich die erste in Motofeder, die Competition. Die ist jetzt quasi in der Neuauflage als Wie heißt es jetzt? Academy, glaube ich, gibt es jetzt wieder.
[16:08] Alexander: Ja,
[16:10] Michael: und ich hatte quasi das vor die Vorgänger Variante. Die war auch ziemlich sexy, weil die war echt verdammt leicht. Also mit war man super schnell. Das ging auch für Deutschland voll klar für von der von der Masse her für die tschechischen Turniere geht es nicht, weil sie zu leicht ist und weil es ja zu leicht und zu biegsam. Also die haben eine Mindestbiegung und Mindestgewicht, was deutlich über uns liegt hier in Deutschland.
[16:38] Alexander: Auch interessant.
[16:40] Michael: Und deshalb habe ich in Tschechien dann immer die die Shorty gefochten. Es war aber immer so ganz so glücklich war ich damit nicht und habe immer noch mal irgendwie was gesucht. Und dann habe ich mir zuletzt jetzt eine Sigi King Light, auch Prinz genannt, zugelegt. Das ist quasi die hat eine Optik wie ein richtiges Schwert. Also hat nicht so diese Fedor Optik,
[17:12] Alexander: also keine Klasse quasi.
[17:14] Michael: Genau. Und ist aber trotzdem relativ leicht. Also die wiegt jetzt 1460 Gramm und relativ biegsam. Also müsste es bei 10 10 Kilo Biegung das Flex sein. Und mit der kann man die gefällt mir sehr, sehr gut vom Handling und ich habe mir dann, weil die in meinem Verein sehr bereits sehr stark vertreten war, das erste Modell von Haft Arms besorgt. Bitte erzählt es nicht Martin Fabian weiter. Aber aber die ist auch also die ist echt ziemlich geil. Also so vom Handling her ist das so jetzt mein Go to Schwert für Wettkämpfe.
[18:03] Alexander: Hat die nicht das Problem, dass die irgendwie in der Gesamtlänge einen Zentimeter zu lang ist für die meisten Regelwerke, weil die Regelwerke halt irgendwie 100 Zentimeter haben. Sie hat ja genau 101 oder so.
[18:12] Michael: Sie hat eine Klingelänge von 101 oder 102, glaube ich. Irgendwie so was. Aber die also in Deutschland ist ja 105 Zentimeter Klingelänge und in Tschechien ist auch kein Problem. Also damit da ging die auch durch.
[18:29] Alexander: Das ist ein aktuellstes Schwert. Das ist mein,
[18:33] Michael: lasst mich kurz überlegen, Mist erzählen. Das ist, das ist mein aktuellstes Schwert. Das habe ich mir zuletzt gekauft, also Langschwert. Danach habe ich mir nochmal ein Säbel besorgt, aber das ist jetzt mein
[18:52] Alexander: aktuellstes Langschwert. Genau, lasst bei den Langschwerten bleiben. Kleiner Exkurs zu Haft bzw. Haft Arms, wie sie glaube ich heißen. Das ist einer, der früher bei Sigi war und sich dann abgespalten hat und selbstständig gemacht hat und deren USP sozusagen deren Versprechen ist, sie liefern dir die Feder tatsächlich in zwei Wochen. Also bestellst sie und wenn dransteht, sie ist auf Lager, das sind zwei Wochen bei dir. Dafür kosten sie ein bisschen mehr als andere Schwerter. Ich hatte noch keine in der Hand, aber offensichtlich, wenn es nach euch geht, ziemlich gut.
[19:21] Michael: Ja, und also das Lieferversprechen halten sie auch ein. Also zwei Wochen nach Bestellung war das Ding da.
Alexanders Schwertbiografie
[19:28] Alexander: Genau, das ist jetzt ganz spannend, Michael, wir haben so viel gemeinsam. Ich glaube aber, meine erste Feder war auch eine Berbekusch. Weißt du, warum? Weil es die billigste war.
[19:44] Michael: Es gibt zwei Gründe, sich eine Feder zu kaufen. Nee,
[19:50] Alexander: drei.
[19:50] Michael: Man hat keine Ahnung, jemand sagt das. Also am Anfang, man hat keine Ahnung. Jemand sagt, dass sie gut ist und es ist einfach die billigste.
[19:57] Alexander: Ja, also ich war damals ja noch Student. Geld war knapp und die Berbekusch -Federn waren halt einfach noch mal ein Stück günstiger als die von Regenje. Ich hatte nicht die RDFD -Feder, die du hattest, sondern eine von den normalen. Die hatte so ein paar andere Features, die haben als Student auch sehr sinnvolle Schienen haben, so wie dieses, dass du den Knauf quasi abschrauben konntest und halt sozusagen nur die Klinge ersetzen und den Rest behalten. Wenn jetzt aber die Klinge nicht voreilig gebrochen ist, dann war irgendwann der Rest auch so zusammengenudelt, dass du den Acht auch nicht mehr weiterverwenden konntest.
[20:29] Alexander: Genau, und die habe ich auch tatsächlich benutzt, bis sie dann irgendwann halt kaputt war und abgebrochen ist. Also die habe ich dann irgendwann mitgegeben, der sich einen eisernen Dronen bauen wollte. Zu mehr war die dann auch nicht mehr nützend. Wir hatten zwischendurch noch bei so einem spanischen Hersteller bestellt, so eine Testbestellung gemacht für Federn, weil die waren noch günstiger als Berbekusch. Und das war aber kompletter, kompletter Rotz. Also die Dinger kamen an, du hast sie ausgepackt, hast sie angeguckt und dann hast du schon gedacht, die sehen echt nicht gut aus. Na gut, lass mal irgendwie ein paar Hiebe machen.
[21:00] Alexander: Dann für so eine Bestellung mit, weiß ich nicht, sechs, sieben Stück oder so. Alle mal aufeinander gehauen, direkt mal zwei abgebrochen. Die Griffe waren, also das war so ein bisschen Leder oder Kunstleder außenrum. Das war mit irgendwas, mit irgendwelcher Farbe eingefärbt. Die hat komplett auf deine Hände und Handschuhe abgefärbt.
[21:19] Michael: Das ist ein absoluter Traum, oh Mann ey.
[21:21] Alexander: Samt und sonn das wieder eingepackt und zurückgeschickt. Zu diesem Zeitpunkt hat sich dann schon rumgesprochen gehabt, dass Regen hier doch ganz gute Schwärter macht. Und ich wollte aber nicht die Standard, die hat mir irgendwie nicht so getaugt. Ich habe mir dann die Trannawa geholt und zwar nicht die Leit, weil die Leit gab es zu dem Zeitpunkt nicht, da war die Trannawa relativ frisch auf dem Markt. Und ich hatte ja gerade die Erfahrung, dass meine alte Feder gebrochen war und dachte mir, ja so ein bisschen was robusteres, das wäre ja jetzt was. Und das ist ja womit auch die Trannawa beworben wurde.
[21:48] Alexander: Das war quasi, ich weiß nicht mal, ob es die Polen waren, aber irgendwie eins von den Ländern, wo halt die ständig die Federn abgebrochen haben. So nee, jetzt machen wir mal richtig was, was nicht kaputt geht. Ja, die und das war dann besagte Feder mit dem Fischschwanz Griff. Und die war mit 1 ,8 Kilo schon sehr schwer für eine Feder. Die hatte auch entsprechend wenig Flex, um das auszugleichen. Und man hat sich jetzt auch nicht unendlich beliebt gemacht, mit der zu fechten.
[22:19] Michael: Also es fehlt noch, dass es scharf geschliffen war. Nee, das nicht.
[22:23] Alexander: Er hat dann irgendwann die Trannawa Light rausgebracht. Und dann habe ich mir tatsächlich davon eine geholt, weil diese Form von dem Schild und auch der Griff, ich habe so diese Erhöhung in der Mitte vom Griff. Das war schon alles ziemlich schick, aber dass die halt ein bisschen leichter ist und sich dann aber auch biegt im Stich. Das ist schon auch irgendwie gut. Und dann hatte ich tatsächlich so ähnlich wie bei dir. Ich habe eine Trannawa Light bestellt, wo ich immer gesagt habe, ich möchte möglichst genau 1 ,5 Kilo haben. Gibt ja immer so eine Spanne an und so und so sollte ich sich handeln. Da hat er mir eine Feder geschickt und die war perfekt.
[22:57] Alexander: Die war genau richtig ausgewogen für mich. Die war genau richtig in der Länge. Die hatte genau so viel Gewicht vorne, dass ich eine gute Bindungspräsenz hatte, aber so, dass ich noch gut umschlagen konnte. Und dann ist die gebrochen, weil es einen Fehler beim Härten gab. Dann habe ich gesagt, Peter, so geht es bei nicht. Dann hat er mir eine neue geschickt. Nach meinen Angaben. Und das lief es wie bei dir. Also nicht ganz wie bei dir. Er hat sich schon an die Vorgaben gehalten, aber die war einfach vom Handling nur noch 90 Prozent perfekt. Und die war ein bisschen schwerer als ich wollte und so. Und das war halt so. Ja, also 50 Gramm zu viele eigentlich.
[23:32] Alexander: Aber ich habe dann auch nichts gemacht, weil der Rest war in Ordnung. Das ist tatsächlich die, die jetzt dann auch noch gefochten habe, als ich noch aktiv war und die ich jetzt auch immer noch verwendet zum Zeigen und so. Das bei der Haft auch,
[23:43] Michael: da habe ich auch angegeben, dass ich die leichtmöglichste haben möchte. Also die geben ja 1520 Gramm, glaube ich, an plus minus something something. Und ich habe gesagt, ich möchte so so nah wie möglich an 1500 Gramm, also sehr, sehr weit drunter sozusagen die die leichteste haben. Und habe da jetzt auch eine mit 1490 bekommen. Also sehr, sehr zufrieden.
[24:14] Alexander: Ja, das Lustige war, also ich hatte dazwischen halt immer mal wieder noch so. Also ich würde es heute als Schorkampfschwerter bezeichnen in der Hand. Ja, das natürlich noch im Verein haben wir viele Regeniestandards auch gehabt, wobei ich mit denen immer nie so hundertprozentig warm geworden bin. Und ich habe auch auf Events halt gerade als die eine Feder schon so aussah, es würde so den Geist aufgeben, halt alle möglichen immer in die Hand genommen. Und da gab es also zu dem Zeitpunkt auch noch nicht. Ja, kurzum, würdest du sagen, diese ganzen Schwerter, die du da geholt hast, das sind ja jetzt alles Langschwert Federn gewesen. Waren die sehr unterschiedlich zueinander?
Wie unterschiedlich führen sich Fechtfedern?
[24:52] Alexander: Bei ein paar hast du es ja schon gesagt, aber wenn du die jetzt mal als Gesamtheit betrachtet.
[24:55] Michael: Ja, also da ist, da kannst du keine zwei nebeneinander legen und die sind gleich oder ähnlich. Also da ist bei jeder irgendwie was anders im Handling, im Feeling auch mit denen, die ich jetzt fechte, also zum Beispiel die Haft und die Sigi Prince. Die sind da, damit muss ich schon unterschiedlich fechten. Also das, das ist nicht der gleiche Stil, den sie bedienen. Ich mag die beide. Ich kann mich da auch gut drauf einstellen, aber es sind zwei verschiedene Sachen.
[25:31] Alexander: Ja, das würde ich nämlich auch sagen. Ich habe mir auch zum Beispiel die Trana war leid und auch die Trana war explizit geholt gehabt, weil ich war ja jetzt noch nie der allerathletischste. Und dieses mit und dann in einem Affenzahn irgendwie umschlagen war noch nie so richtig mein Ding. Ich habe immer lieber die Mitte besetzt, ja, so schön auf Zornhau rein, Schielhau rein, so Mitte für mich. Und da brauchst du ja so ein bisschen Präsenz in der Bindung auch, dass du dich nicht so leicht rausschieben lässt, auch so ein bisschen also in der Stärke halt so, dass du auch so ein Hieb dann mal auffangen kannst beim Schielhau.
[25:59] Alexander: Und dafür waren die Trana war es halt schon immer sehr gut, denn du da das Gleiche halt versucht hättest mit so einer sehr, sehr leichten. Ich kann damit zwei Kopter schlagen, bis der Arzt kommt, Fehler probierst, ist das schon wieder nicht mehr so einfach. Das ist ja einfach nur so Gesamtmasse plus, wie halt die Masse verteilt ist, nicht mal zwingend irgendwie jetzt die Länge oder so.
[26:19] Michael: Ja, absolut. Also man kann von den Specks, die angegeben sind bei den Herstellern nur sehr, sehr bedingt darauf schließen, wie sich eine Waffe führt. Also auch wenn ihr sämtliche Längen habt, wenn ihr die Massen habt und auch wenn ihr den Point of Balance habt, ist das ein Indikator dafür, wie sich das Ding verhält. Also wenn ihr ein Point of Balance von 50 Zentimeter vorm Kreuz habt, dann wisst er, was er da bekommt, nämlich eine Handel. Und wenn der quasi auf dem Kreuz liegt oder einen halben Zentimeter davor, dann wisst er auch, was er bekommt. Quasi eine Fliegenklatsche. Und trotzdem kann sich eine eine Waffe, wenn, wenn beide irgendwie,
[27:12] Michael: was weiß ich jetzt hier so fünf bis zehn Zentimeter Point of Balance haben und das relativ ähnlich ist der Wert, können die sich trotzdem noch mal sehr, sehr stark anders verhalten. Also das ist ein Take away, was ich hatte. So vom einfach vom Papier weg, sozusagen von der reinen Beschreibung weg, ja, eins zuzulegen kann passen, macht es meistens nicht. Also man muss es ausprobieren.
[27:46] Alexander: Das ist natürlich das Ding, wenn man jetzt Anfänger ist, dann weiß man ja eh noch nicht so richtig, was man braucht oder was man möchte. Das ist schon OK. Jetzt da erst mal mit so einem Standardgerät anzufangen, was so nichts, nichts besonders toll, aber alles einigermaßen OK kann. So aber irgendwann merkt man das ja schon. Und es ist ja sogar, wenn man jetzt an einem Stand steht von einem Hersteller, man nimmt das gleiche Modell in die Hand. Irgendwie hat man da zwei, drei. Kann es trotzdem sein, dass die sich leicht unterschiedlich führen, weil halt auch immer noch manuelle Arbeiten da zu tun sind. Und da eine hat man ein bisschen mehr an der
[28:15] Alexander: einen Stelle oder an der anderen Stelle irgendwie wegschleift.
[28:18] Michael: Ja, auch wenn du ein Modell hast und dann hast du verschiedene Knäufe oder verschiedene Kreuze allein schon. Das hat also da machen ein paar Gramm halt so einen Einfluss. Zumindest wenn man dann ein bisschen länger ficht. Das finde ich immer wieder
[28:39] Alexander: faszinierend, was ich auch immer spannend fand. Ich habe gerade bei den Fehlern, die ich dann nicht geholt habe, wo ich auf den Events ausprobiert habe. Ich hatte immer mal wieder eine Feder von Pavel Mock. Ich weiß nicht genau, wie man ausspricht in der Hand. Und wenn du da Schwäche auf Schwäche Kontakt hattest mit einer anderen Feder, dann hast du halt einfach überhaupt nichts gespürt. Also da war kein keine Rückmeldung, kein wie es gegen das Schwert ausgerichtet. Wie drückt er? Wie drückt er nicht? Ich habe gar keine Ahnung, woran das liegt, weil die war jetzt irgendwie nicht ultra wobbelig oder so. Wurde gedacht hätte, sehr gut, da kann es nicht
[29:12] Alexander: reagieren. Aber irgendwie die Art, wie die geformt war, wie die sich verjüngt hat, auch in der Fläche hat irgendwie dazu geführt. Du hattest einfach absolut gar kein, gar kein Gefühl für in der Schwäche. So ab der Mitte war das kein Problem. Man hat sich angefühlt wie jede andere. Und da hatte ich ein paar Mal auch so Diskussionen mit Leuten, die diese Pavel Mock hatten, wo ich gesagt habe, ich nehme halt das Schwert nach vorne und dann fühle ich so ein bisschen mit der Spitze. Wie reagiert der andere? Wie viel drückt er gegen und so? Und diese, wie wiederfühlst du irgendwas? Ich halte nix. Da kann ja nicht sein, weil dann tauscht er viele
[29:43] Alexander: oder tatsächlich. Da spüre ich auch überhaupt mal gar nichts. Da kann ich nur irgendwie nach der Optik gehen. Krass. Und das ist aber halt gesehen. Hast du das nicht? Also die hat die hatte normale Maße, die hatte normalen Flex, die hatte alles. Also nicht so sehr jetzt anders ausgesehen wie andere Federn. Aber das Handling war halt, also das habe ich vor und danach bei keine anderen Federn mehr irgendwie erlebt.
Scharfe Schwerter im Schnitttest
[30:05] Michael: Ich finde es auch jedes Mal aufs Neue faszinierend, auch wenn man bei scharfen Schwertern merkt, man das finde ich noch krasser, weil du ja dann das ist ja nicht nur so der der subjektive Eindruck wie wie führt sich das Schwert, sondern du hast dann auch ein ganz klares, abrechenbares Kriterium, nämlich kannst du das Schnittgut zu schneiden oder nicht. Also jetzt mal die persönlichen Skills beim Schneiden so ein bisschen rausgenommen, wenn wenn man das hinkriegt, dass man die Klinge in einer bestimmten Ebene halten kann und in der einfach in der Lage ist, dann eine Tatami oder einen Tetra Pak zu schneiden und dann mit verschiedenen Waffen das probiert.
[30:56] Michael: Dann hast du noch mal einen viel krasseren Effekt dahingehend, wie wie sich so eine so eine Waffe verhält und was das was das bewirkt eigentlich. Wir hatten es jetzt am Wochenende wieder. Wir hatten Sommerfest und da ist bei uns immer traditionell Schnitttest angesagt und da hatten wir einen Langschwert und einen Säbel und der Säbel war ein Kavallere. Ja, genau ein Kavallere Säbel. Also ein originaler oder Nachbildung? Also eine nach eine scharfe Nachbildung eines Kavallere Säbels und der ist halt von seiner Führigkeit her wirklich so den den Hälse sozusagen. Dann musst du den nur ausrichten und dann entspannst du deine
[31:43] Michael: Muskeln und dieses Ding fällt runter und zerteilt einfach völlig geschmeidig so einen Tetra Pak, ohne dass du dort großartig Anstrengungen machen musst. Also das war das hat mich wieder aufs. Ich habe schon mit dem geschnitten, aber es fasziniert mich einfach immer wieder. Wir haben den dann auch Leuten gegeben, die quasi kein Hema machen, die jetzt wenn dann jemand seine seine Freundin mitgebracht und gesagt Hier probiere mal aus und die auch total entspannt. Hier was muss ich jetzt machen? Nur du musst jetzt einfach das Ding da durchziehen. Okay, zack. Also jeder, der schon mal einen Schnitttest gemacht hat und versucht hat, so einen
[32:27] Michael: Wiederpostigen mit Wasser gefüllten Tetra Pak zu zerteilen mit einem langen Schwert, der wird wissen, dass das nicht immer von direktem Erfolg gekrönt ist und mit diesem Säbel aber völlig geschmeidig, also absolut schmerzlos das Ding da durch.
[32:43] Alexander: Ja, vor allem brauchst du halt gewisse Technik, um das mit dem Schwert irgendwie zu machen. Und dann nimmst du halt irgendwie so eine Machete aus irgendeinem Garten Shop, die irgendjemand daheim hatte, wo halt einfach so über die Lichtverteilung und alles, das ziehst du da durch.
[32:57] Michael: Ja, das hat er auch. Einer von uns hatte eine Machete von, ich glaube, seinen von den Eltern oder Großeltern hatten die mal aus der Dom -Rap mitgebracht. Halt so eine ganz typische Machete. Überst heftig. Das Ding ist superschnell. Und wie was mich beeindruckt hat, ist, wie schnell du sehr tiefe Schnitte dort reinbekommst. Also auch wenn du jetzt nicht so weit gehst, dass du das Ding komplett zerschneidest. Aber wie schnell du so fünf Zentimeter dort zack, zack, zack reinbekommst, wenn du überlegst, ok, du wendest das jetzt im Zweikampf gegen jemanden an. Ruckzuck fehlt da irgendwie ein Finger. Hast du dort eine klaffende Wunde?
[33:43] Michael: Überst heftig und so superschnell sehr, sehr beeindruckend.
Was gutes Handling beim Fechten ausmacht
[33:51] Alexander: Wie würdest du denn jetzt das beschreiben? Also für jemand, der jetzt vielleicht selber nicht gefecht hat, weil jetzt hört das jemand und denkt sich, was meint er denn jetzt, dass diese ganzen Federn irgendwie unterschiedlich sind, dass manche nicht noch so gut klarkommt? Ist das jetzt so? Also da kann ich nicht fechten mit. Da lebe ich in mich lieber gleich zum Sterben hin. Oder ist das geht schon, aber macht nicht so viel Spaß. Ist das ein? Aber mit der fechte ich irgendwie 20 Prozent besser. So kannst du das mal irgendwie. Wie würdest du das ausdrücken? Wie groß der Unterschied da jetzt wirklich für dich ist?
[34:24] Michael: Oha. Ja, so ein Gefühl zu quantisieren, das ist natürlich auch immer eine total triviale Sache. Also das macht ja einen Unterschied zu wie du es vorhin beschrieben hast, ob ich jetzt jemand bin, der wie du gerne durch die Mitte geht. Das heißt, die mit durch die Mitte gehen. Ich beschreib’s jetzt für Leute, die nicht fechten. Durch die Mitte gehen heißt, ich führe mein Schwert einfach gerade vor mich, der die Spitze der Ort zeigt von mir weg in meine Blickrichtung zum Gegner hin. Und ich versuche jetzt mit einem Hieb oder einem Stich oder einer Kombination quasi mein Schwert nach vorne zu bewegen und meinen Opponenten zu treffen.
[35:12] Michael: Ja, dazu brauche ich oder finde ich hilfreich ein Schwert, was diesen diesen Zug nach vorne hat. Also so wie ich das gerade mit diesem Säbel beschrieben habe. Ich führe das Schwert nach vorne und die Dynamik des Schwertes, die Balance sorgt dafür, dass die Klinge sich weiter nach vorne bewegen will, auch wenn jetzt mein Opponent zum Beispiel meinen Angriff pariert, dass ich dort sehr stark bin in dieser Bindung und weiter meinen Weg nach vorne setzen kann, um dann eben mit Hiebstichschnitt zu treffen. Wenn ich jetzt wiederum jemand bin, der eher kurz fecht, kurz fechten heißt, dass ich nicht so durch die Mitte gerade
[36:02] Michael: meine Reichweite ausnutze, indem ich das Schwert so lang nach vorne bringe, sondern indem ich ein bisschen kompakter stehe, die Klinge eher am Körper hab, versuche mit mit mit kurzen Hieben sozusagen und Beinarbeit die Distanz zu überbrücken und dann in der verkürzten Distanz eben auf eine freie Blöße zu wechseln. Also ich greife eine Sache an und ich greife zum Beispiel oben an, werde oben pariert und dadurch macht sich mein Opponent unten auf und dann gehe ich damit schnell runter und greife unten an. Dazu ist eine Klinge, die sehr träge ist, so wie die, die ich gerade beschrieben habe, die jetzt quasi weiter oben lang möchte.
[36:46] Michael: Sehr ungeeignet, denn ich möchte jetzt nicht mehr weiter oben lang, sondern ich möchte jetzt nach unten wechseln. Du möchtest quasi
[36:53] Alexander: schnelle Richtungswechsel durchführen
[36:54] Michael: können. Genau, genau. Also für die Fechter unter euch quasi ein Twerhau zum Beispiel machen oder ein Umschlagen. Und da habe ich ja schon mal zwei sehr grundsätzlich verschiedene Anforderungen. Und das fühlt sich auch entsprechend so an. Das eine Schwert, das beschleunige ich nach vorne und wenn ich das abbremsen will, dann hat es eigentlich keinen Bock, abgebremst zu werden, sondern zieht mich nach vorne. Und das andere, das kann ich fast frei im Raum bewegen, fast beliebig, mit einer beliebigen Geschwindigkeit beschleunigen und wieder abbremsen. Hab aber dort das Problem, dass es jetzt in einer Bindung zum Beispiel leicht verdrückt wird.
[37:39] Michael: Und das ist aber quasi das, was ich will. Wenn ich verdrückt werde, dann eben zack umschlagen zu einer nächsten freien Blöße.
[37:45] Alexander: Also das ist ein Schwert, will in der Mitte bleiben und setzt sich da fest. Widersteht auf dem Versuch, es aus der Mitte rauszuschieben. Und das andere Schwert ist, es lässt sich leicht verdrängen, aber dafür ist es schnell woanders.
[37:56] Michael: Ganz genau. Und das sind so die beiden unterschiedlichen Sachen, die ich da, wo ich die größten Unterschiede so bei Schwertern sehe, weil es ja auch korreliert mit wie halte ich den Griff? Also halte ich jetzt zum Beispiel meine Hände sehr eng zusammen, halte die beide am Griff, also vor dem Knauf, zwischen Knauf und Kreuz oder fasse ich mit einer Hand zum Beispiel direkt am Knauf an, wo ich dann halt einen anderen Hebel hab, mit dem ich die Waffe beeinflussen kann. Das ist so der größte Unterschied im Feeling her, finde ich, den man so bei einer Waffe haben kann. Erstmal ist es geht sie durch die Mitte oder ist sie eher schnell?
[38:51] Michael: Das sind jetzt Begriffe, die ich verwenden würde. Die ist präsent in der Mitte, die ist präsent in der Bindung oder die ist eine schnelle Waffe, was für mich bedeutet, die ist halt schnell im Umschlagen, im Blößen wechseln.
[39:10] Alexander: Und ist das jetzt so, wenn du den, du fälltest ja gerne den zweiten Stil, schnelles Umschlagen, hab ich verstanden? Ja, ist schon was, was ich mag. Und kannst du, also wenn du jetzt so ein Schwert hast, was sich eher für nach vorne ziehen, Mitte besetzen eignet, ist das jetzt so, wie kann man sich das vorstellen, wenn man nicht so viele Erfahrungen hat? Geht das dann gar nicht? Geht das schon irgendwie und passt schon? Ich denke jetzt an diese ganzen Filmszenen. Der Held läuft irgendwo lang, hat sein Schwert verloren, nimmt irgendeins, was irgendwo rumliegt oder so. Weil da muss man sich ja schon fragen, nachdem wir jetzt gerade hatten,
[39:43] Alexander: es gibt schon irgendwie Unterschiede in dem Handling von dem, wie die Schwerter sind, auch wenn es der gleiche Schwertyp ist an sich, wie zum Beispiel jetzt ein Langschwert. Ja, wie groß sind denn da die Unterschiede dann?
[39:53] Michael: Also wenn man so viel Erfahrung hat wie ich, ist das natürlich dann nicht mehr so das Problem. Man passt dann seinen Fechtstil ein bisschen an. Also wenn ich zum Beispiel mit einem Schwert, was eine sehr starke Mitten Präsenz hat, was sehr gut durch die Mitte geht, fechte und quasi meinen, meinen eigentlichen Fechtstil durchsetzen möchte, dann muss ich erst mal, würde ich erst mal einen Angriff starten, sozusagen meinen Opponenten die Bindung bringen und dann, wenn er mit der Bindung beschäftigt ist, die Distanz verkürzen, so dass ich dann eben dort hinkomme, wo ich will. Und dann kann ich aber nicht, nicht beliebig schnell irgendwo hin.
[40:35] Michael: Das heißt, ich muss erst mal den Druck halten und in der Bindung jetzt quasi eine eine Blöße aufmachen, die ich dann mit wiederum mit einem sehr kommitteten Angriff angreifen kann. Also ich kann dann trotzdem genauso winden und und schnappen, zum Beispiel. Aber es bedarf ein bisschen mehr Vorbereitung. Also ich kann schlechter einfach schon mit diesem mit dieser Idee links rechts in das in den Angriff reingehen, sondern ich muss meinen ersten Angriff erst mal durchziehen, dann gucken OK, komme ich jetzt mit einem Duplieren weiter? Komme ich jetzt mit einem Schnappen weiter? Wo ist die nächste Blöße? Und dann mache ich wieder einen sehr
[41:22] Michael: kommitteten Angriff dorthin und entweder trifft er oder ich habe dann wieder die Situation, dass ich dann gucke, wo gehe ich als nächstes hin und mit einer schnellen Feder würde ich würde ich das direkt abspulen. Also da würde ich reingehen. Da würde ich vielleicht sogar mit einer Finte reingehen und dann 1 2 1 2 oben unten links rechts gucken, dass ich dass ich so eine Blöße treffe.
Mit fremden Schwertern fechten
[41:51] Alexander: Das heißt ja umgekehrt auch, um das nochmal vielleicht zusammenzufassen oder zu paraphrasieren. Wenn wir uns diese Filmszene vorstellen, hast dein Schwert verloren, denn ich kann richtig gut schnell umschlagen. Schwert nimmst irgendeins. Der nächste Gegner kommt direkt auf dich zu. Du hast keine Zeit jetzt zu gucken, wie genau führt sich das Schwert? Und du machst jetzt das, was du sonst machen würdest, weil du das halt gewöhnt bist. Dann wärst du ja eigentlich einen Tacken langsamer, weil das Schwert sich nicht so sehr dafür anbietet. Also das Timing hätte sich quasi geändert und auf einmal ja bewegst du dich nicht mehr in so diesem Rhythmus und dieser
[42:25] Alexander: Geschwindigkeit, wie du es eigentlich gerne würdest. Das heißt, du verschätzt dich, was die Situation angeht. Du dachtest, oh, da wäre ich jetzt das klappt. Ich krieg das hin oder so. Und auf einmal geht es halt ein bisschen länger. Und das ist riskant für einen, wenn man ficht.
[42:39] Michael: Ja, das ist richtig. Wobei ich sagen würde, dass du als erfahrener Fechter nimmst du ein Schwert in die Hand und kannst es direkt einschätzen. Also du nimmst das hoch und hast einfach durch das durch das Hochnehmen, durch in vom Tag aufziehen, weißt du schon. OK, so oha, genau. Hier müssen wir, hier müssen wir ein kleines bisschen adaptieren, genau.
[43:03] Alexander: Und das ist auch jetzt wo wir so drüber reden, ist wahrscheinlich lustige Übung, oder? Du nimmst so eine. Du legst einen Haufen Schwerte hin, zwei Leute fechten gegeneinander und so quasi, wenn es heißt, los kriegt jeder eins in die Hand gedrückt. Da geht es einfach direkt los. Oder zumindest einer. Vielleicht machen wir es eher so. Einer ist quasi in der Rolle angreife. Der muss dann bei los direkt angreifen und der andere kriegt bei los einfach das erste Mal sofort ein Schwert in die Hand gedrückt und muss direkt damit agieren. Und die sind halt alle komplett unterschiedlich so. Ja, also komplett andere Für – ichkeiten. Mal gucken, wie schnell du dich
[43:35] Alexander: anpassen kannst dran oder ob du immer direkt einen Kassier schweinst. Ach fuck, es bewegt sich ein bisschen
[43:40] Michael: anders, als ich es gewöhnt bin. Ja, auch wenn du wenn du eine Feder hast, die eine krasse Mittenpräsenz hat, beziehungsweise die vielleicht noch sehr, sehr kopflastig ist. Also kopflastig im Sinne von ortlastig, was nicht unbedingt dasselbe ist. Also eine Waffe, die in der Mitte stark ist, muss nicht unbedingt sehr ortlastig sein. Aber wenn du eine hast, die sehr ortlastig ist, dann sind natürlich so eine Späße wie mal schnell mit einem Krumphau einen Oberhau parieren ist dann halt nicht. Also bis du bis du den halt rumgeschwungen hast, da sitzt er.
[44:24] Alexander: Also es ist halt auch wieder so. Ich glaube, man könnte schon sagen, wenn wir nicht mal noch mal bei diesem Filmbeispiel sind, wenn du jetzt gegen jemand anders fichst, der ebenso gut ist wie du, dann macht das natürlich einen Riesentunterschied, ob du mit dem, ob du dein Fecht sie so durchziehen kannst, wie du es quasi möchtest. Wenn natürlich der andere irgendeiner vom Dorf ist, der halt in seinem Leben noch nie Fechten trainiert hat und jetzt erst mal ein Schwert in der Hand hat, dann ist auch gerade egal, ob das Schwert das perfekt passt oder nicht.
[44:49] Michael: Ja, absolut. Aber so was du beschrieben hast und das eigentlich so im Sinne des Constraint -Led -Approach auch eine sehr, sehr, sehr coole Übung, so sich so ein bisschen aus seinem gewohnten Muster rauszubringen, in dem man jetzt gezwungen wird, weil man eine andere Waffe in der Hand hat und die einem eigentlich überhaupt nicht passt. Damit dann irgendwie das durchzukriegen, sei es jetzt einen anderen Fechtstil anzunehmen oder auszuprobieren oder als Aufgabe zu bekommen. Nee, du musst schon dein Fechtstil jetzt beibehalten, nur halt mit dem, mit der Handelstange jetzt hier.
[45:30] Alexander: Ja, genau. Wir hatten beim Symphony die letzten Jahre immer einer da, der hat mehrere Schwerte eingecheckt beim Gear -Check. Das ist nicht so ungewöhnlich, weil, wie du sagst, es können ja auch mal Schwerte kaputt gehen. Dann hast du halt eins auf Reserve mit eingecheckt, passt schon. Der hat irgendwie drei Schwerte gebracht und dann ja, okay, ist gerade Zeit, wir lassen es durchgehen. Und der hat aber tatsächlich auch während des Gefechtes das Schwert gewechselt. Also der hatte so seinen Trainer oder Kumpel Vereinskollegen mit ranzustehen, wie so ein Golf -Caddy hat die Schwerte in der Hand gehabt. Mir ist das System nicht klar.
[46:00] Alexander: Ich habe auch nicht gefragt, wer Kampffrechter war und da nicht mich irgendwie. Also es war ja alles grundsätzlich erlaubt. Ich fand’s nur ein bisschen schräg. Und er hat halt irgendwie alle paar Durchgänge, teilweise nach jedem Durchgang einmal das Schwert gewechselt. Die Spekulation war, das war das der andere sozusagen sich nicht anpassen konnte oder vielleicht. Also er hat auch mit den Schwerden immer ein bisschen anders gefochten. Das fand ich irgendwie auch lustig. So gibt mir das neuner Eisen. Jetzt ist es Zeit. Oh, jetzt bräuchte ich mal wieder ein Zonhauer. Gebt mir das
[46:27] Michael: Zwölfer. Also ich check in der Tat auch immer mehrere Schwerter ein. Meistens sind es aber zwei bei einem. Es ist meistens so. Mal gucken, ob es durchkommt und weil ich es eigentlich gerne fechten möchte. Aber meistens passiert es dann nicht. Und ansonsten nehme ich halt auch über zwei genau aus dem Grund, es könnte eins kaputtgehen. Und du hast manchmal so merkst du so heute. Heute läuft es damit nicht irgendwie. Ich brauche keine Ahnung, ich brauche oder brauche gegen diesen Gegner einfach ein bisschen mehr Präsenz in der Bindung. Ich brauche ein bisschen mehr Mitte. Ich brauche das neuner Eisen.
Schwerteigenschaften im direkten Vergleich
[47:15] Alexander: Ja, lass uns. Ich würde vorschlagen, wir spielen ein kleines Spiel und zwar, ich sage dir einzelne Eigenschaften von wir bleiben jetzt bei Langschwert Federn und du sagst, ich sage dann immer, was ich denke, ob das einen großen Unterschied macht oder nicht. Und du sagst dann auch, ob du einen großen Unterschied macht oder nicht.
[47:30] Michael: Oha,
[47:31] Alexander: jetzt geht’s los. Ja, Gesamtgewicht. Großer Unterschied.
[47:40] Michael: Du kannst relativ schwere Schwerter haben, die sich trotzdem gut führen, wenn die gut ausgeglichen sind. Gesamtgewicht, wenn wir jetzt nicht von ein Kilo bis 1 ,8 Kilo reden, das, das, das macht schon einen Unterschied. Aber ob jetzt 1400 oder 1600 eher nicht, eher nicht so.
[48:03] Alexander: Ja, erstaunlicherweise. Würde ich nämlich auch sagen, so lange die Spannen nur so ein paar 100 Gramm Bereich sind, kommt es eher darauf an, wie genau ist das Gewicht verteilt? Das ist das nächste. Genaue Gewichtsverteilung, nicht nur Gesamtgewicht. Großer Unterschied oder nicht, würde ich sagen, definitiver. Das ist das, wo wirklich reinkommt, wie sich es führt, nicht so sehr das eigentliche Gewicht. Weil manchmal hat man ja auch so ein oder so ein führiges Schwer, das bestimmt ganz leicht. Und dann legst du das Ding auf die Waage, ist das schwerer als dein eigenes. Das ist nur eine
[48:27] Michael: Gewichtsverteilung. Ganz genau. Ja, absolut. Nee, auf jeden Fall. Gewichtsverteilung. Riesiger Unterschied.
[48:34] Alexander: OK,
[48:35] Michael: Gesamtlänge. Oh, korreliert natürlich auch mit der Gewichtsverteilung, muss dann eben entsprechend angepasst werden. Ob wenn du gegen auf einem hohen Level fichst, also jetzt nicht irgendwie das Anfängerturnier bei dir zu Hause, sondern schon irgendwie international machen zwei Zentimeter einen sehr großen Unterschied, ob du triffst oder nicht. Daher würde ich schon sagen, macht einen Unterschied.
[49:10] Alexander: Ich würde auch sagen, macht einen Unterschied mit der Ergänzung nicht so viel, wie die Leute manchmal denken. Also gerade Anfänger haben ja manchmal auch den Eindruck, wenn der jetzt irgendwie zwei Zentimeter längeres Schwert hat, da habe ich ja gar keine Chance. Also so ist es dann ja auch nicht. Leute, die kleiner sind, kürzere Schwerter haben, da muss man halt eine andere Taktik fichten, die hat man halt als Anfänger dann auch nicht.
[49:34] Michael: Grifflänge. Macht meiner Meinung nach einen großen Unterschied.
[49:39] Alexander: Würde ich mitgehen. Also was das Handling angeht, das auch wie man seine Hände positionieren kann, weil es ja den kompletten Hebel ändert, den du auf das Schwert hast letztendlich.
[49:47] Michael: Ja, und wenn du jemand bist, der wie ich sehr nah zusammengreift, wenn du einen zu langen Griff hast, dann hast du hier dann irgendwie zehn, zwanzig Zentimeter überstehen. Und wenn du dann irgendwie in der in der Bindung agierst, dann behenkt bleibt, du bleibst damit überall hängen. Das ist total nervig. Deshalb hatte ich vorhin gesagt, ich präferiere
[50:09] Alexander: kurze Griffe. Genau, man muss sagen für die drei nicht lang schwere Fächter hier im Podcast. Es ist es gibt so zwei Varianten, wie man den Griff greifen kann. Entweder die hintere Hand greift eben den Knauf selber oder vor dem Knauf. Das ist so ein bisschen auch was, was in den Quellen diskutiert wird. Die frühen Gichtennummer Quellen sagen eigentlich vor dem Knauf greifen. Es gibt auch viele Leute, die den Knauf selbst greifen. Und das hat natürlich auch eine macht natürlich dann auch einen Unterschied, wie lange der Griff sich anfühlt für einen.
[50:36] Michael: Ja, absolut. Also wenn man in das Fechtbuch von Joachim Maier guckt, da hat er dann schon ein bisschen längere Griffe und auch Knauf greifende
[50:47] Alexander: Fächter dort abgebildet. Du kannst manche von den Sachen ja auch gar nicht machen, ohne den Knauf zu greifen, wurde dann irgendwie so die Rose oder so wurde dann ja nochmal. Ich weiß gar nicht, wie ich das akustisch beschreiben soll, aber du hast quasi den Knauf gegriffen, die hintere Hand sozusagen auch so ein bisschen geöffnet, dass du noch mal mehr Bewegungsspielraum hast.
[51:05] Michael: Ja, absolut. Also guckt euch einfach Meyers Rose an, dann wirst du was gemeint ist. Das sieht man auch beim ist auch ganz einfach und trivial beschrieben.
[51:16] Alexander: Ist so wie alles bei Meyers. Länge der Parierstange.
[51:21] Michael: Oh, da gibt es in der Tat nicht so viel Variation bei den Schwertern, die ich bisher hatte. Deshalb würde ich mir da jetzt gar nicht so zutrauen, eine belastbare, allgemeine Aussage zu treffen. Für mich persönlich kann ich sagen, von dem, was ich jetzt hatte. Also lass das irgendwie irgendwas immer zwischen 20 und 30 insgesamt sein. Hat für mich nicht so den großen Unterschied gemacht.
[51:55] Alexander: Ich mein, 20 bis 30 ist ja schon von 20 auf 30. Das sind ja 50 Prozent mehr. Also die Spanne ist schon relativ groß, würde aber auch sagen paar Zentimeter hin oder her macht jetzt nicht einen riesen Unterschied. Ja, also nicht in die Extreme gehen.
[52:09] Michael: Genau. Also wenn du jetzt nicht in der Kreuzstange hast, die dann kürzer ist als die Hand mit Handschuhe sozusagen, was du dann eben mit dem Handschuh parierst statt mit der Kreuzstange. Dann würde ich sagen, das macht schon einen Unterschied, aber ansonsten nicht.
[52:26] Alexander: Ja, genau. Also wenn du jetzt so ein einhändiges Schwert hast für Schwert und Buckler zum Beispiel, hast du ja eine sehr viel kürzere Parierstange. Das merkst du natürlich schon. Aber bei den langen Schwertern irgendwie da, da kommt es dann auch nicht mehr drauf an.
[52:36] Michael: Da könnte ich mir zum Beispiel auch vorstellen, dass das einen signifikanten Unterschied macht, weil du bei Schwert und Buckler ja das oft so als Einheit zusammenführst. Und ob du dann jetzt quasi mit dem Schwert noch irgendwie links, rechts umwinden kannst, wenn du wenn das Ding eine bestimmte Breite hat, kann ich mir vorstellen, dass das einen signifikanten Unterschied dort macht. Beim langen Schwert nicht so.
Parierstange, Ricasso und Daumengriff
[53:03] Alexander: Ja, total. Form des Ricasso, also der fette Teil unten an der Vier.
[53:10] Michael: Der fette Teil. Dachte ich am Anfang, also am Anfang meiner Karriere, dass das einen größeren Einfluss hat. Also dass du jetzt gerade so beim bei Regenie war das früher so dieser dieser Standard, dieser White Schild, dass du da sozusagen sicherer parieren kannst. Meine Erfahrung ist, solange du deinen Daumen drunter verstecken kannst, macht es dann eigentlich nicht so den großen Unterschied. Also wenn da wenn der Daumen jetzt nicht links oder rechts rausguckt, wenn du jetzt im Daumengriff zum Beispiel bist und auf die Fläche fasst. Solange das gewährleistet ist so im im Fechten mit mit Fechtfedern. Boah, würde ich nicht sagen, dass das dann einen signifikanten
[54:12] Michael: Unterschied macht.
[54:13] Alexander: Okay, interessant. Ich finde, dass es total unterschätzt. Und zwar da muss man zwei Stellen unterscheiden, die Stelle, die quasi an der Parierstange dran ist, also das hintere Ende und die Stelle, die vorher von der Richtung Schwäche geht. Der Teil, der Richtung Schwäche geht, finde ich auch erstaunlich unrelevant. Also da gibt es ja quasi rechter Winkel, wo die gegnerische Klinge auf jeden Fall hängen bleibt. Bei den Trannahmars ist es ja so ein bisschen steil. Also da ist immer noch was, wo quasi die gegnerische Klinge dran entlangkommt, aber die rutscht halt dann trotzdem häufig zur Parierstange weiter. Weil es ist ja immer
[54:45] Alexander: dieses Ding mit von wegen Fingerschützen, dass das Ricasso so ein bisschen nach vorne versetzt ist. Und da habe ich auch den Eindruck, es macht jetzt nicht einen riesen Unterschied. Aber der Teil, der an der Parierstange dran ist, das macht einen riesen Unterschied, wenn du versuchst, in den Daumengriff zu gehen. Weil das ist meiner Meinung nach die größte Schwäche an den Standard Regenius und auch den Standard Sigis. Die gehen quasi umgedrehtes dreieckförmig zusammen. Also die verjüngen sich zum Griff hin. Das heißt, da, wo du eigentlich mit dem Daumen gerne auf die Fläche von deinem Schwert drücken würdest, da ist dann halt einfach
[55:17] Alexander: nix. So und das ist bei den Sigis, die haben wirklich einen Dreieck. Bei Regenius ist es so ein bisschen gebogen. Und vor allem mit den Handschuhen sehen da deine Daumen noch mal größer. Und das sorgt halt dafür, dass deine Daumen bei so einem Daumengriffwechsel halt ständig rausstehen und du da auch nichts zum drücken hast. Solange das gegeben ist, dass du halt genug Fläche hast, dass der Daumen hinter dem Schwert versteckt ist und du auf die Fläche vom Schwert selbst drücken kannst, ist es dann auch schon wieder relativ egal. Aber das ist meiner Meinung nach ein Grund, warum einfach viele Leute nicht so richtig gut mit dem Daumengriff klarkommen, vor allem mit
[55:50] Alexander: Handschuhen, einfach weil diese Form sich dafür dann nicht mehr anbietet, weil da nicht genug Material da ist zum Schutz und zum tatsächlich interagieren als Hebel. Du meinst jetzt,
[56:02] Michael: wenn wir jetzt mal eine Klinge annehmen und da haben wir jetzt ein Mittelgrad drauf und du hast jetzt ein Schild, der da Ricasso links und rechts daneben noch auslädt und du greifst jetzt mit dem Drücksitz mit dem Daumen leicht von off sozusagen. Also nicht direkt auf der Mitte, sondern leicht links und rechts daneben.
[56:30] Alexander: Musst du ja machen, weil du willst das Schwert ja in den Daumengriff drehen. Das heißt, du kannst nicht auf der Mitte drücken, sondern du musst neben der Mitte drücken mit dem Daumen. Und wenn dann dort nichts ist, ist scheiße. Genau, weil du hast immer noch so ein bisschen Kontakt mit der Parierstange natürlich und kannst über die Parierstange drehen. Aber dann ist dein Daumen halt im Freien sozusagen und kann getroffen werden in einem blöden Moment. Und eigentlich ist es geschickter. Es kommt ein bisschen natürlich darauf an, wie nah du die vordere Hand auch an der Parierstange hältst. Aber wenn da halt einfach Luft ist, ist ungeil.
[56:58] Alexander: Eigentlich ist das da, wo die Seite vom Schwert ist und auch wenn man sich von scharfen Schwerde die Formen anguckt. Also du hast fast keine, die ganz, ganz dünn unten sind, vor allem nicht so zweihändige. Die sind ja eigentlich so, dass sie sich von unten die dicksten sein und dann nach oben verjüngen. Und ja, also da bin ich wirklich kein Fan von. Ich rate auch Leuten immer, wenn sie die Regenius zum Beispiel nehmen, einfach das breite Schild zu nehmen, nicht wegen dem Teil oben bei der bei der Schwäche, sondern wegen dem Teil unten an der Parierstange, dass du da sauber einfach draufdrücken kannst und dein Daumen wirklich hinter der Stärke noch versteckt ist.
[57:30] Alexander: Okay, gut.
Point of Balance und Griffüberzug
[57:32] Michael: Point of Balance hat er vorhin schon kann alles und nichts aussagen. Hat aber hat aber denke ich schon einen Einfluss eben auf die Gewichtsverteilung. Also oder spiegelt ja die Gewichtsverteilung wieder im Endeffekt und damit schon ein Einfluss auf die auf das Feeling.
[57:57] Alexander: Genau, also es gibt es ist ein Anhaltspunkt, sozusagen nicht super zuverlässig, aber es ist halt schon Anhaltspunkt, in welche Richtung das Ganze geht.
[58:06] Michael: Ein Indikator für Gewichtsverteilung. Genau es ist der der Punkt dabei ist. Ich ich vergleiche das immer gerne. Du kannst eine einer eine Handel also mit wo außen die Gewichte sind und eine Kugel mit der gleichen Masse haben denselben in der Mitte. Aber wenn du das Ding drehst, verhält sich eine Kugel signifikant anders als eine Handel, weil eine Handel ein viel größeres Trägheitsmoment hat und mit dem Point of Balance sagst du halt nichts darüber hier aus, was passiert, wenn du das Ding drehst. Also dann müsstest du halt das Trägheitsmoment bestimmen.
[58:59] Alexander: Ja gut. Nächstes Überzug vom Griff. Also welches Material da außen rum ist, das, was man quasi greift. Da gibt’s ja von Leder, Kunstleder, Schnur in allen möglichen Arten und weisen Stahlwicklungen so mit Draht gibt’s ja alles Mögliche. Was würdest du sagen? Unterschied groß, klein.
[59:19] Michael: Na hat einen starken Einschluss auf die persönliche mentale Stärke. Denn wenn du schon mal so Leder drumrum gewickelt hattest, was sich dann ablöst, was dann so noch diese diese Klebereste, Klebestelle unten hat und du dann im Turnier so ein Fetzen dort hast, der auch noch klebrig ist, hat das hat das einen Einfluss aufs Fechten. Ja, ansonsten hat es meiner Meinung nur Haltbarkeit. Also ist ein Haltbarkeitsthema, wobei da alle von dir gerade Gedanken gleichermaßen Scheiße sind, würde ich sagen. Also Schnur ist immer noch mein persönlicher Favorit. Ist am wenigsten schlimm. Wenigstens schlimm Leder, wenn du da drauf gehackt kriegst aufs Gehilts.
[01:00:11] Michael: Da habe ich keine guten Erfahrungen gemacht und so mit dieser Drahtwicklung, das verabschiedet sich ja dann auch ziemlich schnell, da muss ich, wenn immer ich an Drahtwicklung höre, muss ich dran denken, der Torsten Schneyer hatte vor vielen Jahren mal ein Video gemacht, da hat sich ein neues Schwert bestellt, auch so auf individuelle Anfertigung, also hat dem Schmied genau gesagt, was er haben will, hat er auch super verziert den Griff machen lassen, auch so mit so Drahtwicklung und hat dann quasi das getestet und quasi nach dem Test sagt er so ein bisschen resigniert ich gebe es sinngemäß wieder das war auch so die zweitbeste Idee mit der
[01:01:07] Michael: Drahtwicklung kriegst du einmal drauf fängt es an ja auf zu dröseln und ziemlich empfindlich sieht gut aus aber so für das für den praktischen Alltagsgebrauch naja so la la.
[01:01:21] Alexander: Er ist besagter Torsten Schneider den wir in Folge 122 im podcast hatten wird wie irgendwo verlinkt ja würde ich dir voll zustimmen also solang dich das nicht ablenkt und du ausreichend grip hast ist es komplett egal also bei meiner dran aber leid meine letzte feder die ist auch noch.
[01:01:22] Alexander: Er ist besagter Torsten Schneyer, den wir in Folge 122 im Podcast hatten, wird wie irgendwo verlinkt. Ja, würde ich dir voll zustimmen, also solange dich das nicht ablenkt und du ausreichend Grip hast, ist es komplett egal, also bei meiner Tranava Light, meine letzte Feder, die jetzt auch noch im Einsatz ist, da ist schon ewig lang der ganze, also das war mit Schnur wickelt, da ist die Schnur schon ewig ab, da wird schon seit vielen Jahren einfach ein Tennisband um den nackten Holzgriff gewickelt, ist komplett Bums, solange das Ding irgendwie okay so greifen ist.
[01:01:54] Michael: Ich habe dann bei mir bei Schnur habe ich dann immer Epoxid Hartz Kleber genommen, um das zu zu fixen, was dann nach einer gewissen Zeit natürlich dazu führt, dass du einen Plastikgriff hast, weil dann alles überall Epoxid Hartz ist, kannst du dann auch anfangen, den so ein bisschen in Form zu feilen, wie du es gerne hättest.
Griffform und passende Griffgröße
[01:02:18] Alexander: Aber dann machen wir doch hier direkt weiter, Form des Griffes, also ich zähle da alles mit dazu, so weißt du, wie dick ist der Griff, wie ist er geformt, ist er rund, ist er oval, hast du diesen Mittelgrad, mir fällt gerade der Begriff nicht ein, aber so diese ganzen Sachen.
[01:02:33] Michael: Hat erstaunlicherweise einen echt großen Einschluss, also man möchte ja meinen irgendwie, das keine Ahnung, nimmst halt in der Hand und dann liegt es da, aber wenn du einen Griff hast, der zum Beispiel der komplett rund ist und nicht eine gewisse Vorzugsausrichtung hat, also eine gewisse Unsymmetrie hat, kriegst du die totale Maise, also das ist totale Katastrophe, wenn du nur die Klinge hast, um zu bestimmen, wie das Ding in deiner Hand liegt. Und andererseits, wenn der so richtig ausgeformt ist, sozusagen mit noch so einem Mittelgrad, wie du es beschrieben hast, ich weiß auch nicht, wie das heißt, das ist mir auch nüscht, also da wäre ich auch
[01:03:23] Michael: wahnsinnig, wenn du dann, weil du dann die Hände nicht mehr so frei verschieben kannst, sondern du rutschst ja dann immer über dieses Ding drüber und so wechselt vom Daumen in Hammergriff und dann vielleicht ein bisschen weiter weg vom Kreuz, ist dann kein Fan von, ich bin da nicht so Fan von, also ich bin Fan von, ja wie heißt das Griff, der nicht komplett rund ist, sondern in Schneidenrichtung etwas dicker ist als die Flächenrichtung.
[01:04:02] Alexander: Ja also oval dann genau
[01:04:06] Michael: genau genau oval und der auch ein bisschen bauchig ist, aber nicht mit einer wirklich nicht wirklich abgesetzt, sondern durchgängig gleichmäßig sagen so eine bauchige Format, das ist mein favorite.
[01:04:22] Alexander: Ich wird ja
[01:04:23] Michael: genau aber wie gesagt hat einen erstaunlich hohen Einfluss.
[01:04:28] Alexander: Ja ich würde auch sagen Einfluss ist riesig, ja also rund geht gar nicht, ich bin aber auch kein Fan von oval, was ich am liebsten mag ist tatsächlich, wenn es quasi rechteckig ist, also natürlich die Kanten von rechteckig sind immer noch abgeschliffen, aber so, dass du nicht mal in Versuchung kommst, das irgendwie schräg zu halten, sondern wirklich ganz klar schneide Fläche so von dem Winkel. Und also bei Regenna auf der Homepage heißt das Wasted, also mit AI auf Deutsch quasi teiliert, wenn es diese Erhebung gibt, ich bin da ein riesen Fan davon, ich hatte das bei der ersten Prana war dann schon und bin da dabei geblieben, also rechteckig und mit Erhöhung finde ich
[01:05:10] Alexander: einfach mega gut, weil dann kann ich mit der vorderen Hand quasi bis zum Kante von der Erhöhung runterrutschen und da hänge ich nicht quasi mit dem Zeigefinger an der Parierstange, was sonst immer passiert ist, da hast du ein bisschen bisschen runter gerutscht, hast du da angefangen, bist du im Gefecht irgendwie nach oben gerutscht und jetzt kann ich halt quasi habe ich das hintere Ende so als spürbare Markierung und klebe da einfach mit dem hintere Ende der vorderen Hand,
[01:05:32] Michael: hast einen definierten Druckpunkt sozusagen gegen den du das festhalten kannst,
[01:05:37] Alexander: genau und da wird dann ja das Schwert auch wieder ein bisschen größer, dann kannst du es auch ganz gut umschließen, weil das ist das Hauptding, was festgestellt habe ist bei den Trainierenden, viele Leute haben einen Griff, der ist ihnen schlicht einfach zu groß und mit groß meine ich, wenn du, also meiner Meinung nach, wenn du die Finger um den Griff schließt, sollte es so sein, dass deine längsten Finger leicht deine Handballen berühren, wenn da noch eine Lücke dazwischen ist oder du halt quasi deine Finger unter deinem Handballen einklemmen kannst, ist das der Griff entweder zu dick oder zu dünn und beides
[01:06:08] Alexander: ist blöd, weil wenn die Hand offen ist, dann hast du halt keinen guten Kraftübertrag aufs Schwert, was halt eh schon nicht gut funktioniert und keine Ahnung, also gerade bei den Mädels bei uns, wir haben so viele, die halt, also das hast du noch dreimal gesagt, aber dann guckst du halt mal so, hey, warum läuft denn das mit der Technik nicht, ja, sag mal mal, wie du das Schwert greifst und es ist jetzt so ein Fingerbreitabstand zwischen dem längsten Finger und dem Handballen, dann ist das auch irgendwie kein Wunder, dass wenn du die Hand nicht schließen kannst, dass du keine Kraft aufs Schwert übertragen kannst,
[01:06:36] Alexander: also Griff muss zu einem passen, muss zur eigenen Hand passen, es gibt sehr große Leute, die haben relativ kurze Finger, es gibt kleine Leute, die haben relativ lange Finger, da muss man echt gucken, aber wenn das nicht passt, das ist halt der Kontaktpunkt mit dem Schwert, dann wird es echt schwierig.
[01:06:52] Michael: Es ist halt erstaunlich, wie filigran man doch so ein Langschwert fasst, ich habe jetzt öfter den Fall gleich mit einer Handelstange gebracht und das ist auch hier wieder der Fall, wenn die, wenn es so dick ist, ist es halt wie eine Handelstange, dann nimmst du halt das Ding, keine Ahnung, wie ein Werkzeug, wie eine Axt vielleicht sozusagen, also musst du es dann wirklich mit beiden Händen umschließen, damit es dir nicht aus den Händen fliegt und das Langschwert, das hältst du eigentlich schon, du hast die Hand relativ offen dabei und dann quasi hast du nur im Moment des Kontaktes bisschen fester. Cornelius Berthold, den wir im Podcast auch schon hatten, der hat das
[01:07:38] Michael: mal so schön bezeichnet, ihr wollt das so halten, als ob ihr einen kleinen Spatz in der Hand habt, also der soll nicht wegfliegen, aber es soll auch nicht so Spatz -McNugget werden.
[01:07:52] Alexander: Ja, weil alles andere ist halt auch so anstrengend, wenn du quasi gegen deinen Griff kämpfen musst, weil du ihn, also wenn du zum Beispiel die Hand nicht sauber schließen kannst, solange sie locker ist, dann musst du halt immer extra kräftig drücken und dann ist das super ermüdend.
Knaufformen und Klingenausrichtung
[01:08:06] Michael: Ja, dann krampft dir die Hand, also das ist das Mist. Ja, dann das am Anfang schon angekündigte Thema, Knauf. Kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung gar nicht so viel sagen, weil ich immer die gleichen Knaufformen hab, also ich hab im Gegensatz zu dir, bin ich Fan von einem, also nicht nicht kugelrund, aber so bei den Herstellern heißt das Birne oder Mushroom heißt das Mushroom. Was
[01:08:39] Alexander: ich, genau
[01:08:40] Michael: genauso tropfen für mich, tropfen für mich mag ich noch ein bisschen lieber als so gerade runter, ich glaube Birne ist so so gerade runter und das eine ist so das so ein bisschen tailliert und geht dann in so eine Kugel über.
[01:08:56] Alexander: Also quasi der Übergang zur Kugel ist ein anderer,
[01:09:00] Michael: genau. Und das ist meine Lieblingsknaufform, was ich nicht empfehlen kann, sind Scheibenknäufe. Ja, erzähl mal wieso. Wenn du, weil die dann ständig irgendwie beschissen in die Hand drückt, wenn du also wenn du am Knauf fasst, ist es nochmal schlimmer, wenn du so jemand bist, der wird uns ja freuen, ich bin eigentlich jemand, der vor dem Knauf fasst, aber trotzdem rutscht meine Hand dann auch mal runter auf den Knauf, und dann drückt dir die eine Seite von der Scheibe, drückt dir dann in die Handfläche rein und wenn du dann in der Bindung bist oder irgendwie dann dagegenhalten musst, dann holst du ja einen blauen Fleck dann in der Hand, das macht keinen Spaß.
[01:09:54] Alexander: Bei einigen Schwertern, sorry, ich hab’s bei einhändigen Schwertern, also gerade wieder Beispiel Schwerdenbunkler, ist das total sinnvoll, wenn du einen Scheibenknauf hast, weil du hast ja dann, also dann ist es ja wie so ein bisschen so ein Gegenpol, dass wenn du mit dem Schwerd nach vorne bewegst, nach vorne schleuderst, nach vorne beschleunigst, da kann dir das ja nicht aus der Hand rutschen, weil der Knauf ist ja quasi größer, deutlicher als deine Hand und du legst ja dann auch, wenn du die Hand nach vorne bewegst, legt sich halt so die Seite von diesem Scheibenknauf an deinen Handballen an und so, also da hilft dir
[01:10:28] Alexander: das beim Arbeiten, aber ja beim Langschwert ist es totale Grütze, weil das Hauptproblem bei diesen, die nicht jetzt in irgendeiner Form rund sind, ist ja, du hast ja eine klare Preferenzseite und wenn du halt versuchst irgendwie Twerhaut zu machen, gerade so was wie mit, gerade Leute, die halt den Knauf selber greifen mit einem Scheiben oder generell so flachen Knäufen halt, ist wahnsinnig schwierig einfach.
[01:10:50] Michael: Zum Thema einhändige Waffen und Scheibenknäufe, da hat vorhin bereits genannter Cornelius Berthold, den wir im Podcast hatten, und der liebe Roland Warzecha, den wir auch schon im Podcast hatten, die haben ja da sehr, sehr ausgiebig dazu geforscht, was es da für Knäufe gibt und vor allem, wie die gedreht sind, man glaubt es kaum, aber das scheint bei einhändig geführten Schwertern einen signifikanten Unterschied zu machen, dass dieser Knauf eben nicht in derselben Ebene liegt, wie die Klinge, sondern so leicht off gedreht ist und wenn euch dieses Thema interessiert, dann schaut gerne auf deren YouTube Kanälen, dazu haben sie, glaube ich, einiges an Videomaterial gemacht.
[01:11:42] Alexander: Ja, ganz genau. Was ich tatsächlich an anfange, habe ich ja auch mit einem Komplettrunden angefangen und das bin ich jetzt auch nicht mehr so der Fan davon, weil mit der vorderen Hand kannst du ja, wenn du den, also bei dir ist das kein Problem, weil du mit beiden Händen den Griff greifst, das heißt, beide Hände wissen immer genau, wie der Schwert ausgerichtet ist, wenn du jetzt aber den Knauf greifst, was ich durchaus früher ziemlich viel gemacht habe und du hast einen runden Knauf, dann hast du halt keinerlei Gefühl für die Orientierung deines Schwerts, wenn der wirklich komplett rund ist. Also mit der hinteren Hand, ne, und du willst ja eigentlich mit beiden
[01:12:14] Alexander: Händen immer intuitiv wissen, wie dein Schwert gerade ausgerichtet ist, dass du das halt nicht aktiv nach korrigieren musst. Und da fand ich das sehr nützlich, so einen achtseitigen Knauf zu haben, weil der ist immer noch rund genug, dass du komplett außen rumrutschen kannst bei so einem Wechsel zu einem Dwerhau, Daumengriff und so, keine Probleme hast. Aber trotzdem weißt du halt, wie die Ausrichtung ist und bei der Ausrichtung ist ja wirklich, ich sag mal, fünf Grad mehr oder weniger kann schon den Unterschied machen, ob du halt sauber in der Kraftrichtung triffst oder ob sich sozusagen das Schwert in deiner Hand drehen will, weil du halt
[01:12:44] Alexander: sozusagen schräg aufgekommen bist, nicht mit Schneide schon so leicht angewinkelt und da dann schon wieder dagegen arbeiten musst. Und da bin ich ein ganz großer Fan davon, von so eben so achtseitigen Knäufen, weil du halt dann auch, wenn du den Knauf selber greifst, weißt, okay, ich bin genau richtig ausgerichtet, auch mit der hinteren Hand. Ich erinnere
[01:13:02] Michael: an Schnitttests. Es ist unglaublich, was so ein bisschen verdrehte Klingenstellung für einen Einfluss hat, ob man durch den Scheißtetrapack durchkommt oder nicht.
[01:13:12] Alexander: Genau, da wird es ja auffällig, aber das Gleiche hat man halt auch mit stumpfen Schwertern, weil halt geht die Kraft sozusagen in den Klingenkontakt rein oder geht die Kraft so, dass er eigentlich den Schwert in deiner Hand drehen will. Ja, genau, ja. Nee, von daher, also Knauf finde ich auch ein total unterschätztes Thema irgendwie. Also ich habe manchmal den Eindruck, man hat lange versucht, einfach die Länge zu optimieren im Sinne von, ja, das längste Schwert, was ich finde und hat sich über Point of Bellens und so Gedanken gemacht. Aber das ganze Thema Griff und Knauf war dann so schon. Also es gibt schon Extreme, wo man sagt, das ist irgendwie
[01:13:46] Alexander: nicht mehr so cool, aber dass die Leute dann irgendwann auch gesagt haben, ja, gut genug passt schon so und sich damit zufriedengegeben haben, obwohl man da aus meiner Erfahrung raus schon echt noch einiges rausholen kann. Also natürlich nicht Tag und Nacht so, aber aber das stimmt gar nicht. Also wir hatten, wie gesagt, also gerade bei den Frauen ein paar dabei, die hatten dann halt irgendwann sich ein Schwert geholt, was ihre Handgröße gepasst hat. Das ist signifikant besser gewesen.
[01:14:12] Michael: Ja,
[01:14:15] Alexander: so haben wir noch ein Teil, über den wir noch nicht gesprochen haben, gerade weil
Schwertmasse und Griffkraft
[01:14:19] Michael: du Frauen erwähnst, ist der Punkt, den wir vorhin gesagt haben, dass er nicht so relevant ist, schon noch mal relevant, nämlich die Masse von Schwertern. Denn es macht einen sehr großen Unterschied, ob du einem Mann ein 1 ,5 oder 1 ,6 Kilo Schwert in die Hand gibst oder einer Frau.
[01:14:38] Alexander: Wie üblich der Disclaimer, wir reden hier natürlich von Durchschnittswerten, einzelne Ausreißer bestätigen die Regeln sozusagen.
[01:14:45] Michael: Ja, also bitte kommt jetzt nicht mit irgendwelchen exotischen Beispielen. Ja, aber die für die ist es kein Problem. Ja, okay, das ist halt auch eine Ausnahme, schon der der Mittelwert und im Mittel sind Frauen kleiner und leichter als Männer und auch nicht so muskulös. Du hast da mal eine kleine, quasi kleine, kleine Forschung dazu betrieben, was die biologischen Unterschiede in der Kraftentwicklung sind. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du mal beim Schwabenhau einen Vortrag gemacht, oder?
[01:15:21] Alexander: Ich habe also ich habe das Material gesammelt, ich habe das nicht ausgewertet bisher so richtig. Das liegt hier irgendwo und ich muss das irgendwann mal noch machen. Da machen wir mal eine Folge drüber. Was ich quasi geguckt habe, ist es gibt in der Forschung so eine ultra berühmte Studie, was die Unterschiede bei ganz spezifisch Griffkraft sind zwischen Männern und Frauen. Und das Ergebnis dieser Studie ist im Wesentlichen, es gibt wenig Sachen, die so weit auseinander laufen zwischen den Geschlechtern im Schnitt wie Griffkraft. Und ich habe mir halt gedacht, naja, also Griffkraft ist ja das, was am Ende entscheidet, wie viel Kraft du mit dem Schwert
[01:15:54] Alexander: übertragen kannst, weil das halt dein Kontaktpunkt ist. Ich frage mich, ob das bei historischen Fechtern und Fechterinnen auch so ist. Oder ob es da vielleicht so eine Sortierung gibt, dass wenn du jetzt als Mann mit, also es gibt drei Kategorien quasi so mal salopp eingeteilt. Du hast eine hohe, eine mittlere und niedrige Griffkraft, so was du einfach die Bereiche gedrittelt, wo die Leute typischerweise drin sind. Ob das vielleicht so ein Sortiereffekt hat, dass zum Beispiel Frauen mit einer schwachen oder sogar mittleren Griffkraft einfach gar nicht beim Hema dabei bleiben, weil sie das Schwert nicht so bewegen können.
[01:16:28] Alexander: Und dann habe ich quasi mir so ein Griffkraftmessgerät gekauft, die kosten auch nicht viel, gibt es digital und analog und habe einfach bei ein paar Events das mal auslegen lassen, den Leuten erklärt und Zettel hingelegt, so tragt mal ein. Und ja, also im Endeffekt war es genauso wie in der Originalstudie, Frauen, also alle, also um das Ausmaß der Misere wirklich einmal klar zu benennen. Die Schwächste, das Schwächste, die Schwächsten, ich weiß nicht mehr, ob es fünf Prozent waren oder die Schwächsten zehn Prozent. Ich glaube, die Schwächsten zehn Prozent aller Männer hat so eine Griffkraft wie das stärkste zehn Prozent aller Frauen.
[01:17:08] Alexander: Also das muss man sich überlegen, diese zwei Skalen überlappen so gut wie gar nicht. Die Schwächsten, von der Griffkraft her, die Schwächsten zehn Prozent der Männer sind so stark oder so schwach wie die stärksten zehn Prozent der Frauen, was Griffkraft angeht. Und es war bei den Hämmerleuten ganz genau das Gleiche. Also die einzigen Leute, die überhaupt von ihrer Griffkraft quasi in den Bereich von den Damen gekommen sind, die haben, die haben wir. Also wusste ich einfach so aus dem Gespräch allgemein, dass die halt irgendwie mal einen Unfall hatten und irgendwas sich am Arm verletzt hatten so. Also ja, das ist schon richtig krass und dementsprechend
[01:17:44] Alexander: gilt halt hier genau das Ding, wenn du es dir dann noch mal extra schwer machst, weil der Griff halt nicht hundertprozentig zu deiner Hand passt, als Mann kannst du das in vielen Fällen halt einfach kompensieren, weil du einfach so viel Kraft übrig hast, dann drückst du einfach ein bisschen fest, das geht schon, aber als Frau ist es sehr schwer, sehr, sehr schwer, dass einfach diese Reserve nicht dann da noch mal mehr reinzulegen. Und auch wenn
[01:18:07] Michael: du jetzt so das reine, die reine Körpergewichtsproportion ins Verhältnis setzt. Also ich erfinde jetzt mal durchschnittliche Werte, die wahrscheinlich nicht allzu weit von der Realität entfernt sind. Mann vielleicht so um die 80 Kilogramm, Frau so 55 Kilogramm, 60 Kilogramm. Das heißt, da hast du auch einen, also eine Frau, so drei Viertel eines Manns vom reinen Gewicht her. Und wenn du das jetzt auf die Waffe überträgst, wenn du sagst, okay, es sollte proportional sein, müsste eine Waffe für eine Frau drei Viertel von der von einem Mann wiegen.
[01:18:51] Alexander: Ja, genau. Gibt es tatsächlich vom Statistischen Bundesamt diese Zahlen? Der Durchschnittsmens in Deutschland ist 1 ,73 Meter groß und wiegt 38 ,3 Kilo. Frauen sind, also das ist jetzt durchschnittlich über beide Geschlechter 38 oder 83. 1 ,73 Meter und 78 ,3 Kilo.
[01:19:13] Michael: 78, okay,
[01:19:14] Alexander: gut. Genau, das ist quasi über beide Geschlechter und Frauen sind im Schnitt 13 Zentimeter kleiner und 16 ,8 Kilo leichter als Männer. Ja, also das ist schon Frauen im Schnitt 1 ,66 groß, Männer im Schnitt 1 ,79. Ja, das macht halt einfach was aus. Du kannst natürlich immer Ausreiser sein und an den Extremen sitzen und davon nicht so betroffen sein. Aber wir machen hier ja so ein bisschen auch für die breite Masse unseren Podcast. Und da ist es halt schon so, wenn du jetzt nicht der Ausreiser bist, hast du echt ein Problem. Ja,
[01:19:51] Michael: absolut. Deshalb muss man sich bei Turnieren auch ein bisschen Gedanken machen darüber, was man für Waffen zumindest an der unteren Skala zulässt.
[01:20:10] Alexander: Persönlich bin ich ein großer Fan davon, dass bei den Frauen einfach ein niedrigeres unteres Gewichtslimit gilt.
[01:20:15] Michael: Also ob die das dann selber so ausreizen, ob sie das haben wollen, das ist ja dann jedem selbst überlassen. Aber dass man sich überlegt, wo sind halt einfach anatomische Unterschiede, die dazu führen sollten, dass man die untere Gewichts Skala entsprechend anpasst. Und das ist halt in Tschechien zum Beispiel nicht so wirklich gegeben, dass so für Männer Frauen gleich untere Gewichts Grenze oder untere Masse 1450 Gramm und obere 1800 glaube ich. Macht schon einen Unterschied.
[01:20:55] Alexander: Ja, und wie du sagst, es gibt die Möglichkeit, ob es genutzt wird oder nicht, ist ja eine andere Frage. Aber das ist halt schon so, warum muss das eins zu eins das gleiche sein, wenn der Rest doch auch nicht eins zu eins. Naja, aber haben wir noch einen Teil vom Schwert quasi übrig, über den wir noch irgendwie die Eigenschaften potenziell beeinflusst?
Flex, Biegsamkeit und Klingengeometrie
[01:21:21] Michael: Biegsamkeit und so und ja dicke der Klinge beziehungsweise Klingengeometrie.
[01:21:29] Alexander: Dann lass uns mal mit Biegsamkeit starten
[01:21:31] Michael: korreliert wahrscheinlich auch so ein bisschen mit Klingengeometrie beziehungsweise dicke der Klinge. Biegsamkeit kommt drauf an, wenn es eine wobbelige Waffe ist, dann ist eine hohe Biegsamkeit eine große Herausforderung, weil das Ding halt dann wie so eine Fliegenklatsche agiert. Du kannst aber zum Beispiel die alte in Motofeder, die die dies da gab. Die Competition, die war so die sein, dass du eine hohe Biegsamkeit hattest, also hohe Flex und die aber trotzdem nicht wabbelig war. Und dann würde ich sagen, ist es nicht so relevant, also wenn du es hinkriegst, dass die biegsam zu machen, wenn sie nicht wabbelt, wenn sie
[01:22:24] Michael: wenn es nicht hinkriegst und das Ding wabbelt, dann hat es einen hohen Einfluss, weil sobald du irgendwie in die Bindung gehst und so ein kleines bisschen, also zwei Schwerter aufeinander, du parierst oder du wirst pariert und du bist hast nicht so den optimalen Klingenwinkel getroffen und das fängt ja an in der Hand zu wabbeln, das sind alles Dinge auf die kannst du verzichten.
[01:22:47] Alexander: Ja, das hat ja ein Stück weit auch damit zu tun, wie die Verteilung ist des Flexes. Also ist sie über die gesamte Länge gleich flexibel oder das Beispiel, was wir jetzt vorher hatten mit deiner ersten Feder, die vor allem im vorderen Drittel sehr flexibel ist. Das kann man ja auch unterschiedlich verteilen, man kann quasi die Großteil des Flexes in das vordere Drittel legen. Man kann aber auch ein bisschen gleicher verteilen oder halt so stückweise. Das ist ja quasi, wie sehr sich das von der Fläche gesehen nach vorne verjüngt und wie genau man da Material wegnimmt und so.
[01:23:15] Michael: Bei dem, was ich vorhin als Beispiel genannt hatte, meine erste Fehler, als wenn du damit anbindest, dann knickt die sozusagen sofort weg. Das ist nicht so sonderlich stark in der Bindung, könnte man sagen.
[01:23:30] Alexander: Ja, wir hatten ganz am Anfang auch noch die guten alten Hanweilfedern im Verein, nicht besonders lange, weil die natürlich dann auch kaputtgegangen sind. Und die haben ja quasi versucht, die historischen Fechtfedern so weitestgehend nachzubilden und waren dementsprechend halt auch sehr leicht und sehr flexibel. Aber die waren halt, also diese eine Feder, die sie sich da rausgegriffen hatten, aber die waren halt schon zum Fechten schon zu wobblig. Das war so ein bisschen Puhnudelgefühl. Ich würde aber auch sagen, es hat schon auch einen großen Einfluss, also nicht nur für das Wobblichkeit, sondern auch Trainingsqualität.
[01:24:06] Alexander: Weil wenn du jetzt natürlich eine Feder hast, mit der man den Partner stechen kann und der Partner sagt, ah, schöner Treffer, anstatt ah, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass man stechen lernt, auch wesentlich höher. So insgesamt, wobei ich sagen
[01:24:19] Michael: würde, dass wir da schon sehr stark auch zur Klingengeometrie kommen, denn es macht einen Unterschied, ob sich also ich nenne das mal, wie sich die Klinge einbiegt. Wie sozusagen das das initiale Biegungsverhalten ist, wie gut sie anfängt, sich zu biegen.
[01:24:42] Alexander: Du meinst das, was ich jetzt meinte, ob sie über die gleiche gesamte Länge geht oder ihr vorne und drittel?
[01:24:46] Michael: Nee, nee. In dem Moment, wo du zustößt und du triffst jetzt ein Ziel, wie schnell, wie leicht fängt die an, sich überhaupt zu biegen? Das damit ist nicht beschrieben, wie viel Masse du dann brauchst, um die auf eine bestimmte Art und Weise die Klinge zur Seite auszulenken insgesamt, sondern wie schnell sie anfängt, es überhaupt in eine Biegung zu gehen. Und wenn du jetzt eine Klinge hast, die das sozusagen nicht so gerne macht, dann kann die zwar relativ flexibel sein, aber du hast trotzdem immer, wenn du jetzt einen Stoß machst, dieses initiale und dann fängt sie an, sich zu biegen sozusagen.
[01:25:36] Alexander: Also quasi so ein bisschen die Trägheit, wann das biegen startet, ob der andere erstmal schon was abgelegt hat.
[01:25:41] Michael: Genau, genau.
[01:25:42] Alexander: Und worauf fühlst du das zurück, wenn du sagst Geometrie?
[01:25:44] Michael: Da bin ich jetzt zu wenig Klingenschmied und habe mich zu wenig mit Klingengeometrie beschäftigt. Meine diesbezüglich amateurhafte Meinung ist, dass wenn du die Klinge in der Geometrie so gut baust, dass sie eben ein Bedürfnis hat, sich auch eben einzubiegen. Ist das gut? So, das war zwar einfach gesagt, aber ich kann dir nicht sagen, wie sie jetzt designt sein möchte, ob du jetzt in Diamantform bräuchtest oder ob sie ganz flach sein müsste, weiß ich nicht.
[01:26:25] Alexander: Okay, wir können aber, glaube ich, bei der Klingengeometrie bleiben, weil so Thema, wir haben jetzt immer mit Federn das Beispiel gehabt, aber das ist jetzt quasi auch eine stichflexible, stichflexibles Trainings und Freifecht Schwert, was aber keine Feder ist. Das ist ja auch eine Art von Geometrie, weil das das geht halt an einem gerade hoch, sozusagen ohne Ricasso. Ja, macht das einen riesen Unterschied?
[01:26:52] Michael: Also die ist die ist flexibel ohne zu wobbeln und biegt sich gut ein, also fängt gut an, sich zu biegen. So ist mein mein Empfinden, also es ist durchaus so für Stichtraining eine gute Waffe.
[01:27:13] Alexander: Aber es ist jetzt nicht so, dass diese Form an sich schon wieder so ein riesen Unterschied macht, diese ganzen anderen Faktoren.
[01:27:19] Michael: Genau, also es ist dann quasi das Gesamt Kunstwerk, wie Sigi es dann eben so hingebracht hat, dass sie das macht, was ich da gut finde. Ja, aber das jetzt in eine normale Federform ist oder eben eher diese Schwertform, glaube ich, macht dann nicht so den krassen Unterschied.
[01:27:41] Alexander: Okay, was ich noch sagen würde, was einen Unterschied macht, ist wie breit quasi die Schneide ist im Verhältnis zu dem, wie breit die Fläche ist. Also sozusagen die Federn sind ja bekanntlich relativ schmal, wenn du auf die Fläche guckst seitlich. Aber du kannst sie halt trotzdem so herstellen über die Art und Weise, wie die Rundung quasi verläuft zur Klinge rüber, dass du schon merkst, bist du jetzt im Klingenkontakt eher auf der Fläche, bist du eher auf der Schneide. Du kannst die aber auch so gestalten, dass es sich fast quadratisch anfühlt, obwohl das nicht so ist. Also die sind natürlich nie quadratisch, aber wo du halt irgendwie
[01:28:23] Alexander: nicht so richtig unterscheiden kannst, ist es jetzt, bin ich jetzt gerade auf der Fläche und bin ich auf der Schneide? Und wenn ja, wie sehr? Also ist es jetzt eher so 90 Grad Winkel oder bin ich da eher 45 Grad drin? Und das hängt irgendwie, ich kann es auch nicht genau sagen, davon ab, wie breit die quasi in der Schneide ist, aber auch wie halt dieser Übergang von Schneide zu Fläche gestaltet ist und wie Fläche im Verhältnis zu Schneide quasi von der, wie dick er her ist und so, das ist glaube ich auch so ein Faktor, den kriegst du nur mit, wenn du das Ding in die Hand nimmst und mal mit einem anderen Schwert so ein bisschen Bindung probierst.
[01:28:59] Alexander: Aber das ist natürlich auch ein Faktor, wenn du sagst, Bindung ist an sich schon was Gutes, aber ich spüre halt einfach absolut gar nicht, wo sich mein Schwert im Verhältnis zum anderen Schwert befindet, dann wird es halt schwierig, irgendwie sinnvoll draus zu arbeiten. Also zum Beispiel mit der Motsch, die ich vorher hatte, wo man einfach gar nichts gespürt hat, wo man überhaupt war, da kannst du natürlich vergessen, aber auch wenn du spürst, okay, ich habe überhaupt Kontakt, da ist Druck, da kannst du halt immer noch sein, man spürt nicht so einen riesen Unterschied zwischen, habe ich jetzt auf die Schneide oder auf die Fläche getreten, das ist natürlich
[01:29:29] Alexander: eigentlich nicht sinnvolle Sache, weil man will ja schon immer noch dieses, also es kann ja eigentlich sinnvolle Sache sein, also du machst das explizit zur Joachim -Meier -Fechtschule -Simulation, das ist wurscht, ob ich mit der Fläche oder mit der Schneide treffe.
[01:29:43] Michael: Das ist natürlich eine Sache, die jetzt mit der Schwertform deutlich besser ist, also jetzt, als du es gerade erzählt hast, ist mir gewahr geworden, dass sozusagen mit so einer Sigi King, du ein deutlich besseres Gefühl hast, bist du auf der Fläche oder auf der Schneide.
[01:30:01] Alexander: Also Schwertform jetzt im Sinne von nicht Fechtfederform.
[01:30:03] Michael: Genau, ja und im krassen Kontrast dazu eben so eine Sigi Light, die eben sehr sehr dünn ist, da merkst du teilweise nicht, habe ich jetzt, war es ein Twerhau oder war es doch ein Prellhau mit der Fläche.
Gerollte, verbreiterte und abgerundete Spitzen
[01:30:19] Alexander: Stimmt, genau, beim Treffer ist es ja das Gleiche, da kannst du auch ein Feedback kriegen, wo du merkst, oh den habe ich jetzt aber mit der Schneide erwisst oder halt so ein, ich habe ein dumpfes Klopfen, eine Vibration gespürt, aber was das jetzt war, weiß ich nicht genau. Und ich meine, das formt natürlich über die Zeit schon auch dein Fechten, weil ja, wenn du es halt einfach die taktil sozusagen diese Information gar nicht kriegst, dann berücksichtest du das ja auch nicht. Absolut, ja. Okay, dann haben wir glaube ich noch die Spitze, so gibt es ja umgerollt, gibt verbreitert, gibt nur abgerundet und gibt, das ist ein Unfall, der darauf wartet einzutreten.
[01:30:59] Michael: Also ich persönlich bin erst mal Fan von diesen spatulierten Spitzen, also wo die quasi platt gehämmert sind und dann so so breit sind, denn also nur abgerundet ist, kannst du eigentlich dir auch das abrunden sparen und gerollt, also so so umgeklappt, umgeschmiedet. Bricht gerne mal ab, habe ich erlebt sozusagen, dass dann, was ist ich, du streichst an der gegnerischen Klinge auf und hast dann ziehst dann damit auch die den Ort der gegnerischen Klinge von oben ab und hast damit auch, je nachdem, wie sie gestaltet ist, eine, eine unangenehmere Form beim beim auftreffen. Sagen auf den auf den Gegner bei einem bei diesem spatulierten,
[01:31:59] Michael: da kannst du es ziemlich genau designen, wie breit oder wie groß die Fläche ist, die dann eben auf den Gegner trifft bei dem umgerollten, das ist immer so ein erstes Teil vom Kreis, aber so richtig definiert ist es dann nicht.
[01:32:15] Alexander: Okay, das ist interessant, also ich gebe da absolut recht, einfach nur so ein bisschen abgerundet, das kannst du echt knicken, dass wenn du mit Kontakt fisch, das kannst du machen, wenn du ohne Kontakt irgendwie Schaukampf machst oder so, ich bin tatsächlich eher ein Fan von umgerollt als verbreitert, quasi aus dem gleichen Grund, aus dem du ein Fan bist von verbreitert, weil es gibt zum Beispiel der Rapier von Sigi, der hat so eine verbreitete Spitze, aber die ist sozusagen nicht einfach. Vorne ein bisschen dicker, sondern die hat so leichte Ausläufer nach links und rechts und das ist halt wie so ein kleiner Hammer, weil dann
[01:32:51] Alexander: hast du wieder so ein kleines bisschen, wo sie sehr viel Kraft konzentriert, wenn du damit getroffen wirst, hast du halt quasi im Hieb wenig wenig Fläche auf Kontakt, ja okay und das passiert halt bei den umgerollten nicht und beim umgerollten finde ich im Stichtal was auch angenehmer, weil du kannst halt über die, also über die, wie soll ich sagen, also wie du dieses umrollen machst, kannst du ja auch so ein bisschen vorkonfigurieren, wie sich das Schwert hinterher biegt und in welche Richtung, ja also du musst das ja nicht genau rund machen, du kannst es ja leicht oval machen, du kannst es ein bisschen nach links und rechts versetzen
[01:33:27] Alexander: und über das kannst du dann halt auch wieder steuern, wie sich das Schwert am Ende biegt zum Beispiel, dass es sich halt in eine bestimmte Präferenzrichtung biegt oder nicht oder schon, würde aber auch sagen grundsätzlich geht schon bei, dass ich habe noch manchmal den Eindruck auch bei diesen verbreiterten Spitzen ist es schon so, dass teilweise, die immer noch relativ dünn sind, also es gibt ein paar, wo ich sagen würde, das finde ich okay, also die sind ausreichend verbreitend, bei den anderen denke ich mir schon, gut ist es, verbreitern war jetzt auch mehr so homöopathische Menge.
[01:33:57] Michael: Der Alibi, was hältst du, wenn wir gerade dabei sind von Pöpseln?
Pömpel und Sicherheit bei Rapier und Langschwert
[01:34:03] Alexander: Ist im Rapier ein großes Thema, weil ja die meisten Rapiere einfach vom Gesamtdurchmesser nochmal deutlich kleiner sind an der Spitze als Langschwert und da wurde ja auch erst Anfang des Jahres irgendwann einem durch die Jacke durch den Arm durchgestochen mit einem Rapier, der ungepöpselt war und der auch von ein bisschen ganz eine Andeutung von Verbreitung hatte, aber auch nicht besonders viel und von daher ja, also bei den Rapierenpöpseln war alle, bei den Langschwerternpöpseln war nix, da musst du dann nur gucken nach dem Material, also wenn du natürlich Gummi nimmst, das hält sehr gut an der Maske und dann hast du halt
[01:34:39] Alexander: diese Technik dem anderen Kopf, da gibt es ein bisschen den Cheat, dass du so formbares Plastik dir holst, ich weiß gerade den Fachbegriff nicht mehr, das sind so weiße Kügelchen, die tust du einfach in heißes Wasser, dann werden die quasi weich, wischst du mit dem Löffel raus, dann sind die formbar, so lange bis sie wieder hart werden und da, das ist halt Material, das gleitet an der Maske ab, aber du kannst trotzdem die Spitze einfach ein bisschen breiter machen, das sind halt Plasse und kein Gummi, genau, weil es Plastik ist, im Zweifelsfall reibt sich das halt durch, dann machst du einfach was neues drauf, also das kostet auch nicht viel, da kannst du auch mit so
[01:35:16] Alexander: einer Tüte locker einen ganzen Verein ausstatten, die du irgendwie für einen 15 bei Amazon kaufst oder so, aber ja, also bei Rapieren einfach, weil der ein Gesamtdurchmesser so so klein ist, bin ich da schon ein Fan von,
[01:35:29] Michael: übrigens liebe Hörer, falls ihr genau aufgepasst habt, habt ihr gerade einen dialektalen Unterschied zwischen Alex und mir festgestellt, der mit unserer Herkunft zu tun hat, schreibt uns gern an Posted Schwertgeflüster, ob ihr herausgefunden habt, was es ist, tatsächlich, ich habe es nicht rausgefunden, ich sage es ja nachher, nach der Aufnahme, mach mal,
Stahlhärte und Form der Parierstange
[01:35:53] Alexander: gut, ich glaube, dann haben wir einmal alle Eigenschaften nochmal durchgenommen, oder, also zumindest, ich meine, du kannst es natürlich so sagen, aus was für einem Stahl ist der, wie ist der gehärtet und so, ja, das war früher ein Thema, da haben die Hersteller schlechte Ställe verwendet und die hast du dann riesige Dellen, reingehauen, weil du ein bisschen härteren hattest, aber ich habe das Gefühl, da hat sich auch so ein Standard Härtungsgrad etabliert, wo du nicht, wenn du eins von den normalen Schwertern hast, jeder verwendet, dass dem anderen sofort irgendwie fette Kerben reingehauen werden. Ja, absolut, also Sigi kriegt das
[01:36:26] Michael: exorbitant gut hin, jetzt Klingen zu liefern, die keine Scharten fressen, aber auch nicht brechen, also das ist, denke ich, jetzt ganz gut im Griff, das Thema.
[01:36:40] Alexander: Ja, auch meine erste, die Bebekusch, da war die Parierstange irgendwie zu weich und die hat sich dann halt mit der Zeit nach hinten gebogen, hast du es auch?
[01:36:48] Michael: Ja, meine auch, genau, ja, ja,
[01:36:49] Alexander: ja. Und du musstest dann immer
[01:36:50] Michael: zurückhämmern. Also, ich meine, er hat, ich habe noch diesen Knick jetzt so original da drin.
[01:36:56] Alexander: Ja, das ist vielleicht noch eine Sache, Form der Parierstange, du kannst ja theoretisch auch unterschiedlich, die Parierstange kann ja unterschiedlich enden, sozusagen, kann ja gedreht sein, nicht gedreht sein, also bei Rapieren gibt es mehr Auswahl.
[01:37:11] Michael: Ja, ich sag mal, solange es safe ist, also wenn du nicht irgendwie nach vorne gerichtete Spitzen hast, wie so eine Wildschwein, so eine Keilerhauer, da denke ich, macht es nicht so einen krassen Unterschied.
[01:37:25] Alexander: Ja, meine Erfahrung auch, wir hatten auch mal jemand, der hatte so eine, so eine leicht nach vorne gebogene, wo man auch dachte, oh, abgefahren, aber hat auch jetzt keinen relevanten Unterschied gemacht.
[01:37:36] Michael: Ja, muss man gucken, zum Beispiel in Tschechien ist es nicht erlaubt, dass sie so nach vorne gebogen sind. Je nachdem, ob du da irgendwo an einem Turnier teilnehmen möchtest oder nicht, empfehle ich vorher mal die Regelwerke so ein bisschen zu überfliegen, bevor man sich jetzt ein Schwert kauft.
[01:37:54] Alexander: Jetzt hör aber auf, Regelwerk vor dem Turnier lesen.
[01:38:00] Michael: Ach ja, so können wir ja auch mal eine ausgiebige Folge machen, was, was für Infos in Regelwerken drinstehen, liebe Hörer, ihr glaubt es kaum, da sind Details drin versteckt, ja.
Warum Ringe an Fechtfedern problematisch sind
[01:38:17] Alexander: Ich bin jetzt gerade auch auf der Regenierseite, mir ist eine Sache eingefallen, die hatte ich im Vorgespräch noch angesprochen, ich glaube, mit der können wir aufhören und dann haben wir, glaube ich, wirklich alles, was irgendwie wirklich relevant ist, einmal durch. Man kann Fechtfedern, zumindest bei Regenier und bei Bebekusche auch, mit Ringen kaufen.
[01:38:35] Michael: Ja
[01:38:36] Alexander: leider, die Ringe quasi auch von der Parierstange nach außen. Ja,
[01:38:40] Michael: ja, ja, ja, ja, ja,
[01:38:43] Alexander: ja, ja. Erste Frage, macht es einen Unterschied?
[01:38:46] Michael: Ja.
[01:38:48] Alexander: Und dann in welche Richtung, positiv oder negativ?
[01:38:50] Michael: Also ich finde es ganz furchtbar, also ich finde, die eignen sich ganz hervorragend darum, um sich den Daumen beim Ring am Schwert zu brechen. Also weil, wenn du, wenn du dort irgendwie gegeneinander rutschst, dann rutscht dein Daumen dort drunter und einer verdreht dir das, nimmt dir das Schwert weg, hat das jetzt nicht gesehen und deinen Daumen marschiert dann einfach mit, mit dem Schwert, also das finde ich kreuzgefährlich und es beraubt dich auch der Freiheit, einen Daumengriff überhaupt zu machen, weil eigentlich kommst du mit dem, mit dem Handschuh dann nicht so wirklich da drunter, aber ich verstehe,
[01:39:30] Michael: ich verspreche euch, wenn ihr den Daumen nicht drunter haben wollt, in gerade beschriebener Situation, dann passt er drunter.
[01:39:37] Alexander: Ja, genau, das ist ein bisschen schwierig so. Man kann also jemanden zu entwaffnen, ist ja jetzt noch keine so richtig krasse Ringenaktion, das ist ja eher so Standard, wenn man aber tatsächlich mit Würfen arbeitet, man kann ganz wunderbar auf die Ringe natürlich auch drauffallen, weil das Schwert dann wunderbar vom Boden weg steht. Und man lernt halt nicht so richtig gut auf seine Hände aufzupassen, weil natürlich der Handschutz ist schon deutlich besser, du kannst jetzt nicht an der Fläche entlang schlagen, im anderen auf die Hände schlagen, aber wehe dem, der einfach jahrelang mit Ringen gefochten hat und
[01:40:11] Alexander: dann mal ein Schwert oder Ringe in der Hand hat und auf einmal halt auch mal, der Hände ist hinterher offen.
[01:40:18] Michael: Also in unserem Ausrüstungsguide steht ganz klar drin, keine Ringe, großgeschrieben, fett gedruckt, Ausrufezeichen. Es führt sich trotzdem ab und zu mal jemand damit dann zu uns ins Training, hast du den Ausrüstungsguide nie gelesen? Doch, aber Ringe sind doch cool für die Hände als Schutz, ich,
[01:40:39] Alexander: right to jail. Ja, bei uns auch erster Satz, du brauchst eine Fechtfeder ohne Barrierringe,
[01:40:47] Michael: die sich bei 15 Kilogramm Belastung sichtbar biegt, aber auch nicht zu flexibel ist. Bei, ich hatte einmal den Fehler gemacht, da hat mich einer meiner Trainierenden gefragt, ja hier müssen wir ein neues Schwert besorgen und dann hatte ich ihm bei Trainingsschwärter ein bisschen auf die schnelle paar rausgesucht. Und bei dem einen, ich hatte nur auf die Bilder geguckt und grob auf die Beschreibung, ob das soweit passt. Und bei einem waren Ringe dabei, die hast du aber auf dem Bild nicht gesehen, also nicht so wirklich, weil das quasi aus dem Winkel fotografiert war, dass du es nicht erkennen konntest. Habe ich gesagt,
[01:41:27] Michael: also, ist auch kein relevantes Feature, das muss man auf den Bildern nicht zeigen, zwei, zwei von drei Schwertern, die ich rausgesucht hatte, hatte keine Ringe, rat mal, welches von den dreien er sich dann geholt hat, zielstrebig. Kann man damit an und ich so, es tut mir leid, aber schickst zurück ging dann auch, also hat alles noch geklappt. Wäre ein bisschen sehr unangenehm gewesen, hätte ich dann gesagt, ja hier, kauft ihr das Schwert und dann Scheiße.
[01:41:57] Alexander: Okay, aber dann sind wir wirklich durch, oder? Ja, das
[01:42:00] Michael: ist, das ist ein schönes Schlusswort, keine Ringe, bitte. Das ist Mist.
Umfrage zum Trainer-Treff und Competition Camp
[01:42:06] Alexander: Dann der abschließende Hinweis, wir hatten es ja in der letzten Folge schon, wir haben noch mal eine Umfrage aufgemacht, was dieses ganze Schwert geflüstert Trainer -Treff -Thema angeht. Wenn ihr noch nicht habt, nehmt gerne noch mal teil, um zu gucken, gibt es da Interesse, wenn ja, in welchem Form, was würde euch inhaltlich interessieren, wo soll man es machen, wenn wir es nochmal machen und so. Das ist jetzt keine Garantie, dass wenn jetzt alle sagen, ja, macht das, was dann machen, aber auf jeden Fall, wenn keiner sagt, macht’s, dann werden wir es auf jeden Fall nicht machen. Ja,
[01:42:36] Michael: also wir würden es gerne machen, aber ihr müsst schon sagen, macht’s
[01:42:40] Alexander: genau und auch halt mit den Themen und so. In diesem Sinne, Link ist in den Show -Notes, wir waren so optimistisch im Vorgespräch noch, aber da können wir ja dann noch ein bisschen nicht nur über Langschwert reden, sondern über Rapier
[01:42:53] Michael: und Säbel und Zeig. A few hours later
[01:42:59] Alexander: muss man auch mal über die Details reden,
[01:43:04] Michael: man muss auch mal über Details reden, weil du grad bei Terminen warst, ich wollte noch kurz Werbung für unser Competition Camp machen, also ein dreitägiges Trainingslager hier bei uns in Dresden, alle Infos dazu findet ihr auf unserer fencing -club .de Webseite, könnt euch anmelden und drei Tage mit uns Wettkampfvorbereitung machen.
[01:43:25] Alexander: Kannst du das für die Zuschauer, die von ein bisschen weiter weg anreisen, nochmal so mit lokal -koloriert gefärbtem Akzent sagen?
[01:43:35] Michael: Wir freuen uns unheimlich, euch hier begrüßen zu dürfen bei drei Tagen Competition Camp.
[01:43:42] Alexander: Wunderbar, also dann kann ja jetzt eigentlich nix mehr schiefgehen.
[01:43:48] Michael: Na, genau, in diesem Sinne, bis in 14 Tagen, macht’s gut, tschüss. Ciao. Halt, bitte noch nicht weglaufen, ihr könnt diesen Podcast nämlich noch unterstützen. Wenn es euch gefällt, dann tut uns einen Gefallen, gebt uns ein Like auf Facebook oder bei Instagram oder bewertet diesen Podcast bei iTunes und unterstützt uns auch gerne auf Patreon .com slash Schwertgeflüster, Schwertgeflüster mit U -E, und empfehlt diesen Podcast euren Freunden und Feinden weiter.
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