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Die Art und Weise wie deine Gruppe von außen wahrgenommen wird oder auf Neueinsteiger wirkt ist kein Zufallsprodukt, sondern basiert auf eurer Identität. Wen ihr wisst, worauf zu achten ist könnt ihr euch eure Identität zunutze machen um eure Ziele einfacher zu erreichen.
Eure Interaktionen untereinander, eure Leistungen und Erfolge, eure Werte und nicht zuletzt eure Mitglieder und deren Interessen und sogar deren Aussehen beeinflussen eure Identität.
Wenn ihr euch also schon immer gefragt habt, warum manche HEMA-Gruppen bunte Söckchen tragen und andere nicht ist das die Folge für euch. 😉
Shownotes
- Cultural Web von Johnson und Scholes
- Wie bezieht man seine Mitglieder ins Vereinsleben ein? (SG 7)
- Wie trainieren Fechterinnen und Fechter erfolgreich zusammen feat. Amelie Eilken (SG 12)
- HEMA als Lifestyle feat. Ingulf Popp-Kohlweiss (SG 70)
In eigener Sache
Schwertgeflüster ist ein Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Alexander ist Trainer und Mitgründer der Schwabenfedern Ulm, Autor von Der Schielhau im Detail und ficht Langschwert und Rapier. Michael ist Trainer und Mitgründer vom Fencing Club Dresden und ficht vor allem Langschwert.
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Transkription
00:15
Hallo liebe Hörer, Folge 74 vom Schwertgeflüster Podcast. Das Thema heute ist wieder so ein bisschen eins, wo man sagt, seid ihr euch dessen bewusst, was da eigentlich bei euch an eurer HEMA-Gruppe passiert? Passiert das einfach von alleine und ist das eigentlich gut oder nicht? Wenn ihr die Folge gehört habt, werdet ihr euch wundern, wie euch das noch nie aufgefallen sein kann. Und vielleicht hat das eine oder andere ändern.
00:42
Oder ihr sagt, nee, passt alles. Ist gut so wie es ist, oder? Vielleicht seid ihr auch ein Trainierender und merkt dann mal, was euer Trainer da eigentlich so für Tricks in der Kiste hat, warum es bei euch so gut läuft. Zwar wollen wir heute mit euch darüber reden, was für eine Identität denn eure HEMA-Gruppe hat. Also, wie wirkt die auf neue Leute, die zum ersten Mal zur Tür reinkommen? Wie wirkt die auf Externe? Also wie wirkt ihr als Gruppe auf Externe?
01:12
und auch solche Dinge wie… Ja, oder sagen wir es wie es ist. Wir erklären euch auch warum das eine Rolle spielt und warum ihr darauf achten solltet. Dazu in einem Moment mehr. Wie immer mit mir, Alexander Fürgut und Miriam Sprenger. Hallo Michael. Hallo Alexander. Dann würde ich doch gleich mal damit einsteigen. Ich bin ja Trainer bei den Schwabenfedern, habe die ja auch mit gegründet. Michael. Ich meine, du kennst jetzt mich ja, aber du kennst ja auch meine Gruppe.
01:41
Kannst du mal versuchen, die Identität zu beschreiben, was du da so wahrnimmst von außen? Und halte dich hier nicht zurück. Also du kannst dir ganz offen im Podcast sprechen, was du da für einen Eindruck hast. Natürlich hart technisch gut ersehnt, aber vor allem, vor allem wirklich. Und das nehme ich jedes Mal wahr, wenn ich mit euch interagiere, auch beim Kardertraining. Vor allem bescheiden.
02:08
Ja, Titel des bescheidensten Fechtrainers hatte ja Ingo schon für sich requiritiert. Dann können wir ja vielleicht die bescheidenste HEMA-Gruppe sein. Ja, die bescheidenste HEMA-Gruppe Deutschlands. Ja, würde ich es sofort unterschreiben. Okay, wie kommst du denn zu diesem Eindruck, Michael? Na, es steht bei euch auf den T-Shirts drauf, oder? Das ist ja quasi Vorgabe.
02:31
Tatsächlich ist das eine Line von T-Shirts, es gibt auch noch diverse andere, aber ist die, Leuten in Erinnerung bleibt. Was habt ihr noch für welche? Wir haben Dreshguards, die sind ja einfach nur mit dem Vereinslogo. Da gibt’s auch aus dem gleichen Material wie diese Shirts, Training-Shirts, die halt auch nur das Logo drauf haben. Ah, okay. Also ihr habt nicht mehrere Sprüche irgendwie. Da haben wir uns überlegt, die Begleitungen für dieses Shirt war so groß, das haben wir das genommen.
03:00
Das ist absolut nachvollziehbar. ich verstehen. Also wer das noch nie gesehen hat, quasi vorne steht Schwammfehler, der Schriftzug drauf, also vertikal von oben nach unten. Und dann drunter steht eben h.technisch.gutaussehend in einer passenden Schriftart. Und auf der Rückseite steht dann so klein in der Mitte bescheiden, dass die Leute nicht den falschen Eindruck kriegen. Ist der Podcast eigentlich auch dazu da, hier zu offenbaren, wie es dazu kam? Oder ist das
03:29
Wollt ihr das für immer für euch behalten? Ich glaube, das kann ich schon erzählen. zwar hatten wir mal angefragt, also ich weiß nicht, ob ich erzählen möchte, von wem das kommt. Eigentlich ist es egal. Auf der anderen Seite war es eine Mail von einer Person. Vielleicht mal nicht. zwar gab es halt ein Turnier so grob in Süddeutschland und da war nicht ganz klar, das jetzt ein internes Turnier war oder nicht. Dann habe ich da angefragt und dann hat der Organisator mir gesagt.
03:57
Ja, Alex, ihr seid ja schon so irgendwie fett, ihr seid ja schon noch hart, aber schon noch sehr technisch. Aber schon auch irgendwie hart und er weiß nicht, das ist ja eher so ein Freundschaftsturnier-Dings. Dann habe ich das halt bei uns so erzählt. Ich habe jetzt kein klares Ja und kein klares Nein bekommen. Aber so hundertprozentig rechts ist es ihm glaube ich auch nicht. Und das haben…
04:24
Also die Leute hätten sich auch drauf fokussieren können, sagen, hm, das ist vielleicht nicht so gut, wenn man so diesen Ruf hat, dass man irgendwie zu hart fechtet, vielleicht sollte man da was dran arbeiten. Das haben sie nicht aufgegriffen oder das haben sie nicht aus dieser Mail mitgenommen, sondern wir es mitgenommen. Ah, wir fechten hart und technisch, das ist ja eine coole Sache. Und dann hat halt irgendjemand eingeworfen, ja, gut aussehen sind wir natürlich, auch selbstverständlich sind wir gut aussehend. Und dann gingen halt schnell die Sachen los mit, ah, das sollte mal jemand auf ein T-Shirt machen, da habe ich ja ein schnelles Photoshop-Mock abgemacht.
04:51
große Begeisterung bei den Leuten und dann irgendwann so dieses, aber irgendwas fehlt da noch, irgendwas fehlt da noch und dann ist es, ach genau, dann machen wir auf die Rückseite noch bescheiden, dann ist das Design fertig. ist einer, Trainer aus eurem Verein hat das mal, der den gleichen wunderbaren Vornamen trägt wie ich an dieser Stelle, liebe Grüße.
05:16
Der hat es mal so schön als die Schwabenfedern Ego Collection bezeichnet. Das fand ich eigentlich sehr schön treffend. Ja, durchaus trifft es das. Tatsächlich waren wir dann auch nicht bei diesem Turnier, aber ab dem nächsten Jahr war es dann ganz offiziell ein öffentliches Turnier und dann hat man sich zwischendurch auch noch mal auf einem Event getroffen und war es dann auch okay. Okay. Aber das hat ja mehrere Sachen eigentlich ausgesagt, die auch …
05:39
Ich hätte sorry gar nicht erzählt, du jetzt nicht danach gefragt hättest, aber eigentlich passt die ja ganz gut zu dem Thema. Genau, denn ihr habt ja irgendwie eine Identität gehabt nach außen hin. Irgendwie habt ihr gewirkt. Genau, irgendwie haben wir gewirkt. In diesem Fall war das Wirken ein, ha, irgendwie technisch schon, aber irgendwie auch hart und ah, vielleicht ist man das auch zu hart für so dieses Freundschaftsturnier, dieses Halbinterne, was wir hier machen. Ja. Und das in erster Instanz, in zweiter Instanz auch, das hat die Leute nicht gestört. Das war völlig in Ordnung, für die so nach außen zu wirken.
06:08
Auch das ist sicherlich was, nicht bei jedem Verein so wäre. Ja, wo man sich dann denkt, oh Gott, man will ja gemocht werden vielleicht, außerhalb des Vereins oder als Gruppe in der HEMA Community. Und wenn Leute einen dann für hart bzw. zu hart fechtend einschätzen, das ist ja dann schon so, geht es so in die Richtung Schläger Truppe. Das Image muss man ein bisschen mögen. Ich weiß nicht, ob wir schon bei Schläger Gruppe angekommen sind, aber die
06:38
Nein, das ist ja eine mögliche Interpretation, meine ich. Ja, genau. Aber es ist den Leuten einfach wichtiger zu sagen, mir wusst, ob die das für zu hart hatten oder nicht. Solange ich besser fechte als die, das okay für mich. Ja. Und da sind wir auch schon voll im Thema, denn das ist natürlich jetzt die Es geht um die Identität der Gruppe, und das ist letztendlich ein guter Teil von dem, was unsere Identität ausmacht. einen, man nach außen wirkt, und zum anderen auch, wie man nach innen wirkt.
07:08
Also auch was die Leute innen drin von EINOCK haben, was sie den Wert schätzen und was nicht. Ist es dann auch so, wenn Neulinge bei euch ankommen, dass sie sich denken, boah, das ist ja hier schon hart und zwar auch technisch. meine, okay, das kann man vielleicht als Neuling noch nicht so einschätzen, aber dass man das Gefühl bekommt, hier bin ich, bin ich im richtigen Dojo gelandet, wenn ich es bisschen härter mag. Ich hoffe nicht. Also der Anfängerkurs ist ja, ist ja ganz, also
07:37
Da wirst du Schritt für Schritt rangeführt, deshalb gibt es ja auch einen eigenen Anfängerkurs. Da ist das alles nicht irgendwie so, dass du da ins kalte Wasser geworfen wirst und gleich sozusagen fechten, also dass es richtig zur Sache geht. Was man aber schon gemerkt hat, wir haben immer diesen Zweitwaffenkurs parallel zum Anfängerkurs. In der Stadt und normalerweise auch am ersten Termin und das
07:58
Der Vorhang ist halt unten, man macht dazu seine Zweitwaffe und der Anfängerkurs geht eine halbe Stunde kürzer als der andere Kurs. Das heißt irgendwann geht dieser Vorhang hoch und dann sehen halt die Anfänger das erste Mal, sie da sind, was so bei der Zweitwaffe gemacht wurde. Und je nachdem, was das für eine Waffengattung war, waren die Reaktionen schon ein bisschen unterschiedlich. Also keine Ahnung. Wenn wir zum Beispiel Ringen gemacht haben im ersten Training, ich noch einen Ringenkurs anfange, mache ich nicht direkt aus dem Stand Ringen, sondern da fängt man halt auf den Knien an.
08:25
Dann haben die gesehen, wie Leute aufeinander rumgerollt sind. dann so, hä, was hat das mit Schertkampf zu tun? Also, große Verwunderung. Auch bei den Waffen war es unterschiedlich. Die sehen ja unterschiedlich beeindruckend aus, sag ich mal, wenn man mit denen durch die Luft fädelt. Also, da merkst du schon, das wirkt irgendwie anders. zum Beispiel, jetzt… Also, wir haben es irgendwann gesagt, dann fangen wir vielleicht einfach beim zweiten Termin an.
08:50
dass die beim ersten Mal eher sehen, es dem Schwert so geht. halt auch so, so lange die Leute mit dem Schwert so hin und her fechten, das sorgt jetzt nicht für weit aufgerissene Augen. Aber wenn es Beispiel ins Ringen geht und dann irgendjemand den anderen Waffen nimmt oder vielleicht sogar auf den Boden ringt oder so, da ist auch großer Anfängerschock da, weil das halt auch was ist, was man aus anderen Waffengattungen, wenn man vorher keinen Kampfschlott gemacht hat, nicht kennt. Ich fand gerade interessant, dass du sagtest …
09:16
Das habe ich jetzt nicht mit Kampf mit Schwertkampf assoziiert. Also ist ja auch ein Stück der Identität. Wenn man als Neuling da reinkommt, dass man zu einem großen Prozentsatz wahrscheinlich denkt, ich gehe hier in einen Schwertkampfverein und da habe ich ein Schwert in der Hand. Das ist es. Genau. Also.
09:38
Der Anfängerkurs fängt damit an, dass die Leute in der ersten Stunde erst mal bisschen Ringen am Schwert machen. hat, wie schon ein paar Mal erwähnt, historische Gründe, weil das noch eine Zeit kommt, als wir keine Masken hatten. die kurze Seite, wo der Knopf dran ist, ist leichter zu kontrollieren als die lange Seite mit dem Ort. Und das sorgt aber halt auch dafür, dass es so … Du hast halt von Anfang an so einen Erwartungsangleich, weil du den Leuten in der ersten Stunde sagst, guck mal, Fechnitz ist wahrscheinlich nicht so, wie ihr euch das vorstellt. Ja. Also, du bringst dort …
10:08
gleich von Anfang an die Karten auf dem Tisch? Genau, so ein bisschen. ihr habt eine gewisse Vorstellung. Wahrscheinlich ist das nicht das, was ihr glaubt, dass es ist. Hier ein bisschen Kontext. Das ist auch ein relevanter Punkt. Ringdamm Schwert gibt es auch. Wollen wir da mal über die Punkte reden, die das beeinflusst? was sorgt denn dafür, dass man eine bestimmte Wirkung hat, dass man eine bestimmte Identität hat? Ja, sollen wir intern oder extern anfangen oder willst du das zusammen machen?
10:38
Ich würde das mal… Puh. Machen wir das aus der Sicht eines Mitgliedes erst mal. Lass uns vorher noch eine Sache machen. Warum ist denn das eigentlich relevant? Ah ja, Also warum ist es relevant, eine Identität zu haben als…
10:58
Also was heißt eine Identität zu haben? Ich glaube, da kommt man nicht drum rum. hat auf jeden Fall eine. Gruppe irgendwie eine Identität. Die bildet sich halt durch entsprechende Faktoren, auf die wir gleich eingehen werden. Die Frage ist, steuert man das oder nicht oder passiert es einfach so? Und meistens sind die Ergebnisse, wenn es keiner steuert und es einfach so passiert, nicht so ideal, wie wenn jemand da ein Auge drauf hat. also kurz um das vorweg zu nehmen, man kann es natürlich steuern.
11:26
Man kann das eine berühmte Richtung lenken. Was denkst du, machen das die meisten Gruppen, dass sie sich da aktiv drum kümmern? Teile davon auf jeden Fall ja, weil das in die Richtung Trainingsregeln und Trainingsaufbau reingeht. Aber das umfasst noch sehr viel mehr als das. Und ich glaube, dass viele Gruppen das nicht komplett durchdenken, was zu diesem Spektrum alles noch dazugehört. Aber ja.
11:53
Da wird noch darüber zu sprechen sein. Warum ist es denn aus deiner Sicht wichtig, seine Identität zu achten als HEMA-Gruppe? Also wenn ich jetzt mal die Innensicht mir angucke, es ja ein, wahrscheinlich sogar der Hauptgrund, die Identität und die Kultur in der Gruppe. Warum Leute bleiben, also warum sie kommen.
12:16
ist wahrscheinlich Schwertkampf, Sie wohl gesehen, klingt irgendwie cool, schau nicht mal vorbei. Das, Sie tatsächlich da bleiben, also ich meine jetzt auch länger als über dieses Anfangshoch von ich mache hier irgendwie Schwertkampf für ein Jahr, dass Leute wirklich drei, vier, fünf, sechs Jahre investieren, ist, dass sie sich halt mit der Identität identifizieren können, die davorhörst, dass die ein Stück weit natürlich auch annehmen und sich das zu eigen machen.
12:43
Die Gruppe als Ganzes funktioniert auch besser, die Identität der Leute, wenn die sich innerhalb dieses Gruppengefügels gut einfügen, weil sie dann gut zusammenarbeiten können und auch die… Wie soll ich sagen? Ja, also das schreckt halt einfach viele Leute ab, wenn da…
13:02
Identität nicht so gut ist und vor allem kriegst du vielleicht auch gar nicht die Leute, die du haben möchtest. Also wenn deine Identität in eine Richtung geht, dann kriegst du halt Leute, die auf diese Identität anspringen und die sind aber eigentlich gar nicht die Leute, die du haben willst. Dann ist halt auch so ein, ja ich weiß auch nicht. Also irgendwie kriegen wir immer nur Leute, die das und das wollen und eigentlich machen wir was ganz anderes und dann bleiben die halt auch nie. Ja man sagt so als Person,
13:27
ist man der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen man sich am meisten umgibt. Ob das jetzt stimmt oder nicht mal dahingestellt, aber ich finde, es hat auf jeden Fall einen Punkt. Und genauso ist es natürlich so, wie du beschreibst, auch in einer Gruppe. Die ist natürlich der Durchschnitt der Personen, die sich dort am meisten einbringen. Ja, und.
13:54
Ja, und damit ziehst du natürlich ein bestimmtes Klientel an. Und das ist dann die Frage, wen du haben möchtest. wenn du, so wie du sagst, wenn du dich fragst, die Leute in meiner Gruppe, sind zwar alle nett, aber die wollen alle was anderes, als ich eigentlich will. Dann ist es ein guter Punkt, mal drüber nachzudenken. Was hat man eigentlich für eine Identität und welche will man eigentlich haben?
14:24
Ja, also konkretes Beispiel wäre ja auch so was wie Man möchte eigentlich eine Gruppe von Leuten haben die auf den sportlichen Aspekt, weiß nicht mehr, sind nicht Wettkämpfe, sondern tatsächlich sich körperlich bewegen, ordentlich in den Schwitzen kommen, die darauf Bock haben, und so richtig Gas geben wollen, vielleicht ein bisschen Krafttraining nach dem Training machen oder so. Und das sind eigentlich die Leute mit denen man gerne trainieren würde. Aber irgendwie kriegt man nur Leute, die wollen halt so ein bisschen in der Halle stehen, mit Schwert was machen.
14:52
Ein bisschen schwitzen ist schon auch okay, aber man muss es dann auch nicht übertreiben. Das wäre ein Beispiel, wo die Identität der Gruppe diese ausstrahlt und die Mitglieder haben nicht zu dem passt, was die Vereinsführung oder die Trainer sich wünschen würden. Wenn man das angleicht, dann dreht sich das Blatt mit der Zeit. Dann hat man vielleicht irgendwann tatsächlich die Leute da, die auch genau darauf Bock haben. Oder man stellt fest, dass man vielleicht als Einzelperson, die jetzt in einer Gruppe
15:22
schon einen gewissen Einfluss hat, jetzt nicht allein ich und vielleicht auch nicht den meisten eigentlich was anderes möchte und feststellt. Alle anderen oder viele der anderen, die hier einen Einfluss haben, möchten das aber also oder haben andere Vorstellungen. Dann ist auch ein Grund, drüber nachzudenken. Pass ich hier vielleicht reiten? Ist das hier was für mich?
15:49
Wie ist es mit der Außensicht? Ist es überhaupt relevant, wie andere HEMA-Gruppen die eigene HEMA-Gruppe wahrnehmen? Oder ob sie die überhaupt wahrnehmen? Ich denke schon. Du hast als Mensch… Es gibt die Theorie, dass Menschen rein aus egoistischen Motiven handeln. Und dazu gehört auch immer eine Anerkennung innerhalb einer Gruppe und einer Community. Das heißt…
16:16
Die Anerkennung der Gruppe innerhalb der HEMA-Gruppe ist auch etwas sehr Wichtiges, um sich um sich wohlzufühlen, um Teil dieser Community zu sein. Denn du du willst dich ja vielleicht auch weiterbilden. Sagen wir mal, du willst hier mal irgendwie ein Event angucken und dann fährst du irgendwo hin und triffst andere Leute. Und wenn die einen grundsätzlich negativen
16:46
Eindruck von deiner Gruppe haben, dann ist es irgendwie doof, irgendwo hinzukommen, wo alle denken, ah, hier, kommt dort und dort her oder die kommt da und da her und das wird so ein bisschen separiert und du hast dann nicht so die Chance, dort überhaupt reinzukommen, wenn du jetzt wirklich einen grottenschlechten Eindruck hast.
17:06
Man kann dann mit einem Bonus starten, wenn alle denken, die Gruppe, wo der oder die her ist, die ist cool, die kennt man gut, finde ich gut, was die machen. Dann kriegst du einen Vertrauensvorschuss. Oder das Umgekehrte, mögen die viele Leute nicht, warum auch immer. Man ist schon mal grundskeptisch und muss gegen die Vorurteile ankämpfen, bevor du gestartet bist. Es bringt natürlich auch einen gewissen …
17:33
Bonus zum Beispiel beim Turnier, wenn du irgendwie eine sehr wettkampfaffine Gruppe hast, die auch eben gut abschneidet, dann hast du, auch wenn du das erste Mal an einem Wettbewerb teilnimmst, bei deinen Gegnern schon so einen gewissen Grundeindruck hinterlassen, wo sie sagen, ah, hier, der kommt da und daher, puh, holala, mal schauen. Und das ist ein mental nicht zu unterschätzender Faktor.
18:03
Das ist witzig, dass du das erzählst. Das hab ich tatsächlich schon ab und zu mal Leuten erzählt von uns, die beim ersten Turnier waren. Dass alle Angst vor den Schwabenfehlern haben. Im Wesentlichen, ja. Also es kommt ja immer bisschen drauf an. Manche Leute mussten vom Turnier impuschen, manche mussten beruhigen, manche mussten das Selbstvertrauen aufbauen. Schade, selten. Aber manche haben so viel Selbstvertrauen, dass sie eher sagen müssen, hey, bisschen vorsichtiger sein, niemand unterschätzen. Und ich hab festgestellt, dass…
18:29
Es gab bei uns halt Leute, die waren super nervös und so ich hab gemeint, hey, die gucken dich ja nicht als Individual und dann die kennen dich gar nicht, die schauen auf deine V1 Farben und dann haben die, wenn sie die kennen, wahrscheinlich erst mal so ein Respekt und dann Alex, willst mir jetzt erzählen, bloß weil ich jetzt hier das Schwammfederloge auf der Jacke hab, glauben die, dass ich irgendwie gut fechten kann? Ja, das will ich dir erzählen. Nie im Leben, ich glaub dir kein Wort. Und dann ist er halt
18:52
in die Halle da rein und ich bin halt mit ihm zusammen reingelaufen, wir zusammen gefahren sind, hab ich noch kurz zum Eingang jemand Hallo gesagt, dann kommt er nach 5 Minuten wieder, Alex, du hast recht gehabt, ich stand grad bei diesem Grid, wer gegen wen kämpft und die Leute haben nur, du bist mit denen im Pool, boah, Scheiße, wenn hab ich, ah, auch ne Schabenpfeder, fuck. Und ich meine, dass das durchaus für das Selbstvertrauen unseres Fächtes an dieser Stelle gut war.
19:18
Und andersrum ist es natürlich auch so, wenn du irgendwie liest, da ist ein Verein, keine Ahnung, und du hast den Eindruck, die machen ja bloß Schwertballett und da ist nichts zu befürchten. Dann geht man in so ein Gefecht auch mit einer anderen Überzeugung rein. Das kann natürlich auch nach hinten losgehen. dass man dann so als Underdog von einer Gruppe kommt, die eher so ein bisschen nicht so bekannt ist in der Wettkampfszene.
19:48
kann Vor- und Nachteile haben. ich würde sagen, Allgemeinen, es ist erwiesen, dass Sportler, die von ihrer Leistung überzeugt sind, die auch besser abrufen können, also die besseren Ergebnisse erzielen. Und das ist natürlich, wenn du siehst, okay, da ist jetzt nicht so zu befürchten bei dem Gegner, ist das halt ein Punkt, der nicht zu vernachlässigen ist.
20:15
Das ist etwas, womit man arbeiten kann als Fechter, als Trainer. Es kann ja umgekehrt sein, du kannst ja auch sagen, ich weiß, du bist voll der gute Fechter, bist voll der gute Fechter, aber sonst weiß das hier im Raum niemand. Du bist der Erste von uns, öfters auf Turniere fährt. Nutzt das aus, die werden nicht alle unterschätzen. auch sehr gut. Also es hat anscheinend Vor- Nachteile, die eine oder andere Wirkung zu haben. Durchaus kann man das so sagen, ja.
20:43
Wollen wir uns jetzt mal anschauen, was denn überhaupt diese Wirkung erzeugt. Also was erzeugt eigentlich diese Angst der Leute, dieser nackte Schweiß, kalter, nasser Angstschweiß in den Gesichtern, wenn sie auf dem Turnierplan lesen, dass sie Schwabenfedern im Pool haben? War das eine Frage? Ja.
21:11
Ja, das was ich gerade schon gesagt habe, die Leute gucken sich nicht Individuen an, wenn sie die Individuen nicht kennen, sondern sie gehen dann halt zum nächsten auffälligen Merkmal und das ist halt Kleidung und in diesem Fall halt Vereinsfarben und dann gucken sie halt, kenne ich denn diesen Verein und habe ich da irgendwie einen Referenzrahmen. Also die Leute, also gerade bei Wettkämpfen versuchst du ja, dich gegenseitig einzuschätzen, aber auch bei anderen Sachen, du willst ja immer so bisschen Gefühl für den Gegenüber kriegen.
21:36
Und in dem Fall startest du halt damit, okay, Verein, was weiß ich über den Verein? Und meistens hast, also, wenn du einen Verein hast, kann 100 Leute haben, zwei davon sind irgendwie, machen irgendwas, was aber eine sehr große Reichweite hat, zum Beispiel, die haben YouTube-Kanal oder die sind halt auf jedem Event und machen da irgendwie Workshops und so, dann werden wahrscheinlich die meisten Leute eben diesen Verein mit diesen zwei Leuten verbinden. Und dann ist es egal, dass halt nur zwei Prozent sind.
22:06
sondern das ist halt das, man rauskriegt, wie die sich dann geben, sowohl im Positiven als auch im Negativen, das fällt dann halt auf den Rest des Vereines zurück ein Stück weit. Ist das fair? Nein. Aber dem sollte man sich halt bewusst sein. Das ist auch mit ein Grund, warum es sich lohnt, gutes Verhalten an den Tag zu legen, weil das fällt nicht nur auf einen selber zurück, sondern halt im Endeffekt auch immer auf den ganzen Verein. Ja, absolut. Also haben wir ein Merkmal,
22:35
So was wie … Na, … Kleidung aussehen, wie würde man das allgemein beschreiben oder so bisschen übergeordnet beschreiben? Du hast ja erst mal die einzelnen Mitglieder. Ja. Deren Auftreten hat eine Auswirkung, wenn sie genug Sichtbarkeit haben, wenn sie überhaupt Leuten auffallen. … das Außenrum ist aber halt die …
23:02
Ja, man könnte das Symbole nennen. Es gibt gewisse Symbole, für diesen Verein stehen. sind sowas wie Vereinsfarben, bunte Vereinssöckchen, Aufnäher, Logos, Flaggen, was auch immer. Den Vereinsgruß oder so. Und das sind halt Symbole, die Außenstehenden zu verstehen geben. Das ist eine Gemeinschaft, irgendwie zusammengehört. Das ist auch was, was den Individuen in der Gemeinschaft zu verstehen gibt. Wir gehören hier irgendwie zusammen. Wir, also sowohl eine Abgrenzung nach außen, als auch eine Verbindung nach innen sozusagen.
23:33
Also auch so T-Shirts, Leibchensprüche, gehört das auch schon mit dazu? Ja, also alles eigentlich, was heißt oder was aussagt, du bist Teil dieser Gruppe und die anderen sind nicht Teil dieser Gruppe. Mhm. Okay. Das heißt, man hat die einzelnen Mitglieder, die aber eben nicht als Individuen wahrgenommen werden, sondern zu dem Hive.
24:00
Schwabenfedern oder Hämakrope XY gehören. Genau, solange bis die halt so viel gemacht haben, entweder, dass man sie halt tatsächlich kennt beim lahmen oder halt so auffällig Dinge getan haben, dass man sie für diese Dinge kennt und dann färbt das quasi von den Individuen wieder auf die ganze Gruppe zurück. Du hast jetzt gerade gesagt, die Dinge tun. Das heißt, in irgendeiner Art und Weise treten ja dann diese Mitglieder in Interaktion mit
24:30
Also deine Gruppe bzw. dessen Mitglieder treten in Interaktion mit anderen Gruppen und deren Mitgliedern. Sei es jetzt im Wettkampf, dass sie die verprügelt oder verprügeln oder verprügelt werden. Also in Anführungsstrichen. Dass sie gut fechten oder noch Ausbaupotenzial haben. Was gibt es noch für Art und Weise, wie man mit anderen interagieren kann?
24:57
Ja, eben die zwischenmenschliche Interaktion. bin ich höflich und respektvoll, wenn ich mit jemand fechte? Oder sag ich eben, du Loser, das war ja voll für den Arsch, was du da gemacht hast. Opfer! Genau. Und dann natürlich auch außerhalb des Fechtbodens. ist man in der Pause irgendwie … Ist man da nur für sich? Schottet man sich ab? Oder ist man so bisschen …
25:26
Open-minded interagiert man mit anderen. hat alles eine bestimmte, trägt alles zur Außenwirkung bei und zur Identität bei. Also ist eine kommunikative Gruppe oder ist eine eher introvertierte Gruppe.
25:40
Ich war im Urlaub, die Leute in dem Land sind alle so nett. sind so nett, alle. Das kannst du halt auch mit der Gruppe haben, wenn du halt eine Gruppe hast, wo es außerordentlich viele Leute gibt, die halt ein extrovertierter sind und entsprechend einen Eindruck vermitteln und halt immer einen spruch drauf haben, aber halt auch freundlicherweise mit Leuten interagieren. Ich war in Ulm und die Schwabenfedern, sind alle so nett. Genau.
26:07
Dann haben wir natürlich noch so einen ganz wichtigen Punkt, nämlich die Arbeit bzw. die Leistung der Gruppe. Das korreliert so bisschen mit den Zielen. Also was ist das, wofür meine Gruppe, worauf sie hinarbeitet, in welchem Bereich will sie Leistung bringen? Will sie überhaupt Leistung bringen? Was hat sie für Ziele?
26:35
Und ich glaube, ist die Bandbreite in der HEMA-Szene, ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendwas anderes gibt, was eine größere Bandbreite hat. Absolut. Wie ist das denn bei euch? Das hatte ich ja auch schon ein paar Mal erwähnt. Das Ziel bei uns ist es, dass die Leute gut fechten können. So, zweiter Instanz ist es auch relevant, dass er natürlich
26:57
gute Zeit bei uns haben, sonst bleibst du ja gar nicht so lange dabei, um gut fechten zu können. sag ich mal, das ist das Hauptziel. Es geht ums Fechten sozusagen am Ende des Tages und ob die Leute das eben lernen oder eben nicht. Und dem werden viele andere Sachen untergeordnet. wenn man Kompromisse schließt, dann neigt man sich halt eher in diese Richtung. Gut, okay. Jetzt können wir natürlich sagen, das ist wahrscheinlich bei so ziemlich allen HEMA-Gruppen das Ziel, dass die Leute gut fechten. Ja, ist das so aus deinem Eindruck.
27:27
Oder das Ziel ja, aber das Hauptziel. Ich hab ja mehrere konkurrierende Ziele, aber wenn ich ein Hauptziel habe, bin ich bereit, diese anderen Ziele dem Hauptziel unterzuordnen. Es geht ja um Priorisierung. Was wäre ein … Kannst ein Beispiel nennen, was ein anderes Ziel wäre, wenn nicht gute Fächter und Fächterinnen zu generieren? Nee, dass die Leute eine gute Zeit haben, ist ein valides Ziel für ein Training. Jetzt kann ich mir überlegen, wie ich da die Gewichtung setze. Ich kann sagen, das ist okay.
27:56
Wenn die Leute miteinander Schwätzchen halten, zwischendurch mal fünf Minuten trainieren, dann wieder bisschen reden, dann wieder ein trainieren. Das ist nicht so gut für diese Entwicklung von Fächtfähigkeiten. Aber kann sein, dass die Leute finden, dass sie sich super bewegen, ein bisschen schwitzen. Geht schon. Viel mit anderen Geschnacken geh ich wieder heim. Das aber halt das Gegenteil von … Ich guck halt, was ist am besten dafür, um gut im Wechten besser zu werden.
28:23
Und wie viel vom anderen ist dann überhaupt noch okay, damit dieses Ziel sozusagen nicht entschwanken gerät? Jetzt kann man natürlich sagen, guter Fechter. Wir hatten ja eine Episode darüber, was ist ein guter Fechter. Da ist ja auch sehr viel Interpretationsspielraum. Was ist bei euch ein guter Fechter, also um das Ziel ein bisschen zu konkretisieren? Du hast
28:52
von uns jemand, dem drückst du eine Langschwerte in die Hand, weil das ist unsere Hauptwaffe, das ist der Fokus und du hast jemand anderes, der hat auch ein Langschwert und dieser andere macht auf irgendeiner Art einen Angriff oder eine Verteidigung, er angegriffen wird und weder überrascht das die Leute noch überfordert das die Leute, sondern die können einfach damit umgehen idealerweise natürlich sogar selbst nicht getroffen werden und beim anderen Treffer setzen. ist ja eigentlich die einfachste Art von
29:21
Ich fechten und nicht so dieses, dann kommt der andere und greift meine Waffe und weiß nicht, was los ist. Das würde für mich auch nicht … Ich wär kein guter Fechter, wenn ich mit anderen ins Ring gehen und weiß nicht, was abgeht. Weil das halt für mich zu diesem Gesamtbereich dazugehört. Das heißt, auch wenn hier, dass die Leute flüssig weitermachen, egal, wie die Situation gerade ist, mit allem umgehen, lernen, was man mit dem Schwert sinnvoll machen kann. Mhm.
29:51
Was sind dann sozusagen das Ziel ist, euch gute Fechter zu generieren? es ist wirklich ein, wie soll ich sagen, ein Leistungsziel, also dass ihr wirklich was tut, um dieses Ziel zu erreichen? Wie viel Arbeit steckt ihr da rein? Die Arbeit steckt ja vor allem die Leute selber rein. Müssen sie ja auch. Das muss ja ein paar Jahre machen.
30:17
Und was du jetzt nicht erreichen kannst zwangsläufig ist, dass jeder jetzt irgendwie der große Champion wird. Also da gibt es körperliche Voraussetzungen, aber natürlich auch…
30:26
zeitliche, wie viel man dem einräumen kann. Aber ich behaupte, man kann schon jeden auf das Level bringen, dass er kompetent ist im Fechten. Wenn er ein paar Jahre dabei ist, das kannst du erreichen. Und das ist so das Mindestding, was ich erwarten würde, dass, die Leute ein paar Jahre bei uns sind und im Training auftauchen und sich nicht nur einmal alles halb Jahr aufschlagen, dass das Level Kompetenz erreicht wird nach ein paar Jahren. Und alles drüber hinaus hängt davon ab, wie sehr sich die Leute selber noch einhängen wollen. Jetzt hast du gesagt, das ist was, was du erwarten würdest. Das heißt,
30:56
mit der Identität, die ihr habt, auch Erwartungen einher. Also die Gruppe hat dann auch Erwartungen an ihre Mitglieder. Und das sind erst mal Erwartungen an das Training. weiß nicht, ob das unbedingt Erwartungen an die Mitglieder sind. Weil du sagtest, das kannst du nicht beeinflussen. Das muss jeder Einzelne quasi die Leistung und die Arbeit die Leistung bringen und die Arbeit reinstecken. Na, was du schon beeinflussen kannst, ist ja die Umgebung. Also du kannst den Leuten sozusagen die
31:26
Das Umfeld bereitstellen, indem das passiert, wo man sagen kann, erfahrungsgemäß, wenn die Leute regelmäßig da sind und sind ein paar Jahre hier, dann klappt das auch. Weil einfach das Umfeld das entsprechend anbietet. Wie sehr die Leute das dann aber halt in Anspruch nehmen, da hast du da keine Einfluss drauf. Oder nur sehr begrenzt. kannst natürlich mal mit jemand reden und sagen, das Talent, bist du noch einmal die Woche da, wenn du zweimal die Woche da bist, wird hier mal richtig was vorwärts gehen. Wie sieht es denn bei dir aus?
31:52
keine Lust oder keine Zeit oder was geht bei dir. Aber im Endeffekt ist das ja. Gibt es das Umfeld? Du weißt, das Umfeld liefert die entsprechenden Resultate, wenn die Leute bereit sind, die Zeit reinzustecken. Und dann müssen halt die Leute noch bereit sein, die Zeit reinzustecken. Also es ist ja so bisschen was, was von beiden Seiten kommen muss. Das heißt, durch die Definition der Zielsetzung hast du dir jetzt als ich sage mal Gruppenmitverantwortlicher und Trainer die die Aufgabe gesetzt, dort
32:22
so die Arbeit reinzustecken, dass entsprechend dieses Umfeld realisiert wird. Wie ist das mit der … Also, sag mal, es gibt da natürlich noch einen Punkt, dass man sagen kann, Ausstattung, Ausrüstung, wie ist ein Verein so Beispiel materiell aufgestellt? Würdest du sagen, dass das einen signifikanten Einfluss hat in der HEMA-Szene? Also, ich meine …
32:51
Als Beispiel hast du jetzt vielleicht andere Sportarten, Tennis oder Fußball. Du hast jetzt die Möglichkeit, einem Verein zu trainieren. hat ein eigenes Vereinsheim, einen Rasenplatz, Tore mit Netz, gute Bälle, gute Ausrüstung. Und dann hast du einen Verein zur Auswahl, der hat kein Vereinsheim.
33:20
Der trifft sich irgendwie auf einem schäbigen Bolzplatz mit Toren ohne Netz, wo du dann immer nochmal 50 Meter rennen musst, um den Ball zu holen, wenn er weggeflogen ist. Und sonstige Ausrüstung gibt es nicht. Der Ball ist geliehen. Würdest du sagen, dass es das so dieses Beispiel jetzt auf HEMA angewandt auch gibt und dass es einen Einfluss hat? Ja, auf jeden Fall. Einfluss hat ja irgendwie alles auf alles. Aber ich sag mal,
33:50
Zum Beispiel eben wo man trainiert. Das macht einen großen Unterschied was die Ausstrahlung der Professionalität angeht. Wie auch schon erwähnt haben wir ja ganz früher mal an der Uni trainiert bzw. hinter der Wiese, hinter der Uni auf der Wiese, bevor man eine Halle hatten. das, also so ein bisschen war das okay, weil Leute kannten halt so Unisportgruppen, die halt auch irgendwo in Uni trainieren oder in der Nähe der Uni. Aber es hat halt massiv…
34:15
Es hat bei weitem nicht so einen professionellen Eindruck gemacht, wenn du in eine Halle reinkommst, vor allem wenn die Sporthalle nicht das letzte Loch ist, sondern die ist ganz gut in Schuss. Man kann es da halt auch drin aushalten sozusagen. Und das ist natürlich schon auch was, wenn die Leute jetzt Anfänger zum ersten Mal reinkommen, was merklich, im Vergleich zu vorher, einen ganz anderen Eindruck macht. Das ist irgendwie alles hier professioneller organisiert. Ja, okay.
34:44
und auf der anderen Seite ist es aber auch so. gibt ja… Also früher hat man sich aus allen möglichen Sportarten der Ausrüstung zusammengeklaut. Mittlerweile ist es ja nicht mehr so, dass die meisten Leute, die z.B. Turniere fechten, haben ja…
34:59
wie gute Ausrüstung, gut im Sinne von sie haben halt was was speziell was historische Fächten gemacht worden ist bei den meisten Ausrüstungsteilen. Das passt auch irgendwie einigermaßen zusammen, das passt den Leuten. und es gibt aber halt immer noch Gruppen, die so am Rande vom HEMA operieren, also die so vielleicht zum Beispiel ein bisschen Richtung Remakement eigentlich gehen und in das System mal reinschnuppern wollen und die haben dann halt noch mehr so diese alten zusammengebauten Ausrüstungsteile und solche Dinge. Und wenn jetzt so jemand halt
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Sie ist denke ich mir zumindest erst mal Da ist wahrscheinlich nicht so Nicht so wahnsinnig lang dabei entweder und das ist noch relativ neu und hat deshalb so eine ausrüstung oder die gruppe wo er trainiert ist jetzt vielleicht nicht die allerprofessionellste und vielleicht ist es auch nicht der allerbeste fächter weil halt erfahrungsgemäß die leute wirklich gut fechten halt auch immer ausrüstung haben weil alles andere behindert dich ja auch ein stück weit in deiner deiner bewegung und
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Du willst halt auch irgendeinen Punkt, den ich in deiner Auslösung nur fühlen kann. Da sind wir wieder bei dem Punkt, wo du sagtest, vielleicht ist er auch nicht der allerbeste Fechter. Das ist natürlich die Identität, die du dann mit dieser als Einzelperson und als Gruppe verkörperst, einen Einfluss darauf hat, wie dich andere wahrnehmen. Das sind meistens nicht die Gruppen, die so wahnsinnig viel Hema machen. Weil wenn du drei Mal die Woche Hema trainierst, dann gönnst dir halt irgendwann mal auch die ganzen Sachen.
36:25
Und wenn du das halt so einmal die Woche machst, irgendwie zwei, drei Monate am Stück, dann halt nicht. Dann ist das ja auch völlig in Ordnung, dir nicht gleich große Anschaffungen zu machen. es ist natürlich erst mal ein Vorurteil, bis man das sozusagen bestätigt sieht oder halt auch nicht. Aber es macht schon eine ganz andere Wirkung. Auch zum Beispiel, wenn ich mir jetzt überlegen würde, jetzt gibt es jemanden Workshop.
36:48
Und der sieht von Kopf bis Fuß in einem einheitlichen guten Look aus. Hat nicht die letzten verrannten Fechtschuhe oder Fechtjacken. Im Vergleich zu jemandem, der gebastelt Ausrüstung hat, ich mir auch überlegen. Heißt, auch nicht themaklang irgendwie interessant, irgendwie strahlt der Trainer jetzt auch nicht die große Professionalität aus. wir haben, ich gerade fest, noch gar nicht definiert, was eigentlich Identität ist.
37:18
Also so eine formale Definition gegeben. Dann hau aus. Wikipedia sagt von Identität von Mittellateinisch identitas, Abstraktum zu lateinisch idem derselbe, ist die Gesamtheit der Eigentümlichkeiten, die eine Entität, einen Gegenstand oder ein Objekt kennt, zeichnen und als Individuum von anderen unterscheiden.
37:47
Und Entität, falls das nicht so geläufig ist, der Begriff so viel wie ein Dasein, eine Existenz. Würdest du dem noch was hinzufügen oder fasst das das eigentlich auch für uns für eine HEMA-Gruppe ausreichend zusammen? Eigentlich ist das ja eine gute Definition, weil das hat ja auch schon drin, wie sich das entwickelt. Es sind eben diese Eigentümlichkeiten, die dann in der Summe eben die Gruppe ausmachen auch.
38:15
Das, was alle gleich machen, sozusagen, das ist ja kein Unterscheidungsmerkmal, du dann von der einen Gruppe auf die andere schließt, sondern es sind eben die Dinge, die Eigentümlichkeiten jeder Gruppe dienen, die diese Identität dann auch sorgen. Also gerade im Blick nach außen auch. Wobei es natürlich auch die HEMA-Indentität als Ganzes gibt, wo dann auch vielleicht Leute inzwischen halt wissen, was HEMA ist und das dann auch erwarten. Und keine Ahnung, wenn ich jetzt auf YouTube die ganze Zeit…
38:40
rumgesofft bin und mir HEMA Videos angeschaut habe und ich erwarte die Leute haben halt Spassjacken an und Fechtjacken, weil das ist das Bild was ich von HEMA habe und dann komme ich rein und dann das halt gerade nicht so. Dann ist auch wieder so Mismatch da zwischen der erwarteten Identität und dem was man dann wirklich findet. auch als, auch wenn das jetzt innerhalb der HEMA Szene nicht so der große Differenziator ist.
39:02
Aber Michael, sag mal. Du hast ja jetzt auch eine HEMA-Gruppe. neue. Ich habe eine HEMA-Gruppe. Und was würdest du dir denn wünschen, also wenn du jetzt mal sagst so, ich guck mal drei, vier, fünf Jahre in die Zukunft, wofür, wo würdest du dich freuen, wenn ihr dafür bekannt wird?
39:25
Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir dafür bekannt wären, richtig gute Wettkampffechter zu haben. Das muss ich ehrlich gestehen, so der Fokus, es eben wirklich, ja, gute Fechter, klar, Leute, die sich benehmen können, auf jeden Fall. Und eben on top dann, dass es eben wirklich so um das Thema Wettkämpfe geht und …
39:53
bei Wettkämpfen gut abzuschneiden. Das ist so das, was ich im aktuellen Kopf hab. Okay. Das heißt, wenn jetzt Leute das sozusagen anerkennen und im gleichen Atemzug irgendwas anderes kritisieren, wär okay für dich. So kannst du jedem Recht machen. Kannst du mir ein Beispiel sagen, was du meinst? Na ja, es kommt zum Beispiel jemand an und sagt, die sind jetzt zwar ganz gute Wettkampfwächter, aber …
40:22
Also Quellenforschung geht da ja wenig oder so. Damit könnte ich leben. Muss ich auch ganz ehrlich gestehen, das ist eben nicht mein persönlicher Fokus. Ich habe ein gewisses Interesse für die Quellen und ich habe auch ein sehr großes Interesse daran, dass was ich im Training mache, ich das zumindest in die Quelle hineininterpretieren kann.
40:51
Aber jetzt mich so wirklich exzessiv mit der Quellenforschung zu beschäftigen, das ist es nicht. Okay. Aber dann hast du ja eigentlich auch eine klare Richtung sozusagen. Weil dann ist ja die Richtung klar. Die Leute müssen erst mal fechten lernen, dann muss man sie noch dazu kriegen, tatsächlich auch bei Wettkämpfen teilzunehmen. Genau. Und bei mir ist dann eben auch klar, wenn du anfängst,
41:20
Du musst es nicht machen. wir sind nicht Pflichtschlagen, könnte man sagen. Aber das Training ist darauf ausgelegt. Darauf ist dann der Fokus. Das heißt, es ist sehr viel auf Athletik, sehr viel Sport. Also es ist halt ein wirklich sehr sportliches Training.
41:44
Es wird dann nicht großartig heruminterpretiert, ob man jetzt den Oberhau 45 oder doch lieber 30 Grad schlägt, sondern so schlagen, dass man trifft, ohne getroffen zu werden. Will ich an der Stelle vielleicht kurz ein Modell vorstellen? Das kommt so aus einem Management Bereich und zwar heißt es The Cultural Web von Johnson & Scholes oder Scholes, ich weiß nicht genau, wie man das ausspricht. Auf Deutsch das Kulturnetz sozusagen.
42:12
und das ist ganz interessantes modell weil das also kultur ist ja letztendlich das lasse ich ja das so anfangen einige von euch haben sicher schon gehört diesen spruch culture eats process for breakfast und culture eats strategy for breakfast also die kultur die man hat das frisst einfach alles andere das schlägt alles andere das kommt auch aus einem management context das kommt von peter trucker und
42:39
Das ist meistens auch auf Filme bezogen, was wie, wenn du eine bestimmte Kultur hast, dann könnt ihr nochmal Dreimalprozess aufsetzen, dass man bestimmte Dinge anders machen muss, das wird halt einfach nicht passieren. Das gleiche passiert auch bei HEMA-Gruppen, die haben eine bestimmte Kultur, die entwickelt sich so oder so, die Frage ist, ob man sie steuert oder nicht. Und mit dem Cultural Web kann man sich mal anschauen, was denn die Kultur am Ende beeinflusst.
43:02
Es sechs Bereiche und zwar Stories, Symbols, Rituals und Routines, Power Structures, Organisators, Structures und Controls. Stories, ist sehr relevant für HEMA und zwar ist das, worüber reden denn die Leute innerhalb des Vereins oder auch außerhalb des Vereins über die, also wer sind sozusagen die Helden und wer sind die Bösewichte in diesen Geschichten und was sind die Erfolge, gefeiert werden, was sind die Sachen, die…
43:31
die gescheitert haben, über die geredet wird. Und das ist insofern ganz spannend. Ja, das kann sich mal jeder selber fragen, was das denn bei sich in einer HEMA-Gruppe ist. Also Witt zum Beispiel, der total abgefeiert und da gehen und Leuten auf die Schulter geklopft und groß über die Mailing-Liste kommuniziert, so wenn jemand zum Beispiel auf einem eventenden Workshop gibt. Oder ist das so was, was unter Fernalifen läuft, ja, also unsere Leute geben halt auf irgendeinem eventenden Workshop, passt schon.
43:59
Auch wenn jetzt mal jemand beim Wettkampfgut abgeschnitten hat, ist das zum Beispiel was, die Leute drüber reden und sagen, ey, der Hammer, wie du gefochten hast, wie ein junger Gott, hast du dich da aus Podest vorgefochten? Oder ist das was, was unter Fernerliefen läuft? Das ist ganz relevant. Das ist was, was man einfach prüfen kann, indem man halt mal zuhört. Man redet gar nicht und bricht nicht eigene Themen auf, sondern man guckt einfach mal in der Halle und beobachtet mal und hört sich mal um. Wo bequatschen eigentlich die Leute und was schätzen die wert?
44:30
Oder was halt auch nicht, das kann halt auch sein, man kommt in die Halle rein und die Leute meckern halt in einem durch, dann weißt du auch was Sache ist jetzt gerade in der Kultur. Wer sind denn bei euch die Helden? Das würde mich mal interessieren. Ja, wenn es am Ende darum geht, dass die Leute sehr gut fechten können, dann kannst du dir wahrscheinlich denken, dass Leute, die bei Turnieren gut abschneiden, sehr viel Respekt im Gegengebrach bekommen.
44:57
Und wenn irgendjemand irgendwo unterrichtet, dass es was unter ferner liefen läuft, weil, ja, der Alex, der macht das ja schon ewig, dann ist er auf dem Event und gibt da einen Workshop und so. Passt schon. Das gehört sozusagen dazu. Genau, das ist so ein Standardding. Das passiert halt einfach. Das wäre mehr andersrum so wie, der Alex, hat dieses Jahr noch keinen Workshop gegeben. Ich glaube, der baut ganz schön ab.
45:26
Ich glaube nicht mehr das, ich glaube, das würde keiner darauf achten, weil es halt einfach so Unternehmenbemerkungen läuft oder auch. Du kannst ja auch Leute dafür feiern, dass sie Videos machen oder Blogs machen. Ich habe vor einer Zeit, also letztes Jahr noch ein Video über den Sonnehaus gemacht, einfach so bisschen Interpretationsvideo, ein bisschen was dazu erzählt und das mal auf unseren YouTube-Kanal geladen. Das hätte ja auch was sein können, wo die Leute total drauf eingestiegen wären und gesagt haben, geil, Videos, echt, ich warte schon so lange darauf, dass wir da mal mehr machen. Ich habe da total Bock drauf, mitzumachen.
45:56
Endeffekt haben sie die Leute wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber hat es dann auch nicht weiter interessiert. Also die Frage, werden Leute für eine wirkliche Leistung gefeiert oder werden sie dafür gefeiert, dass sie ihren Job machen überhaupt oder wofür feiern sich vielleicht, feiert man sich selbst vielleicht als Gruppenverantwortlicher, Verantwortliche? Das ist auch immer sehr, sehr interessant.
46:25
Auch ein Punkt, man dann mal bei sich selbst hinterfragen kann. Was stelle ich jetzt als besondere Leistung heraus? Ja, absolut. Auch weil ja einfach bestimmte Dinge, wenn man sie lang genug macht, als völlig selbstverständlich wahrgenommen werden. Das nächste Ding von dem Cultural Web ist Symbols, also Symbole. Das heißt eben Logos, Farben.
46:49
Vereinskleidung. Gibt es überhaupt eine Vereinskleidung? Das ist halt auch so was, wenn halt jeder kommt, wie es gerade Lust hat, hat er einen roten Stil, an, der nächste weiß, dass der nächste ein grün ist. Das sorgt halt nicht für so eine Vereinheitlichung. Da fühlt man sich ein bisschen weniger als Teil der Gruppe. Als wenn die Leute, die da sind, halt alle entweder die gleiche Kleidung tragen, also zum Beispiel das gleiche Oberteil oder vielleicht eine Auswahl von zwei oder drei verschiedenen Oberteilen, die dann alle das Vereinslager haben. Auch natürlich, wie das Vereinslager aussieht, macht einen Unterschied, wenn ich jetzt die bunte Schar Budenheim bin.
47:17
mit einem entsprechenden Logo und Namen, dann wirkt das auch anders, wenn ich halt Blood and Iron Martial Arts bin, wo ein fetter Totenkopf auf dem Cover ist. Das dritte ist Rituals and Routines, das heißt, welche Rituale gibt es denn und welche Routinen? Weil die Rituale haben auch immer …
47:36
gewisse Aussagekraft. habe zum Beispiel früher dachte ich mir, hey dies ist am Anfang, sich irgendwie aufstellen vor dem Training und dann kurz begrüßen oder was auch immer, schnick schnack, die Leute sind in der Halle und dann sagt man einfach jetzt rennen wir los und dann laufen wir los, weil mir das halt nicht klar war, dass das irgendwie relevant ist. Jetzt mache ich das nicht mehr so, jetzt haben wir halt auch so ein Begrüßungsritual, weil ich halt gemerkt habe, dass das den Leuten hilft sozusagen in der Stunde anzukommen und den Knopf umzuschalten von jetzt ist der Alltag zu Ende, jetzt geht das Training los. Selbiges auch beim Verabschieden.
48:06
Wie sieht euer Ritual aus? Euer Begrüßungs- und Verabschiedungsritual? Eigentlich recht simpel. Es gibt quasi eine Aufstellung. Die Trainer auf der einen Seite, die Trainierende auf der anderen Seite. Wenn es noch irgendwas zu erzählen gibt, was irgendwie ganz relevant ist und am Anfang noch gemacht werden sollte, dann wird das an der Stelle gemacht. Dann nimmt man die Schwerte in die Hand, führt sie quasi zur Stunde, zur Angrüßbewegung. Und da geht es dann los. Aber zum Beispiel auch hier.
48:35
Ach so, das Abgrüßen am Ende erfolgt dann im Kreis. am Anfang ist Linie, trainierende und Trainer auf der einen Seite, und das andere ist Abgrüß im Kreis. Und zum Beispiel auch das, wenn du jetzt so eine Linienaufstellung sorgst, dafür, dass die Leute sich nicht gut miteinander unterhalten können, aber gut mit dir oder du halt als Trainer gut zu ihnen sprechen kannst. Während Kreis halt dafür sorgt, dass sich alle mit allen gut unterhalten können. Das alleine, was ja schon so wirkt wie irgendeine Kleinigkeit, ich stelle mal eine Linie mit Trainer auf der einen Seite oder machen wir einen Kreis.
49:02
Das drückt ja auch schon aus, dass es eine gewisse Hierarchie gibt und dass es auch fördert eine gewisse Art der Kommunikation und schränkt eine andere ein. Und das sagt halt auch schon, wie wird hier umgegangen? Gibt es überhaupt eine Hierarchie oder ist das alles so komplett auf Augenhöhe? Ich höre jetzt raus, dass ihr die Hierarchie schon wahrnehmbar etabliert. Ja, also das ist schon, das Training ist schon so, dass der Trainer halt sagt,
49:31
Guck mal, das ist jetzt die Übung, das machen wir, bitte achten. Dann ist das im Wesentlichen auch das, was passieren sollte. Wir haben jetzt nicht so ein komplett freies Format, wo jeder jetzt in Anführungszeichen machen kann, was er möchte. Aber das muss ja auch nicht so sein. Grade, wenn sich Gruppen neu formieren und alle keine Ahnung haben, dann kann’s vielleicht auch gewünscht sein, dass alle auf Augenhöhe miteinander interagieren. Wie macht ihr’s? Ähm … Ich hab … am Anfang …
50:01
Früher hatte ich so, dass ich kurze Aufstellungen gehabt habe. Ich bin großer Fan des Spruchs First Reach, then Teach. Also ich warte, bis Ruhe ist. Also ohne etwas zu sagen. Ich sage Aufstellung. Und solange geblabbert wird, gucke ich nicht zu denen, die da noch plappern, bis sie damit aufhören, bis dann wirklich richtig Ruhe ist.
50:29
Und dann mache ich eine kurze Begrüßung früher. War das ein kurzes Grüßen. Und also eine leichte Verbeugung. jetzt, da die Gruppe noch deutlich kleiner ist, ist es mehr ein informelles Ding. Ich sage was die Leute begrüßen, was Phase ist. Und noch ein paar
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aktuelle Informationen vielleicht gebe, was so zu tun ist. Und wir haben dann zum Schluss quasi auch einen Kreis und haben dann so quasi einen Wahlspruch in der Gruppe. Also quasi einmal alle Fäuste aneinander und dann rufen wir kurz unseren Wahlspruch und ja. Dann ist das Training beendet. Was ich zum Beispiel aus einem BJJ kenne, dass man am Ende des Trainings sich gegenseitig die Hand gibt.
51:27
und sozusagen so aneinander ran zieht, dass man dem anderen noch mal auf den Rücken klopfen kann. sozusagen Schulter und Schulter, Handschlag. Und dass das quasi in so einer Linie geht, der Trainer fängt immer an, der begrüßt quasi im ersten und dann stellst du dich, wenn du alle in der Reihe begrüßt hast, hinten an, machst du das dann auch noch mal, sodass am Ende halt jeder, jeder anderen einmal die Hand gegeben hat. Ja.
51:47
Das hat auch noch mal eine andere Wirkung als wenn man nur im Kreis steht. Beim BGJ oder beim Grappling generell fasst man sich halt eh die ganze Zeit an. Auch das ist halt was, was man sich mal überlegen kann. Und wenn das mit den Viren nicht mehr so relevant ist. Berührungen machen halt einen Unterschied, ob man das jetzt irgendwie fördern will oder ob man halt so bisschen das formaler macht, wo man eigentlich nur das Schwert führt, aber sich halt im wesentlichen im Training nicht anfasst, außer mal geben dringen. Gut, dann das nächste Power Structures.
52:17
ist auch noch mal ein Teil davon, wer hat wirklich Einfluss und wer da Dinge bestimmen oder nicht gibt. Und was da aber auch dazu gehört ist, wer denn tatsächlich derjenige ist, … Also, es gibt das, was sozusagen in der Vereinssatzung steht, wer da was zu melden hat, und gibt das, wer tatsächlich Einfluss im Verein hat. Und Leute auf seine Seite ziehen kann und Sachen bewegt. Das müssen nicht immer die gleichen Leute sein.
52:44
Und das ist natürlich auch so ein Ding, wenn es da einen Mismatch gibt, ist es vielleicht auch nicht so ideal. Auf der einen Seite sollte ich auf den hören, aber irgendwie die Leute, vor denen ich jetzt mehr Respekt habe, sagen mir was anderes oder leben mir was ganz anderes vor, wird auch schwierig, was die Kultur angeht. Kenn ich zu genüge. Gut, jetzt noch kurz die letzten zwei Punkte. Organization Structure, also wie die Struktur an sich organisiert ist. Gibt es überhaupt so etwas wie einen Trainer?
53:12
sind das vielleicht eher Mentoren, es jetzt z.B. Torre Wilkins macht bei sich oder so bezeichnet. Ist das ein Training auf Augenhöhe? Gibt es mehrere Hierarchien, also gibt es z.B. den Trainer und dann die Co-Trainer oder den Guru, den Vereinsgründer, den man besonderen Respekt zahlen soll und dann genau so ein den, man aus Protest hebt oder nicht. Und das letzte ist Controls und zwar Kontrollmaßnahmen.
53:40
Das ist das, was garantiert alle HEMA-Vereine auf die eine oder andere Form oder alle Gruppen verwenden. Da gehören nämlich so Sachen dazu wie Trainingsregeln. Also so, was darf ich denn im Training machen, was darf ich vor allem nicht machen? Also was ist verboten? Darf ich Leuten kräftig in die Eier treten? Wahrscheinlich nicht. Always re-stomp that groin. Und das ist halt aber nur einer von diesen sechs Aspekten, womit halt viel gearbeitet wird. Und es ist halt nicht alles. Und wenn ich sage, also irgendwie die Trainingsregeln sind ganz klar, eigentlich müsste das laufen und irgendwie läuft es dann halt doch nicht.
54:09
dann kann es sein, dass bei einer von den anderen Punkten die Probleme bestehen. ich sag mal, was der Trainer sagt, was bei der Übung zu tun ist und was er noch an Hinweisen mitgibt, was die Sicherheit angeht, das hilft schon auch. Aber wenn halt generell die Vereinskultur ist, dass die Leute relativ rücksichtslos sind oder umblödeln oder so, dann …
54:31
Du kannst ja doch sagen, das bringt halt überhaupt nichts. es bringt schon was, aber es bringt halt nicht bei allen was. Dann gibt es trotzdem irgendwie Unfälle, wenn die Leute einfach so drauf sind, dass sie auch Verantwortung für sich übernehmen und auch vor allem für ihre Trainingspartner. Und halt auch zum Beispiel gucken, du hast irgendein Ausrüstungsteil nicht richtig an. Wir starten jetzt nicht, bevor du das nicht korrekt angezogen hast. Und dann muss nicht der Trainer kommen und nachgucken, ob das alle richtig anhaben, sondern da achten die halt auch miteinander drauf. Dann hast du halt ein sicheres Training.
54:55
Insgesamt als wenn du da bei der Ankündigung von irgendwelchen Übungen nochmal dreimal sagst, guck doch, dass er der Halsschutz richtig sitzt oder so. Ich hatte vorhin schon quasi auch mit einer Auflistung angefangen und bei meinen Punkte kam aus einem Modell von einem deutschen Psychologen namens Hilarion Petzoldt und der beschreibt Identität in fünf Säulen, allerdings bezogen auf quasi den Menschen.
55:26
Und das ist Leiblichkeit, soziale Beziehung, Arbeit und Leistung, materielle Sicherheit und Werte und Ideale. Und wir werden das dann so ein bisschen angepasst auf eine Gruppe, eben Mitglieder, Individuen, eben das Aussehen, die Interessen, die Interaktion zwischen denen und also denen untereinander und anderen, die
55:55
Arbeit und die Leistung in der Gruppe, was auch die Ziele sind. Die Ausstattung, eben so der materielle Aspekt natürlich auch. Und der letzte Punkt Werte und Ideale. Und ich finde, der korreliert so ein kleines bisschen auch mit dem, was du jetzt zum Schluss gesagt hast, Controls. Denn ein Wert bzw. ein Ideal ist natürlich Sicherheit im Training zum Beispiel. Aber das kann auch auch so ein was wie Kameradschaft.
56:23
Freundschaftlichkeit, das Miteinander, dass man sich auch gegen Unrecht stellt. Also wenn man mitbekommt, hier läuft irgendwas schief und vielleicht ist es auch jetzt in der Struktur so, dass man das Gefühl hat, eine formale Obrigkeit macht irgendwas falsch, verhält sich falsch.
56:51
dass man da eben entsprechend interagiert oder interveniert und auch seine Meinung gegen jemanden äußert, der vielleicht formal über einem sitzt. Das sind alles so eine Werte. Oder man es eben lässt. Das ist ja auch eine Form von Werten und Idealen, die man damit definiert. Lass ich so was zu, guck ich weg. Zum Beispiel, wenn mich irgendwie …
57:19
Mitkriege im Verein, gibt es Streitereien, gibt es irgendwie so Sachen, das sollte eigentlich nicht sein. Lass ich das einfach zu oder gehe ich da quasi gezielt hin und merze das aus? Ja, man sagt ja auch, Kultur setzt sich vor allem halt auch auf dem besten Verhalten zusammen, was belohnt wird oder dem schlechtesten, was toleriert wird. Also gerade dieses Wegsehen verschiebt halt die Grenze dann nach unten. Genau.
57:46
Das, was du nicht … Genau, das, was du tolerierst, akzeptierst du. Und machst du zum Teil der Kultur. Genau. Sehr schön. Jetzt kann man natürlich sagen, grade in der Trainerrolle ist … Ich guck schon, dass das im Training läuft und dass die Übungen gut sind. Aber wenn die Leute vorher miteinander reden und das ist irgendwie … Keine Ahnung, die haben Streit oder so. Das ist ja eigentlich nicht mein Problem. Das hat mit dem Training erst mal nichts zu tun. Dann fechten die nicht miteinander.
58:15
Und ich sag halt, ich mach halt das Training und das andere weiß auch nicht, da muss ich mich anders drum kümmern oder so. Würdest du sagen, das ist eine gute Idee? Es kommt ein bisschen drauf an, was es für eine Form von Streit ist. Ich sag mal, natürlich jeder Streit, zwei Trainierende mit ins Training nehmen, hat einen Einfluss auf das Training. Und ich würde sagen meist einen negativen Einfluss.
58:45
Denn andere bekommen das mit. Die Laune der Trainierenden ist vielleicht nicht die beste. Und das sorgt einfach dafür, dass da keine gute Trainingsatmosphäre aufkommt, für die du als Trainer natürlich wiederum verantwortlich bist. Und jetzt kann es natürlich sein, das war mal ein einmaliges Event. Und am Ende des Trainings … verstehen die sich wieder, nur eine Kleinigkeit. Keine Ahnung, worüber man sich mal streiten kann.
59:16
Was weiß ich. Oder es ist halt irgendwas Nachhaltiges und dann bin ich als Trainer schon meiner Meinung nach dafür verantwortlich, dort mal hinzugehen und erstmal mit jeder Person einzeln vielleicht zu interagieren. So ein bisschen dem auf die einfach im Gespräch so locker so ein bisschen die Sachen zu hinterfragen, gucken.
59:44
Es ist dann natürlich eine gewisse Gratwanderung. Das sind ja auch vielleicht persönliche Dinge, die einen als Trainer nicht unbedingt was angehen. Kannst natürlich auch hingehen und sagen, ey, lass den Scheiß sein. Und solange du das nicht geklärt hast, kommst du nicht zum Training. Auch eine Möglichkeit, ne? Und … führt zu einer bestimmten Kultur und damit zu einer bestimmten Identität, je nachdem, ihr euch da verhaltet. Und dann ist die Frage, was ihr
01:00:14
Was würdet ihr gerne sehen? ist sozusagen das Ideal, was ihr anstrebt? Wenn ihr euch überlegt, ich bin jetzt in der Rolle eines Trainierenden und wie möchte ich, dass mein Trainer sich verhält? Ja, also ich denke, als Trainer hast du da eine gewisse Verantwortung dafür.
01:00:39
Ja, ich würde dann auch immer die Frage stellen, wer kümmert sich bei euch in der Gruppe denn sonst um die Kultur? Wenn die Antwort ist, niemand. Ich weiß nicht. Ich glaube, das ist nicht so gut. Also.
01:00:54
Das ist vielleicht auch ein Stück weit, weil viele HEMA-Trainer jetzt nicht irgendwie geschult sind oder sie da jetzt nicht mal jemand in so einem Kontext, wo man aktiv auf Feedback gibt, darauf hingewiesen hat. So dieses autodidaktische, ich mache halt Training und passt schon. Aber ich finde das halt ein ganz, ganz essenziellen Punkt, dass zum Trainer sein mehr dazugehört als jetzt nur zu sagen, ich gebe da drei Übungen vor. Dass das halt die, also auch der Verantwortungsbereich und das, was auf Training das eigentlich Einfluss hat, halt
01:01:24
wesentlich größeren Bereich noch umfasst. Ja, nicht nur als Trainer, sondern auch als Gruppenleiter, Gruppenleiterin, Vorstand. Bist du formal natürlich nur laut BGB für irgendwelche Formalitäten und Formalitäten, ja, Geschichten, formalen Geschichten verantwortlich. Kannst jetzt natürlich sagen, ja, ich sorge dafür, dass hier alles
01:01:53
alle Gesetze korrekt eingehalten werden. ist dann eben die Frage, ob es die Identität ist und auch was du als Vorstand oder Gruppenleiter, Gruppenleiterin, Gruppenführung, einmal natürlich das Verhalten, was du zeigst, was du positiv anstrebst und belohnst.
01:02:17
Aber eben auf der anderen Seite auch das, was du nicht kritisierst, wo du nicht mal ganz klar einen Riegel vorschiebst und sagst, das geht nicht, das wollen wir hier nicht sehen. Ja, ja, und am besten halt, dass man es über das eigene Beispiel vorlebt, anstatt kluge Sprüche zu klopfen und dann genau das Gegenteils machen. Und worauf ich eigentlich noch hinaus wollte, eben der Punkt, den du sagst, das ist ein ganz essentieller, das Hauptproblem ist, dass die meisten Leute
01:02:47
keine Ahnung haben, wie sie das machen sollen. da fehlt einfach die Ausbildung, vielleicht die Erfahrung, so die Soft Skills, die man sich bisher noch nicht angeeignet hat oder in manchen Fällen auch nicht angeeignen will, warum auch immer. Meint sie zu haben, aber sie doch nicht hat. Und ich glaube, da haben wir eine ganz, ganz viel Potenzial.
01:03:12
bei Trainerinnen und Trainern, besonders die, die das als Autodidakten sich beigebracht haben, eben reinzugehen und zu gucken, hab ich, sich eine Situation vorzustellen und dann zu überlegen, wie würde ich die lösen, kann ich die überhaupt lösen? Und wenn man das nicht kann, dann zu überlegen, okay, was fehlt mir noch an Skills? müsste ich vielleicht mal für, keine Ahnung.
01:03:39
irgendeinen Workshop, Kurs, Seminar machen, mich mit Trainern austauschen. Wer kann das in der Szene vielleicht? Wer ist da cool? Ich finde es immer ganz gut an der Stelle auch mal einen Blick in das Bücherregal für so Management Bücher zu reden, weil Firmen haben diese ganzen Probleme auch. Und den Vorteil, man als Gruppe hat, ist oder als Verein, da ist ja in der Regel weder so viel Projekt noch Zeit noch Gelddruck dahinter. Das heißt, man kann das alles ein bisschen entspannter angehen und muss es nicht sozusagen
01:04:08
die letzten also jetzt nicht die 100 prozent ausreizen um was davon zu merken sondern da kann man auch schon mal ein stück weit in richtung gehen und merkt schon positive veränderungen weil man auch nicht so so unter druck steht und da gibt es zu allem hunderte von büchern zu jedem thema was man sich irgendwie denken kann auch da überlegt euch wo ist denn das größte problem was will ich denn wirklich angehen wo fehlen wir die skills dann
01:04:31
Schnappt euch doch einfach mal eine leseprobe das geht ja auch digital liest mal rein ob das in die richtige richtung geht die sind häufig auch nicht so wahnsinnig lang und dann hat man so ein weiß nicht 200 seitenbuch das bringt man ja auch mal in der woche durch und geht mit guten ideen raus und häufig auch mit holik in die man an die sache heran gehen kann kann man das mal probieren und sich da so ein bisschen vorarbeiten Haben wir jetzt eigentlich schon alle punkte abgearbeitet die eine identität einer gruppe aus oder die eine gruppen identität ausmachen
01:05:01
Ja, ich denke, ich würde aber gerne noch mal zu einem Punkt zurück und zwar die Leute, die die die die meiste Sichtbarkeit haben, dass sind die Leute, auf die es am meisten ankommt. Jeder trägt ein Stück weit natürlich zu dieser Gruppenidentität bei, aber die Leute mit der größten Sichtbarkeit tragen am meisten dazu bei. Also innerhalb des Trainings zum Beispiel von neuen Leute sind das die Trainer, weil
01:05:25
Mein Trainingspartner hat innerhalb einer Trainingseinheit einen großen Einfluss, gerade bei größeren Gruppen trainiere ich nächstes Mal mit jemand anderem. Dann kann ich mir denken, der heute war vielleicht ein bisschen komisch, aber ich gehe mal noch mal hin, nächstes Mal habe ich jemand Nettes, dann wird das der Gruppe wahrscheinlich jetzt nicht angelastet, außer wenn es halt deutlich mehr nicht so Nette gibt als Nette. Aber die Trainer, davon gibt es nicht so viele, das sind halt eine Handvoll. Und wenn bei denen keinen guten Eindruck machen, dann wird es schwierig.
01:05:53
Ich würde auch nochmal auf. Mir ist gerade aufgefallen, dass so ein paar Punkte, die wir so gerade besprochen haben, die kam mir bekannt vor. Und wir haben natürlich schon so ein paar Folgen gemacht. Ah ja, genau. Und allen voran möchte ich da für Folge sieben Werbung machen. Wie bezieht man seine Mitglieder ins Vereinsleben ein? Super, super Folge. Hat, glaube ich, noch nicht die beste Audioqualität, wenn ich mich erinnere.
01:06:24
Aber auf jeden Fall vom Inhalt absolut bombastisch. Dann natürlich die Folge mit Ingolf, Folge 70, Hema als Lifestyle. Also er hat ja da auch viele Beispiele gebracht. Also Ingolf ist zum Beispiel jemand, der dieses Thema, wie gehe ich mit Konflikten um, sehr exzessiv behandelt und wirklich dafür sorgt, dass da nichts irgendwie in der Gruppe schweilt. Ingolf ist vor allem jemand, der das Kulturthema
01:06:52
voll auf dem Schirm hat und da auch aktiv dran arbeitet. Also ich würde so weit gehen, zu behaupten, dass das Ingolfs, also von den ganzen Skills, die er hier mal hatte, ist das das, was er am besten kann. auf jeden Fall. Und auch die Folge mit Amelie, Folge 12. Wie trainieren Fächterinnen und Fächter erfolgreich zusammen? Die ist natürlich auch super wichtig, wenn es darum geht, Männlein und Weiblein zusammen in der Gruppe zu haben und da auch die individuellen Bedürfnisse.
01:07:22
zu respektieren und zu fördern. Ja, das sind so die, die ich an der Stelle noch mal bewerben möchte. Ja, einfach so bisschen wiederkehrendes Thema, was man halt von verschiedenen Seiten aus betrachten kann. Am Ende geht’s ja immer darum, dass man als Gruppe seine Ziele erreicht und die Leute auf dem Weg dahin auch eine gute Zeit haben, würd ich mal sagen. das ist ja eine schöne Zusammenfassung. Ja, eigentlich ist es ja ganz einfach, aber …
01:07:51
Es sind die Kleinigkeiten. Aber da sind wir wiederum bei der 1 %-Regel. Jeden Tag 1 % besser. Das gilt natürlich auch für die Identität meiner Gruppe. Wenn ich bestimmte Punkte habe, die ich verbessern möchte, einfach jeden Tag eine Kleinigkeit machen, ein bisschen daran arbeiten. Spätestens nach dem Jahr sollte sich das dann massiv geändert haben.
01:08:14
verbessert haben. Gut, dass du das ansprichst. Gerade Kulturänderungen und Identitätsänderungen sind natürlich nichts, was von heute auf morgen geht. Ja, absolut. Das braucht ein bisschen Zeit. Man braucht auch ein bisschen Geduld und viel, viel Abholung. Was tatsächlich in relativ kurzer Zeit geht, ist aber so was wie, wir haben bisher keine Vereinskleidung.
01:08:34
Wir beschaffen uns welche. Klar, muss man bestellen. muss aussuchen, was cooler aussieht, vielleicht einen Design ausmachen mit Leuten. Aber das kann man innerhalb von einem Monat oder zwei abschließen. hast du da eine Truppe, die ein ungeahntes Zusammengehörigkeitsgefühl hat. bisschen vernünftig aussehen. Und ja, kommen dann so schöne T-Shirts bei raus, Wie bei euch und schöne Sprüche. Das ist tatsächlich aber das letzte T-Shirt in der Reihe. Alle anderen Designs gab es sozusagen vorher.
01:09:02
Also die Krönung sozusagen, der Krönender Abschluss. kann mir auch nicht vorstellen, dass es da noch mal irgendwie was on top geben sollte. Ja, es kommen immer wieder Vorschläge auf, aber es ist dann halt so, ach, so sehr packt’s die Leute dann doch nicht. Wie sagt man so schön? Change my mind, ne? Ja, genau.
01:09:20
Gut, da haben wir heute ziemlich viel zur Identität einer HEMA-Gruppe erzählt, woher sie kommt, also was einen Einfluss darauf hat, warum man sich überlegen sollte, was man für eine Identität hat, ob man den haben möchte, ob man eine andere Identität haben möchte. Ich möchte kurz eine Sache nachschieben, weil ich das…
01:09:49
Das ist immer so lustig, auf der positiven Seite, wenn die Leute sich von der Kultur positiv beeinflussen lassen, gerade dieses, die sind ja irgendwie als einigermaßen kompetente Fächter bekannt, viele von den Leuten haben ja dazu gar nichts beigetragen unmittelbar. Zum Beispiel, wenn ihr nie auf einem Event waren, kann nicht der Außeneinendung entstehen von der Einzelperson selber, der ein guter Fächter ist. Aber trotzdem wird das positiv aufgenommen.
01:10:14
weil man halt so einen gewissen Stolz empfindet, dass das vielleicht auch so Stück weit die Wahrnehmung ist. Und da kriegt man, man kann sozusagen die Erfolge von einzelnen Leuten außerhalb der Gruppe und das positive Gefühl damit auf die ganze Gruppe hochskalieren, ohne dass jeder in der Gruppe das Einzelne noch mal machen muss, indem man halt die Identität streut. Ja. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt klar rübergebracht habe. Aber für mich zumindest, ja. Okay. Und das sollte man halt nutzen, ja, weil dann
01:10:44
Man muss es entsprechend rausarbeiten, muss es in den Vordergrund stellen, das auch entsprechend belohnen, Helmengeschichten aufziehen und so weiter. Aber dann kann die ganze Gruppe davon profitieren, wenn einzelne positive Erfolge haben. Gut. War ich mit meiner Zusammenfassung schon am Ende. Also woher kommt eine Identität? Was will man eigentlich für eine haben? Wenn ihr euch wundert, warum die Mitglieder in eurer Gruppe nicht so drauf sind, wie ihr das gerne hättet, dann ist ein guter Ansatzpunkt mal sich.
01:11:13
zu überlegen, was strahlt ihr denn eigentlich nach außen aus, was verkörpert ihr, welche Identität. Und nicht zuletzt schreibt uns gerne in die Kommentare bei Facebook unter die Veröffentlichung der Episode, hat eure Gruppe eine Identität, seid ihr damit zufrieden? Also könnt ihr schreiben, müsst ihr nicht.
01:11:39
euch überlassen. Man muss ja jetzt auch nicht irgendwie öffentlich Fatshaming betreiben. Ich jetzt auch sagen können, doch jeder muss, sondern hätte ich da 200 Antworten drunter erwartet. Aber es würde uns schon mal interessieren, wie ist denn die Identität eurer Gruppe, auch wenn ihr Gruppenleiter seid, seid ihr damit zufrieden? Hättet ihr das gerne anders? Oder schickt es uns auch gerne als E-Mail dann eben entsprechend.
01:12:07
nicht öffentlich an post-at-schwertgeflüster.de. Ihr könnt natürlich auch, wenn ihr was Positives über andere Gruppen berichten könnt und ein positives Bild für den habt, auch das mal sagen. Kein Geläster, wir wollen nur positive Sachen von anderen. Sie selber darf man kritisieren. Eigenkritik ist gewünscht und das Lob anderer auch. Genau. In diesem Sinne, bis nächste Woche. Ciao. Macht’s gut. Tschüss.
01:12:33
In der nächsten Woche, liebe Hörer, wir wieder etwas aus der Rubrik Disziplinen des Historischen Fechtens. Und zwar reden wir über die zivile Mordwaffe der Renaissance und des Barock, das Rapier. Und das tun wir zusammen mit Peter Zillinger von Klingenspiel. Seid gespannt!
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