Was bedeutet es eigentlich, HEMA-Trainer zu sein? In dieser Folge nehmen dich Alexander und Michael mit in die Höhen und Tiefen ihres Trainerlebens. Dass das auch als Hobbyist nicht nur eitel Sonnenschein ist könnt ihr euch sicher denken, doch erfahrt in dieser Folge was den beiden wirklich zu schaffen macht und worüber sie sich freuen.

Du erfährst, wie es ist, zwischen Selbstzweifeln, zurückgewiesenem Feedback und purer Freude über Fortschritte der Trainierenden zu balancieren. Wie geht man mit mangelnder Wertschätzung um? Was tun, wenn die Gruppe jünger wird, aber man selbst älter? Und warum dauert das Aufrödeln eigentlich immer so lange? Diese Episode liefert ehrliche Einblicke, persönliche Geschichten und wertvolle Tipps für alle, die HEMA unterrichten oder es einmal tun möchten.

HEMA Trainer Shownotes

Das besagte Video zu Aliveness der Schildwache Potsdam

In eigener Sache

Schwertgeflüster ist ein Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Alexander ist Trainer und Mitgründer der Schwabenfedern Ulm, Autor von Der Schielhau im Detail und ficht Langschwert und Rapier. Michael ist Trainer und Mitgründer vom Fencing Club Dresden und ficht vor allem Langschwert.

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Transkription

00:15
Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, Woche drei zum Thema Turnier. Nein, kleiner Scherz. Die letzten beiden Wochen, aber das ausführlich behandelt. Deshalb geht es heute mal wieder um euch. Trainerinnen und Trainer, diesmal im speziellen. Wir geben euch heute mal Einblick in unser Trainerdasein. Überlegt, ob was Trainerleben nennen. Es ist ja nicht ganz so.

00:44
Vorgespräch, ne, Alex? Wir sind ja Trainer, aber so ein richtiges Trainerleben nonstop, früh aufstehen, Training geben, abends ins Bett gehen und gerade Training gegeben haben. Ganz so ist es ja nicht, oder? Nee, wir machen das ja nicht vollzeit. Wir haben ja noch einen regulären oder mehr oder weniger regulären Beruf, der mehr Zeit einnimmt als das Training geben. Nichtsdestotrotz machen wir das schon eine ganze Weile.

01:13
und sozusagen auch als Amateure hat man da glaube ich einiges drüber zu erzählen. Würdest du es denn, wenn du die Chance hättest, Vollzeit machen? wenn aus irgendeinem Grund die finanzielle Freiheit gegeben wäre, dass du sagen könntest, ach ich brauche jetzt meinen regulären Job nicht mehr, ich kann Vollzeit-Hema-Trainer sein. Würdest du das tun? Du meinst es ist in so einem Szenario, wo die ganzen anderen Sachen auch passen, also auch, dass Leute überhaupt tagsüber trainieren wollen und so Zeugs. Ja gut, okay.

01:43
in ja natürlich in dem scenario wo alles passt dass du auch abends die hallenzeiten hast also das natürlich vielleicht am besten sogar eine eigene halle in der du das training geben kannst und ja da kommen auch mal leute vormittags vielleicht zu einer einzeln lektion vorbei und so was ja also in dem scenario wo alles passt tatsächlich glaube ich nicht weil

02:10
Der Job würde ja komplett davon abhängen, dass man irgendwie gesund genug ist, das auch zu machen, längerfristig. Man muss ja aus gesundheitlichen Gründen schon schwer ans Nagel hängen. Also, ist, glaub ich, der Zug ist abgefahren. Okay. Würdest du das machen? Ich bin … Ha. Das ist ist eine gute Frage. Wir hatten ja … Ich erinnere mich an an Folge 49, Episode 49 mit dem Chris-Han-Bott.

02:39
Hema als Beruf Traum oder Albtraum. Er hat da auch schon so ein bisschen von den, ja, von den ups und downs berichtet, wenn man sich da vollständig selbstständig macht mit Hema. In diesem Idealenszenario haben wir natürlich diese Probleme, diese finanziellen Probleme nicht und es gibt genügend. Kommen da noch keine Lockdines oder so? Ja, genau. Das heißt, dieses ideale Szenario ist einmal schwer vorstellbar.

03:08
Wenn ich es versuche, würde ich das tun. Ich ich könnte es dir auch gar nicht so krass mit Ja beantworten, muss ich zugeben. Vielleicht weil ich mir einfach noch nicht vorstellen kann. weil meine Gruppe auch gerade noch ein bisschen kleiner ist und jetzt mir da in der Tat so ein bisschen die Vorstellungskraft fehlt von diesem großen, großen, riesen Ding.

03:36
wo du täglich wirklich Training geben kannst, wo Leute kommen. Unter den aktuellen Voraussetzungen würde ich es wahrscheinlich nicht machen. Ja. Haben wir das ja geklärt. Schöne Folge. Bis zum nächsten Mal. Ja. Wir bleiben Amateure, sozusagen. Na, es ist ja auch … Da geht’s ja vielen so wie uns. Also, wir haben ja … in Deutschland … paar HEMA-Gruppen. Wie viele waren’s laut dem letzten Zensus?

04:06
Einzelgruppen muss ich nachschauen. du die Standorte nimmst, also so was wie Ox, dass dann halt das nicht eine Gruppe ist, sondern mehrere, dann waren es knapp 175 so um den Dreh, glaube ich. Ja wenn wir dann überlegen, ja es gibt pro Gruppe ja auch mindestens ein Trainer, manchmal zwei, drei plus X. Das heißt wir werden ja schon ganz paar.

04:34
100 Thematrainer in Deutschland haben. Aber das hat so am Zensus auch ausgesucht, Ja, ja, das gucke ich jetzt einfach mal kurz nach, bevor wir da raten. Das waren Trainer, Trainer, Trainer. Ah, hier, okay, genau. Also ungefähr 10 Prozent aller erfachten Fechte sind Trainer. Und das sind jetzt umgerechnet in der ganzen Zahl?

05:03
2 und 32. Sorry, 332. 332. Also roundabout 333. hat man drei. Genau. Hema-Trainer und Trainerinnen gibt es in Deutschland, die in den allermeisten Fällen das auch ehrenamtlich machen bzw. dann unvergütet im Freizeitbereich 1 bis 2, 3 x mal die Woche.

05:33
Ja, halt maximal die Übungsleiterpauschale, aber nicht so, dass du da irgendwie davon erlebst oder einen signifikanten Teil des Einkommens bestreitet. Ja. Das heißt, das sind alles Menschen wie du und ich. Ähm … Jetzt die nächste Frage. Würdest du das, was du bisher gemacht hast, noch mal genauso machen? Also bezogen, bezogen auf dein Hema-Trainerdasein.

05:59
Ich würde das mit dem Wissen von jetzt natürlich alles besser machen und in schnellerer Zeit die Ergebnisse erreichen, die ich mir gesetzt hatte. So an sich ist das aber denke ich schon ganz okay gewesen. hat immer mit dem betrachtet, was man in dem Moment wusste. Natürlich jetzt hinterher ist es so, wenn ich das damals schon gewusst hätte, ich das nicht so gemacht. Aber das ist halt irgendwie immer so. Das spricht irgendwie für einen noch größeren Austausch, der stattfinden sollte, oder?

06:29
Gerade so diese Erlebnisse oder diese Ereignisse, die man hatte, dieser Informationsgewinn, wo man jetzt sagte, Gott, hätt ich das gewusst, das hätte mir Monate, an schlechten Training erspart, so ungefähr. Ja, das schlechte Training ist aber, sag ich mal, das eine. Das andere ist aber auch, wie es einem persönlich damit geht. Weil das ist so bisschen das, worüber wir heute reden wollen. Zumindest hab ich unseren gewählten Titel so aufgefasst.

06:58
Das eine ist immer das, was in der Gruppe passiert, was den Leuten vorgeht, aber der Trainer hat ja auch Emotionen. Das ist bisschen E-Wort. Liebe Fechterinnen, liebe Fechter, ob ihr es glaubt oder nicht, wir sind empathische, fühlende Wesen. Wir haben ein Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und dem ganzen Scheiß. Auch wenn es manchmal nicht so scheinend mag. Und … ja, also …

07:24
hast, glaube ich, schon so bisschen die beiden Seiten. Das eine ist halt so die die sachliche Seite. Erreichst du die Ziele, die du dargesetzt hast, hast du aus einigen vielen Mitgliedern. Kommen die oft genug oder stehst du allein in der Halle? Aber dann gibt es ja auch noch das interne. So was hast du dir eigentlich gedacht, was du machen willst und kannst und geht das auch und geht es so schnell, wie man sich gewünscht hat. Und ja, auch da gibt es halt eigene Rückschläge. Und wir haben ja schon ein paar Mal erwähnt, Trainer zu sein, ist halt ein komplett eigenes Skillset, also eine eigene Fähigkeit, die man separat erlernen muss vom

07:54
Das Fechten ist natürlich die Basis dafür, aber da kommt dann halt nochmal genauso viel obendrauf, nur halt, was man als Trainer wissen muss. ja, genauso gibt es da halt die gleichen Rückschläge, die man als Fächter hat. Wenn man irgendwie keine Fortschritte macht oder das Gefühl, Rückschläge zu machen, kommt das halt da auch vor. Ich fand, das, was wir jetzt gerade am Anfang hatten, so diese, dass man ein fühlendes Wesen ist.

08:21
Ich glaube, das ist eines der größten. Ich will nicht sagen Irrtümer, aber ich habe, ich habe, habe, ich habe das Gefühl, dass Trainierende sich dessen nicht immer so bewusst sind. Die kommen ins Training und da steht diese über Personen Trainerinnen, Trainer, allwissend, immer gut drauf. Also ne.

08:50
das das non plus ultra an mensch und vermittelt jetzt wissen so wie man das braucht hat auf alles eine antwort und ist auch fühlt sich auch von zurückweisung in keinster weise tangiert. Ja, kannst du ein beispiel für zurückweisung an der stelle? Naja, ich sag mal, du du bringst jemanden etwas bei, weil du weißt,

09:20
dass das auf diese oder jene Art und Weise funktioniert. Und … bekommst dann zuweilen … Nein, … Also, das ist ja kein Vorwurf an Trainierende. Die sind ja dann in diesem Moment damit beschäftigt, versuchen, das zu machen. Und sagen dann halt so was wie, ja, es funktioniert doch aber gar nicht. … Nee, das ist ja aber scheiße. Oder so was wie, ja, aber dann kann der doch das und das machen. Und

09:48
Das ist natürlich in unserem Gehirn erst mal so ein, oh mein Gott, die mögen dich nicht mehr, weil du ihnen jetzt Scheiße beigebracht hast. du hast vollkommen versagt. Das ist ja sozusagen, ob uns das jetzt bewusst ist oder nicht, ist das in unserem Kopf der erst mal angelegte Reflex, der da abgespult wird. da passiert das Gleiche wie bei einer Zurückweisung.

10:16
womit du als Trainer natürlich dann lernst, umzugehen, weil du es eben dann schon ein paar Mal erlebt hast und weil du dann weißt, wie du jemanden dazu bringst, dass sie das verstehen, was du ihnen gerade beibringen möchtest. Nichts desto trotz gerade so am Anfang des Trainerdaseins. Das kann schon mal zu Frustration und Selbstzweifeln führen. Also wenn ich jetzt in einem Satz zusammenfasse, die Situation, du versuchst,

10:46
zu helfen, aus der eigenen Sicht sozusagen, versucht man, was Positives zu bewirken beim Trainieren, und er weist das einfach zurück, warum auch immer. Ja, so ungefähr, genau. Ja. Man möchte Gutes tun, aber das Gute wird nicht angenommen. Da ist natürlich so bisschen … Du hast es natürlich im Leben oftmals, dass du der Meinung bist, musst einer anderen Person was Gutes tun, und die hat aber keinen Bock da drauf.

11:15
Mhm. Im Training ist es natürlich so, dass die Leute da hinkommen und sagen, tu mir Gutes, bring mir historisches Fechten bei. Da ist die Ausgangssituation noch ein bisschen eine andere. Und wenn du das dann tust und dann auch noch zurückgewiesen wirst, das ist auch so im ersten Moment immer so bisschen … kommt dann auch mal schnell die Frage auf, wieso mach ich das denn hier eigentlich? Will ja eh keiner hören.

11:45
Ja, ist dir das häufig passiert? Nee, häufig. Also was heißt häufig? So eine, Nachfragen hast du immer. dass jemand halt eine Frage hat, wie irgendwas funktioniert oder dass Trainierende, die dann eben in der Aufgabe dran sind, die wollen ja, du stellst ja eine Aufgabe im Training, die wollen die lösen, die wollen die auch bestmöglichst lösen und die denken dann nicht drüber nach, was sie mit ihren

12:14
sind dann im Allgemeinen nicht so reflektiert, sie jetzt überlegen, wie könnten meine Worte beim Trainer ankommen, sondern die wollen einfach zum Ausdruck bringen, dass eben jetzt hier gerade irgendwas nicht funktioniert. Und das hängt halt mit dem zusammen, was du gerade erklärt hast. Okay, ist das dann die Art und Weise, wie du gelernt hast, damit umzugehen, einfach zu sagen, na ja, das ist halt aus der Situation raus, aber nicht so gemeint? Habe ich das richtig verstanden? Ja, absolut. Also das Verständnis dafür oder

12:44
Verständnis dafür, wie Menschen ticken, hat mir da sehr geholfen. geht ja da null um mich. Das ist ja jetzt so zwischenmenschlich. Es geht jetzt nicht um den, trainieren, sondern auch um mich, sondern einfach um die Sache, um eine bestimmte Technik oder eine bestimmte Aufgabe, die eben gestellt ist. Und das war dann für …

13:12
das bewusst macht, hilft es ungemein, zurechtzukommen. kann dann sonst was irgendwie an Formulierungen kommen. Wenn man weiß, die wollen ja einfach nur ihre Aufgabe erledigen, ihren Job machen, den ich quasi gestellt habe und das bestmöglich. du so fragst, sind solche Situationen bei dir nie vorgekommen? Hast du die anders wahrgenommen? wie war das bei dir? Doch, doch. Das sind natürlich

13:42
bekannte Muster, die da auftreten. Ich hab überlegt, wie’s formulieren soll, aber es ist ein bisschen das Grundproblem mit Menschen, die reagieren unterschiedlich auf den gleichen Input. Ich merk das noch manchmal, wenn ich Rundmails schreib, da irgendwie, weißt du, 30 Leute, ach ja, find ich gut, passt, danke, oder irgendwie einer ist dann dabei, der sich dann irgendwas falsch versteht oder aus seinen bisherigen Erfahrungen das anders liest und sich dann auf einmal darüber aufregt, wie kann man denn so was schreiben.

14:13
Da ärgere ich mich auch jedes Mal und denke mir im ersten Moment so, ja du Arsch, dann halt nicht. Also okay, nochmal tief durchatmen. Das hat nichts mit mir zu tun. Das hat damit zu tun, wie Leute die Nachrichten auffassen. Einfach mal noch mal freundlich nachfragen, wie er das denn verstanden hat. Aber das ist halt schon immer auch viel extra Aufwand, so bisschen. Aber so sind sie halt, die Menschen. Was da für mich halt ganz wichtig war,

14:42
in der im Handling war, dass ich mir irgendwann gesagt habe, du hast jetzt diesen Job angenommen, du gibst hier Training. Also ist es liegt es einfach an mir sozusagen. Das heißt, ich bin dafür verantwortlich, wie gut die Trainierenden die Sache umsetzen.

15:08
Wenn etwas nicht funktioniert, wenn sie das nicht hinkriegen, wenn ich das nicht ordentlich erklärt oder gezeigt habe, dann liegt das an mir. Und es ist meine Aufgabe, denen das beizubringen. Und da ist völlig egal, wie die, wie die auf mich zukommen, wenn sie jetzt nicht direkt grob beleidigend sind, sondern einfach nachfragen, vielleicht auch kritisch nachfragen. Dann ist es für mich immer der Punkt A, okay, das habe ich nicht sauber erklärt. Wie müsste ich es besser machen? Genauso mit E-Mail Formulierung kenne ich auch.

15:36
Du hast eine E-Mail rausgeschickt und da kommt irgendwas zurück. Bla, bla, keks. Funktioniert doch gar nicht. Ob du behindert bist, habe ich gefragt. Und ja, dann liegt es auch an mir. Okay, dann hast du das nicht sauber formuliert. Und dann ist es meine Aufgabe, erst mal herauszufinden, was jetzt genau unklar ist und wie ich das erklären kann. Das war so ein Insight für mich als Trainer.

16:07
Es liegt an mir, ich bin dafür verantwortlich, dass es läuft. Ja, ich finde das so wichtig, du vorher gesagt hast, mit dem Feedback. Weil man neigt ja schon dazu, ungefragt Feedback zu geben, aber eigentlich ist das ja auch was, vielleicht auch mal nicht sein muss so. Also es gibt natürlich ein paar Bereiche, wo man da nicht drum herumkommt. Keine Ahnung, auf der Arbeit, wenn man zusammen Projekt macht und der andere macht halt einfach das nicht so, wie er sollte, dann bringt es ja nichts, das irgendwie untertipps zu schweigen, aber …

16:35
Keine Ahnung, es gibt ja auch Leute, kommen so, erzählen dir einfach dann in der Dusche nach dem Event in klein klein, was ihnen glauben, dass du deinem Workshop verbessern könntest oder so oder an deinem Fechten. Ja. Und ja, das ist halt nicht die Situation. Wenn die das wissen wollten, würden sie da schon fragen. Aber es ist natürlich so, wenn du im Training der Trainer bist, dann ist es ja deine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich die Leute…

17:01
Also, dass die Leute ihre Ziele erreichen über das Fechten. Das soll ja auch im Fechten besser werden. Ich finde, was da aber auch hilft, ist, sich klarzumachen … Jetzt hab ich den Pfad verloren beim Erzählen. Du warst dabei bei Feedback geben und wenn Leute im Training dann Punkte haben … Ah, genau. Ich hab aufgehört, den Leuten zu sagen, mach das so. Außer es ist halt wirklich eine direkte Übungsanweisung.

17:29
mit und dann setzt ihr eine maske auf das ist eine anweisung das muss dann auch von jedem befolgt werden wenn halt das die übung erfordert aber was so ich sag mal das was man umgangssprachlich korrekturen nennt das formuliere ich halt als vorschlag so probiert auch mal wenn du die hände ein bisschen höher nimmst gehts jetzt besser wenn die leute sagen nö dann akzeptiere ich das auch weil es kann ja immer sein dass das halt was individuelles ist bei den leuten und wenn die aber sagen nö das finde ich eh doof

17:55
dann haben sie halt den Vorschlag aus anderen Gründen nicht angenommen. Und wenn sie halt in dem Moment, in dem Tag, in der Phase, in der sie in ihrem Fechten sind, nicht so offen für Vorschläge sind, dann muss ich da jetzt auch nicht irgendwie die hinterher tragen, solange das jetzt nichts ist, was direkt sicherheitsrelevant ist. wenn die ihr Knie falsch eindrehen und sich dann verletzten könnten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, …

18:20
Da hätte man keine Mahl, aber wenige haben einfach schlechte Fechten und nicht bereit sind Feedback anzunehmen, weil der Ego sie das nicht lässt. Dann gut, macht das halt mal. Ja, und dann gucken wir vielleicht nochmal. Das ist ein sehr schöner Punkt, du da bringst. Die Art und Weise, wie du quasi sprichst zu den Trainierenden sorgt ja dafür, wie sie das aufnehmen. Und Menschen haben die Tendenz dazu.

18:47
Anweisungen erst mal so bisschen wie soll ich Kontra entgegen zu stehen. Was? Nö. Nö meine Arme nicht hoch. Und wenn sie das dann, wenn du eine konkrete Anweisung gibst, dann haben sie das Bedürfnis die möglichst richtig zu machen. Also dann die Arme in die exakte Höhe zu nehmen auf die auf die richtige Art und Weise. Und die Variante wie du es machst ist halt dann

19:16
Lässt den Raum für Fehler. ich finde, das ist halt auch ein Mindset-Change beim Unterrichten, beim Trainer, weil das ist dann halt ein, ich mache ein Angebot. Wenn man das nicht annimmt, aus welchem Grund auch immer, ist halt okay, Angebote muss man nicht annehmen. Wohingegen halt man, wenn man Anweisungen gibt, die nicht eingehalten dann ist man eingeschnappt oder muss noch mal irgendwie nachjustieren. Und was ich dann, also einmal mache ich es auch so, dass sicherheitsrelevante Sachen gebe ich als Anweisung.

19:45
Maske aufsetzen, sich Handschuhe anziehen und bei der Knie-Stellung zum Beispiel eben aufpassen, dass das irgendwie so ist, dass man sich dann nicht Knobbel und Meniskus unnötig wegrubbelt. Und da kann ich aber auch immer dazu sagen, ey Leute, Maske brauchen wir eigentlich nicht drüber reden, warum wir die aufsetzen. Und bei Knie…

20:10
Da weiß ich einfach, was passieren wird. Das merkt ihr nicht gleich, sondern ihr merkt, wenn es zu spät ist. Und das ist einfach nicht cool. Deshalb macht es so und so, um es zu vermeiden bzw. hinaus zu zögern. Und was ich so bei Korrekturen mache ganz gerne ist dann Fragen. Also wenn irgendwie was nicht funktioniert, mir erst mal erklären lassen, findest du jetzt das?

20:39
dass hier gerade so ist, wie die Übung das sagt, also wie die Aufgabe ist. Und kommt dann meistens, ne, naja, aber der machte das und das und tralala, hopsa saa. Und dann kannst du erst mal im Dialog klären, dass einer von beiden vielleicht die Aufgabe gar nicht so verstanden hat wie der andere. Und, ah, okay, dann haben sie das so selber eingesehen und wissen dann auch wieder, worauf es ankommt.

21:07
Und bei so Techniksachen hilft dann auch zu fragen, … Okay, jetzt hatte dein … Was weiß ich, du kommst jetzt mit dem Schwert da nicht ran. Woran liegt’s denn? Was müsstest du tun? Ich müsste irgendwie so und so stehen oder bla bla bla. Und dann sich so stückweise … Ich kann mich dran erinnern, wir hatten auch eine Episode dazu, wo wir sozusagen das Hinterfragen beschrieben hatten. Ja. Das ist dann eben genau dieser Punkt.

21:37
der als Trainer dann das wohlwollend Wertschätzende dem Trainierenden gegenüber rüberbringt, wodurch sich die Einstellung dann verbessert, das anzunehmen. Genau, aber eigentlich geht es heute in der Folge gar nicht so sehr um die Trainierenden, eigentlich geht es ja um uns. Genau, um unsere Perspektive. Genau. Das war jetzt ja so, habe ich es interpretiert zumindest, eine Tiefe. Also das ist halt nicht so cool gerade am Anfang, wenn man da sozusagen

22:05
auf Ablehnung stößt, was die eigenen Vorschläge angeht. Das kann einen manchmal ganz schön zurückwerfen, ja. Grade am Anfang … da hast du ja keine Erfahrung als Trainer. Also, im HEMA-Bereich ist das ja so, du bist Fächter. Und dann … du als Letzter den Schritt zurück, wo … bei der Frage, wer wird als nächstes Trainer? Und dann, ah ja, super, du, ja … Los hier, zeig, stell dich von innen.

22:35
So läuft das ja. Und … ja … Also, ich war am Anfang auch als Trainer. Hatte Potenzial zur Verbesserung. Ja. Das ist sicherlich auch richtig. Genau. Und da kann man das echt zurückwerfen, wenn man dann so … Du denkst dir was aus, überlegst dir, wie das funktionieren könnte. Du denkst dir eine Übung dazu aus, machst und tust. Und dann sagt einer, was? Es funktioniert doch gar nicht.

23:04
Also zur Einordnung war das jetzt irgendwie eines deiner Hauptprobleme oder war das so ein, es war auch nervig? Ui, da müssten wir jetzt mal sechs, sieben Jahre in die Vergangenheit gehen, als ich angefangen habe Leute zu trainieren. Ne, das war als Hauptproblem schwer zu sagen. Als Hauptproblem würde ich es jetzt nicht bezeichnen. Also es war auch nervig.

23:34
Okay, aber sei dich schon gestört, wir haben jetzt eine ganze Weile darüber geredet. Ja, ja. Also was heißt mich gestört? Ich bin damit damals einfach nicht so zurechtgekommen und es hat schon so ein bisschen an mir genagt. gab’s Dinge, die noch mehr an dir genagt haben? Mangelnde Wertschätzung von Vorständen. Das hat richtig an mir genagt. Also wenn du, ich meine, für Trainierende bist du ja verantwortlich, dass das läuft. Aber andersrum …

24:04
Willst du ja, dass Leute, die da im Verein über dir sind, dir den Rücken stärken und da nicht das Gefühl haben, dass die hinter deinem Rücken gegen dich sind. Das macht einen dann schon richtig fertig. Das mit der Zurückweisung geht ja eigentlich auch so bisschen in die Richtung, oder? Das ist ja auch ein Stück weit Wertschätzung, einfach in der Richtung von den Trainierenden, das andere Richtung von der Vereinsführung sozusagen. Ja, ja.

24:33
Wobei du eben für die Wertschätzung von Trainierenden, das war mir immer ein bisschen wichtiger, oder was heißt, das war mir überhaupt wichtig, weil ich dafür, weil es ein Spiegel dafür war, wie gut ich Training gegeben habe. Also wenn du einfach so die Wertschätzung bekommst, sagst du, ah ja, cool, geiles Training, hat Spaß gemacht oder einfach.

24:57
Du siehst das Lächeln und das Strahlen, wenn du einen Hinweis gegeben hast und eine Technik funktioniert. Und in einer freikampfnahen Situation kriegen sie das dann durch und freuen sich. Das sind so die Highlights des Trainerdaseins. Das ist dann für mich eine Art Wertschätzung. Ja, die mich sehr freut und die mir auch irgendwie wichtig ist. Jetzt könnte man ja denken

25:27
Man kriegt als Trainer irgendwie so auch die ganze Zeit Wertschätzung. Keine Ahnung, da kommen die Leute zu einem her, fallen einem um den Hals und sagen danke für diesen Tipp. Das war ja ganz wunderbar. Aber tatsächlich ist es ja so oder so zumindest habe ich das erlebt. Wenn Leute in den Verein kommen, das was vor ihnen da ist, das ist selbstverständlich. Das ist schon immer so gewesen und das ist auch einfach so wie es sich gehört sozusagen. Und wenn du jetzt Training gibst, dann bist du quasi Teil dieser ganzen Maschine.

25:56
Und auch so Stück weit selbstverständlich. Natürlich ist der Trainer da im Training. Was soll er denn auch sonst machen? Daheim sitzen und Computer spielen oder was? Ja, weil du sagst, natürlich ist der Trainer da. Trainierendenfluktuation im Training ist ja völlig normal. Eine Woche sind mal zwei da, die nächste Woche sind 20 da und jeder kommt, wie er lustig ist. Wenn du als Trainer aber sagst, die nächsten zwei Wochen bin ich im Urlaub, da findet kein Training statt.

26:26
Was? Da ja wohl nie sein. Ja, das ist ja noch irgendwie mit Ankündigung und aus einem nachvollziehbaren Grund. wenn du das anfangen würdest, alle paar Wochen mal das Training … Ja, Einfach mal zu sagen, nee, heute komm ich nicht. Ich hab keinen Bock, heutzutage, Das mein ich halt so Stück weit. Da gehört ja schon auch was dazu. Es ist eine Verpflichtung, man da eingeht. Natürlich auch eine Selbstverpflichtung, weil muss man ja nicht. Aber man sagt dann halt auch, nee, ich bin da.

26:56
Es gibt Gründe, warum man nicht da ist. Keine Ahnung, Geschäftsreise, Urlaub, was auch immer, klar. Aber man schaut eigentlich schon, dass man, wenn irgendetwas möglich da ist und das Training macht und dann auch so gut macht, wie man selber kann. Und das ist schon eine Leistung, aber die wird halt jetzt vielleicht nicht jedes Mal in diesem Maße gewürdigt, weil die trainieren dann halt das als… kennen das halt so, das ist halt so, das ist ja selbstverständlich. Und die kommen jetzt halt nicht an und sagen jedes Mal noch, ja, super, dass du das…

27:24
dass du heute da warst oder so, keine Ahnung. Umgekehrt, als Trainer würde man das ja vielleicht schon machen, wenn man merkt, dass jemand irgendwie in der lange Zeit unregelmäßig da war und dann, hey, du bist jetzt viel mal in der Folge da gewesen, Daumen hoch. Ist cool, oder? Also ja, das ist jetzt nichts, was mich irgendwie super stört, aber das ist auch so bisschen, weil wir das halt vom Thema Wertschätzung hatten. Ich glaube, so bisschen Erwartungsmanagement muss man da halt auch betreiben.

27:47
Das ist halt was, was du nicht in so einem riesigen Maße erwarten kannst. Außer es gibt jemand bei den Trainierenden wiederum, weiß das, dass das halt schon auch eine ziemliche Leistung ist und der guckt halt, dass quasi bei den Leuten das entsprechend auch ankommt oder so. Oder dass man zum Geburtstag ein Geschenk vom Verein kriegt oder was auch immer. Da gibt es ja viele Möglichkeiten, was man machen kann. Andersrum hast du auch ja als…

28:13
weil wir auch die andere Seite hatten der Wertschätzung vom Vorstand. Ich bin jetzt im Dresdner Fechtklub und da ist es halt auch von Vorstandsseite. Also wir hatten jetzt eine offene Halle am Wochenende und da war auch der Vorstandsvorsitzende ist mal vorbeigekommen mit seiner Familie, hat sich das angeguckt und sagt, ihr gehört jetzt dazu und ich wollte mir, wollte hier mal sehen, wie er trainiert.

28:44
Und auch sonst noch andere Mitglieder, jetzt zum Verein, also zum Fechtverein gehören und nicht zu unserer Abteilung, die die einfach da Interesse gezeigt haben. Und ich finde allein, dass dieses Interesse zeigen für das, was du tust, ist in meinen Augen eine unglaubliche Wertschätzung, was du eben als Vorstand machen kannst oder eben als Gruppenleiter. Wenn du jetzt

29:14
eine Gruppe hast und du hast Trainer unter dir, um denen das entgegenzubringen. Ja, also das ist ja auch so das Thema öffentliches Loben. Und wenn niemand was gut gemacht hat, sollte man das ja auch tun. Da einfach die Wertschätzung rüberbringen. Und also ich glaube, wir können festhalten Wertschätzung ist schon ein wichtiges Thema und das sollte man vielleicht auch nicht immer so als selbstverständlich betrachten. Vielleicht lass es mich so sagen, wenn ihr das jetzt hört und bei euch im Verein also euer Training reflektiert und denkt

29:44
Gute Frage. Wann habe ich den letztes Mal gegenüber meinem Trainer Wertschätzung ausgedrückt? Dann nächstes Mal knuddel den noch mal oder gibt mir anderen einen Klaps auf die Schulter, je nachdem, was für ein Typ Mensch das ist und sagt, hey, finde ich gut, was du hier machst. Insbesondere wenn die das schon sehr lange machen. Je länger sie das machen, desto selbstverständlicher sind sie. Übrigens bist du der beste Co-Host bei einem Podcast, den ich jemals hatte, Alex.

30:11
Oh, das ist sehr nett von dir, das kann ich so absolut zurückgeben. Ähm, hattest du in deiner Trainerlaufbahn … kannst du Punkte nennen, wo du sagst, das war der absolute … oder einer der absoluten Höhepunkte. Das war so richtig … boah, geil. Da hab ich mich … das war für mich als Trainer so ein richtiger Erfolg. Und andersrum auch so ein richtiges Tief, so ein Tiefpunkt, boah, da hab

30:41
Da hätte ich es am liebsten hingeschmissen. Kennst du diesen Effekt aus dem generellen Leben, dass man sich an negative Ereignisse viel stärker erinnert als an positive? Die verblassen dann irgendwie relativ schnell. Und dann vor fünf Jahren habe ich aber mal in der Unterhaltung Blödsinn erzählt. So das wird mich noch bisschen skat begleiten. Ja, das ist ein natürlicher Effekt bei uns Menschen. Auch immer heißes Thema im Mental Training.

31:09
sich damit zu beschäftigen, dass man im Allgemeinen viel mehr Erfolge als Misserfolge hat. Ja, also das verzerrt halt irgendwie total die Wahrnehmung, wenn man so rückblickt. also es gab schon

31:24
immer mal wieder so Phasen oder auch Trainings, wo ich heimgekommen bin und dann hat irgendwas so gar nicht so funktioniert, wie ich mir das dachte. Ich mir schon genau diese Frage, die du vorher auch formuliert hast, gestellt hab, warum mache ich das hier eigentlich so? Mich bindet ja nichts daran. Ich könnte einfach jederzeit sagen Leute, ich mache das jetzt nicht mehr, wenn ich das wollte. Und

31:44
Ja, war dann halt irgendwie grummelig. Meistens hat es dazu geführt, dass ich mit meiner Freundin geredet hab. Die hat mir dann gut zugeredet und gemeint, vielleicht denk mal noch mal drüber nach, ist es wirklich so schlimm, wie du dachtest, vielleicht gehst du dann noch mal in ein Training und guckst mal, ob es auch so war oder ob man es nicht irgendwie nächstes Mal wieder besser machen kann. ja, die Sachen gab es auf jeden Fall und ich weiß auch nicht, ob ich nicht schon kein Training mehr geben würde.

32:10
wenn mir da nicht jemand gut zugeredet hätte. Also ich finde, das hilft manchmal schon, wenn man da einfach jemand hat, mit dem man darüber reden kann, der auch das so bisschen einordnen kann, weil er halt den ganzen Kontext kennt und das von so einer schwer emotionalen Bahn so ein bisschen wieder in Richtung Rationalität ziehen kann oder halt zumindest aus den ganz negativen Bahnen raus hat eben den Blick mehr wieder auf die Erfolge richten kann, anstatt dass man halt nur alles Schlechte sieht in der Welt. Das ist schon gut. Ja.

32:38
Das ist bei mir in der Tat auch so. Die Unterhaltung mit meiner Freundin über das Training ist enorm wichtig für mich und enorm hilfreich. Also sie halt so wie du es beschreibst immer noch mal eine andere Perspektive reinbringt, weil ich auch mit ihr trainiere und quasi weil ich sie trainiere und sie auch die trainierenden Perspektive kennt.

33:07
dann sagen kann er manchmal wirkt das eben so und so wie du dich verhältst. Und auch dieses ja dann frag doch einfach mal nach so nach Feedback zum Beispiel. Und so eine so eine Sachen. Das sind oftmals sind es so Sachen wo dann Captain Obvious durchs Zimmer fliegt. Aber man sieht es halt in dem Moment. Genau. Man will es auch nicht sehen.

33:37
Die Welt ist ungerecht, sie hat sich gegen mich verschworen, ich möchte bitte nichts anderes hören an dieser Stelle. Hör auf mir hier so gut zuzureden.

33:47
Ja, von daher, also dieses, ich würde am liebsten alles in die Ecke werfen, ist halt meistens dann, wenn irgendwas so gar nicht lief oder halt, so wie du das beschrieben hast, aus irgendwelchen Gründen, wenn man den Eindruck hatte, dass man an diesem Abend besonders stark von den Leuten abgelehnt wurde. Was halt meistens nicht mal so ist, ja, da ist vielleicht einer dabei, der selber keinen guten Tag hatte, der so ein bisschen aufmüppig wird oder was auch immer und das verallgemeinert man dann so bisschen, also das färbt man sozusagen.

34:15
den Blick auf die restliche Gruppe, obwohl die sich verhalten hat wie sonst, nur ist man so quasi geprimed heißt das, glaube ich, also vorgeprägt, dass man irgendwie auf einmal denkt, jetzt geht gar nichts mehr. Eine sehr wichtige Erkenntnis, die ich auch hatte, ist das Konzentrationsgesicht. Der resting bitch face oder was? Ja, wenn ich etwas erkläre, dann habe ich manchmal das Gefühl in völlig

34:44
desinteressierte leere Gesichter zu gucken. Und am Anfang hat mich das total fertiggemacht. Ich dachte mir, Alter, was … Ah, das kenn ich ja. Boah, was denn hier los? Ihr wollt das so lernen, oder? Soll ich das noch erklären? Soll ich im Kreis tanzen? Das Problem ist, wenn Leute konzentriert sind, haben die halt einen konzentrierten Blick.

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Weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Die Muskeln entspannen sich, es sieht eher so bisschen skeptisch aus. Als würdest du Zombies ins Gesicht schauen. Ja, genau. Das ist auch irgendwie so bisschen desinteressiert. Die Leute sind aber hochkonzentriert, hören dir zu und versuchen, was du ihnen gerade erklärst, bestmöglich aufzunehmen und machen sich vielleicht gerade in ihrem Kopf …

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Gedanken, wie sie das umsetzen. Man sieht das dann auch, wenn sie irgendwie eine Waffe in der Hand haben. Du zeigst irgendwas, dass sie direkt anfangen, diese Bewegung so nachzuempfinden oder irgendwie mit den Händen irgendwie das zu machen. Das sind alles gute Zeichen. Da ist alles in Ordnung. Wenn die euch wie Zombies angucken, liebe Trainerinnen, liebe Trainer, dann genauso muss es sein. Ja, zumal ja die Leute halt, wenn die Stunde dann schon fortgeschritten ist, ja auch mental und körperlich schon ein Stück weiter schöpft sind.

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Je nachdem, wie viele die Leute vorher waren, schon sehr. Das heißt, Ende der Stunde kann man dann auch als Trainer ein bisschen einsilbiger werden und die Anweisungen kürzen und keine hochkomplexen Zusammenhänge mehr versuchen zu erklären. Aber das war auch für mich eine krasse Erkenntnis. habe neulich ein Video drüber gesehen. Da ging es um Flow, den Zustand höchster Konzentration und Leute, die im

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sich die also flow ist ja auch ein unglaubliches gefühl von freude aber leute die im flow sind den sie so nicht ansatzweise an dass sie irgendwie gerade freude oder spaß haben bei dem was sie tun dass es total die sind total fast gleichgültig also eine mischung aus gleichgültigkeit und angestrengt das ganz schwer zu beschreiben ist halt hoch konzentriert und innen drin ist halt bohr geil macht das spaß aber nach außen

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kommt es kein bisschen raus. Ja, ich habe mir jetzt auch schon ein paar Mal angehört, dass mein Konzentrationsgesicht beim Fechten so wirkt wie, ah, der Alex muss sich schon ziemlich langweilen gerade. Nein, ich habe gerade sehr viel Spaß, aber ich muss aufpassen, weil soll ja auch funktionieren, was ich hier mache. genau. Ja, also ist das ein bisschen auch das, was du vorliest, das funktioniert ja gar nicht. Das ist ja auch eigentlich ein Zeichen, von die Leute beschäftigen sich damit.

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Absolut. Also vielleicht jetzt nicht genau die Formulierung, aber so dieses, aber wie soll das jetzt gehen? Das ist ja eigentlich ein… Oder man kann das so interpretieren. Also ich hätte gerne noch mehr Informationen. Ja, absolut. Besonders so dieses, ja, aber dann kann der doch das und das machen und dann funktioniert das doch gar nicht mehr und so weiter und so fort. Ja, auf jeden Fall ein ganz klares Zeichen für, du hast eigentlich als Trainer alles richtig gemacht. Du hast so einen Drive bei den Trainierenden, dass sie sich damit beschäftigen, dass sie weiter denken.

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Und ja, es ist deine Aufgabe als Trainerinnen und Trainer, jetzt diese Motivation, die da ja da ist, die wollen ja wissen, wie es jetzt weitergeht. Du hast die erste Staffel ist zu Ende und alle wollen wissen, wie es weitergeht. Es ist jetzt deine Aufgabe, die zweite Staffel hier zu bringen. der küsse natürlich immer gut dran, wenn du dann als routinierter Trainer sagen kannst, ja, das stimmt, nächste Übung. Aber machen wir nachher.

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Also, es ist auch so ein … dass auch etwas … womit ich erst mal klarkommen musste. Es auszuhalten, dass du nicht an deine Trainierenden ein USB-Stick dranpappen kannst und ihnen dein komplettes Wissen, deine komplette Erfahrung mit einmal überspielen kannst. Ich hatte grade genau an das Gleiche gedacht, als du das erzählst hast. Bevor du erzählst hast.

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Weil es ist genau dieses, man denkt, ich habe so viele Dinge, ich weiß, die müssen die auch wissen. Ja, dann versuchst du am Anfang, das ist bei Jungtrainer ganz typisch, dann erzählst du und erzählst du und erzählst du und texte es halt die Leute zu. Aber selbst wenn sie es sich merken könnten, was nicht der Fall ist, weil es einfach zu viel Content ist, Dinge zu wissen und Dinge auch umsetzen zu können, also körperlich auch wissen und können. Genau, das sind ja noch mal zwei Paar Schuhe.

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Und das ist so schwierig, dieses, aber es gibt, okay, du weißt jetzt die ersten 10 Prozent und am besten noch so bisschen dieses, die Leute lassen schon raushängen, dass sie jetzt das Gefühl haben, dass schon echt ziemlich gut in dem sind. Und du denkst dir, du noch viel zu lernen hast, junger Paderwahn. Ja, das muss man eben, diese Kleinschrittigkeit muss man als Trainerinnen und Trainern auch aushalten können. Dass man eben nicht auf …

39:57
einmal alles vermitteln kann und eben auch wenn so Fragen kommen, ja aber dann kann er das und das machen und wie das funktioniert doch in dem und dem Kontext gar nicht. Da muss man eben einmal durch das Wissen, was man hat und die Erfahrung ganz beherzt sagen können, das ist vollkommen richtig, was du sagst. Das Problem ist, wir wollen jetzt eben genau diesen ersten Teil gerade üben und dann können wir uns gerne auch mit dem nächsten beschäftigen und mit dem nächsten.

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was halt schwierig wird, wenn wir versuchen, alles aufs Mal zu machen. Ja. Ja, also vor allem, dauert ja … Wir reden ja hier nicht von Wochen oder Monaten, wir reden ja von Jahren. Du bist ja den Trainierenden, wenn du das machst, Jahre voraus. Natürlich, wenn du jemand anderes dein Wissen vermittelt und du hast zehn Jahre gebraucht, aufzubauen, brauchst du keine zehn Jahre, weil du weißt ja schon, worauf’s ankommt. kannst zusammenkürzen, kannst dir wichtige Erkenntnisse …

40:56
in Übungen verpacken, anstatt dass die Leute sich das selber erarbeiten müssen. Aber nichtsdestotrotz sind das halt immer noch Jahre. Also vielleicht kannst du es auf 50 Prozent komprimieren, oder vielleicht wenn du es ja gut bist sogar auf ein Drittel oder so. Aber trotzdem ist es halt, man muss halt die Geduld auch mitbringen zu sagen, das gut, wenn er das jetzt weiter macht oder sie, in zwei Jahren hat er das dann auch raus oder so.

41:16
Also vor allem auf dem Pensum, auf dem wir jetzt hier trainieren. Wir reden ja nicht davon, dass hier Leute fünfmal pro Woche, zweimal am Tag im Training sind. Dann würde das natürlich alles sehr viel schneller gehen. Aber gerade dieses, sind halt zwei, dreimal die Woche da. Das dauert halt einfach.

41:29
Ja, aber was ich gut finde, also zum Thema erhöhen, weil wir das immer mit Tiefen sprechen, wenn ich sehe, dass die Leute halt im freien Fechten tatsächlich technisch irgendwas Gutes machen. Also wenn ich halt sehe, dass die Fortschritte machen, dass sie auch ihre Körperstruktur besser werden, dass sie flüssiger werden, sich besser einfach bewegen und es sich nicht mehr so anfühlt, als müssten sie irgendwie im Kopf alle Schritte durchgehen, bevor sie überhaupt das Schwert schwingen, sondern einfach das Schwert so zum Teil von ihrem Körper wird, von ihrer Körperwahrnehmung. Absolut.

41:57
Also ich hatte es ja vorhin schon gesagt, wir hatten jetzt am Wochenende auf einer Halle, gestern. Daher nochmal an alle meine Trainierenden, wenn ihr diesen Podcast hört, wovon ich natürlich ausgehe. Ein dickes Lob. alles, was ich gesehen habe, einfach, das hat einfach richtig gut ausgesehen. Das hat mir richtig gut gefallen. Und auch so die Zweikämpfe, die ich gesehen habe, die dann so ein bisschen freier waren.

42:28
Das war dann so eine Höhe des Trainerlebens, wo ich mir dachte, boah, wir sind jetzt so ein halbes, dreiviertel Jahr dabei. Ich glaube, ich habe hier ziemlich viel richtig gemacht. Ich finde es auch gut, wenn man dann positiv von den Leuten überrascht wird. Ja. Weil man hat immer so ein Bild im Kopf und denkt sich, das ist das, was sie können, das ist das, was sie nicht können. Okay, das ist nächste Schritt. Und manchmal machen die Leute so einen Sprung, wo man gerade so bisschen in die andere Richtung schaut sozusagen. Und dann guckst du dir das an und denkst dir, boah, also das…

42:56
konnte er sie vor einem Monat noch nicht. Ich weiß nicht, wann er das gelernt hat, aber das ist gut. Man muss auch wissen, das ist vielleicht noch so ein … so etwas, was einem als Trainer oder Trainerin ein bisschen Selbstvertrauen geben kann. Und zwar Lernprozesse, motorische Lernprozesse. Unser Gehirn ist ja neuroplastisch, das heißt, es verändert sich, wenn wir etwas lernen. Und …

43:24
Das Erlernen einer Bewegung führt dazu, dass sich ziemlich viel umstrukturiert bei uns im Kopf. Also das wird hierarchisiert diese Bewegung und je besser, je hierarchischer die geordnet ist, je feingliedriger sozusagen, desto besser sitzt die. Und diese Umstrukturierung braucht erstens Zeit und zweitens führt sie dazu, dass wir erstmal schlechter werden in dem, was wir machen. Das heißt, wenn du jemandem etwas beibringst,

43:53
Dann klappt das am Anfang ganz gut. Dann können Sie das machen. Und dann machst du das nächste Woche noch mal. Und dann stellst du fest, was haben wir denn letzte Woche gemacht? Habt ihr hier … Was ist hier passiert? Das sieht aus wie Kraut und Rüben. Und so Hand-Hand-Auge-Fußkoordination. Und dann denkst meine Güte. Aber das ist ein gutes Zeichen dafür, dass hier gerade ein Lernprozess stattfindet.

44:22
Genau so sieht das aus. Und dem muss man einfach Zeit geben, bis er abgeschlossen ist. Und danach ist die Bewegung einfach richtig gut. Ja, wir haben es schon wieder über Zeit geredet. Geduld, Geduld, Geduld. Das ist halt echt was, was du mitbringen musst. das können wir eigentlich so die schon mal als vorläufiges Fazit der heutigen Folge ziehen. Die Höhen und Tiefen des Trainerdaseins lassen sich besser.

44:51
Ertragen, wenn man sehr geduldig ist als Trainer. Ja, das ist ja so ein bisschen auch das Ding, was am Anfang weiter mit Roboter, weil auch wenn du selber einen schlechten Tag hast, lässt du das ja optimalerweise eben gerade nicht an den Trainierenden aus, sondern die kriegen davon gar nichts mit. So die haben ihren, ich sag mal mal so professionell, wie es halt geht, auftretenden Trainer, der interagiert auf eine positive Art und Weise mit ihnen und dass der sich denkt, man ich habe jetzt irgendwie auch

45:19
hatte eigentlich keinen Bock, dass ich hier reingekommen bin, etwas, was ja nicht geil ist, wenn du halt so komplett ungeduldige Trainer hast. Generell aber auch, wenn der Tag nicht gut war, dann merkst du nur an den Trainierenden rauf, weil da kannst du die halt auch mal … Also, wenn du einmal halt so … negativ wirst und so … keine Ahnung, auch Frustration zeigst mit Lernverschritten, dass man selber frustriert ist, dass der andere das nicht schnell genug lernt. Da kannst du Leute auch relativ schnell verlieren. Absolut. Und …

45:49
Ja, ist es, wollte ich sagen, ist dann eben dein Job als Trainer, das auszuhalten, einfach geduldig zu sein und dir vielleicht zu überlegen, woran liegt es denn, woran liegt es, dass er oder sie das noch nicht so hat? Und dann mal auch so ins Gespräch kommen. Woran hapert es denn vielleicht? Manchmal, du hast natürlich physiologische Unterschiede, also allein aufgrund des Alters. Unser Gehirn lernt ja in einem bestimmten Alter besser.

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Ich habe jetzt noch nicht gelesen, das ideale Alter für unser Gehirn ist so von eher so 40 plus, also wenn man etwas älter ist. Es ist zwar dann nicht mehr so ganz so schnell, also die Reaktionen werden ein bisschen langsamer, aber wir haben so viel Wissen, wir haben so viel Erfahrung, dass wir auch Sachen viel viel schneller lernen und umsetzen können.

46:49
und auch viel effizienter handeln können. fand ich Du meinst das Ideal von der Lerngeschwindigkeit her? Ja, von der Lern- und von der Handlungs- und Entscheidungsgeschwindigkeit und von der Qualität der Handlungen und Entscheidungen. Nichtsdestotrotz kannst du eine bestimmte Bewegung einem 20-Jährigen oder einer 20-Jährigen schneller beibringen als die mit den gleichen nicht vorhandenen Vorerfahrungen.

47:17
als einem 50-Jährigen oder einer 50-Jährigen. Das ist im Allgemeinen so. Ja, auch das ist natürlich ein Ding, was einen frustrieren kann. Weil man ist ja, wenn man es lang genug nur macht, irgendwann halt auch wahrscheinlich der Älteste in der Gruppe oder einer der Ältesten. Und das ist tatsächlich auch was, was ich deutlich zu den Tiefen zählen würde, weil die meisten Leute machen das halt ein paar Jahre.

47:44
Vielleicht sind das auch ein paar mehr Jahre, aber irgendwann ändern sich halt die Lebensumstände und die lassen das sein. Und wenn man selber aber halt derjenige ist, der das schon ewig macht und halt auch weiter macht, sorgt das dafür, dass diese ganzen Leute, mit denen man trainiert, halt dann irgendwann nicht mehr da sind. Also sozusagen die Weggefährten, mit denen man mal aufgebrochen ist, dann halt irgendwann nicht mehr auf dem Weg. Und das ist schon auch ganz schön frustrierend und da kannst du aber auch nichts dagegen machen. Das heißt halt, je länger du dabei bist, desto weniger sind von diesen Weggefährten noch übrig. Wenn du Glück hast,

48:13
gibt es irgendwie so 1, 2, die es halt tatsächlich auch irgendwie 10, 15, was auch immer, 20 Jahre vielleicht sogar machen. Aber das dünnt halt aus von Jahr zu Jahr, dass die Leute halt dann aus Lebensgründen das nicht mehr machen. das, ja, das merkst halt, länger du das machst. Und wir sind jetzt ja beide so bei Jahr 10 ungefähr. Ich würde mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn du bei Jahr 15 oder bei Jahr 20 bist. Aber das ist schon auch frustrierend, weil du halt, also…

48:41
Für einen selber bleibt es ein wichtiger Teil des Lebens. Für die anderen Leute ist es dann halt keiner mehr. diese Verantwortung, die man da hat oder die einem manchmal ja auch wie eine Bödel vorkommen kann, die trägt man dann halt weiter und die anderen sind sozusagen aus dem Schneide raus und machen ihr eigenes Ding. Das ist viel schwierig. da hilfst du auf jeden Fall, sich mit anderen Trainer und Trainerinnen und Kollegen, Kolleginnen auszutauschen und da irgendwie Plattformen, Netzwerke zu bilden.

49:10
was weiß ich, gemeinsamen Podcast aufzumachen oder sowas. Ist ja auch immer so eine gute Stunde Austausch, die wir hier zu einem bestimmten Thema haben. Und also bei uns ist es so, dass uns dann noch keine Ahnung, hunderte Leute dabei zuhören, während wir uns austauschen. Aber nichtsdestotrotz ist es ja eine Wissens- und Erfahrungserweiterung oder ein Wissens- und Erfahrungstransfer, den wir hier betreiben.

49:41
nicht nur nach außen hin, sondern auch zwischen uns beiden. Die Zuhörer erlauben das halt, dass man einfacher vor sich selber auch rechtfertigen kann, wie man sich jetzt eigentlich die Zeit dafür rausschneidet und dass man das halt auch weiter macht. Weißt du, wir haben eine öffentliche Verpflichtung eingegangen, dass wir uns zusammen jetzt nun über die Themen reden. Absolut, Genau. Ja, aber ich meine, das ist halt sehr… Ja, ich wollte gerade sagen, du hast das ja vorhin angesprochen mit dem mal da sein, mal nicht da sein und als Trainer gehst du dir Verpflichtung ein, immer da zu sein.

50:11
Und als Podcaster gehst du auch die Verpflichtung ein, dass jetzt hier, bitte schön, alle zwei Wochen da der Podcaster scheint. Ja, genau. Ein bisschen was kannst du da schon drehen. Wir sind ja schon von einer Woche auf zwei Wochen runter. so, wenn wir jetzt mal eine Folge veröffentlichen würden, mal nicht. Egal in welchem Rhythmus, das wird nicht gut ankommen. Ja, da verlässt man sich auf Schwertgeflüster. Ja. Und was da halt dazugehört, die Leute gehen halt den Weg nicht mehr weiter. Man selber wird älter, die Gruppe wird jünger.

50:40
Da kommt halt irgendwann der Punkt, wo man selber vielleicht auch nicht mehr auf dem Niveau fechten kann, auf dem man gerne fechten würde. Die jungen Hüpfer, die nachkommen und dann mit Mitte 20 vielleicht schon 7 Jahre Training machen, die könnten das aber halt noch und vielleicht auch schneller als man das selber konnte. das eine ist halt so, man kann ja die Zeit nicht zurücknehmen, man kann dann gucken, dass man fit bleibt und auch mit Erfahrung halt viel wegmachen.

51:08
Nichtsdestotrotz muss man sich damit arrangieren, dass man nicht ewig der Top-Fächte ist im direkten Vergleich. Auf der anderen Seite aber auch immer dieses wehmütige, wenn ich damals, als ich angefangen hätte, auch schon diese Möglichkeiten gehabt hätte, die jetzt die Leute haben, sie nachkommen. Dieses Wissen und alles und so weiter.

51:30
Das wäre doch was gewesen. Dann wäre ich auch viel schneller. Dann hätte ich mit 20 angefangen, wäre ich Anfang 30 schon so weit gewesen, wo ich jetzt heute mit 55 bin oder keine Ahnung. So in der Art. Ja, das ist natürlich der Punkt, an dem man wieder sich eingestehen muss. Okay, ich bin halt jetzt Trainer oder Trainerin und das ist jetzt meine Profession. Ich will jetzt nicht mehr der beste Fächter werden. Ich will jetzt der beste Trainer werden. Und da ja, geht es halt dann.

51:59
eben nicht mehr nur um mich, sondern um mich und meine Trainierenden, wo man dann die Selbstverpflichtung eingeht und wo man dann er sich quasi ein Stück weit auch nochmal selbst verwirklicht. Also gebe ich ganz offen zu, in allen meinen Trainierenden, die jetzt irgendwie sportlichen Erfolg haben, sehe ich mich dann Stück weit selbst verwirklicht und denke mir, geil.

52:26
Ohne mich wären die jetzt vielleicht möglicherweise nicht da, wo sie sind. Aber, ja, das ist dann eben das, wie soll ich sagen, das, worauf man umsteigt, sozusagen. Der Nachtisch der Fechterkarriere, wenn man so will. Ja. Ja, es ist halt so bisschen, tritt in eine andere Fechtlebensphase ein, so ein bisschen. Ja. Mit allem …

52:56
vor Nachteilen, die das dann halt hat. Die fencing after show party. Genau, der Apresci des … Ja, immer Apresci. Ja, aber das ist ja eigentlich auch wieder so ein Stück weit ein Mindset. Eine Mindsetänderung. Man ändert seine eigene Einstellung zu dem Ganzen. Man ändert seine Erwartungshaltung, man ändert seine Ziele auch. Und wenn man das halt nicht macht und versucht dann irgendwie auf beidem, also sowohl sozusagen selbstfechterisch als aktiver,

53:25
als Trainer irgendwie die Höhen zu erreichen, dann kommt man häufig in Zielkonflikte. Das ist auch schwierig, wenn man sich noch nicht damit arrangiert hat, ob man die eine oder die andere Rolle hat. Wie lange hat es bei dir gedauert, dass du dich damit arrangiert hast? Die Entscheidung, dass ich dem Trainer sein, vorzugebe, habe ich relativ früh getroffen.

53:54
weil es da ja auch, also das war ja ganz am Anfang, da gab es keine Infrastruktur mit anderen Trainern und so weiter. war halt irgendwie klar, wenn, also einer muss ich da drauf wirklich fokussieren, der Rest kann mithelfen sozusagen, aber einer muss wirklich da den Hauptfokus drauf legen und das war dann auch okay das zu tun. Ich habe natürlich trotzdem den Anspruch auch gehabt, fechterisch besser zu werden. Das war aber halt auch

54:22
aus so einem Impostor-Syndrom-Ding raus, dass man dachte, oh, bin ich auch gut genug, hier Training zu geben? Ich erzähle den Leuten hier irgendwas, weiß gar nicht, ob ich das selber schon so tief durchdrucken habe. Vielleicht muss ich mal mehr fechten und auf mehr Wettkämpfe fahren und so. Und natürlich auch, das eigene Fechten muss irgendwie noch mit drin sein. Aber die großen Entscheidungen waren schon häufig so, wenn man das direkt gegeneinander aufwiegen musste, dass dann immer die Nadel eher Richtung Trainer.

54:50
gezeigt hat als rein nur eigener Fechter. Also wenn es nur um mein eigenes Training gegangen wäre, hätte ich auch die Stunden anders aufgebaut. Also ich habe da schon die Gruppe in Vordergrund gestellt, nicht mich denke ich. Ja, weil du gerade Impostor Syndrome ansprichst. bin ja zu den, also zum jetzt beim, beim, wir sind ja eine Abteilung beim Sportfechten und da hat natürlich auch mal einer der Trainer der Sportfechter bei uns zugeguckt. Ich weiß gar nicht.

55:20
die Episode schon mal erzählt habe oder die Anekdote. Prüfungssituation. Ja, und dann so mir, magst du ein Feedback zu deinem Training? Ja, auf jeden Fall, sehr gerne. Und innerlich so, oh Gott, was man hier sieht. Oder leg ich dir jetzt Worte in den Mund? Also von einem Sportfechttrainer mit so einer Belizenz, da ging mir schon ein bisschen das Stift, was da jetzt kommt.

55:48
Das ist ja so, was ihr mit den Waffen macht, ist ja total krass. Also so Sperrangriffe und dann in der Bindungsarbeit und das ist also ist richtig gut. Aber eure Fußarbeit ist richtig scheiße. Und das konnte ich natürlich so nicht stehen lassen. ich mir sofort gedacht, okay, dann machst du jetzt mal ein bisschen Sportfechten. Guckst du dir mal an, wie das aussehen soll, was da der Witz ist bei Fußarbeit.

56:19
mir das erklären lassen, zeigen lassen, habe da beim Sportfechtchen mitgemacht und habe das dann auch in mein eigenes Training implementiert und dann eben auch entsprechend an meiner eigenen Fußarbeit massiv gearbeitet. Ich dachte, kannst du ja keinem anbieten irgendwie. Du musst mal einen Schritt zeigen, einen Ausfall zeigen und vernünftige Fußarbeit zeigen und das muss ja auch bei mir

56:47
vernünftig aussehen. Also was weiß ich, dass ich jetzt nicht in den Spagat gesprungen komme. Das möge man mir verzeihen, aber dass der Ausfall eben vernünftig aussieht. Das sollte schon so sein. Und das hat mich dann auch extrem motiviert, an mir selber nochmal zu arbeiten, an meinen fechterischen Skills. Aber natürlich mit dem Hintergedanken, okay, du bist Trainer, du hast hier eine gewisse Vorbildrolle. Das sollte schon, es muss nicht perfekt sein. Es muss jetzt nicht hier

57:17
Olympianiveau haben, aber es sollte irgendwie passabel aussehen. Gut, aber hättest jetzt auch sagen können, ja, das mach ich da schon so lange und dann hab ich keine, nicht mehr eine ordentliche Fußarbeit, ich schmeiß jetzt hin. Ah, okay. Naja, das war mir in dem Moment bewusst, dass ich nie ordentlich Fußarbeit trainiert hab. Muss auch zugeben, bis dahin hab ich es nicht so für nötig gehalten.

57:45
Da kam dann eben so durchs Sportfechten so die Einsicht. Die ziehen dich einfach nur ab, indem sie vor und zurück gehen. Und zwar viel, viel schneller als du und viel, viel präziser und besser getimt. Und das war schon ein bisschen frustrierend, dass ich gesagt habe, nee, das ist etwas, womit ich das Fechten, mein Fechten und die Qualität meines Trainings massiv verbessern kann. Das ist ja auch so ein bisschen so eine wichtige Trainer Eigenschaft.

58:15
Man sollte sich ein gewisses Mindestmaß an Bescheidenheit erhalten, dass man auch bereit ist, selber weiter zu lernen. Das ist ja auch als Fächter so, wenn du davon ausgesicht, kann schon alles, dann machst du keine großen Fortschritte mehr. Und als Trainer das Gleiche. Und das ist auch was, womit man sich arrangieren muss, dass auch nach vielen Jahren noch mal jemand herkommt und einem sagt, hey, das war jetzt vielleicht nicht so gut.

58:43
Und natürlich kannst du dann im ersten Moment erst mal in so Abwehrhaltung gehen. Ja, guck doch dich mal an. Ach ja, und du stinkst. Ja, vielleicht stimmt das ja auch. Und wenn das halt stimmt, dass man halt auch irgendwie Maßnahmen ergreift, um da was zu machen. Es ist halt aber auch nicht so über das Angenehmste dann, das wirklich dem mal ins Auge zu blicken und zu sagen, Scheiße noch mal, das stimmt. Ja, das tut schon weh.

59:12
Da muss ich sagen, war auch eine der härtesten Einsichten, dass vor vielen, vielen Jahren das Training bei den Schwabenfedern unter einem gewissen Alexander Fürgut irgendwie bessere Fächterinnen und Fächter hervorgebracht hat als mein Training. Und ich da auch ehrlich gesagt

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Im ersten Moment bin ich in so eine Abwehrhaltung gegangen. Ach, jetzt ist das Aliveness Grimmskrams. Ja, was soll denn das sein? ja, dann habe ich irgendwie von so ein paar Schwabenfedern mal aufs Maul gekriegt und dachte mir, ja, jetzt guckst du dir das mal an, was der Alex da so erzählt. Und ja, das war alles irgendwie brauchbar. Ja, okay, dann habe ich das dann.

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Stückweise einfach implementiert und siehe da Training hat sich auch massiv dadurch verbessert Also tatsächlich so einen direkten Vergleich gezogen Wie meinst du direkten Vergleich gezogen dieses eher bei den Schwabenfedern scheinste irgendwie besser zu laufen Ja, also hat irgendwie Schwabenfedern gesehen und irgendwie hat ja alles irgendwie Irgendwie haben die das besser hingekriegt als ich Und auch als irgendwie

01:00:38
Vergleich, wenn ich es so angeguckt habe, ja, als meine Trainierenden. Obwohl, glaube, da hatte ich, gab es da den Vergleich schon so direkt. Also auf jeden Fall besser als ich. Okay. Und da aber jetzt nicht in so einem Maße, wo ich mir sage, ah ja, okay, da könnte ich jetzt, ich hier an die und der Kleinigkeit nochmal bisschen schrauben. Es ist jetzt irgendwie so ein kleiner, haben Sie jetzt irgendwie was, habe ich was im Training jetzt nicht so explizit?

01:01:06
habe ich bisschen was schleifen lassen, irgendwie eine Kleinigkeit. Das war so im Ganzen irgendwie, dass ich mich ein bisschen demotiviert gefühlt habe, wo ich mir dachte, alter, das war aber irgendwie, da muss ich mir irgendwie was überlegen. Also das war in der Tat so ein Tiefpunkt meiner Trainerlaufbahn, wo ich mir so grundsätzlich in Frage gestellt habe, was ich hier eigentlich mache.

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nicht weil die Trainierenden das dann nicht hingekriegt haben, sondern weil ich gesehen habe, andere sind vom Level her wo ganz anders, wo du eigentlich dachtest, dass du auch wärst. Und das ist aber gerade einfach nicht der Fall. Okay, das heißt, das hat quasi so an den Grundfesten deines Trainings gerüttelt? Ja, absolut. Das hat an den Grundfesten meines Trainings gerüttelt. Was hat dir dann geholfen da damit?

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umzugehen, das klingt ja schon so, als wäre das ein bisschen auch ein Schock gewesen. Naja, das war so ein…

01:02:10
Also so Step by Step. Also ganz konkrete Situation war beim Gathering, ich glaube 2018. Da hatte ich einen gewissen Lukas-Mest-Leger im Pool. Und dieses Gefecht ging 8 zu 0 aus, aber nicht für mich. Ja. Und also es war auch nicht so, ich habe auch später noch mal gegen Lukas verloren. Aber in diesem Gefecht hatte ich

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nicht das Gefühl, auch nur ansatzweise irgendwie die Chance zu haben, dass ich hier mitspielen darf. Also … Ich hab einfach … Okay. Jeder Heap, den ich gemacht hab, wurde pariert. Und jeder Heap, den er gemacht hat, der kam durch. Und dann kamen noch drei andere hinterher. Und die hab ich noch nie mal gesehen, die hab ich nur gespürt. Und … dass ich mir …

01:03:10
und die bei den anderen Schwabenfeldern das sah dann auch so so so vernünftig aus und in der Tat hat Lukas mich dann nach dem nach dem Turnier so beiseite genommen, haben ein bisschen Sparring gemacht, das hat sich wieder genauso angefühlt und er meinte dann aber achte mal auf dies und jenes und hier und so hat mir so ein paar grundsätzliche Sachen gezeigt

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die an meinem Fechten halt ausbaufähig sind. Das waren jetzt nicht irgendwie so eine Kleinigkeiten, sondern eben grundsätzliche Themen. Zum Beispiel war das, ich hab halt so eine immer eine Aktion gefochten. bin rein mit einem Angriff und hab dann nicht sonderlich weitergemacht. Als Beispiel. Und das war eben so Grundthema, dass man eben nicht bloß eine Aktion macht, sondern klar machst du eine Aktion mit Commitment, überlegst dir was, aber dann

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heißt es dann eben sich decken oder noch mal ein Hieb oder wie auch immer. Und das hat mir dann zumindest so einen Anhaltspunkt gegeben, wie ich das irgendwie verbessern kann. Irgendwie so ein, das hat so einen massiven Denkanstoß gegeben. Boah, hier muss er echt richtig, hier muss sein Training nochmal richtig krass auf links drehen. Und ich glaube, dann waren Trainertage 2018, die waren dann glaube ich danach.

01:04:39
Die waren sogar in Dresden, glaube ich. Ja. Und da hast du einen Aliveness Workshop gemacht. Genau. muss, ja das sollte 2018 gewesen sein. Ja und da hatte ich mich dann so damit beschäftigt und dachte mir, hm, okay, dann versuchen wir das mal zu implementieren. Da habe ich mir quasi dann die Webseite von Mathornten noch so bisschen durchgelesen, was man da eben da machen kann.

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habe ich da Stück für Stück mein Training verbessert. Ja, das ist lustig, dass du das so erzählst, der Effekt ist, ich habe ja jetzt schon bei diesem Workshop oder Vortrag zu dem Thema ein paar Mal gehalten bei verschiedenen Gelegenheiten und habe das ja auch im Podcast immer so wieder erwähnt und das habe ich ja schon, also das mache ich jetzt auch schon eine Weile und da sind halt Leute da, die hören sich das an. Wenn es gut läuft, kriegst dann direkt danach noch so ein Feedback, dass es interessant war, zum mal drüber nachdenken.

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Dann hörst du erst mal fünf Jahre nichts mehr. Du weißt dann auch nicht, hat das jetzt irgendwas gebracht? Hat das irgendwas verändert? Hat da jemand was wirklich von mitgenommen? Und dann fünf Jahre später kommt dann aber halt irgendwie ein Blogartikel, YouTube-Video, was auch immer raus, wo die Leute halt erzählen, ja, ja, ich hab das hier aufgegriffen und so. wir haben das seit dem und dem in dem Training mit drin. Also Jungs zum Beispiel hat da Martin Heppler von der Schildwache. Den hatten wir ja auch schon im Podcast zu.

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Seit z.B. Bolognese hat er ein Video gemacht, wo er sein Verständnis von dem ganzen mit ein Erweiterungen geteilt hat. Ich pack das mal in die Show Notes. Und dem Zuge kam halt raus, dass er das auch bei einem Vortrag mal gesehen hat und danach übernommen hat, was schon Jahre her ist. Aber ich hab halt nichts gehört, ob das irgendwie auf furchtbaren Boden fiel oder nicht. Das ist mir jetzt über die Jahre echt ein paar Mal passiert.

01:06:30
dass ich dann halt in Gesprächen irgendwann rausstehe. Ja, ja, also der Vortrag damals, den habe ich gehört und das hat unsere Training komplett auf den Kopf gestellt. Ich habe mich dann auch informieren. Seitdem machen wir das anders und alles besser und so. Aber du kriegst halt einfach nichts mit, weil das könnte ja eine Höhe sein, sozusagen. Also es ist jetzt nicht internes Training, aber halt externes Training. Aber du hörst halt einfach nichts. Du merkst von dem hoffentlich positiven Effekt, den man da hat, auch einfach nichts. und ja, also das ist dann zu, zu ja.

01:07:00
Das war so ein essentielles Ding, was mich weitergebracht hat. wo dann aus einer Tiefe das erst mal… Also man muss erst mal ganz am Boden sein, sozusagen, um sich da wieder rauszubuddeln. Und in der Tat, ein Jahr später hat dann einer meiner Trainierenden… Also, erst mal habe ich Lukas im Turnier besiegt, und zwar im K.O. Bäm!

01:07:30
Und zweitens hat einer meiner Trainierenden damals dann das Gathering gewonnen. Und ich auch gedacht, okay, da haben wir jetzt in einem Jahr ganz gut Fortschritte gemacht. Das war dann die Höhe, die dann daraus erwachsen ist. Aber so wie du es beschreibst, vorhin, man erinnert sich an die negativen Sachen krasser als an die positiven. Wenn mich jemand fragt nach meinem krassesten HEMA-Erlebnis, werde ich

01:07:57
Ich würde es wahrscheinlich nicht sagen, ja, das war dann, als ich … dort und die Erfolge hatte, oder als meine Schützlinge das das gewonnen haben, sondern es wird wahrscheinlich immer sein, ey, Lukas hat mich so krass im Turnier verprügelt, das war so heftig. Ja, aber das ja gut, dass einen langfristig positiven Effekt hat. Ja, absolut, absolut. Jetzt hatten wir so die Themen im Training.

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die konkret das Training betreffen. Und wir hatten jetzt auch so ein bisschen das außerhalb des Trainings, quasi bei dir gibst Workshops. Und das hat dann erst mal man muss eine Weile warten, bis sich dann irgendwie ein Effekt einstellt. Wie ist das mit dem Trainerdasein und der der Vereinskultur? Dazu sagen, da gibt es auch so Höhen und Tiefen oder das hat

01:08:55
dann nicht unbedingt was mit dem Trainer da sein zu tun. Wie meinst du Vereinskultur, als ich meine Trainer gestalte, die auf jeden Fall mit, je nachdem, ob das sind ja manchmal teilweise auch der Vorstand dann in Personalunion. Ja. Oder willst du auf was bestimmtes raus? Naja, jetzt wenn man versucht wirklich auf die den Trainerjob an sich runterzubrechen. Also wenn man jetzt nicht sagt, okay, das sind jetzt Leute, machen, sind da in Personalunion tätig, sondern

01:09:24
Was du als Trainer für die Vereinskultur tust oder tun kannst, was sich daraus entwickelt, was ist daraus für Höhen und Tiefen sich ergeben? Naja, also ich würde schon sagen, dass die Trainer auf jeden Fall die Hauptverantwortlichen sind, um die Kultur zu steuern. wenn jetzt die zum Beispiel Leute im Vorstand oder so oder in den Arbeitsgruppen, was es immer ist, da gibt, wenn das jetzt nicht die Trainer sind, dann haben die halt einen sehr viel begrenzteren Einfluss drauf.

01:09:54
weil wenn du halt x Stunden die Woche unterrichtest, dann kannst du den Unterricht halt sehr stark so gestalten, wie man das für richtig hält und das halt sowohl zum Positiven als auch zum Negativen. Du kannst halt Übungen aufbauen, du, wenn du der unerfahrenere Fächter bist, halt zwei Stunden auf den Sack kriegst und dann das Heimfahren und dann bist du quasi der Schlagbaum. Oder halt so, dass die Leute halt entsprechend auch motiviert werden, dadurch, dass sie halt eine Chance haben, dass die Übungen

01:10:23
Quersinn, sowas auch berücksichtigen und so. Und da hast du halt einen massiven Einfluss auf die ganze Kultur. Auch natürlich hat man eine Vorbildfunktion. Das ist ja auch so bisschen, das haben wir jetzt nicht explizit so genannt bisher, aber diese ganze, man darf jetzt nicht seine schlechte Laune an den Trainierenden rauslassen, ist ja genauso das Ding Vorbildkultur. Und halt auch da, wenn du die Leute lobst, wenn sie was gut gemacht haben und halt negatives Verhalten auch aktiv unterbindet, dann setzt du halt ein gewisses Vorbild und gewisse Präsenz.

01:10:52
Präzedenzfälle an der sich dann die Kultur letztendlich auch ausrichtet. Also das ist super entscheidend an der Stelle. Jetzt wo du es gesagt hast, mir eingefallen, es gibt ja auch Trainierende, die sind per se in ihrer Art recht herausfordernd. Also die stellen zum Beispiel besonders viele Fragen oder kritisieren besonders oder stellen besonders kritische Fragen.

01:11:21
Mittendreien sind sind so ein bisschen omnipräsent. Und dann gibt es ja Trainierende, die sind eher sehr zurückhaltend. Die geben fast nie irgendein Feedback, antworten jetzt auch, wenn du eine Frage in die Runde stellst, maximal, wenn sie nochmal konkret angesprochen werden, sodass du da in der Gruppe natürlich ein extremes Gefälle hast an.

01:11:50
wie soll sagen, an Persönlichkeiten. Und dort darfst du dir natürlich nicht irgendwie einen Liebling rauspicken, sondern musst versuchen, alle individuell zu behandeln und jedem zu ermöglichen, einen Beitrag für die Gruppe leisten zu können und leisten zu dürfen und auch individuell dafür sorgen, dass jeder und jede einen Lernvorschritt, einen Trainingsvorschritt hat.

01:12:17
auf dem Level, wo sie halt gerade sind. Und dass dann eben nicht einfach bestimmtes Verhalten wird immer oder Leute, sich auf eine bestimmte Art verhalten, werden irgendwie immer gebashed und andere werden immer gehyped. Sondern man muss es dann trotzdem dir vielleicht manche ein bisschen mal auf die Ketten gehen in der Trainingseinheit. Ja, dass das halt nicht raushängen lassen. Nicht so, wie soll ich sagen?

01:12:47
Ja, denke nicht so ein Lieblinge und ungeliebte Stiefkinder sozusagen herausarbeiten. Ich würde halt vielleicht so sagen, die Höhen ist zum Beispiel, wenn du sagst, naja, die Leute kommen, dann trainieren sie zwei Stunden konzentriert. Es wird gelacht, aber sonst macht man nicht irgendwie alle fünf Minuten Wasserpause.

01:13:12
Das ist irgendwie eine Höhe, wenn du dann sagst, wir haben eine Vereinskultur etabliert, wo halt die Leute sinnvoll miteinander trainieren. Es wird sich unterstützt da, wo es notwendig ist und hilfreich ist. Aber man verfällt jetzt auch nicht in komplettes. Wir stehen halt an drei und reden zehn Minuten. Ja, dass du halt für das, was du auch erreichen willst, also je nachdem wie wir körperlich fordern, das Training natürlich auch sein soll oder überhaupt jetzt. Interpretationstraining sieht anders aus als ein Freifechttraining. Aber dass du halt sagst, hey, die Kultur, die wir haben, die passt zu den Zielen, die wir haben.

01:13:41
die erfüllt das und die Leute machen einfach das, was sie aus Trainer sich tun sollten und es läuft. Ja, das ist eine Höhe, eine Tiefe ist halt, wenn du merkst, dass in der Kultur irgendwas schief läuft und vielleicht auch schon eine ganze Weile schief läuft und entweder ist es vorher nie aufgefallen, weil du halt einfach keinen Blick dafür hattest, das ist häufig so, wenn dich jemand mal drauf hinweist, dann ist das Fels dir verschippen von den Augen, stimmt, das ist schon immer so, das ist vielleicht nicht so gut oder dass sich halt irgendwas in eine negative Richtung entwickelt und du weißt aber a, nicht woher es kommt und b, auch nicht so richtig, was du da jetzt

01:14:11
unternehmen kann. Wo du halt das Gefühl hast, irgendwie entwickelt sich das jetzt kulturell zum Negativen. Ich hoffe, das ist jetzt keine Abwärtsspirale und der Trend kann irgendwann aufgehalten werden auf irgendeine Art. Aber eigentlich passiert ja was, was man nicht gut findet, aber was man jetzt auch so direkt nicht so einfach abstellen kann. Du kannst es vielleicht nicht direkt abstellen, aber du kannst es dir zumindest erst mal gewahr machen. Du kannst es akzeptieren, sagen, okay, hier gibt es ein Problem.

01:14:39
Also du kannst natürlich immer sagen, das ist jetzt nicht mein Thema oder ich bin ja neu und das war ja vor mir schon da und das habe ich ja nicht gewusst, keine Ahnung, bla bla bla. Das sind alles Ausreden. Du bist dafür verantwortlich und das heißt zumindest erst mal zu sagen, jo, hier stimmt was nicht. Hier ist irgendwie was schief gelaufen. Ich habe jetzt vielleicht noch nicht die die Musterlösung dafür.

01:15:08
Aber ich bin zumindest erst mal bereit, mir anzugucken, was hier das Problem ist und wie ich es denn gerne hätte, was denn mein Wunschzustand ist. Dann ist man ja auch erst mal ein Stück weiter. Ja, das wäre eigentlich auch der Moment, wo man sich auch Hilfe holen könnte. Das ist ja auch was, was Trainierende als auch Trainer häufig nicht machen.

01:15:27
eigentlich sind sie mit der Situation so ein bisschen überfordert, wissen nicht weiter, aber anstatt einfach mal jemand zu fragen, hey, ich weiß hier nicht weiter, hast du eine Idee, also jetzt in dem Fall einen erfahrenen Trainer, eigener Verein oder fremder Verein, ja, dann versucht man so ein bisschen rum, aber irgendwie passiert nichts, das ist halt so ein bisschen auch das Thema Vernetzung, was wir vorher hatten, glaube ich. Wenn die Leute halt sich besser kennen würden, wäre das vielleicht auch einfacher.

01:15:53
Aber gerade so kulturelle Dinge sind, glaube ich, häufig auch was, will man nicht so recht mit anderen Leuten besprechen, wenn man die nicht so gut kennt, weil das ist ja so ein bisschen auch Schwäche bei sich im Verein offenbar und sozusagen. Ja, absolut. Du legst ja mal die Karten auf den Tisch und sagst, und die Problem haben wir. Aber ich kann dir versprechen, versprechen und euch Trainerinnen und Trainern da draußen auch. Ihr werdet höchstwahrscheinlich mindestens einen oder eine haben, wenn jetzt in größeren Runde in der Trainer Runde erzählt, sagen.

01:16:23
Jo, kenn ich. Hab ich auch schon erlebt oder hab ich auch das Problem bei mir, wie auch immer. Idealerweise hast du dann halt Leute, eine Lösungsstrategie anbieten können. Das ist übrigens auch was, also wenn ihr da so ein Problem habt, könnt ihr das auch uns mal schreiben, wenn ihr möchtet. Wenn das so, ich sag mal, unspezifisch ist, jetzt nicht so eins zu eins auf euren Verein unmünzbar.

01:16:49
könnte man da ja unter Umständen auch mal eine eigene Folge zu machen. ist alles im Bereich des Möglichen. Ihr wisst ja post-at-schwertgeflüster.de mit ue. Da könnt ihr einfach mal schildern, was ihr habt und könnt mal dazu schreiben, ob das okay wäre, wenn wir das Thema in der Folge aufgreifen. Nichtsdestotrotz stehen wir natürlich auch bei allen möglichen gern als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

01:17:13
Weißt du was, eine Sache ist mir jetzt noch eingefallen, die ein absoluter Tiefpunkt jedes Trainings ist. Wo es einfach sagt, ist das Allerschlimmste, aber es wird und wird nicht besser. Warte, darf ich einen Educated Guest machen? Ja. Die Zeit, die Leute brauchen, um ihre Ausrüstung anzuziehen? Jawoll, Michael! Die Leute trödeln alle beim Rödeln. Trödeln beim Rödeln.

01:17:39
Aufrödeln muss man wissen, ist der HEMA-Fachbegriff für seine Schutzausrüstung anziehen. Bitte darf auch überall dazu verwendet werden. Ich sage immer, dass es die schlimmste halbe Stunde ist, bis die Leute ihre Ausrüstung angezogen haben. Natürlich geht es ihnen echt nicht so lange, aber es kommt einem halt eeehmlich vor. Bei uns dauert es fünf Minuten. Ja, fünf Minuten ist ein plausibler Wert, aber gefühlt dauert das sehr viel länger. Weißt du, wer am längsten bei uns braucht?

01:18:10
Du? Warum das? Ich hab… Also im Allgemeinen liegt es an meiner Handschuh- Unterarm- Ellenbogen- Schoner- Konstruktion. Also ich hab die Sportfecht- Handschuhe über die Fechtjacke. Dann kommt da so ein Unterarm- Schoner, in den ich reinschlüpfe. Also den klipp ich nicht drauf, sondern ich muss mich da so ein bisschen rein.

01:18:33
dann den Ellenbogenschoner anlegen und dann die Handschuhe an. Aus irgendwie Gründen dauert das immer ein bisschen länger. Also zumindest länger als bei den anderen, die ich weiß nicht, gefühlt ziehen die ihre Fechtjacke an und dann tut die komplett fertig. Ja, aber da ist es ja für dich wahrscheinlich nicht so schlüpfen, da musst du ja nicht so lange warten. Ich bin irgendwie einer, der am schnellsten fertig ist mit dem Aufrödel. Nee, ich weiß gar nicht, musste ich länger warten.

01:19:03
Jetzt ist es auch meistens so, dass wir schon zu einem ziemlich hohen Level aufgerödelt sind, wenn wir anfangen und auch recht schnell dann Schutzausrüstung anziehen. das ist schon quasi so ein Ding bei Fernsehen Club. Es völlig normal sozusagen schnell seine Schutzausrüstung anzuziehen, weil die Übung sowieso gleich mit Schutzausrüstung weitergeht. Also da ist so das Mindset schon da.

01:19:30
Okay. Das Problem ist, wenn du alles andere anhast und deine Jacke anziehst, musst du das ganze Zeug zum Großteil Ah, okay. So eine Übergangsstufe haben wir meistens nicht drin. aus dem Grund. Bei uns ist das dann eben entweder ohne und dann geht’s direkt mit voller Ausrüstung weiter. Okay. Ja. Weißt du, ist so dieses … Du stehst vorne, sagst an, zieht euch das rostliche Zeug Zieht euch warm an.

01:19:58
Genau, dann räumt man selber noch irgendwas weg, geht auch rüber, zieht sein ganzes Zeugs an, geht wieder zurück zur Mitte und dann sind die Leute immer noch nicht fertig. Ha, schlimm. ist ja… Ja, das ist doch jetzt eigentlich ein guter, guter Schluss. Die größte Tiefe des HEMA-Trainer-Daseins. Zeit, die Leute die Ausrüstung angelegt haben. Da haben wir natürlich Interesse, liebe Trainerinnen und Trainer, die ihr uns zuhört.

01:20:25
Erzählt uns doch mal, wie das bei euch ist. Wie lange dauert es im Schnitt, bis eure Gruppe die Ausrüstung angezogen hat? Und ist das auch etwas, was euch in die, wie soll ich sagen, Abgründe der Frustration stürzt, so wie Alex? Oder geht das bei euch ein bisschen schneller? Oder seid ihr vielleicht wie ich auch diejenigen, die am längsten brauchen? Ja, man könnte jetzt so sagen, man könnte es ja wie beim Bund machen, einfach getimt, Ausrüstung anziehen, ausziehen, anziehen, ausziehen und so.

01:20:55
Ja, und dann vielleicht auch kleine Preise verteilen für den oder diejenigen, die das am schnellsten hinkriegen. Ja, glaube nicht, dass ich das nicht schon versucht hatte. Aber das ist, wenn man nicht beim Bund ist, schwer durchzusetzen, habe ich festgestellt. Ja, die Leute, können einfach sagen, die mache ich nicht. Viel zum Wissen. Ja, also in diesem Sinne.

01:21:18
Steller rödeln, kein Trödeln beim Rödeln. Ja, genau. Die Aktion Schwertgeflüster gegen Trödeln beim Rödeln. Ja, sehr gut. Ja, schöner Abschluss für heute. Auch eine sehr zuweilen emotionale Folge hat mir gut gefallen. Beschreibt uns, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, liebe Trainerinnen, liebe Trainer vor allem, wie euch das gefallen hat. Hat euch das weitergebracht? Oder sagt ihr tiefen

01:21:48
Kenn ich nicht Höhen auch nicht. Mein Training verläuft vollkommen konstant. Erzählt es uns gerne. Schreibt uns an post. Schwerpgeflüster Punkt. Wir freuen uns natürlich im nächsten Training mal den Trainer knuppeln. Ja, genau. Trudelt, trudelt den Trenning, knuttelt den Trainer. Macht’s gut. Tschüss. Ciao. Halt, bitte noch nicht weglaufen. Ihr könnt diesen Podcast nämlich noch unterstützen.

01:22:18
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