Was braucht man eigentlich um ein Experte zu werden? Dieses Facebook-Video war Anlass genug für uns, auch über dieses Thema zu sprechen: https://fb.watch/hz_4QhOj9T/

Shownotes

In eigener Sache

Schwertgeflüster ist ein Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Alexander ist Trainer und Mitgründer der Schwabenfedern Ulm, Autor von Der Schielhau im Detail und ficht Langschwert und Rapier. Michael ist Trainer und Mitgründer vom Fencing Club Dresden und ficht vor allem Langschwert.

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Transkription

00:15
Schwertgeflüster Episode 118 und mal wieder etwas ganz besonderes, denn das ist unsere 118 Folge. Trommelwirbel. Nein, es ist unsere Weihnachtsfolge. Ist ihr das eigentlich bewusst, dass diese Folge jetzt zu Weihnachten veröffentlicht wird? Ja, 23 quasi direkt bevor man zur Familie abdüstet und noch mal einen Tag vor sich hat. Ja, und da kann man gleich die Weichen stellen fürs nächste Jahr. Ihr habt ja

00:44
hoffentlich möglicherweise vielleicht so Neujahrsvorsätze und heute möchten wir euch etwas in diese Richtung mitgeben, nämlich für den fechterischen Erfolg im Jahr 2023. Heute reden wir über die vier Säulen deines fechterischen Erfolgs. Weißt du, wenn du das sagst wie das Jahr 2023, das klingt so als wäre das noch brutalst weit weg.

01:11
Irgendwann in der fernen Zukunft, wenn wir das Jahr 2023 schreiben werden, dann wird sich alles ändern und die Leute werden fechterisch erfolgreich sein. Mit diesen Tipps. Ja, genau. Und dann werden sie sagen, boah, damals hat mir Schwertgeflüster geholfen, das war so gut. Kauft Schwertgeflüster Produkte. Schwertgeflüster, der Flammenwörfer. Für fechterischen Erfolg. Dann läuft auf jeden Fall schon mal keiner ins Ringen ein. Ja.

01:41
Wie sind wir darauf gekommen? Ich habe irgendwann mal so in meinem Facebook Feed gescrollt und da ist mir ein Video vor die Nase gehalten worden, von dem meinte, Facebook oder Facebook fand, dass es eine gute Idee ist, dass ich mir das mal angucken soll. Es war von einem Kanal, heißt Veritasium und da präsentiert ein junger Mann so das ein oder andere

02:12
Phänomen unter anderem eben auch in diesem Video und da ging es um Expertise. Was macht Expertise aus? Wie kommt man dazu? Wie kommt man zu entsprechenden Erfolg? Und ich habe dann Alex geschrieben, hier wollen wir mal dazu was machen, was heißt ihr davon bliblablupp. Alex fand es cool und dann haben wir das auf unsere Liste genommen und

02:41
Es gibt quasi jetzt der Titel nimmt es vorweg vier Säulen, die da benannt werden, über die wir heute reden werden. Und die hatte ich mir dann auf mein Whiteboard, was bei mir im Wohnzimmer ist, geschrieben. irgendwann war meine Freundin bei mir und meinte, er hat so da drauf geguckt und meinte so, was ist denn das da eigentlich hier? The Four Pillars of Success bei Martin Fabian oder was? Und das fand ich so cool. Das hätte ich mir auch.

03:10
richtig gut in so einem Martin Fabian Video vorstellen können. Und deshalb hier die Credits der Folge gehen heute an meine Freundin Flora, die quasi den Titel hiermit geprägt hat oder die englische Version. Englische Version ist quasi The Four Pillars of Success, in Klammern bei Martin Fabian.

03:30
Jetzt wird sich das so verbreiten bei Martin Fabian. hat mit der Folge überhaupt nichts zu tun oder mit dem Hintergrund. ich meine, ist noch bisschen Ausstrahlung, ein bisschen Zeit. Also du kannst ihn auch noch fragen, ob du kurz einfach diesen Satz aufnehmen kann. Dann können wir ihn noch reinschneiden. Ja, ja, ihr werdet sehen, ob es geklappt hat oder nicht. Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, heute wollen wir euch quasi mit den vier Säulen des fechterischen Erfolgs beglücken.

04:00
Und wenn man jetzt Leute fragt, was macht jemand erfolgreich, im Allgemeinen sagen die Leute üben. Also üben, üben, üben, wiederholen, wiederholen, wiederholen. Ehrlich, weil ich hab häufig den Eindruck, die Leute sagen, bevor sie üben, sagen, was ja eigentlich schon mal ganz gut wäre, oh ja, der hat ja Talent, der ist halt gut. Ah ja, das ist natürlich richtig.

04:27
Das ist auch so eine beliebte Ausrede, ich manchmal das Gefühl, für Leute, die keinen Bock haben auf üben, die sagen dann, ich habe kein Talent, ich muss das hier überhaupt nicht machen. Also Talent ist wirklich totally overrated. Du kannst zwar als jemand, talentiert ist, hast du einen gewissen Vorsprung. Und wenn so jemand aber nicht übt, dann wird jemand, regelmäßig übt, diese Person irgendwann überholen in den Fähigkeiten.

04:54
Ich habe tatsächlich aus Vorbereitung für die Folge noch mal ein Buch rein geschaut, das genau diesen Titel hat, nämlich Talent is overrated. es auch um viele von Dingen geht, die wir heute reden werden. Wie lange muss man denn jetzt üben, Alex? Was meinste? Wie lange muss ich üben, wirklich gut zu sein, irgendwas, um fechterischen Erfolg zu haben? Naja, das kommt ja immer drauf an. Wie definierst du Erfolg und vor allem, wie gut sind die anderen, wenn das Gesamtlevel in deiner

05:22
in deinem Sport oder in deiner Waffengattung relativ niedrig ist, dann brauchst du da nicht wahnsinnig lange üben tatsächlich. Dann bist du vielleicht in drei bis vier Jahren ganz gut dabei. Aber wir reden ja vermutlich über Dinge, die also sagen wir mal ein bisschen höher vom Niveau sind. Weil in diesem ganzen, also in dem Video und in vielen von den Büchern geht es ja immer um Leute, die wirklich an der Weltspitze mitspielen.

05:44
und nicht in so einer jungen Sportart wie Jema, sondern irgendwas, was etabliert ist und schon lange da und wo auch schon lange die Leute von Kindesbeinen antrainieren. Und da bist du natürlich mit drei, vier Jahren nicht so gut dabei. Wir wollen ja aber auch im Hema an die Weltspitze kommen. Also ich glaube, es ist relativ unabhängig davon, in welchem Bereich du bist. Wenn du an die Weltspitze willst. Die anderen wollen ja auch dahin. dieses diese Kurve, du hast natürlich irgendwie einen Anstieg, der ist relativ

06:13
Wenn du jetzt mit irgendwas anfängst, du und besser und besser und besser. Und dann flacht die irgendwann ab. Und irgendwann hast du ein Plateau erreicht, wo du dann eben nicht mehr so die krassen Schritte hast. Und es geht quasi darum, nach welcher Zeit habe ich dieses Plateau dann ungefähr erreicht. Und da gibt es die 10.000 Stundenregel.

06:41
Jetzt weiß ich jetzt würde ich dich normalerweise fragen. Hast du die denn schon mal gehört? Aber das kann ich mir sparen, wenn ich weiß, ist das natürlich habe ich dich schon mal gehört. ein bisschen Backstory zu der 10.000 Stunden Regel. Oh, sehr gerne. Also bekannt geworden ist es durch ein Buch von Malcolm Gladwell und zwar Outliers. Das ist auch ein sehr interessantes Buch, wo er halt über Leute schreibt, die sehr gut und sehr erfolgreich in irgendeinem Bereich waren, wo die Leute halt häufig sagen, ja, hat.

07:08
hatte halt Talent so und der rekonstruiert hat so ein bisschen, dass es halt eher dran liegt, dass die Leute die entsprechenden Voraussetzungen hatten, um an den Punkt zu kommen und wo halt auch viel Üben dazu gehört. Und das ist aber tatsächlich nicht von Malcolm selber, sondern das ist aus einem Artikel von einem Herren namens Anders Ericsson. Also das Buch ist schon von ihm, aber die 10.000 Stunden Regel ist nicht unbedingt von ihm. Genau, das Buch ist von Malcolm Pletwell und die Regel ist von einem Herren namens Anders Ericsson.

07:34
Das ist aus einem Artikel für die Harvard Business Review. packen den auch mal in die Show Notes. Und im Endeffekt, was der gemacht hat, das ist ein Psychologe, und der hat sich halt so mit beschäftigt, wie Leute lernen, weil Leute Experten sind, kann man den Prozess beschleunigen, nicht. Und man merkt es alleine schon daraus, dass das schon eine schöne runde Zahl rauskommt. Das ist natürlich gewundet, ja? Also, der hat nicht irgendwie alles durchgeteilt. kam zufällig genau 10.000 raus und dann passt schon … Komma, null, null, null, null.

08:05
Sonde, war halt irgendeine Zahl, die hat sich in so einem Artikel auch ganz gut gemacht, das hat er auch mal irgendwann gesagt. Und es ist so, hast, je nachdem, was du machst, in welchen Bereichen, weniger sein, es können in manchen Bereichen auch mehr sein, aber im Endeffekt, diese 10.000 Stunden sind eigentlich, du übst jeden Tag mehrere Stunden und bist dann halt 10 Jahre dabei und dann kannst du irgendwas auf Weltniveau. Komma, wenn du richtig trainierst, aber dazu kommen wir ja nachher noch. Der Buchtitel im Deutschen heißt übrigens Überflieger.

08:34
Untertitel warum manche Menschen erfolgreich sind und manche nicht von Malcolm Gladwell. Und jetzt kann man natürlich sagen wir beziehen uns jetzt immer mal aufs historische Fechten und der Einfachheit halber beziehen wir uns jetzt mal auf das Fechten mit einem langen Schwert. Jetzt kann man sagen ich trainiere jetzt einfach 10.000 Stunden lang einen Oberhau alleine auf der Wiese.

09:04
Und bin ich danach erfolgreich? ich danach Experte? Ja, im Oberhau auf die Miese schlagen auf jeden Fall. Darfst dann halt nicht gegen andere Leute fechten. Das wird dann nicht so gut funktionieren. Obwohl, also der Oberhau wird echt, der wird richtig pfiffig kommen sozusagen. Ich hab auch Leute schon stundenlang einfach Miese-Oberhäu trainieren sehen. das Ding ist ja immer.

09:31
Feedback, das ist vielleicht. Sollen wir mit Feedback einsteigen? Ja, lass uns mit mit dem Feedback einsteigen, denn es ist ja so wir wir können uns jetzt auf die Wiese stellen und wir können jetzt Oberheuer machen und aber ob der Oberhäuer jetzt gut war oder nicht. So wie du sagst, du hast auch schon Leute miese Oberheuer machen sehen. Hast ja überhaupt keinen Plan. Du trainierst ja dort volle Kanemelfenbeinturmen. Ja, also

10:01
Du hast halt keinerlei Ahnung, bist du überhaupt, wärst du in der richtigen Inventur gewesen, hättest du den anderen getroffen, hätte das Timing gepasst. Das ist halt alles was, was du natürlich alleine nicht mitkriegst. Und so wie viele Leute mit HEMA das ja machen, dass sie wirklich auf der Wiese stehen, da hast du ja nicht mal Kontakt mit irgendwas. Also du kannst ja sagen, Kano, ich mach’s mit Scharpen, Schwert und Tatami-Matten, dann hätte ich dir das Feedback, wie der Schnitt war. Ich kann auf einen Boxer kauen oder auf einen Pfahl oder so, dann habe ich da noch irgendwie

10:30
Also ich habe ein gewisses Feedback, wie ich jetzt getroffen habe. War ich überhaupt in Reichweite oder hätte ich voll vorbeigeschlagen? Diese ganzen Sachen und davon, dass ich jetzt halt alleine irgendwas mache, dass wenn das jetzt nicht genau das ist, wo ich drin besser werden möchte, dann ist das halt von begrenztem Nutzen. Ja, und selbst also es gibt ja im Asiatischen das Jeido. Da trainieren die Leute wirklich einfach Hiebe.

10:57
alleine aber selbst da gibt es einen feedback mechanismus denn die achten darauf wie der hieb klingt also das zischen des schwertes durch die luft wird da beurteilt und anhand dessen wird quasi eingeschätzt war der hieb so wie sie den jetzt machen wollten oder nicht also selbst da gibt es irgendeine form von feedback jetzt kann man sich streiten ob das das ist was man machen möchte ob das das richtige für dich mich oder andere ist aber

11:26
Es gibt irgendeine Form von Feedback. Das heißt, selbst wenn ich mich jetzt auf die Wiese stelle und Oberhaue mache, müsste ich zumindest jemanden daneben stehen haben, der mir sagt, Oberhaue gut, nein, Oberhaue nicht gut. Vielleicht noch ein bisschen mehr als gut oder nicht gut. Oder ich nehme mich auf Video auf oder sowas und kann das dann irgendeiner Form korrigieren. Und wichtig dabei ist auch ein

11:55
zeitnahes Feedback also es nützt mir wenig als dann einen Monat später anzugucken denn dann habe ich nicht mehr das das Gefühl wie wie habe ich gerade meine Waffe gehalten wie habe ich gerade wie hat sich der der Hieb gerade angefühlt sondern ich brauche ein ziemlich direktes Feedback möglichst direkt bei der Ausführung das heißt im Idealfall irgendein Ziel so wie du es vorhin formuliert hast beim Schnitttest da habe ich ein unmittelbares Feedback

12:23
geht das jetzt durch oder geht das nicht durch? Und dann kann ich korrigieren. Ja, das ist ja auch genau der Grund, das … wenn’s am Ende darum geht, gegen jemand anderen zu fechten und den zu treffen, ohne selbst getroffen zu werden, muss ich das zu irgendeinem Zeitpunkt mal geübt haben, und zwar gar nicht so wenig. Aus dem Grund ist es halt, wenn ich sozusagen zum Beispiel immer nur ohne Maske trainier und ohne Handschuhe und alles, und ich deute halt alle Treffer nur an und dann

12:51
habe ich irgendwann mal jemand, der tatsächlich versucht mich zu treffen, dann klappt halt gar nichts mehr, weil ich halt Feedback trainiert habe, was überhaupt nicht mich auf diese Situation vorbereitet hat. Und das ist was, was man im HEMA halt immer wieder sieht. also, ja, dass halt Leute einfach Dinge trainieren und dann denken, ja, das fühle ich mich gut vorbereitet, hat ja immer geklappt, so ohne tatsächliche Trefferabsicht. Und sobald sich aber diese Rahmenbedingungen ändert, war das Feedback, was man gesammelt hat, vielleicht auch über viele, viele Stunden hinweg, mehr oder weniger für die Katze. Ja.

13:18
Das war ein relatives, nutzloses Feedback, womit wir eigentlich eine ganz gute Überleitung zum Punkt der validen Umgebung hätten, oder? Hättest du noch was zum Feedback an sich hinzuzufügen? Lass uns erst mal die vier Säulen machen. Da können wir generell noch mal bisschen drüber reden, wie man da die Ideal-Lernumgebung schafft. Wir haben quasi der nächste wichtige Punkt. Die nächste wichtige Säule ist eine valide Umgebung. Das heißt, ich…

13:48
habe wieder viele Wiederholungen und ich bekomme direkt das Feedback. Und jetzt ist die Frage ist dieses Feedback etwas wert oder ist es nichts wert? Und in dem Video, was ich bei Facebook gesehen hatte, da war ein sehr schönes Beispiel gegeben, nämlich Rollett spielen. Du kannst 10.000 Stunden am Rollett Tisch verbringen und du bekommst

14:11
Ziemlich direktes Feedback. Du kannst auf schwarz oder rot setzen und bekommst jetzt das Feedback, okay, ist jetzt hier schwarz oder rot gefallen. Und diese Umgebung ist aber völlig nutzlos, weil es keine, keine Kausalität gibt. Also du kannst nicht sagen, dadurch, dass ich dies und jenes gemacht hab, ist jetzt das Ergebnis beeinflusst worden. Falls doch, wirst du aus dem Casino geworfen.

14:40
Das ist halt eine Invalide Umgebung. die die nützt mir nichts. ist keine. Ich kann das nicht trainieren. Das bringt mir nichts. Dieses Feedback. Das heißt, wenn man. Bleiben wir bei dem Beispiel Schnitttest. Wenn ich besser werden möchte darin Dinge mit einem Schwert zu zerschneiden, dann.

15:08
kann jetzt natürlich Oberheuer in der Luft machen und ich kann mir auch vielleicht anhören wie die klingen und das sozusagen dieses Feedback nutzen. Kann mir auch erzählen lassen ob der jetzt gut aussah oder nicht. Das auch sehr zeitnah haben aber diese Umgebung, diese Testumgebung bringt mir nichts um meinen Heap so zu verbessern, dass ich damit dann Dinge zu schneiden kann.

15:34
Da brauche ich halt wirklich entweder Tatami-Ständer oder irgendwie Pappkartons, irgendwas, was ich wirklich zerschneide, um zu sehen, werde ich darin besser oder nicht. Ja, schöne Metapher dazu finde ich immer. Im trockenen Schwimmen lernen klappt halt nicht. Ja. Also du kannst natürlich Brustschwimmen irgendwie auf einem Stuhl üben oder so. wenn das erste Mal im Wasser bist, ist dann halt auch wieder was anderes. Absolut. Du brauchst die valide Umgebung.

16:04
Wasser oder je nachdem das Medium in dem du schwimmen lernen möchtest. Wenn du in Honig schwimmen lernen möchtest, dann brauchst du da einen Pool mit Honig. Wer kennt das nicht, das bekannte Honig?

16:20
Okay, jetzt haben wir das. Jetzt haben wir dafür gesorgt, wir haben eine valide Umgebung geschaffen und wir haben, machen ganz, ganz viele Wiederholungen und wir bekommen auch direktes Feedback. Werden wir davon besser? Bisschen, gewissen Punkt auf jeden Fall, aber da gibt es natürlich noch ein bisschen mehr. Genau. Wir müssen irgendwann das Training.

16:46
herausfordernd gestalten. quasi im Englischen ein challenging practice, also ein herausforderndes Training. Man muss die Wiederholungen immer so gestalten, dass sie für uns eine neue Herausforderung darstellen. Beispiel Schnitttest. Wir müssten jetzt mal ein anderes Schwert nehmen. Also wir haben jetzt immer mit einem

17:08
Langschwert, gemacht, dann nehmen wir jetzt mal ein einhändiges Schwert. Wir haben das bisher immer ohne Schritt gemacht, dann machen wir jetzt mal einen Schritt dazu und so weiter und so fort. Also immer eine neue Herausforderung kreieren, es ein kleines bisschen schwerer machen. Da ist dann wirklich so das Fingerspitzengefühl gefragt, das ein kleines bisschen schwerer zu machen und nicht dafür zu sorgen, dass man im Prinzip gleich mit seinem Latein am Ende ist, weil man überhaupt nicht weiter kommt. Aber.

17:37
Ich brauche ja immer eine kleine Hürde, die ich überwinden muss, um irgendwie besser zu werden. Also das ist ja wie beim Athletiktraining. Wenn ich anfange zu trainieren mit einem bestimmten Gewicht, dann werden meine Muskeln stärker oder mein Muskelwachstum nimmt zu. An dieser Stelle sei auf unsere Athletiktraining-Folge hingewiesen. Auf jeden Fall irgendwann

18:05
Ich ein gewisses Level erreicht und dann muss ich entweder die Anzahl an Wiederholungen länger machen oder ich muss das Gewicht steigern, je nachdem was ich erreichen möchte. Aber irgendwas muss ich verändern, denn wenn ich nichts verändere, wenn ich es nicht herausfordernder mache, dann werde ich auf diesem Plateau stehen bleiben. Jetzt haben wir im Prinzip die vier Säulen vorgestellt. Also wir haben die 10.000 Stundenregel, also ganz viele Wiederholungen. Wir haben

18:35
sichergestellt, dass wir immer ein direktes Feedback bekommen bei unseren Wiederholungen und dass das Ganze in einer Umgebung stattfindet, die sinnvoll ist, also eine valide Umgebung. Und wir haben dafür gesorgt, dass wir immer ein kleines bisschen bessere Trainingsbedingungen haben, also im Sinne von, es wird immer ein kleines bisschen herausfordernder von mal zu mal oder eben in gewissen Abständen.

19:04
Jetzt natürlich die Frage, wie setzt man das bei seinem Hämatraining um? Ich würde gerne vorher noch über diese vier Sachen reden mit dir. Für so Zusammenfassung des Videos ist das völlig okay dargestellt. Ich habe allerdings vorher noch einmal den Originalartikel gelesen vom Herrn Ericsson und auch noch einmal bisschen andere Bücher reingelesen, die ich zu diesem Thema schon gelesen hatte.

19:33
Und worauf soviel wohl der Originalartikel als auch Talent des Overratings sehr stark eingeht, ist, wie man selber an das Training rangeht. Also nicht unbedingt, was die Rahmenbedingungen sind, sondern auch, wie man selbst mit dem Training rangeht. Weil es gibt ja so eine Art und Weise, wie man Dinge einfach macht und dann macht man die automatisch. Das Beispiel, was im Video, glaube ich, auch kommt, ist ja Autofahren. Ja.

19:58
Also Autofahren ist was, das Lärm am Anfang super unsicher natürlich, dann hat man irgendwie mal 50 Stunden, 100 Stunden, was auch immer, ist man Auto gefahren und ab dem Zeitpunkt geht das automatisch. Da wird man aber auch nicht mehr signifikant besser, solange man sich immer den gleichen Trainingsreizen aussetzt. Und was die wenigsten jetzt machen, ist, dass die gezielt Autofahren üben, sondern die fahren halt Auto. Und das ist ja was, was man auch im Fechten sieht. Üben die Leute denn oder fechten sie?

20:25
Das wird in dem Artikel so genannt, dass das deliberate practice ist. das ist eine reflektierte Übung. Im Deutschen würde vielleicht auch achtsam sagen. Das heißt, ich gehe jetzt nicht einfach her und mache da mal vielleicht mal so bisschen vor mich hin, weil da bin ich irgendwann an einem Punkt, ich dann davon halt einfach nicht mehr besser werde, sondern ich habe ein Ziel. Ich habe einen Plan.

20:47
Und zum Beispiel in Tenant Code wird da immer so bisschen unterschieden. Die haben halt untersucht, ist der Average Performer in verschiedenen Sportarten, aber auch so Sachen wie Schach. Und was ist der Great Performer? Also was sind die wirklichen Spitzenleute? Und die Spitzenleute gehen halt immer mit einem Ziel in so ein Training rein. Die haben einen konkreten Plan, was sie eigentlich machen wollen. Sie haben eine konkrete These, die sie testen wollen. Dann probieren sie das aus, gucken, was passiert und adaptieren sich an das, was da rauskommt und

21:16
Die Durchschnitts-Performer sehen den Fehler nicht bei sich oder das Verbesserungspotenzial. Die sind drauf und sagen, das war was, was außerhalb meiner Kontrolle liegt. Mein Gegner hat Glück gehabt. Oder … Ich kann das nicht gut. Shireen. Shireen sind auch sehr beliebt. Ich hab mich da durchdominiert, aber das Shiree hat nichts davon gesehen. Ich bin letzter geworden und hab keinen Treffer gelandet. Aber eigentlich hätte ich ja … Blabla. Das ist der Fein, von sich zu verbessern.

21:46
Wenn du das Problem ja nicht bei dir siehst oder nicht bei dir suchst, dann gibt es ja auch keinen Anreiz, da irgendwas dran zu machen. Was willst du denn verbessern? Das ist vollkommen richtig. Dann kannst du dich nicht verbessern. Das ist auch wunderbar. Du sprichst im Mental Trainer so in mir aus der aus der Seele, denn das ist oftmals so ein kleines Problem bei Athletinnen und Athleten, dass die talentiert sind.

22:11
Das ist im Prinzip das Schlimmste, euch als Sportler und Sportlerinnen passieren könnt, dass ihr wirklich ein gutes Talent dafür habt und erst mal eine ganze Weile davon aufzehren könnt. Es ist wie so ein Vorschusslorbeeren, ist so ein Buffer, den man sozusagen aufbraucht. Aber irgendwann ist man halt an dem Punkt, wo Talent eben nicht mehr reicht, weil die anderen sich an diesen Trainingsmodus gewöhnt haben, dass sie eben so wie Dürz gerade so schön beschrieben hat.

22:41
reflektiert trainieren und Dinge testen und ausprobieren und machen und tun und da dann sich einzugestehen, dass man was ändern muss, dass es eben an einem selber liegt und dass man vielleicht halt bis hierhin von seinem Talent gelebt hat und jetzt irgendwie anfangen muss zu trainieren. Das ist super wichtig, diesen diesen Sprung zu machen und immer das zu suchen.

23:10
was man selbst beeinflussen kann. Also was? Wo kann ich selber wirksam werden? Was kann ich in die Hand nehmen? Das nicht auf andere zu schieben. Ja, und das ist was, was Leuten sehr schwerfällt. Habe ich den Eindruck. Also das ist, wenn ich sozusagen mal überlege, wie das war bei den Leuten, die ich jetzt trainiert habe, wo ich auch die auch sehr gut geworden sind dann über die Jahre. Und das einzige, was wirklich. Es gibt zwei Sachen, die wirklich korrelieren damit, ob die am Ende wirklich.

23:39
überdurchschnittlich gut fechten können oder nur so ganz gut. Und das eine ist, also körperliche Voraussetzungen, ja, da gibt es gewisse Grenzen. Wenn du, keine Ahnung, 61 bist oder so, wird es echt schwer, oben mitzuhalten, einfach weil du relativ klein bist. Zumindest bei den Herren. Ja, also das ist schon auch ein Faktor. Aber ich sag mal, das Einzige, was da danach dann kommt, ist einfach nur, wie viel haben die Leute konzentriert und reflektiert trainiert. Also wie viel Trainingszeit haben sie investiert und wie

24:08
Gut haben sie die Trainingszeit genutzt. ist das Einzige, ich über jetzt inzwischen ja auch schon elf, zwölf Jahre feststellen konnte, was tatsächlich mit Trainingserfolg am Ende auch zusammenhängt. Ja. Also egal auch wie sportlich die Leute waren, als sie angefangen haben. Also ich war ja genau null sportlich. Ich bin aus dem Gymnasium raus und hab gesagt, Koran, nie wieder Sport. Und das habe ich auch dann die nächsten zehn Jahre so durchgezogen, bis ich dann irgendwann mit HEMA angefangen hab.

24:38
Stabile Einstellung. Das war halt auch bei Leuten, zu uns gekommen sind, ob die jetzt vorher Sport getrieben haben oder nicht. Klar, wenn die das zehn Jahre Fechten gemacht haben, das hat schon was gebracht. Aber ansonsten, wenn die dann trotzdem nur so bisschen … Wie soll ich das sagen? Wenn die im Training waren, hast du gemerkt, ist es einfach Kopf aus, ein bisschen vor sich hinfechten, passt schon. Das geht bis zu einem gewissen Punkt, und irgendwann ist dann auch fertig.

25:05
Die Leute, die immer konstant mit dem Kopf beissen, sich überlegen, ich hab das und das, da muss ich so und so. Beim Kampf hab ich das und das gelernt, das geh ich in die nächste Runde rein. Das sind die Leute, die Fortschritte machen, wo das nicht aufhört. Bei manchen lacht das irgendwann ab, dann kommen die aus ihrer Blase nicht mehr raus. Bei anderen geht’s immer weiter. Du kannst in jede Situation stecken, die finden was, wie sie was rausziehen können. Klassiker ist dann, wenn du eine Übung machen lässt und

25:35
Du korrigierst jemanden und als Antwort bekommst du ja aber der und der hat das doch auch so und so gemacht. Das bringt ja ungefähr null also was was ist jetzt in diesem Moment relevant was jemand anders gemacht hat wenn es darum geht wie du dich jetzt hier verbessern sollst was du jetzt hier anders machen sollst was du jetzt hier vielleicht rausnehmen ziehen sollst. Ja.

26:03
Also ein gutes, gutes Erfolgs-Mindset ist dann immer so viel wie möglich auch Kritik zu suchen, so viel wie möglich Verbesserung zu suchen und auch so viel wie möglich aufs Maul zu kriegen und das zu nutzen, wo man kann. ich. Coachbarkeit ist ein Riesenthema. Ich erinnere mich da an meine Anfänge so beim Turnier fechten.

26:31
Und erinnere mich an das Jahr, ich glaube es war 2018. war ich das erste Mal beim Gathering. Und habe da im Pool einen gewissen Lukas-Mestlegöhr gehabt. Und habe mit Schmerzen dann diese Poolrunde verlassen. Und ich glaube auch.

26:59
wirklich mit der höchstmöglichsten Punkte-Differenz zu Null diesen Kampf dann hinter mich gebracht. Also ich hatte leider die Null sozusagen und war da echt krass frustriert. Also ich habe so überhaupt keinen Stich gesehen. Und das Coole war aber, dass Lukas mich dann irgendwie dann nochmal aufgegabelt hat und gesagt hat, hier, komm, lass mal nochmal fechten.

27:27
Und hat mir dann so ein, zwei Tipps gegeben, was ich ich verbessern kann. Und darüber war ich so mega dankbar, dass ich einfach irgendwas hatte, wo ich Hands-on gehen könnte und einfach trainieren konnte. Das habe ich dann im Training umgesetzt, versucht, das besser zu machen und bin dadurch auch, würde ich sagen, kleines Stück besser geworden. Ja, das ist halt auch so ein Ego-Ding, also sowohl die generelle Coachbarkeit als halt auch das. Wenn du sagst,

27:57
Also ich sag mal, wenn kurzfristige Erfolge suchst, dann versuchst du natürlich immer zu vermeiden, dir eine Blöße zu geben, jetzt im Sinne von, dass du keine so gute Figur machst. Dann gehst du halt nicht in irgendein Gefecht mit jemanden rein, weil du denkst, ach nee, da seh ich irgendwie blöd aus, da gucken Leute zu und dann heißt, der kann gar nicht so gut fechten oder so. Und dann bleibst du halt vielleicht in deiner Blase, dann bist du der große Fisch im kleinen Teich so. Und das hindert dich aber halt natürlich auch davon, also das hält dann natürlich auch davon ab, am Ende dann irgendwie

28:26
das Feedback dann auch zu kriegen. wenn das Ego dran hängt, dass jedes Mal irgendwie alles glatt läuft, also dass man quasi mehr Treffer setzt, als man zurückbekommt, dann sind die Leute häufig auch nicht so coachbar. Dann suchen sie halt nicht dieses kritische Feedback oder halt auch dieses negative Feedback, dass sie wissen, ah, offensichtlich gibt es da noch einen Punkt, an dem ich arbeiten sollte. Und das sind typischerweise auch so Leute, denen auch ein Trainer nichts fragen. Wenn der Trainer was sagt, dann …

28:55
grummeln sie dich schon so leicht an, dass du überhaupt was gesagt hast. Ja. Und ja, das ist immer ein bisschen schwierig. Und das merkst du dann halt auch. Ich Leute, die Experten in anderen Sportarten sind, jetzt nicht so jung sind wie Hema, die haben alle ein bis n Trainer.

29:13
Ihr ganzes Leben lang, die ihnen konstant halt sagen, guck mal das hier und das kannst du so und probier doch mal das und so weiter. Und das kürzt natürlich alles auch immens ab. so dieses, nee, nee, das muss ich mir alles selbst erarbeiten, sonst zählt es ja gar nicht und ich will mir eh nichts sagen lassen. ja, ich meine, du kannst damit eingezogene Handbremse 100 auf der Autobahn probieren, das wird ja nicht klappen. Das qualmt nur ordentlich. Ja, also eins kann ich sagen, nach diesem Turnierkampf da hatte ich einfach kein Ego mehr.

29:46
Grad kam mir noch ein Gedanke, den habe ich in der Tat gerade vergessen. Mach mal weiter. Vielleicht springt er mir wieder zurück. Also nochmal zum Thema Autofahren. Ich kann das auch selber so bestätigen. Ich habe halt irgendwann gewisse Leute gehabt und dann war es auch gut. Und als ich in diese Wohnung hier gezogen bin, das ist jetzt auch schon wieder viele Jahre her. Hier gibt es also wir haben ja keinen Parkplatz zum Haus gehört. Das ist halt an der Straße parken. In der Straße ist nicht besonders viel Platz. Das heißt, es sind eigentlich alle Parkplätze immer voll.

30:13
und du musst quasi seitlich einparken am Seitenstreifen. Das habe ich davor relativ unregelmäßig gemacht und jetzt mache ich das halt jedes Mal, wenn ich mit dem Auto wegfahre und wieder zurückkomme. Und das hat am Anfang natürlich nicht gut funktioniert und inzwischen geht es halt ganz gut auch in so Minipark-Lücken, obwohl ich keinen so’n Piepser hab.

30:35
weil ich halt einfach gezwungen war, das noch mal zu üben. Aber wenn das jetzt nicht so gewesen wäre, ich hätte mich nicht hingestellt und gesagt, ja, ich parke jetzt hier mal 100 ich suche mir jetzt einen Wochenende lang 100 Parklücken in der Stadt und park der immer seitlich ein und fahre da wieder raus und so. Weil das ist ja eigentlich das, was wir jetzt machen müssen, um das irgendwie zu simulieren. So was dann halt aufs Haus. Und ich war gezwungen, das irgendwie zu lernen. Das ist aber ein guter Punkt, den du ansprichst, sich zu fragen, was, was müsste ich denn jetzt machen? Also wie sieht denn jetzt mein Training aus, um

31:05
Thema XYZ zu verbessern. So dieses deliberate practice, challenging practice. Wo suche ich mir jetzt die Herausforderung? Wo suche ich mir jetzt gezielt irgendwas, wo ich vielleicht auch scheitern werde, aber was ich einfach immer wieder üben kann? um sich da einen Plan zu machen. Da sind wir wieder bei den Neujahrsvorsätzen für 2023. Ja, ich glaube ja, das ist.

31:31
Also es ist soweit, wenn du neu dabei bist, die 1, 2, 3 Jahre oder so, da weißt du vielleicht noch nicht so richtig, wie du selber für dich trainierst. Aber das ist eigentlich auch was, was man halt lernen muss, sobald man über dieses Anfängerstadium hinaus ist. Ich meine, natürlich hat man da auch noch viele Punkte, an denen man arbeiten kann, aber so ein bisschen auch Verantwortung für sein eigenes Training zu übernehmen. Weil das ist ja auch so ein Ding. Ich kann halt einfach hingehen, mich berieseln lassen, ja, Hirn aus, ich mache halt automatisiert irgendwie die Abläufe.

32:01
geht auch bis zum gewissen Punkt, komme ich aber halt nicht bis an die Spitze oder nicht bis dahin, wo man vielleicht gerne wäre. Und selbst wenn du in ein Training gehst, wo nicht von dir selber ist, wo irgendjemand anders komplett gestaltet, kannst du ja trotzdem für dich selber halt versuchen, okay, wie optimiere ich das denn jetzt? So, wie ich zum Beispiel, dass ich mit bestimmten Trainingspartner mache, weil ich weiß, der Trainingsreiz besonders gut oder der kann irgendwas besonders gut, wo ich besonders schlecht drin bin oder ich nutze zum Beispiel, wenn man Ende nach einer halben Stunde Freikampf macht.

32:29
dass man da sich selber bestimmte Ziele setzt und halt in keinen Gang reingeht, ohne dass man irgendwie ein bestimmtes Experiment quasi fährt. Und das sind so Skills, die man halt lernen kann, aber das fällt Leuten schwer und das ist nicht einfach Leuten beizubringen, wenn die da, wie soll ich sagen, wenn die da nicht nach ein paar Jahren von selber reinkommen, nachdem er sich mal darauf hingewiesen hat, das so zu machen, dass jemand explizit

32:58
zu beizubringen, das ist schon teilweise echt eine ziemlich zähe Angelegenheit, habe ich den Eindruck. Auch da brauchst du halt irgendwie 10.000 Stunden sozusagen, de facto, um das jemandem beizubringen. Also brauchst dann diese beständige Wiederholung, dass du eben Leuten zeigst, guck mal, so und so kannst du es machen. immer das als Trainer einem ein Beispiel geben. So und so passen wir jetzt die Übung an, um das und das weiter zu verbessern, um das und das zu trainieren.

33:28
und dass Leute so ein automatisches ja automatisch so ein Mindset bekommen. Okay, das und das kann ich tun, dass man ihnen auch explizit die Erlaubnis gibt, bestimmte Sachen zu tun. Also ich sag dann ganz gerne Redet mit eurem Trainingspartner, wenn ihr das irgendwie so bisschen anpassen wollt, wenn ihr was weiß ich, was im Oberhaut, tralala, Hobsa sah, wenn ihr so ein bisschen den Winkel ändern wollt, besprecht das mit eurem Partner, die Geschwindigkeit, die Intensität.

33:57
Was auch immer, lange Schneide, kurze Schneide. Wenn ihr da so bisschen experimentieren wollt, macht das auf jeden Fall. Besprecht euch da miteinander. Also da auch immer die Erlaubnis zu geben, ist da, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Denn meine Erfahrung ist, dass die meisten Leute sich nicht trauen, irgendetwas anderes zu machen als das, was der Trainer gesagt hat, beziehungsweise das, was der Trainer gesagt hat, versuchen, auf Punkt und Komma genau umzusetzen.

34:26
und davon nicht sonderlich abzuweichen und dann erst mal auch in diesen Modus reinzukommen. Okay, ich kann jetzt hier auch einfach erst mal irgendwie was probieren. Und das ist okay, solange es jetzt halbwegs was mit der Übung zu tun hat. Also wenn wir Oberhau üben, dann jetzt vielleicht nicht mit Stichen anfangen, aber den Oberhau so zu variieren, dass man da einen Trainingsreiz hat. Das wäre auf jeden Fall möglich. Ja, ich habe mal eine Zeit lang, als ich das

34:54
sucht habe, so bisschen mehr in die Gruppe reinzubringen. Einfach mal Leute beim Freiflechten unterbrochen, so quasi nach irgendeinem Gang, wenn es losgegangen wäre, halt mal einen geschnappt. Sag mal, woran übst du gerade? Und auch hier zuverlässig die Leute, die sehr schnell Fortschritte machen. Ah ich probiere gerade das und das aus, weil der mein Gegenüber, der kann das und das gut und dann will ich mal so gucken, was ich dagegen mache. Und die Leute, die entweder noch nicht so weit waren oder wo halt merkst, sie sind mental nicht so dabei, gucken nicht mit so großen Augen an, wie man kann sich hier zielersetzen.

35:23
Ich habe da eine eine Methode für mich entwickelt, dass ich nach dem Training die Leute frage, was war eure was war heute eure größte Erkenntnis? Was habt ihr? Was habt ihr heute gelernt? Was ihr gestern noch nicht konntet, was ihr gestern noch nicht wusstet oder vor dem Training noch nicht konntet, noch nicht wusstet? Und was war eure größte Herausforderung? Also woran möchtet ihr arbeiten? Was möchtet ihr verbessern? Und das.

35:52
forciert natürlich einmal, dass die Leute sich darüber Gedanken machen. Okay, was habe ich denn heute gemacht? Und das Wissen darum, dass der liebe Michael am Ende des Trainings fragen wird, was habe ich denn heute gelernt, führt auch dazu, dass die Leute aktiver ins Training gehen, weil sie dann gerne aufgrund sozialer Erwünschtheit gefallen wollen und natürlich ein Ergebnis abliefern wollen. Das habe ich heute gelernt.

36:18
Was ist das mit dem Einzelnen? Das ist so ein wir stellen uns im Kreis in jeder Zelt einmal. Das ist am Ende der der Einheit in der Gruppe. Okay, also wir haben ja den Rapier den Rapier Tag sozusagen oder das Rapier Training bei uns. Das ist ja kein Kurs, wo jemand vorne steht und unterrichtet, sondern ein offenes Rapier Training. Und dann machen wir es andersrum. Da ist quasi am Anfang kommen alle zusammen und jeder sagt einmal, was er heute trainieren möchte. Okay.

36:46
auch um so bisschen Partner zu finden, dass halt vielleicht Leute Überschneidungen haben, so alles ist cool, dann machen wir das zusammen. Und die Leute, also gerade wir haben jetzt zwei Anfänger dabei zum Beispiel, die wirklich auch ganz frisch mit dem Fechten angefangen haben, aber halt irgendwie rapier ganz geil fanden und da direkt mit dazu sind. Und die ersten paar Mal gucken die dich schon so an, so ja, keine Ahnung, ich bin Anfänger, woher soll ich das denn wissen?

37:08
Aber so nach drei, vier Mal sind sie dann auch, dass sie sagen, ja, Grundlagen. Letztes Mal hab ich irgendwie Beine gemacht. Das hat zum Mittel funktioniert, das würde ich dieses Mal noch mal machen. Und ich hab den Eindruck, das ist ein positiver Effekt, weil die Leute halt von Anfang an dazu bringen, einfach, sich zu überlegen, was will ich denn heute machen. Idealerweise überlegen sie sich das auf der Herfahrt. Manchmal kommen sie halt auch rein und sagen so, ah, gute Frage. Aber dann haben sie sich zumindest in dem Moment halt überlegt. Ja.

37:38
Aber das ist ein sehr guter Punkt. Ich habe jetzt von einem Training gesprochen, wo ich als Trainer mehr oder minder vorgebe, was gemacht wird und die Leute dann im Rahmen dessen sich entwickeln sollen. Und was ihr bei der Rapiergruppe ja quasi habt, ist ja in Anführungsstrichen völlig frei, wo sich dann jeder individuell ein Ziel setzen kann und sich entwickeln möchte, wo dann gar keine Vorgaben gegeben sind. Und das da am Anfang zu machen, ist natürlich eine super coole Idee.

38:07
Ja, es ist interessant, weil so rum funktioniert das schon ganz gut. Es ist natürlich schwierig, wenn du es andersrum machst und du sagst, Anfang, sag mal, woran er arbeiten wollte. Das ist schade, fast Leute überhaupt nicht zur Trainingseinheit machen was ganz anderes. Aber das ist natürlich charmant, wenn du das einfach hinterher noch mal abfragst. Dass du zumindest hinterher noch mal einmal reflektieren. Weil dann auch die… es dient mir auch als Trainer, dann die nächste Einheit so ein bisschen zu planen. Wenn jetzt alle sagen, boah, Alter…

38:36
Bei Beinarbeit sah ich heute aus wie der erste Mensch. Gerade irgendwie die Fähigkeit zum aufrechten Gang entwickelt. Das war eine große Herausforderung für mich. weiß ich, beim nächsten Mal müssen wir noch mal Beinarbeit machen und vielleicht einen kleinen Schritt zurückgehen, dass wir noch eine Basic-Übung vorher dran machen. Wie lange dauert das? Wie bitte? Wie lange dauert das in Minuten bei welcher Gruppenkurse ungefähr?

39:03
Also ich habe so eine Gruppengröße von acht bis zwölf jetzt ungefähr und dauert so Größenordnung zehn Minuten, das durchzufragen. Geht halt wirklich nur kurz darum. Was war so was war so Kern heute? Kernerkenntnis, Key Learning und was war die Herausforderung dabei? Okay, ja, finde ich gut. Dann erntest du quasi auch so direkten Commitment, wenn du dann sagst, ah, okay.

39:31
Hattet ihr jetzt alle so die und die Herausforderung? Was haltet ihr davon? Nächste Stunde das und das? Ja, klar, passt. Dann ziehen auch alle noch so ein bisschen mehr an einem Strang, wo sie sich weiterentwickeln wollen. Das Training auch viel mehr Spaß. Erst immer die Frage, ob das alle wollen, sich immer so weiterentwickeln und das Weiterentwickeln willens. Manchen Leuten reicht es auch einfach mal einmal die Woche in zwei Stunden, sich zu bewegen, wieder heim zu fahren.

40:00
Die möchten vielleicht auch gar nicht so mental bei dem Ganzen dabei sein, aber das ist ja wieder so bisschen das Ding, das möchte man selber auch für eine Zielgruppe Absolut. Es ist Breiten oder es ist Leistungssport. Also zum Beispiel jetzt mal um diese grobe Unterteilung zu machen. Breitensport ist einfach komm hin, will mich bewegen, will ein bisschen Spaß haben, passt. Und Leistungssport ist halt, ich möchte irgendein Ziel erreichen. Wettkampf zum Beispiel, irgendwas Abrechenbares, eine Leistung erbringen, die abrechenbar ist.

40:27
Beides hat absolut seine Berechtigung und beides kann man sich irgendwie einstellen. Wenn du selber fechtest, jetzt aktuell, kommt es vor oder, nee anders gefragt, in wie viel Prozent der Fälle würdest du sagen, hast du ein bestimmtes Trainingsziel, womit du jetzt in den nächsten Gang sozusagen reingehst? Also im letzten Durchgang? Jetzt wir haben das Szenario freies Fechten. Genau, einfach mal freies Fechten, kein Turnier oder Aussere.

40:57
Bedingungen, einfach Verein offene Halle irgendwo beim Event oder so. Ach so, Verein offene Halle. Das macht schon ein bisschen Unterschied. Also wenn ich jetzt, wenn ich jetzt quasi in meinem Verein bin und wir haben jetzt am Ende Freifechteinheit, freies Bering, dann habe ich eigentlich in jedem Gang etwas, was ich mir vornehme. aktuell sind so bei mir direkt Angriffe. Das heißt.

41:25
Mein Ziel ist dann, ich versuche mir eine Situation zu erarbeiten, in dem ich direkt mit einem Oberhaut treffe. Das schwer genug. Und das versuche ich dann auch immer durchzuziehen, dass ich dann von Gang zu Gang analysiere, okay, hast du in die Blöse geschlagen, hast du in die Blöse geschlagen, was hat besser funktioniert und so weiter und so fort. Wenn ich jetzt bei einem Event bin oder bei einer offenen Halle, da habe ich schon

41:53
einen größeren Spieltrieb. Also da versuche ich erst mal so ein bisschen mein Gegenüber kennenzulernen. Der Trainingseinheit, die Leute, die bei mir im Training sind, die kenne ich. Und da nehme ich mir dann auch für bestimmte Personen bestimmte Ziele vor. Und bei einer freien Einheit erst mal einfach so bisschen fechten, ein bisschen was ausprobieren. So das Ziel zu gucken, was funktioniert jetzt bei diesem jenen.

42:22
Opponenten oder dieser jener Opponenten, ich da gerade vor mir habe. Das klingt es aber erstmal schon so, als wirst du einfach immer Ziele setzen oder habe ich den Unterschied jetzt nicht so ganz verstanden? Ja, die also das eine sind wirklich so technisch taktische ganz konkrete Ziele. Ich möchte das und das jetzt umsetzen. Und wenn es jetzt ein frei, also freier offener Halle Event ist, dann ist es mehr so Ich möchte jetzt herausfinden, was gegen ihn oder sie besonders gut funktioniert. Ah, okay.

42:52
Okay, okay, okay, Kann man das so sagen, dass du jetzt letzten Fall bei einer offenen Halle bist, dass du da eher so bisschen versuchst, rauszufinden, wo die Schwächen gegenüber sind, um deine eigenen Stärken anbringen zu können? Also sozusagen, versuchst die Situation zu finden, deine Stärken auszuspielen, und wenn du im eigenen Training bist, versuchst du eher an deinen Schwächen zu arbeiten. Kann man das so vielleicht sagen? Ja. Äh, ja.

43:19
Also es kommt auch noch ein bisschen drauf an wenn ich jetzt mit jemanden fechte mit einer person wo ich merke dass die mir also jetzt in so einem freien völlig freien scenario wo ich merke dass die mir so ein bisschen unterlegen ist dass ich ein bisschen schneller bin ein bisschen präziser was auch immer. Dann versuche ich mir in der tat sehr herausfordernde ziele zu setzen dass ich dann einen fechtsstil einnehmen der mir zum beispiel.

43:48
überhaupt nicht in den kram passt normalerweise also parade reposte fechten dass ich dann so okay ich versuche jetzt dass er oder sie zu einer bestimmten blöße schlägt wo ich dann parieren und repostieren kann so was. Und wenn ich gegner habe die mir die quasi auf dem gleichen level oder höher sind dann ist es so wie du es beschrieben hast dass ich dann wirklich versuche mal gezielt meine meine stärken unterzubringen um da.

44:17
nur einen Stich zu sehen im wahrsten Sinne des Wortes. Okay, weil ich glaube eigentlich, dass ich tatsächlich immer das Gleiche mache. Also eigentlich geht es immer darum, so ein bisschen, ich frage mich, was passiert, wenn ich und das kann dann auf mich selber bezogen sein oder auf das Gegenüber so. Ich frage mich, was der andere macht, wenn ich jetzt die gleiche Aktion noch dreimal mache. Oh, das hat er jetzt aber auf eine interessante Art und Weise gekontert.

44:41
Das merke ich mir mal. Vielleicht probiere ich das auch mal aus, wenn ich die Situation finde. Oder umgekehrt so, ja, das sieht ja aus, als wäre es eine Blöße, ist es eine, weiß ich nicht, probiere ich mal aus. Ah, interessant war eine, dann probiere ich das vielleicht noch mal einmal. Oder habe man merken, das kann ich bei nächsten zwei Gefechten gegen andere Leute vielleicht auch noch mal ausprobieren. Also es ist eigentlich immer so, für mich selber würde ich sagen, so ein Ding, ich stelle quasi eine Hypothese auf und überprüfe die dann und sammle quasi Informationen. Also es ist irgendwie immer so ein

45:11
Ich probiere, ob es funktioniert oder nicht. Auf der Basis geht es weiter. Das mache ich eigentlich, egal, gegen wen ich fechte. Es ist interessant. Es gibt das wunderbare Buch Fechttraining von Bart und Beck. Dort steht etwas über die Psyche von Fechtern und Fechterinnen. Da sind zwei Typen beschrieben. Das eine ist der Wenn-Dann-Typ.

45:41
und das andere ist der entweder oder typ. Der wenn dann typ hat quasi einen ganz strukturierten plan was er macht wenn wenn das passiert dann mache ich das. So und wenn das passiert dann mache ich das. den gehen die einfach durch. Und dann gibt es die Typen die halt machen okay ich probiere das entweder es klappt oder es nicht klappt nicht oder ich mache das. Es können dann vielleicht sagt man mal mehrere oder sein aber die gehen dann einfach

46:10
eine bestimmte, ich sag mal, drei, vier Sachen durch, die zu ihren Stärken gehören, entweder das oder das oder das. Und irgendwas davon muss dann eben klappen. Die können dann ein bisschen bisschen schneller umschalten. Okay, die probieren was aus. Alles klar, klappt nicht. Probier ich das nächste. Zack, zack, zack. Und der Wenn-Dann-Typ ist natürlich ein bisschen langsamer, weil er ja entscheiden muss, gucken muss, wo sind wir jetzt hier gerade?

46:40
bei welchem Wenn, welches Dann mache ich jetzt. Aber dafür haben sie in Anführungsstrichen immer die richtige Lösung dann parat. Wo willst du dich da einordnen? Eher als Wenn Dann oder eher als entweder Oder Typ? Also ich habe keinen festen Plan, wenn ich in Gefechte reingehe in den meisten Fällen. Also gerade wenn es geht, wenn es einfach nur so zum Spaß ist, dann ist es rein ein Experimentierfeld für mich, um Dinge auszuprobieren und Sachen dabei zu lernen.

47:10
Das ist sozusagen auch gar nicht so wild, wer da jetzt wen trifft oder so. Weil es ist in beiden Fällen, gibt mir das einfach Informationen und das ist okay. ich mein, auch im Rapier ist es unangenehm, wenn man jetzt mal anhand vollen Stich reinläuft und einen schönen Kopf nach hinten gebogen kriegt. Aber viele von den Treffern sind halt so, ah ja, er hat mich getroffen. Interessant, welchen Schluss kann ich jetzt da draus ziehen für den nächsten Durchgang so? Ah, okay. Das heißt, du erarbeitest ja schon eher so einen Wenn-Dann-Katalog, hab ich das Gefühl, dass du dann sagen kannst, wenn mein Gegenüber so und so ficht.

47:40
Dann kann ich das und das machen, dann hab ich die Antwort parat. Ich muss nicht bis zum Treffer gehen. Das reicht manchmal schon. Du bewegst dich auf eine Art, der andere zuckt auf eine Art, du weißt schon, so spielen wir das Spiel. Alles klar. Dann pack ich die folgenden Sachen aus. Ich hab einen relativ großen Katalog an Dingen, die ich machen kann. … also jetzt bei den … also die letzten zwei Events beim Gathering bei unserer offener Rapierhalle mit Leuten rapiergeforchten hab …

48:08
So ein bisschen hast du schon gewusst, ah ja, sind so Leute, spanisch fechten, die wollen Bindung, dann gebe ich denen halt keine Bindung. Das war so irgendwie aber auch alles, was an Vorüberlegung da reingeflossen ist. Und dann halt einfach mal gucken. Und da waren halt auch ein paar Leute dabei, die so ein bisschen, ich sag mal, Hang und Namen haben in der Rapier-Szene, mit denen ich vorher halt noch nicht geforten hab, war dann so, ja bin ich mal gespannt, was die da machen. Ach ja, so Fabrieshaltung, das ist ja lustig, steckt mir das Schwert entgegen. Ja, kann ich vielleicht einfach mal mit der Hand wegschieben. Ja, sieh da, das funktioniert. Ah, cool. Und so auf der Ebene lief das dann halt ab.

48:37
Und ich betrachte das halt alles ein bisschen auch als Lerngelegenheit. Und dementsprechend stresst mich das auch in der Regel nicht, ob wer jetzt wen trifft oder so. Es geht ja nur darum, dass ich am Ende Schlüssel draus ziehe. In einem Trainingsgefecht? Ja. Von daher hat es mich interessiert, wie das bei dir ist, weil… Ja, das ist ganz interessant. Ich bin anscheinend so ein bisschen mehr der Entweder-oder-Typ, denn ich nehme mir dann halt eine bestimmte Aktion vor, wo ich dann sage, ich möchte die jetzt durchbringen.

49:06
Ich möchte jetzt versuchen, möglichst viele Nuancen zu finden, meine Optionen durchzukriegen und entweder mache ich die so oder so oder so oder wenn es eben dann gar nicht klappt, dann suche ich mir was anderes. Also entweder das oder das oder das. Also ich mache das schon, wenn ich eine bestimmte Sache trainieren will, zum Beispiel beim Rapier. Wenn du jetzt kein Durch in der Hand hast, hast du ja die Hand frei und mit der kannst du offensive einsetzen. Das macht fast keiner außer mir irgendwie.

49:36
Aber das kann man. Und dann kann es halt sein, so die ersten fünf Durchgänge mit einer Person so. Setze ich halt die Hand sehr viel ein und so, okay, so habe ich alles an Info gesammelt, was ich wollte. den Situationen funktioniert es gut, in denen nicht so gut. Jetzt mache ich mal noch was anderes. Jetzt lasse ich mal die Hand weg und probiere irgendwie nur mit dem Rapier zu arbeiten und so. Und da ist es dann schon, dass ich dann halt, aber das ist halt auch wieder ein Trainingsziel. So ich möchte jetzt explizit gucken, was kann ich mit der Hand machen?

50:05
Und wenn ich das, die Infos habe, dann schalte ich wieder in das nächste Ding um und gucke beim nächsten weiter. Okay. Worüber haben wir jetzt noch nicht geredet? Was ist für den Käsekuchen, für die Umsetzung? Was ist für die Umsetzung im Training wichtig? Wir haben jetzt die vier Säulen des Erfolgs oder des des fechterischen. Wie haben wir die Folge eigentlich genannt? Die vier Säulen des fechterischen Erfolgs. Vier Säulen des fechterischen Erfolgs besprochen.

50:34
Was ist noch wichtig, wenn man das jetzt Leute hören unsere Episode und sagen, ah, geil, das setze ich jetzt um. Was müssen Sie noch wissen? Dieses reflektiert üben, das ist natürlich das, was man körperlich macht. Aber ein Aspekt, den ich auch ganz wichtig finde, den ich hier auch noch mal einbringen möchte, ist Augen, Sicht, Wahrnehmung. Zum Beispiel in Talent is Overrated gibt es auch ein ganz interessantes Beispiel. Die haben mit so Eye-Tracking-Sachen.

51:03
bei Tennisspielern geguckt. Also Tennis muss man kurz zusagen, wenn da ein Profi den Tennisball spielt, dann kommt er so schnell auf die andere Seite. Du kannst nicht an das andere Ende von dem Feld quasi kommen in der Zeit, wenn du erst anfängst zu reagieren, wenn der Ball in dem Moment, wo der Ball getroffen wird und quasi anfängt zu fliegen. Weil wenn du dann erst guckst, wohin der Ball fliegt, dann bist nicht mehr

51:24
körperlich dazu in der lage das zu analysieren und das ist ja im Kampfsport genau das gleiche wenn ich erst anfangen auf den Hieb zu reagieren wenn der Hieb schon im Flug ist dann werde ich in meisten Fällen so langsam sein und wir haben eben mit Eye Tracking mal geguckt worauf eigentlich Profis gucken und worauf so ein durchschnittlicher Spieler guckt und haben dann festgestellt durchschnittliche Spieler guckt halt auf den Ball wo fliegt der Ball hin dementsprechend sind sie halt viel zu langsam und die Profi Spieler die haben auf so Dinge geguckt wie die Hüfte die Schultern die Arme

51:53
und wie die ausgerichtet sind und quasi beim Tennis ist es so, rufst den Ball in die Luft und dann schlägst ihn mit einem Schläger. Und in diesem Moment, wo der Ball in der Luft war, unter anderem sich quasi bereit macht zu schlagen, da haben die Leute gesehen, wo der Ball hingeht, weil sie halt an der Ausrichtung des anderen gesehen haben oder der anderen, wo das Ding denn hingeht. Und dann konnten sie rechtzeitig darauf reagieren, weil das noch passiert, bevor der Ball sozusagen geschossen wird. Und das ist im Kampfsport halt genau das Gleiche. Du musst diese Fähigkeit entwickeln, zu sehen, was der andere macht.

52:23
bevor er es tatsächlich macht. Und auch das funktioniert halt nur, wenn man da bewusst dran arbeitet und wenn man sich halt immer diesen Trainingsreizen aussetzt. Weil zum Beispiel, wenn ich jetzt einfach mit meinen fünf Spätzeln in der Gruppe trainiere, wo ich eh weiß, der eine schlägt immer als zweite Aktion einen Zwerchhau, dann habe ich nicht die Notwendigkeit, das irgendwie zu beobachten. Dann weiß ich halt, da kommt ein Zwerchhau, passt schon. Aber dann sehe ich es halt nicht. Das ist halt einer von den Gründen, warum es total wichtig ist, mit vielen fremden Leuten zu fechten.

52:51
und vor allem auch in Umgebungen, wo die ihr Bestes tun, diese Sachen zu verschleiern. klar, Anfang, wenn man es lernt, völlig okay, das mit Leuten zu tun, die nicht so gut drin sind, sich dazu verschleiern. Aber irgendwann ist dann auch der Punkt erreicht, wo es nur noch weitergeht, diese Fähigkeit zu trainieren, wenn du halt gegen Leute antrittst. Das ist zum Großteil halt eben nur im Wettkampf möglich, wo die Leute alles tun, dass sie dir kein Zeichen geben, was sie jetzt gleich vorhaben, oder versuchen, bewusst in die Irre zu führen.

53:21
Und dann musst du trotzdem in der Lage sein, das sozusagen durchzuschauen, weil du halt so viele Übungen hast, Leute anzugucken, die dich versuchen, aufs Glatteris zu führen, dass du trotzdem noch rausfindest, was sie machen. Was man da halt macht im Training, also das ist ja kein. In den seltensten Fällen ist es ein bewusster Prozess, denn dafür fehlt dir die Zeit. Du hast keine Zeit in einem Gefecht und auch beim Tennis spielen.

53:46
darüber nachzudenken, die Hüfte, die steht so und so und so bewegt, sich jetzt der Ballflug dort und dort hin erpußt. Du musst das einfach intuitiv spüren, gleich wird das und das passieren. Und das ist ja nur möglich, wenn du dein Unterbewusstsein entsprechend trainiert hast. Da kommt wieder die 10.000 Stunden Regel ins Spiel, womit du das entsprechend einprügelst, so möglichst viele Szenarien.

54:15
wirklichst viele den Wiedererkennungswert für Situationen generieren. Eine Situation ist eben x-mal in verschiedensten Nuancen durchgespielt worden und die hat sich bei dir so hart eingebrannt, dass du genau weißt, auch wenn du das nicht bewusst wahrnimmst, dein Unterbewusstsein oder dein Bauchgefühl sagt dir, alles klar, jetzt passiert gleich das. Du kannst es schon antizipieren.

54:44
Das ist sehr, sehr wichtiger Effekt. Und da ist auch eben wiederholtes Training absolut der Schlüssel dafür. Von verschiedenen Situationen, also eine Situation mit verschiedenen Nuancen. Das heißt eben zum Beispiel, verschiedenen Trainingspartnern, verschiedenen Übungsszenarien und so weiter.

55:07
Das ist übrigens tatsächlich was, das könnte man auch außerhalb von der Sporthalle üben. Also zum einen, man kann Videos einfach anschauen, wo andere Leute fechten. Das ist von der Perspektive nicht ganz das Gleiche. Aber wenn du da siehst irgendwie, das, man kann in Körperspannung, habe ich das Gefühl, schon in so einem Gesamtkontext einordnen, auch wenn man es nicht genau aus dem Winkel sieht, wo man dann davor steht sozusagen. Und auch das ist eine Fähigkeit, natürlich davon geschult wird, dass man Training gibt. Also wenn man halt konstant Leute dabei zuschaut, wie die miteinander fechten,

55:35
und dann versucht auf Dinge zu achten, die da vielleicht Schwachstellen sind, wo man einen Tipp gibt, so, hey, mach das mal ein bisschen anders. Das sind natürlich die gleichen Schwachstellen, man sieht, man gegen Leute fechtert. Ja. So, ah, okay, der Arm ist hier ausgestellt. Es sollte man nicht machen, wenn man da treffen, getroffen werden kann leicht. Dann hau ich halt auf den Arm oder so. Mhm. Und ich glaube, das ist mit einer von den größten nützlichen Effekten fürs eigene Fechten.

56:03
wenn man tatsächlich Training gibt, dass man eben so einen Blick dafür entwickelt, wie andere Leute sich eigentlich bewegen, weil man dann zeitweise einfach nichts zu tun hat, außer sich das anzuschauen. Wenn man natürlich selber fechtet, ist man im Stress, da wird man potenziell getroffen. Das fällt Leuten nicht so einfach. Aber wenn ich halt in aller Ruhe dranstehe und andere Leute bei Fechten zuschaue, ich als Trainer, wird man da regelmäßig getroffen, wenn man am Rand steht, zumindest mit einem gewissen Sicherheitsabstand, dann kann man da halt ganz entspannt einfach mal den Leuten bei zuschauen. Das interessante ist ja auch, dass du in dem Moment, wo du

56:34
das siehst und nachverfolgst, passiert in deinem Körper genau das gleiche, sagen wir mal nicht 100 % genau das gleiche, von der Intensität ist es was anderes, aber der prinzipielle Ablauf von in deinem Gehirn entsteht der Gedanke an eine Bewegung, der führt dazu, dass der Nervenreiz an deine Arme zum Beispiel weitergeleitet wird und dass auch deine Muskeln entsprechend reagieren.

57:03
nicht so als ob du jetzt wirklich den den Hieb dann machst, aber in einem bestimmten Maß. Und das ist der sogenannte Carpenter Effekt. Jeder Gedanke an eine Bewegung löst eine entsprechende Muskelreaktion aus. Dazu gibt es ein hübsches Experiment, was ihr zu Hause machen könnt. Ihr könnt euch jetzt hinstellen, die Augen schließen und euch vorstellen,

57:30
dass hinter euch so ein super weiches Federbett ist. So direkt hinter euch. Und das ist so super safe. Ihr stellt euch da vor und lasst euch einfach rückwärts jetzt in dieses Federbett fallen. Und was höchstwahrscheinlich passieren wird, ist, dass ihr anfängt so ein kleines bisschen nach hinten zu schwanken, weil eure Muskeln die entsprechende Bewegung ausführen und jetzt das Bedürfnis haben sich…

57:55
da in dieses Federvett fallen zu lassen. meinst, die Leute sollen sich nicht tatsächlich fallen lassen, sondern schon weiter stehen, aber sich das nur vorstellen? Genau. das. Dieser Hinweis hat gerade. Sicherheitshinweis. Bitte bleiben Sie stehen. Also nur, dass nur die Vorstellung an das, wie man sich fallen lässt, reicht aus, damit ihr so ein bisschen nach hinten ins Schwanken kommt. Ja, tatsächlich könnte man auch so gerade so dieses Angriff erkennen.

58:21
Der erste Schlag, das könnte man tatsächlich mit Videos üben, so wie beim Tennis. Du hast quasi so einen Schnipsel, der ist maximal eine Sekunde lang. Der andere geht gerade nach vorne, dann kommt Fade to Black und du hast so vier Sachen zur Auswahl, was wäre denn jetzt passiert. Du klickst auf eines und kriegst dann die Rückmeldung, war das tatsächlich das, dann siehst du den Rest vom Video. Das könnte man tatsächlich relativ kondensiert üben von daheim aus, wenn das jemand machen würde. Das wäre natürlich eine schöne…

58:48
Schönes Material für eine Lernplattform, wenn das mal jemand aufbereiten würde. Also die ganzen ganzen Videos. Okay, was wird gleich passieren? Mhm, find ich cool. Und das andere Ding, was da halt noch dazugehört, ist, man muss es halt auch wirklich oft genug machen, die Sachen, mit denen man Probleme hat. Also ich sag mal, es gibt ja auch Leute, die machen so bisschen Sachen, die eher seltener sind als Erstschlag. Keine Ahnung, was wäre das? Shuttlehau oder so. Und

59:15
Wenn ich jetzt halt mit Leuten fechte und das macht einer mal einen Scheitelhau und ich merke, ich komm überhaupt nicht mit klar und dann macht das den halt nicht mehr und die nächsten zehn Gefechte machen auch keiner mehr, dann sind Leute häufig in dem Ding, sie haben das zwar erkannt, dass das irgendwie blöd ist, aber sie machen auch nicht spezifisch was dagegen, sondern nur halt, wenn es ihnen gerade über den Weg läuft.

59:33
Und was Hyperformer da halt auch einfach machen ist, dass sie versuchen, genau diese Situation eben auch wiederherzustellen. Also zum Beispiel, dass du dir dann einen schnappst und sagst, ich hab gemerkt, ich hab mit Scheitelhäu Probleme. Ich weiß, du kannst die ganz gut. Kannst du mir einfach, können wir das einfach mal ein paar mal machen? Wir fechten zum Beispiel miteinander und du versuchst irgendwie jeden dritten Angriff mal einen Scheitelhauer mit reinzuschmuggeln oder so. Oder halt gezielt erst mal gib mir mal ein paar Scheitelhäuern und versuche, was ich dagegen machen kann oder so. Und ja, dieses

59:59
gezielt sagen, war ein Problem, ich gehe das Problem jetzt an und halt nicht so, wenn es mir in 5 Stunden später nochmal begegnet, dann arbeite ich dran, sondern ich gucke, wie ich das kondensiert, also viel in kurzer Zeit quasi machen kann. Ja, möglichst so richtig die Stopftechnik sozusagen wie bei einer stopften Gans sozusagen. Trainingsstopfen.

01:00:27
Und diese Sachen halt aber auch zu erkennen und sich zu merken, ist halt irgendwie Teil von dem Ganzen. Also da hilft es, da hilft es, so ein Trainingstagebuch zu führen. Also es ist von dem Reflektierten dann letztendlich. Ja, sich immer so ein bisschen aufzuschreiben, was war heute im Training, womit bin ich gut zurechtgekommen, womit bin ich nicht zurechtgekommen, was war so richtig Pain in the Ass und Pain in the Ass ist es dann, woran man sein Training ausrichten könnte, zum Beispiel. Machst du das?

01:00:56
Trainingstagebuch führen. Ja. Nicht für mich als Fechter, aber für mich als Trainer. Also ich reflektiere sozusagen mein Training, was ich gegeben habe, was hat geklappt, was hat nicht so geklappt, was sollte ich, was möchte ich beim nächsten Mal verändern? Ja, also ich bin gerade dabei, meine 10.000 Stunden als als Trainer zu schrubben. Ich glaube nicht, dass ich als Fechter 10.000 Stunden tatsächlich voll haben muss ich sagen an der Stelle.

01:01:23
Ich glaube auch nicht und ich glaube die kriege ja auch höchstwahrscheinlich nicht mehr voll. Deshalb habe mich jetzt dafür entschieden, 10.000 Stunden als Trainer zu machen. ist etwas, Talent is Overrated sehr in Vordergrund stellt. Und kaum habe ich das gesagt, habe ich vergessen, was ich sagen wollte. Also Training Tagebuch Wissen. das eine ist natürlich können, also man muss die Fähigkeiten irgendwann aufbauen. Aber.

01:01:50
Um so Sachen erkennen zu können, Schachstellen erkennen zu können, muss man es natürlich auch einordnen können. Und was auch alle Experten gemeinsam haben, sie wissen einfach sehr viel über ihr Feld. Also nicht so komplett theoretisch, aber halt aus so einer praktischen Art. Auf Englisch könnte man wahrscheinlich sagen, sind mindestens street smart in ihrem Feld. Also, und das ist halt so bisschen das Ding. Da brauchst du halt auch ein Mindestmaß an Erfahrung. Also zum Beispiel, wenn ich überhaupt nicht weiß, wie jetzt so ein …

01:02:19
Scheitelhau geht oder so, dann werde ich natürlich nicht feststellen, dass das das Problem war, was mir da über den Weg gelaufen ist. das ist dann halt so ein, ja, keine Ahnung, der hat halt irgend so einen Hau gemacht, dann er mich halt getroffen. Was weiß ich denn? Ja. Und umgekehrt ist es aber so, auch dass es einen Vorteil davon, wenn man Training gibt, man erweitert halt sein Wissen, weil man auf einmal Dinge runterbrechen muss, wieder zusammensetzen, anders erklären, nochmal hinterfragen. Und ich kann für mich sagen, dass ich mir so also auch gefecht.

01:02:48
Durchgänge ziemlich gut merken kann. Also wenn ich jetzt mit jemandem fechte und es würde mich jetzt hinterher jemand fragen was da abging, dann wäre das jetzt kein Problem das irgendwie nochmal zu sagen so ja ja also er hat das und das gemacht, habe ich das und das gemacht und so weiter und da würden die relevanten Sachen bei rumkommen und das ist auch ganz interessant, da gibt es auch Untersuchungen natürlich zu. Noch mal ein anderes Buch was ich nachgeschlagen habe und zwar The Talent Code, auch ein sehr interessantes Buch was ich empfehlen kann.

01:03:15
Und die beschreiben so ein Experiment mit Piloten. Und was sie da gemacht haben, sie haben quasi so echten Funk genommen, der von Piloten mit dem Tower quasi hin und her geschickt wird von irgendeinem Flughafen. Und haben dann das Piloten vorgespielt, also auch so unterschiedliche Fahrer und Piloten. Und dann haben sie denen halt so einen Ausschnitt gezeigt und haben sie dann hinterher gefragt, okay, was haben die denn da gesagt? Und …

01:03:41
Die unerfahrenen Piloten haben tatsächlich das Gespräch selber genauer wiedergegeben, inklusive ganzen Füllwörtern. Dann hat der das gesagt und gemeint, sei schönes Wetter oder so. Die Expertenpiloten, also die erfahrenen Leute, sich komplett nur auf das Wesentliche beschränkt. Keinerlei Füllwörter. Die konnten die Informationen an sich besser wiedergeben? Die anderen haben die Form wiedergegeben. Ah, okay. Das ist ja cool.

01:04:07
Und das ist ja auch so ein Ding, dass du halt einfach Sachen einordnen kannst und ich muss mir jetzt nicht werken, der andere hat irgendwie das Schwert rechts an der Schulter gehabt, da hat er einen Schritt gemacht und dann kam das Schwert so nach vorne. Und ich merke mir einfach einen Block, ich dann den Scheitelhaufen rechts gemacht und dann weiß ich quasi, da kann ich das rekonstruieren, wie das ausgesehen hat in dem Moment. Scheitelhaufen rechts sieht so und so aus. Genau, und dann, wenn du das halt kannst, dann kannst du irgendwie mit drei, vier so Bauteilen halt einen kompletten Gefechtsdurchgang rekonstruieren und sagen…

01:04:35
Ja, da hat er einen Sonnehau gemacht, pariert, umgeschlagen, und dann hab ich ihm einen Zwercher rein. Und dann kannst du so eine Sequenz, die, wenn du halt nach der Form gehst, super komplex ist, ist auf einmal aufs Wesentliche runtergebrochen. Dann weißt du aber auch, ja, ich weiß, gegen den Zwercher am Ende, hab ich ein bisschen ein Problem, da muss ich halt dran arbeiten. Und dann lässt er halt alles weg, was nicht relevant ist in dem Moment. Und das ist halt auch sehr hilfreich, weil dann … wenn du den Punkt halt erreicht hast, dann ist es halt auch einfacher, die Lösungen dann zu finden, was muss ich denn angehen.

01:05:03
Wenn du natürlich noch mit beschäftigt bist, die ganze Form zu achten, bist von so vielen Informationen überwältigt und weißt halt nicht, was jetzt wirklich das Problem war und was nicht. Weißt du, woran mich das gerade erinnert? An Fechtbücher, also an die Abhandlungen in zum Beispiel Codex 44 8 oder noch schlimmer hier 32 27 a. Also da steht ja wirklich einfach nur das absolut Wesentliche drin, wo man jetzt den Schluss ziehen könnte.

01:05:33
eine Theorie aufstellen könnte, dass das wirklich Experten waren in ihrem Fach, die die Sachen so auf das Wesentliche runtergebracht haben. Weil wenn du als Anfänger beginnst, solche Sachen dir anzueignen, du liest jetzt eine Quelle durch und du versuchst das nachzuvollziehen, was da jetzt gemacht wird und dir fehlen einfach ganz ganz viele Informationen, kommst du damit nicht so gut zurecht. Und wenn du halt recht viel Erfahrung hast und dann nochmal nachliest, alles klar, wer

01:06:02
links rechts umschlagen parade so und so schwer darunter alles klar. Da hast du im viel bessere viel bessere Vorstellungen davon. Sprich meiner Meinung nach dafür, dass die Jungs, die die Fechtbücher geschrieben hatten, halt wirklich Ahnung davon haben, weil sie das sich aufs Wesentliche beschränkt haben. Ja, das ist auch das, was ja der Nutzen von einem erfahrenen Trainer ist, dass er dir die Sachen aufs Wesentliche runter bricht. Also auch das ist ja ein Teil von der Fähigkeit, in dem man lernt, wenn man Training gibt und Trainer wird.

01:06:33
Am Anfang dauert es ewig, Leuten Sachen zu erklären, weil man halt irgendwie noch nicht so effizient in der Klärung ist. Und irgendwann hast du halt auch da die drei, vier Sachen rausgefunden, auf die es wirklich ankommt. Dann sagst du das den Leuten und dann klappt es auf einmal nach zehn Minuten, was halt früher drei Einheiten gebraucht hat. Ja, also ich nehme an, den Effekt wirst du kennen. Ja, absolut. Weil du dich natürlich auch als Trainer entsprechend verbesserst. Genau, und das ist halt so ein Ding.

01:07:01
Wirkliches Experten-Tum. sind die Leute, jetzt anfangen, weil die jetzt schon mit selbst erfahrenen Trainern ausgebildet werden können. Und wenn die dann halt mal ihre 10 Jahre runtergeschrubbt haben, sind die sicherlich auf einem anderen Niveau als wir jetzt, wo man sich selber noch alles beigebracht hat. Wäre jetzt mal spannend, wenn wir … Wenn ihr diesen Podcast im Jahre 2000 …

01:07:30
32 hört sozusagen zehn Jahre nachdem wir das jetzt aufgenommen haben. Dann wenn es Schwertgeflüsse doch gibt, schreibt uns doch mal eine E-Mail an Postedschwertgeflüsse.de und sagt uns hier habt gerade Zeitreise ins Jahr 2022 gemacht. Ihr hattet recht. Oder oder nicht. Je nachdem.

01:07:55
Ich nehme es zurück, sehe in meinen Notizen, das Pilotenbeispiel ist auch aus Talent is Overrated. Macht aber nichts, Talent Code ist auch ein gutes Buch. Man nennt es übrigens mentales Modell. Ich habe ein mentales Modell davon, wie Sachen funktionieren in meinem Domain, in meinem Bereich, wo ich auch entsprechende Expertise aufbaue. das muss nicht mal Diese Schleuer, die du gemeint hast, dieses Wissen. Genau. Also es ist nicht nur so Einzelwissen von allem, sondern ich kann das auch miteinander in Beziehung.

01:08:25
setzen effizient. Was geben wir unseren Hörern und Hörern jetzt konkret an die Hand? Wie können was kann man im Training machen? Was kann man als Trainer machen? Was kann man als Trainierender machen? Um die 10.000 Stunden Training, die man jetzt so schrubbt, möglichst maximal zu nutzen. Also das eine ist auf jeden Fall mal für die Leute, also für aus Sicht des Selbst trainieren.

01:08:55
Einfach mal zu jedem Zeitpunkt im Training, wenn ihr jetzt an diese Folge denkt, mal kurz hinterhalten und reflektieren. Was mache ich denn hier eigentlich? Was ist das hier, woran ich arbeite? Was, mache ich hier eigentlich? Okay, also vielleicht nicht so, was mache ich denn, was ist Sinn des Lebens und wohin gehe ich und überhaupt. Also an irgendeinem Punkt muss man da nicht so tief reflektieren. Das war es für die Dusche. Nee, aber so, wenn jetzt der Trainer kommen würde und fragen würde, hey, was ist denn gerade dein Trainingsziel? Kannst du dann…

01:09:24
Was kannst du dann sagen? Kannst du da einfach nur sagen, wir machen halt gerade einen Twerhau, dann machen wir halt einen Twerhau oder kannst du noch ein bisschen weitergehen? Ja, ich habe gemerkt, mein Twerhau, rechter Arm ist noch nicht ganz optimal, das ist gerade das woran ich arbeite. Also kann man da, gehst du für dich sozusagen in die Tiefe und kannst auch sagen, das das, was ich gerade mache. Und gehst du mit jeder, in jede Übung rein, eben mit dem Wissen und dem Anspruch zu sagen, ich habe dein bestimmtes Trainingsziel, dass

01:09:53
ist natürlich nicht in Gegensatz zu dem, der Trainer gesagt hat, was man üben soll. Aber es kann eine Verfeinerung sein. Das glaube ich, das, worauf ich hinaus will. Und auch bei Sachen, wo es keine Vorgaben gibt wie Freifechten, habe ich dann Trainingsziel. Versuche ich irgendwas zu machen, versuche ich irgendwas auszufinden. Und wenn das nicht so ist, probiere das doch mal aus und lass uns wissen, wie es lief. Und als Trainer könnt ihr eure Trainierenden einfach mal fragen, so wie Alex das gerade beschrieben hat. Was ist denn gerade dein Ziel bei der Übung? Was versuchst du gerade umzusetzen? Hast du dir eine Idee?

01:10:23
Und da könnt ihr dann sehen, haben das eure Trainierenden oder noch nicht. Und wenn sie es nicht haben, was könntet ihr tun, um das zu verbessern? Das ist übrigens das, wo ich wirklich finde, dass es schwierig da den Spagat zu finden als Trainer, weil auf der einen Seite ist natürlich schon so ein gewisser Maß von Frontalunterricht, wo man halt einfach Leuten Dinge zeigt, die soll es nachmachen, man korrigiert sie und so. Was ja schon so ein bisschen das Ding ist, wo die halt Konsumenten sind.

01:10:50
Auf der anderen Seite willst du dir aber auch einer gewissen Selbstständigkeit erziehen. so einfach mal frontal oder… Fortan-Unterricht ist eigentlich schon so bisschen wert und dabei einfach, dass dir jemand was beibringt und du selber gar nicht so viel Anteil dran nehmen musst, ist glaube ich für Anfänger auch total in Ordnung. Aber so den Sprung dann zu finden, dass die Leute dann mit der Zeit zur Selbstständigkeit kriegt und dass die sich eigentlich selbst Trainings, Ziele setzen können und so, das finde ich echt nicht einfach in so einem Gruppensetting. Also das tue ich mir schwer mit.

01:11:18
Was du immer machen kannst ist konkrete Checkpunkte geben. Zum Beispiel wir üben jetzt einen Versatz gegen den Oberhau. Und dann gibst du eben konkrete Checkpunkte mit. Leute passt auf, dass ihr erstmal nicht getroffen werdet. Und zwar wenn der Oberhau in einem Winkel von bis kommt, muss euer Versatz so und so sein. Dann achtet da drauf, dass ihr auch nicht

01:11:48
nicht umgeworfen werden. heißt, wenn derjenige, den Oberhau macht, eben noch mal ein bisschen weiter drückt, solltet jetzt nicht irgendwie einknicken, zusammenbrechen. Also so verschiedene Checkpunkte zu setzen, sodass die Leute dann eben Stück für Stück anfangen, erstmal an den vorgegebenen Checkpunkten zu arbeiten und dann aber eben auch die Erlaubnis haben, sich eigene Checkpunkte zu setzen, aus denen dann genau das entsteht. Ich will jetzt hier mal an dies, das, jenes

01:12:18
Arbeiten. Also ich möchte jetzt versuchen, dass wenn der Oberhau eben sehr gerade kommt, wenn es im Prinzip ein Scheitelhau ist, dann trotzdem noch den Versatz hinzukriegen, ohne mit den Armen entblößt da zu stehen. Sowas zum Beispiel. Ja, also was machst du, wenn dann einfach die Leute gleich sagen Ja, logisch, ich habe es jetzt einmal gemacht und können wir ja gleich zur letzten Stufe springen. Wie meinst du das?

01:12:45
Also ich hätte manchmal schon den Effekt, dass wenn du halt sagst, guck mal hier, das ist erste Ding, wenn das läuft, können wir zum zweiten Ding, wenn das läuft, können wir zum dritten Ding, dass dann einfach ein signifikanter Teil der Gruppe gleich mit dem letzten einsteigt und die Vorstufen sozusagen verspringt, indem, glauben wir, das wird schon gut genug sein, damit schon passt. Ah, okay. Na ja, das ist ja dann, also du gibst ja quasi ein Lernziel vor und das kannst du ja abprüfbar machen. Und da ist dann eben die Frage,

01:13:14
Eine Prüfbedingung ist zum Beispiel ein Aufgabendrill, dass du sagst, jetzt machen wir einen Aufgabendrill. Person A versucht, Person B mit einem Oberhau an der Maske zu treffen. Direkter Angriff, keine finden, keine zweite Absicht, einfach nur direkt rein. Aber der Winkel und die Seite ist vollkommen egal. Person B hat die Aufgabe, das zu versetzen. Ist eine abprüfbare Bedeutung. Und wenn Person B das dann schafft,

01:13:43
um hinzukriegen, sag mal jetzt mal mit und ohne Fußarbeit, je nachdem, wie das Szenario dann ist. Dann kannst du sagen, wenn das für euch passt, dann macht er weiter. Jetzt musst du natürlich irgendwo musst du dann mal drauf vertrauen, dass die auch das machen, was du sagst. Also wenn du sagst, Person A versucht jetzt bitte wirklich mit einem Oberhau an der Maske zu treffen, dann also der muss dann halt auch die Person muss dann auch im Stande sein, das ausführen zu können und das auch.

01:14:13
und wird dann schwierig, wenn sie es einfach nicht tun. Ja, ich fühle mich gerade so bisschen erinnert. Das ist ein Effekt, den habe ich im HEMA in letzter Zeit relativ selten gesehen. Der gab es früher öfters und das kommt auch immer noch vor so bei Leuten, die aus anderen Kampfkünsten gehen. Kennst du das, wenn du zum Beispiel irgendwo unterrichtest bei Fremden, da zeigst du irgendwas oder machen die Leute das so fünfmal und dann stehen sie einfach da und gucken dich an und erwarten, dass was Neues kommt.

01:14:43
Ja, das kenne ich. Genau, und das ist, finde ich schon auch was, dass die Hämmer-Szene als Ganzes ist da an sich auf einem ganz okayen Weg, denke ich, weil das begegnet mir, wie gesagt, echt selten in letzter Zeit. Und die Leute versuchen dann halt schon auch das Maximale rauszuholen, also vielleicht nicht das Maximale, aber schon aus der Übung auch was rauszuholen. Und die meisten, so meine Beobachtungen, sind tatsächlich schon zumindest so weit, dass sie dann halt Variationen einbauen und sagen, okay, jetzt klappt es so weit, das machen wir ein bisschen höher, ein bisschen tiefer und so. Aber

01:15:12
Das ist ja auch so total das Zeichen von Unselbständigkeit, dass du halt sozusagen nicht selber irgendwie dich beschäftigen kannst mit der Übung und dann glaubst ja, hab’s jetzt fünf mal gemacht und es läuft so. Ja. Oder bist total erschöpft und brauchst eine Pause. Ja, das kann natürlich auch sein. Aber das gibt’s in anderen Kampfkünsten ist das so ein bisschen Usus. Ja, dann macht man’s fünf Mal, dann klappt’s und dann guckt man halt weiter, weil du auch vielleicht nicht so den Draht hast, dass das irgendwie so ein

01:15:42
Ja, Rahmenbedingungen gibt, wo es dann auch mal geprüft werden könnte, wie es wirklich geht. Ja, das kommt mir sehr bekannt vor. das kenne ich auf jeden Fall auch, dass dann Dinge halt so ein bisschen artificiell gemacht werden. Also ohne Intensität, ohne Variation. Und dann entstehen halt Artefakte. Da muss man dann als Trainer immer irgendwie sich so ein bisschen überlegen.

01:16:11
Was könnte man für eine Übung drum herum basteln, wo genau dieses Artefakt verschwindet? Konkretes Beispiel aus meinem Anfängerkurs. Wir haben Dolchen gemacht und ich habe dann, lasst es so ein bisschen explorativ laufen, sagt dann, okay, wir haben jetzt einen Angriff von oben, einfach mit dem Dolch von oben nach unten. Eure Aufgabe ist es, diesen Angriff zu blocken und die Dolchhand und sozusagen dann

01:16:41
Antwortangriff zu euch zu überlegen. Was dann ganz oft passiert ist, dass Leute anfangen, ihren Händen in den den angreifenden Arm reinzugreifen, also den so zu fassen. Was halt super funktioniert, wenn jemand einfach ganz langsam mit auf einer definierten Bahn sozusagen mit dem Durch von oben nach unten kommt. sobald mir das auffällt, ruf ich dann eben die Gruppe zusammen und sag okay, folgendes Problemchen.

01:17:10
Wenn ihr das macht, kann euch Folgendes passieren. Und dann sag ich jemandem, versuch mal jetzt bitte meinen Arm zu fassen, wie du das gerade gemacht hast, am Handgelenk hier mit deiner Hand. Und das Einzige, was du machen musst, ist ganz locker diesem Griff auszuweichen. Also, musst du noch nie mehr schnell sein, einfach nur so bisschen weiterwinden, so ein bisschen links und rechts bewegen. Und kriegst es halt nicht hin, einfach so die Hand zu greifen. Sondern du musst immer …

01:17:38
mit dem dem Arm blocken, über den gesamten Arm drüber fallen, die Dolchern fixieren und dann gnadellos draufgehen. Und ja, das ist dann immer so die Herausforderung als Trainer, ein Szenario zu schaffen, wo Leute auch entsprechend trainieren können und sich keinen Blödsinn anzutrainieren. Ja, wie sind wir das eigentlich drauf gekommen? viel da? Du hast eigentlich schon angefangen, abzumoderieren und dann

01:18:07
ich noch einen Einwurf gebracht. es ist okay, wir können einfach jetzt noch mal abprobieren. Okay, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, wir wünschen euch ein wunderbares Weihnachten 2022. Das war dann auch die letzte Folge Schwertgeflüster für dieses Jahr, oder? Äh, lass mich gucken. Stimmt, die nächste kommt doch wieder am 6. Januar. Ja, ja und ähm.

01:18:36
Gute Rutsch und ein super Start ins neue Jahr. Seid pünktlich zum Training, fangt direkt wieder an. Ihr wisst, 10.000 Stunden schrubben sich nicht von alleine. Und ihr wisst jetzt, wie ihr euer Training gestalten könnt, wie ihr auch selber immer wirksam werden könnt, wie ihr euch selber Verbesserungen erarbeiten könnt. Wenn ihr noch Fragen dazu habt, schreibt gerne eine E-Mail an post-edschwertgeflüster.de.

01:19:04
Wir stehen euch wie immer gerne Rede und Antwort und freuen uns auch auf ein Jahr 2023 mit Schwertgeflüster und euch als Hörerinnen und Hörern. So schaut’s aus. diesem Sinne macht’s gut. Tschüss. Halt bitte noch nicht weglaufen. Ihr könnt diesen Podcast nämlich noch unterstützen. Wenn es euch gefällt, dann tut uns einen Gefallen.

01:19:31
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