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Wie sah historisches Ringen aus, wie und wie viel wird in der heutigen HEMA Szene gerungen und wie kann man als Erwachsener ins HEMA Ringen einsteigen?
Wir probieren mit den Disziplinen des historischen Fechtens ein neues Format aus und geben euch pro Folge einen Überblick über eine einzelne Waffengattung.
Wir starten mit einem für uns beide sehr wichtigem Thema: Dem Ringen. Lasst uns wissen wie euch das neue Format gefällt!
Weitere besproche Disziplinen sind Schwert & Buckler und Zweihänder, auch bekannt als Bidenhänder.
Besprochene Themen
- Wird in der heutigen HEMA-Szene eigentlich genug gerungen?
- Ist Ringen ein wichtiger Teil der historischen Kampfkünste?
- Insbesondere auch im Langen Schwert?
- Wie ist das mit dem Kriegsringen, dem Leibringen für Schimpf und Ernst?
Shownotes
Im YouTube Kanal Vondanzigkungfu findet ihr Interpretationen zum historischen Ringen von Andre Lignitzer:
Transkription
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Gewettgeflüster Folge 32 Das Ringen Disziplinen des historischen Fechtens Die heutige Folge dient dazu ein neues Format Probe zu laufen und zwar wollen wir uns die verschiedenen Disziplinen des historischen Fechtens so ein bisschen anschauen aus der Blickwinkel wie war es damals mit welchen Quellen arbeitet man wenn man da mal reinschauen möchte und wie sieht das heute in der Szene aus? Ja, das muss man einmal den Rundeumschlag machen. Das kam als Vorschlag von einem unserer Hörer
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der uns geschildert hat, dass er das insbesondere als Anfänger ein bisschen schwierig findet, sich in diesem ganzen Diver zurechtzufinden. Und ja, das fand man eine total gute Idee und statten das direkt heute mal mit einem Thema, worüber wir schon lange mal reden wollten, was viel zu wenig Beachtung findet, nämlich das Ringen. Wie immer mit mir, Alexander Fürgut und Michael Sprenger. Hallo Michael. Hallo Alexander.
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Hast du das Gefühl, dass in der heutigen HEMA-Szene genug gerungen wird? Nein, das Gefühl habe ich nicht. Und witzigerweise, die Frage von unserem Zuhörer war auch bezogen auf die Disziplinen. Aber er schrieb dann eben Rapier und Schwert und Buckler, beziehungsweise auch mal über das Langschwert an sich zu reden. Und wir sind dann eben heute übereingekommen, dass man eigentlich, wenn man von
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chronologisch mehr oder weniger vorgeht oder von Grund auf vorgeht, mit dem Ring beginnen müsste. Und obwohl das auch in den Fechtbüchern die Basis ist für alle Kunst, die da beschrieben wird, kenne ich wenige Gruppen, die Ring regelmäßig in ihrem Curriculum haben oder dieses Üben, dieses Trainieren und die
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Wenn man dann aus dem aus dem Training herauskommt. Und dann ist es in der Tat noch weniger. Also es gibt. Ich kenne in Deutschland keine Turniere, in denen irgendwie gerungen wird. Du meinst jetzt reines Ringen? Reines, reines historisches Ringen, reines historisches Ringen. Und. Es gibt auch relativ wenig Veranstaltungen zum zum Ring.
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also verglichen mit mit Langschwert und waffenbehafteten Disziplinen. Also ich gehe da voll mit. oder anders gesagt, ich finde, dass das Ring in unserer heutigen Szene völlig unterrepräsentiert ist. Wie ist denn? Wie ist deine Meinung? Ja, das kann ich dir nur voll zustimmen. Wir können ja vielleicht mal einen Blick werfen, woher das kommt, dass das Ringen.
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in so vielen der Fechtbücher einen relativ großen Raum einnimmt, in den meisten Waffengattungen im Ringen am Schwert zum Beispiel dann nochmal vorkommt und dass sogar explizit noch erwähnt wird, dass alle Kunst und alle Hübschheit aus dem Ringen kommen würde. Hast du da eine Theorie dazu? Warum das Ring die Grundlage allen Fechtens ist? Und warum das so ein zentraler und wichtiger Teil ist, genau.
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Na ja, du lernst natürlich erst mal die Grundlagen der Körpermechanik und Körperbeherrschung. Es gibt auch ein ganz. Also du steigerst damit enorm deine Körperwahrnehmung und dann das Gefühl dafür, wie du deine Arme, Beine, Oberkörper, Kopf positionieren musst, wie du Kraft übertragen kannst. Das ist auch meiner Meinung dann bei bei Waffen.
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enorm wichtig, dass ich weiß, wie ich eine Kraft von mir auf den Gegner übertrage. Denn beim Ring mache ich das direkt mit meinem Körper, am Körper meines Gegners. Aber mit einer Waffe dient mir die Waffe auch nur als Moderator. Also das ist im Prinzip nur eine Verlängerung meines Körpers. Und ich muss damit genauso Kraft übertragen, wenn ich treffen möchte.
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Jetzt mal im früheren Kontext gesehen, wenn ich Schaden anrichten wollte, das möchte ich heute natürlich nicht mehr. Aber ich möchte immer noch hinreichend Kraft übertragen, um einen gewissen Effekt zu haben. Und ich denke, das ist meiner Meinung nach der Grund, weswegen Ring da so groß geschrieben wurde in den Büchern. Da würde ich so weit mitgehen. Ich würde allerdings noch einen wichtigen Aspekt hinzufügen, und zwar
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Das Training an den Waffen ist ja was, das hat man dann angefangen, da war man schon ein junger Knabe. Also das war nichts, wo du mit irgendwie vier den Leuten in die Hand rückst oder so. Aber Ringen ist was. Das machen Kinder ja zum Beispiel schon miteinander. Also die rangen uns so ein bisschen, schubsen sich gegenseitig um, da legt sich mal einer drauf und so. Und heutzutage wird das Ding abtrainiert.
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Aber eigentlich ist das was aus so bisschen dieses Kräfte messen und gucken was was kann ich mit anderen Leuten anstellen mit meinem eigenen Körper was Menschen sehr inert ist und heutzutage läuft es halt eher so gerade wenn Leute mit HEMA anfangen vorher nicht so viel mit Sport gemacht haben, dass die quasi dann Mitte 20 sind und dann zum ersten Mal überhaupt Ringen so auch regelmäßiger Basis machen, weil als Kind war das ja böse böse böse und das war aber damals nicht so. Damals war Ringen
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an eine verbreitete Freizeit Beschäftigung. vielleicht so bisschen wie Fußball heute. Das ist immer der übliche Vergleich. Das hat man gekannt. Das hat man gemacht. Mochte auch nicht jeder. Aber es hat auf jeden Fall eine große Verbreitung. Und. Ja, das war einfach was. Das hat man das hat man miteinander gemacht, schon als Jugendlicher. Und das ist halt einfach eine Basis, auf der man auf aufsetzen konnte. Wenn du halt das Leute hast, die.
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Als Jugendliche durchgehend immer gerungen haben, egal wie intensiv sie das jetzt gemacht haben und dann noch sehr körperlichen Lebensstil geführt haben, einfach auch viel also Muskellernen natürlich auch viel aufgebaut wurde, dann ist das halt irgendwie eine ganz andere Basis, auf der du dann aufsetzen kannst mit der Ausbildung an den Waffen, als wenn du Leute hast, die im Wesentlichen noch nie so richtig intensiven Sport betrieben haben vorher. Jetzt fragt sich natürlich, wenn früher die
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Bevölkerung sowieso im Ringen geschulter war, oder was heißt geschulter, aber wenn sie trainierter war. Warum hat das dann noch mal so einen expliziten Stellenwert in den Quellen? Also dass es dann wirklich noch mal explizit am Ringen Stücke gibt. Und auch noch mal explizit darauf hingewiesen, dass alle Ritterlichkeit vom Ringen herkommt. Naja, also ich denke, es ist halt auch
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wieder so, das ist jetzt meine Theorie. Es ist natürlich ein Unterschied, ob dir das mal jemand ordentlich gezeigt hat oder ob du das halt gemacht hast, was du immer gemacht hast, so von wegen ich hab halt irgendwie meine drei Tricks auf Lager, mit denen ringe ich, wenn es zum Ringen kommt. Ist halt was anderes, als wenn dir jemand sagt, guck mal, du kannst noch das und das und das machen. Und im Endeffekt bei jeder Waffe ist es aber natürlich so, dass wenn du in die Distanz kommst, wo halt Ringen das Mittel der Wahl ist, hast du jedes Mal übergreifende Prinzipien, die sich niederschlagen.
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Während ich jetzt vielleicht eine Mod-Ark nicht so fechten kann wegen lange Schwert, wenn ich nahe genug dran bin und ich bin im Ringen, dann ist es über alle Waffengewege nicht weg. Ähnlich. Ja, ich lasse halt mit einer oder beiden Händen meine Waffe los. Vielleicht kann ich sie auch in den Händen behalten und habe immer die gleichen Möglichkeiten meinen Gegner zu manipulieren. Ich kann seine Waffe greifen, ich kann ihn greifen, aber das ist alles wesentlich ähnlicher als sich die Waffen untereinander sind, würde ich mal sagen. Wenn wir jetzt über Ringen reden.
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Also dem Begriff. Wie definieren wir den überhaupt? Worüber reden wir hier überhaupt? Also historisch jetzt erst mal, oder? Genau, also prinzipiell wir sind beide erst mal unbewaffnet, wobei man darüber schon streiten kann. Aber gehen wir erst mal davon aus, wir sind beide unbewaffnet und ich möchte meinen Übungspartner schrägst nicht meinen Gegner zu Boden befördern.
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Die Details sind dann unterschiedlich je nach Kultur und je nach Kontext, aber im Endeffekt geht es erstmal darum, den anderen auf irgendeine Art und Weise auf den Boden zu befördern. Das kann mit so was wie einem Hüftwurf sein, kann sein, ziehe mir die Beine weg, oder wenn man jetzt bisschen früher zurückgeht, kann es auch sein, ich breche ihm einfach den Arm und dann ist er auch am Boden. Wobei da eher das Ausschalten des Gegners…
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das Ziel gewesen wäre. Also im Endeffekt gibt es so zwei Richtungen. Das eine ist das, was in den Quellen im Mittelauto üblicherweise geselliges Ringen genannt wird und das andere ist das Kampfringen oder das Kriegsringen geselliges Ringen ist. Es ist so eine Art sich messen Wettkampf, wenn man das so möchte. Es geht nicht primär darum, den Gegner zu verletzen, sondern eben sein Ziel zu erreichen, zum einen zum anderen auf den Boden zu werfen. Und dann gibt es aber noch das Ringen für den Ernst, das Kampfringen, es darum geht,
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Gegner möglichst kampfunfähig zu machen, Beispiel indem man ihm den Arm bricht oder ihn auf den Kopf wirft oder was auch immer dazu beiträgt das Ziel zu erreichen. Und wer hat früher alles gerungen? Also wann, wann fangen wir da an irgendwie Aufzeichnungen zu haben, wo dokumentiert ist, dass Leute sich miteinander im Leibringen gemessen haben?
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Also da kann es im Grunde beliebig weit zurückgehen, bis es überhaupt anfängt mit Aufzeichnungen. Also wir reden jetzt natürlich hier üblicherweise über das Spätmittelalter und die Renaissance, weil wir im Hema-Kontext sind. Aber man kann ja bis zu den Römern zurückgehen und bis zu den Griechen. Und da ist es ja auch schon dokumentiert, dass Ringwettkämpfe abgehalten haben. Also auch die ganzen olympischen Spiele hatten am Anfang ja auch schon Ringen dabei. Also zum Beispiel bei den Griechen gab es die…
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Das was man unter dem Begriff Gymnastik heute kennt bestand bei den Griechen aus fünf Disziplinen. Hoch, tief und weit Sprung, also eine Disziplin. Das Springen, der Speerwurf, der Schnelllauf, das Diskus werfen und der Ringkampf. Und dann gibt es noch das was manche Leute unter dem Label Pankration kennen, was quasi Ringen plus Boxen war. Also so ein bisschen wie, so ähnlich wie man das heute unter MMA sehen würde. Also man konnte den anderen ordentlich verkloppen.
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und konnte aber auch ins Ringen gehen, um das zu stärken. Und da sind wir bei den alten Griechen in der Antike. Und die Kurömer haben das im Endeffekt weitergetrieben. Die haben ja generell sehr viel von den Griechen auch übernommen. Und auch bei den Römern hat sich Ringen durchaus immer Beliebtheit erfreut. Das vielleicht noch eine kleine Anekdote. Man kennt ja diese römische Badekultur und diese römischen Badehäuser. Und die hatten bisweilen eine große Sandfläche. Auf dieser Sandfläche konnten verschiedenste Spiele gemacht werden. Die war teilweise
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Neben den Bädern teilweise war sie aber auch quasi mittendrin und außenrum war das Bade angelegt und da gibt es auch durchaus einige Quellen, dass das zum Beispiel zum Ringen genutzt wurde. Das heißt man ist so ins Badehaus gegangen und so wie man das heute macht, dann hätten wir vielleicht eine Rutsche, es da in einem Sandkasten, wo man dann ordentlich miteinander ringen konnte. Und ich sag mal, wenn das heute immer noch üblich wäre, das Sonntagsbad zu nehmen und währenddessen zu ringen, dann würden einige Dinge anders laufen,
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Das ist auch eine form von lobbyismus der da betrieben wurde Also was natürlichen unterschied zu heute ist gerade in griechenland bei der olympiade wurde ja bekanntlich alles nackt gemacht das ist heute eher nicht mehr so der fall das war auch im mittelalter schon nicht mehr so der fall also alles was wir jetzt an oder was ich an beschreibungen kenne da haben sich die leute wohl situiert bekleidet wenn sie miteinander gerungen haben und auch
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die Kleidung in der Tat genutzt um dran rum zu ziehen und zu zerren und auch damit den Gegner zu manipulieren. Da können wir gleich vielleicht noch mal drauf eingehen. Was ich ganz spannend finde ist, dass wenige der Fechtbücher das Boxen beschreiben. Du hattest ja gesagt, die Pankration bei den
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Römer und Griechenbring genau bestand aus Regen und Boxen und MMA heutzutage auch und auf bei jeder gepflegten Straßenprügelei wird irgendwie mit Fäusten aufeinander eingedroschen. Interessanterweise ist es bei den Fechtbüchern oft nicht mit drin. Also es gibt einige. Ich glaube der Codex Wallerstein.
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Da fliegen auch mal paar Hammerfäuste. Codex Wallerstein auch bekannt als Baumann, wo sein Fechtbuch heißt. Ja, Von Baumann sein Fechtbuch. Da ist es wohl mit drin, aber die anderen halten sich da sehr vornehm zurück. Kannst du dir vorstellen oder hast du eine Idee, weswegen da das das Boxen nicht so beschrieben ist? Ich meine, es ja auch eine super Geschichte. Also das eine ist ja, das wird.
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in der Regel als Mordstoß bezeichnet, also so wie Mordhau im Schwert. Und das zählt auf jeden Fall zu den Sachen, die nicht gesellig sind, also die man im geselligen Ringen nicht gemacht hat. Das heißt, es wird eher in den Bereich Ernstkampf eingeordnet. Und ich würde schon sagen, die meisten Quellen, die wir haben, gehen eher in den geselligen Bereich und haben so ein paar Anleihen aus dem Ernstkampf noch mit drin. Aber es sind schon eher gesellig ausgerichtet.
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zu dieser These mit heutzutage fliegen überall die Fäuste. Das ist tatsächlich eine gute Frage. Und es ist tatsächlich ein bisschen die Frage, wie viel das wirklich gemacht wurde zu der Zeit, weil eigentlich sind Fäuste, ohne dass man irgendwie Bandagen oder Boxen an Schulterum hat, ja gar nicht so super stabil. Und eine Theorie ist, dass das halt einfach kopiertes Verhalten ist. Also wenn man
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Das sieht, dass Leute sich gegenseitig mit Fäusten prügeln, dann übernimmt man das als, offensichtlich ist das die Art und Weise, man kämpft. Und wenn das aber gar nicht so das vorherrschende Ding wäre und die Leute würden die ganze Zeit einander anringen, dass vielleicht eher das was wäre, was man dann übernimmt. Aber das ist natürlich irgendwie schwer zu belegen oder schwer nachzuweisen. davon abgesehen so richtig plausible Theorien, warum das mit den Schlägen. Also es gibt noch eine andere Theorie.
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die auch einige Leute in der Himmarszene vertreten, dass es einfach sich gegenseitig mit Fäusten kloppen. Das konnte man ja, das kriegt man ja quasi so mit als Mensch. Da muss man nicht viel lernen, da muss man nicht viel festhalten. Das konnte irgendwie schon jede und darauf hat man sich auf das Ringen konzentriert und da Techniken niedergeschrieben. Aber das scheint mir ein bisschen unplausibel, weil Ringen ja auch was war, was Leute viel gemacht haben und also so spektakulär anders als Sachen, die man automatisch macht, sind die Ringtechniken jetzt auch nicht. Also
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paar natürlich schon, aber da sind schon auch viele Sachen drin, wo man sagt, ja gut, es ist relativ offensichtlich, dass man das irgendwie machen könnte. Also ich weiß nicht, ob ich das irgendwie so so glaube. Hast du da noch irgendwas plausibleres zu gehört? Nee, aber ich finde deine dein Argument gerade mit das. Mit Fäusten irgendwie auf den menschlichen Körper draufhauen, dann auch sowohl für den Gehauenen als auch für den Hauen dann gar nicht so angenehm ist, finde ich durchaus interessant.
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Wenn wir in die heutige Zeit gucken und uns Nahkampfsysteme betrachten, wie zum Beispiel Krav Maga, da wird dann auch mit der flachen Hand, ich nenne es mal geschlagen, gestoßen oder mit Hammerfäusten, wo du dann auf die Seite der Faust draufschlägst. Und ich kann mir schon vorstellen, dass das unangenehm ist.
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Wenn du jemanden auf den Kopf haust, dann haust du dort auf einen soliden Schädelknochen. Das heißt, man kann auch mal probieren, gegen die Wand zu hauen. Die Wand wird ein bisschen weniger nachgeben, aber es ist auch etwas Solides, wo man dagegen haut. Und ich glaube, das macht man nicht wirklich lange freiwillig gern. das halte ich für ein sehr, sehr plausibles Argument.
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Also man muss natürlich bedenken, wir befinden uns hier im Bereich der sozialen Gewalt. Also es geht nicht darum, den anderen einfach kalt zu machen, in der Regel, weil, wenn ich das machen wollte, wir sind hier Mittelalter, ich hab irgendwo Waffen, ich hab die in der Regel auch griffbereit, wenn ich den anderen kalt machen will, dann mach ich den kalt. Ja, dann nehm ich nicht meine Fäuste dazu. Sondern dass das halt so was ist, was die meisten wahrscheinlich kennen als irgendwelche jungen Männer, die sich aufplustern und so ein bisschen, äh, die Hierarchie…
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in Frage stellen wollen, sich da auch positionieren und einfach zeigen wollen, dass sie der beste Checker vor Ort sind. Das folgt halt in der Regel gesellschaftlichen Normen. du musst bestimmte Rituale durchlaufen, dass du dann auch die Anerkennung kriegst, die du versuchst, mit diesen Sachen zu erreichen. Und wenn das einfach in der in der Kultur nicht so drin ist, dass man das überhaupt macht und dass du dann halt nicht die
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Das Ergebnis kriegst du, du dir davon erhoffst, nämlich die Anerkennung oder den Status, so was gemacht zu haben, dann ist der Anreiz, das zu tun, nicht so richtig groß. wenn sich quasi jeder verspottelt mit, ah, da bist du ja der, mit den Fäusten schlägt. Du kannst ja nicht mehr ringen. Du Lappen. Ein Argument könnte auch sein, wenn wir das Ringen als Vorbereitung sehen auf Ringen mit einer Waffe, dann wird das
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werden Faustschläge zunehmend, ich will nicht sagen sinnlos, aber bekommen eine untergeordnete Stellung, meiner Meinung nach. Denn wenn du irgendwie an der Waffe angebunden hast, dann … versuchst du ja, deinen Gegner möglichst schnell zu fixieren, die Waffe des Gegners zu fixieren und dann mit der Waffe irgendwie weiterzuarbeiten. Ja. Und dann fängst du nicht unbedingt an, loszulassen und mit Fäusten auszuschlagen.
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sondern verkürzt die Distanz und fängst an zu ringen. Und besonders im Harnisch, es ist ja noch, ich sag mal, sinnfreier, mit der Faust drauf zu hauen. Ich sag mal, das scheppert, aber sinnvoller ist es dann doch irgendwie, durch geeignete Techniken seinen Gegner am Boden zu fixieren, zum Beispiel, wie wir es in der Gladiatoria gemalt sehen. Und dann irgendwie
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sich mit einem Dolch durch die Rüstung zu pulen. Das ist vielleicht auch ein guter Punkt, auf die. Den Kontext einzugehen, also was die Leute getragen haben. Wenn man sich noch mal den Blick auf das Mittelalter werfen, aber das war auch später noch eine ganze Zeit lang so bis in die frühe Neuzeit hinein. Die Leute waren prinzipiell erst mal bewaffnet, würde man aus heutiger Sicht sagen. Wenn ich irgendwo über Land gezogen bin, dann hatte ich mein Schwert am Gürtel an der einen Seite und
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oder vielleicht auch ein Schwertbuckler. Auf der anderen Hüfte hatte ich mein Dolch hängen. Und zusätzlich zum Dolch hatte ich da meistens noch mein S-Besteck dabei, was auch aus einem oder mehreren kleineren Messer bestand. Und selbst wenn ich jetzt irgendwo war, wo ich mein Schwert nicht mit reingenommen habe, weil ich das habe ich irgendwo abgegeben am Eingang, also vielleicht in der Gaststätte oder so, wo das nicht okay war, dann hatte ich immer noch mindestens mal mein Dolch dabei, weil das war Statussymbol. Und das war was, das wollte man sich nicht nehmen lassen. Es hatte auch viel mit der
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So richtig viel machst du dann mit Feuchten auch nicht mehr, wenn der andere halt einen Dolch in der Hand hat. Dann musst du halt irgendwie dafür sorgen, dass seine Waffenhand dich nicht erreicht. Und das kriegst auch nicht so richtig gut hin, wenn du mit Schlägen arbeitest. Da hast du bessere Chancen, wenn du seine Waffenhand fixierst und von dir ableitest. Ja, das hat so ein Zwei so von mit einer Schrotflinde in die Panzerschlacht gehen. Genau. Du hast Feuchte zu einem Dolchkampf gebracht.
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Also das sollte man sich halt zur Einordnung immer so bisschen vor Augen halten. ist prinzipiell davon auszugehen, wenn ein Konflikt ausgebrochen ist und der war irgendwie bisschen ernst zu gemeint, waren Waffen irgendwo greifbar und wenn es nur das S-Messer war, mit dem ich gerade meinen Kaisel geschnitten habe oder was auch immer. Und das macht natürlich einen Unterschied, ja. Heute hat in der Regel aus, man ist in sehr schlimmen Gegenden nicht jeder eine Waffe dabei. Dementsprechend kommen
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rein unbewaffnete Konflikte halt auch vor. Also damals war es halt durchaus vorstellbar, dass der Konflikt zwar unbewaffnet gestartet hat, aber dann nicht lange so blieb. Und das hat auch einen Grund oder kann ein Punkt sein, wenn ich es halt schaffe den anderen festzusetzen, dass er mit seinen Armen nicht an seine Waffe kommt, ist es halt besser für mich, als wenn ich dem eine mitgebe, dann steht er noch und sieht dann sein Dolch und hat ihn in Hand. Also das ist halt auch ein bisschen die Spekulation an dieser Stelle. Wir sind schon in diesem Bereich.
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Driften wir langsam ab, im Ernst, bzw. Kriegsring und Ring zu Schimpf oder eben geselliges Ring. Was wir jetzt mit den Waffen schon so bisschen beschrieben haben, ist ja quasi das zu Ernst, bzw. das Kriegsring, wo es wirklich darum ging, dem anderen nachhaltig zu schaden oder am besten dafür zu sorgen, dass er dauerhaft Drohe gibt.
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Oder also zumindest das für den Moment Ruhe hat. Das konnte manchmal auch nur heißen, ihn so lange auszuschalten, bis Hilfe da war. Und. Da haben wir also beschrieben, ist es ein Kriegsring im Auswahl. Da passen dann auch die die Faustschläge wahrscheinlich dann dazu. Nee, aber es war ne Entschuldigung, nicht Auswahl Wallerstein Verzeihung. Ja, genau.
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Und ansonsten haben wir überwiegend die Quellen, in irgendeiner Form ohne Schläge auskommen und in irgendeiner Form hauptsächlich geselliges Ring beschreiben. Insbesondere der gerade von mir angesprochene Auswald, der da ein sehr schönes, von dem es ein sehr schönes Buch gibt oder von seinen Stücken ein sehr schönes
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auch mit sehr schönen Illustrationen, die auch wirklich sehr, sehr detailliert und sehr, gut gemacht sind und wo man auch durchaus mal gucken kann, wo hat wer seine Hände, wie steht der Fuß genau, denn da stecken wirklich Informationen, nützliche Informationen drin. Das ist auch nicht bei jedem Fechtbuch gegeben, dass in den Zeichnungen, in den Details wirklich nützige Informationen drinstehen. Bei ihm ist es jedoch so.
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Und das ist so typisches geselliges Ring, wobei man dann sagen muss geselliges Ring, also Sport im Mittelalter kann man nicht unbedingt mit dem vergleichen, was wir heute machen. Also geselliges Ring oder Sport hieß damals auch luxierte Ellenbögen und Gehirnerschütterung. Das war durchaus was, was dort in Kauf genommen wurde, wenn man mal aus Hüfthöhe in den Sand geschmissen wurde. Das ist aber nicht so anders zu heute, wenn du ein bisschen ambitionierter
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Ja, Okay, da gebe ich dir natürlich recht. Aber ich würde sagen, im Mittelalter oder bist du der Meinung, dass es wirklich nicht anders ist oder dass es im Mittelalter doch noch mal eine andere Qualität hatte? Das weiß ich nicht. Also das heißt, das wird immer so verkauft, dass damals ja das Weltgewalt ganz anders war. Da hat man sich halt mal verletzt, war halt so. Aber.
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je mehr ich darüber erfahre wie das Leben damals tatsächlich ablief, desto mehr kommt mir das eigentlich so vor, als wären die Leute auch nicht arg viel anders gewesen als heute. Es gab halt junge Leute, die sehr wagemutig waren, die halt für eigene Gesundheit nicht so viel, also für die das nicht so sehr im Fokus stand, wie zum Beispiel eine gute Figur zu machen in Wettkämpfen und das gibt es damals wie heute. Ich meine, wenn du dir heute Athleten anschaust, egal welcher Couleur, die Olympisch
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agieren da gibt es auch jede menge die sich heute noch ihre körper ruinieren und dann halt mit mitte ende 20 sozusagen in sportrente gehen weil sie nicht mehr weiter können und ich das würde ich also das würde ich als vergleichbar sehen zu damals eigentlich okay belegen kann ich das aber natürlich auch nicht wie unterschied sich denn das das ringen das gesellige ring vom
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Kriegsring. Damals. Also eine Kategorie von Techniken, die immer aufgeführt wird als nicht gesellig, als kampfringerisch, sind alle Arten von Brüchen. Also wer das selber noch nie gemacht hat, wenn man seinen Ellbogen streckt, na da ist er gestreckt und man kann jetzt über verschiedene Griffe den Ellbogen überstrecken. Tatsächlich ist der Ellbogen eines von den stärksten Gelenken im Körper, also das ist relativ anstrengend, den tatsächlich zu brechen, aber
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Es gibt paar, die sind da anfälliger für das gleiche kann man mit der Schulter machen. Man kann seinen Arm so einen gewissen bis zum gewissen Winkel nach hinten und nach vorne bewegen. Und wenn man den dann noch weiter bewegt, kann man entweder die Bänder abreißen oder eben das Gelenk beschädigen. Und das kann man im Stand machen. Das kann man im Boden machen, so wie man das heute im BJJ macht. Und im Wesentlichen gibt es da die Varianten, dass man das kontrolliert macht und dem Gegner sozusagen Zeit zur Aufgabe gibt.
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beziehungsweise das einfach nutzt, um zum Beispiel Würfe eins zu leiten. Da ist das auch heute in der Regel noch erlaubt in Sportarten, wo eigentlich keine Brüche an sich erlaubt sind. Oder man macht das halt mit so viel Gewicht auf so möglichst kleiner Fläche und so rückartig wie möglich, wo man es tatsächlich hinkriegen kann, wenn man an der richtigen Stelle ansetzt, dass man jemand im Stand den Arm so verdreht, dass man ihm den quasi bricht. Das sorgt dafür, dass man den Arm dann nicht mehr einsetzen kann, je nachdem wie zäh der andere ist.
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ist er dann aus dem Kampf raus oder macht hat, dann ist sein üblichen Körper teilen weiter. Und das ist zum Beispiel was, was ganz klar immer unter die nicht geselligen Techniken fällt. Die sind manchmal in den geselligen Manuskripten mit beschrieben, aber halt mit dem Zusatz Das könnte man jetzt hier machen, aber das wäre überhaupt nicht gesellig und das wäre überhaupt nicht gut. Und dann lasst das einfach am besten bleiben. Wobei man aufpassen muss mit der.
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Bezeichnung denn in den selbst in den geselligen Stücken ist oft von Brüchen die Rede also der Bruch auf das und das aber das bedeutet nicht dass man da jemanden ein Körperteil bricht sondern eine das man eine eine Technik bricht also das ist im Prinzip ein Konter gegen eine bestimmte Technik der Bruch auf das und das Stück. Genau. Ja und dann halt die Mordschläge.
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Das wären die zwei Kategorien. so, und es gibt natürlich noch… Du kannst Leute gezielt auf den Kopf werfen, sodass quasi Kopf voraus, also in Boden gerammt werden oder auch Gesicht voraus. Ich weiß es gar nicht, aber ich glaube, das steht nicht so explizit drin, dass das jetzt nicht um das gesellige Ringen fällt, aber so wie die Ringen in der Regel angelegt sind, ist das was, was nicht passiert. Also das dürfte ziemlich sicher auch zu den weniger geselligen Sachen.
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gehört haben.
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Gesellig sind aber eben dann durchaus alle Sachen, mit Würfen und Hebeln durchaus zu tun haben. durchaus gesellig mit einem hohen Unterhaltungswert sind natürlich Würfe, die über die Hüfte gezogen werden, wo der Gegner auch sehr spektakulär fliegt.
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Also wo man sich den Gegner so richtig auf die Hüfte lädt mit einem kräftigen Stoß nach oben drückt und dann nach vorne rüber zieht und der so richtig durch die Luft wirbelt. Das unterscheidet meiner Meinung nach auch nochmal das gesellige vom vom nennen wir es jetzt mal Kriegsring. Der Einfachheit halber. Die Kriegsringstücke sind deutlich effizienter, also die sind.
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Da hast du sehr wenig Sachen, irgendwie schick aussehen, sondern das ist superschnell, dass man irgendwie auf den Boden kommt, dass man irgendeinen Hebel ansetzt, dass man irgendein Gelenk blockiert. meine persönliche oder eine meiner persönlichen Lieblingsquellen ist André Liegnitzer zum Beispiel von Danzig drin. Und da sieht man das sehr schön. Der ist super effizient.
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Da hat die Techniken sehen auch gut aus, aber er ist da sehr schnell, dass er irgendwie versucht, mit einem Hebel sehr sneaky auf den Boden zu kommen. Und die konsequente Fortsetzung dieses Ringteils sind dann die Dolchstücke. Also das geht fließend ineinander über. Und da sieht man meiner Meinung nach auch die.
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das eigentliche Ziel, er mit dem Ring hin will, nämlich zum Dolch bzw. hat er dann noch Schwert und Buckler, was er beschreibt. Das ist interessant. Das heißt, du würdest Liegnitzer zu den Kampfringen zählen und nicht zu den geselligen Ringen? Da gibt es auf jeden Fall ein Stück dabei. Ich müsste mal gucken. Ich kann nebenbei mal gucken, welches es ist. Da bricht er den Arm. Also genau, es gibt auf jeden Fall eins oder noch ein anderes. Wer die Liegnitzer Stücke gemacht hat, es gibt eins wohl mit dem anderen.
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durch die Beine hinten an die Jacke greift und dann kräftig zieht. Das ist ganz schön blöd zum Fallen. Und das kann man so machen, dass man halt nicht also wenn man sozusagen parallel zum Erdboden zieht, dann fällt der andere auf den Rücken. Das ist ein bisschen unangenehm, aber das geht noch. Man kann das aber auch so ausführen, dass man den an der Jacke greift und dann mit einem kräftigen Satz aufsteht und dabei nach oben zieht. Dann fällt man quasi auf den Hinterkopf. Das ist dann schon eher ziemlich unangenehm.
32:07
Aber die meisten von den liegenden Sachen hätte ich mich eher noch dem geselligen Ringen eingeordnet. Viele von denen sind einfach auch so Ringtechniken, ich einfach so mal mache, wenn ich mit denen irgendwie so ein bisschen zum Spaß im Stand ohne ein bisschen Ringe. Das stimmt auf jeden Fall. Allerdings muss man sagen, nur weil es im geselligen Ringen eingesetzt wird, heißt das ja nicht, dass man es nicht auch im Ernst einsetzen kann. Nee, das ist richtig. Also es ist eh so, dass es die
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Also wenn man wirklich gut werfen kann ist es nicht so besonders schwierig die Würfe so abzuwandeln, dass mit dem anderen wirklich weh tut dabei. Dann muss man halt manchmal ein bisschen weiter drehen, manchmal ein bisschen weniger weiter drehen, dann landet der andere halt nicht wie man es aus dem Judo kennt, schön aus dem Rücken, sondern eben knallt mit dem Kopf volle Kanne auf die Matte. Ja und dann sieht man auch mal Sterne.
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Aber das ist vielleicht ein guter Punkt, wir fangen jetzt schon an über die Quellen zu reden, dass wir da noch mal so einen kleinen Rundumblick geben. und die älteste Quelle, die wir jetzt gerade noch gefunden haben, wo Ringen auch mit drin ist, also als Unmöbelwaffen des Ringen, jetzt im Ringen mit den Waffen, das ist ja eigentlich fast immer drin, ist die Nürnberger Handschrift, auch bekannt als MS 3227A. Die wird so auf 1389 datiert.
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Danach kommt Fiori de Libere, also quasi die italienische Schule des Langenschwerdes. Fiori hat einen sehr großen Anteil Kampfringen, sehr viele Armbrüche, auch Weiterleitung auf das Dollstück. Sehr spannend auch deshalb, weil man bei Fiori immer ein Bild zu den Techniken hat, auch didaktisch ganz gut aufbereitet im Vergleich zu den frühen Lichthennauerquellen, wo einfach nur Text drin ist. Um 1400 rum das erste, dann haben wir den Codex Wallerstein.
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der auch bekannt als Baumanns Fechtbuch, der wie erwähnt mehr in die Richtung Kampfringen geht, also auch deutlich fiesere Stücke drin hat, auch Bilder, auch deshalb ganz nett. Dann 1420 Blume des Kampfes. Und dann kommt was ganz interessantes und zwar einer der bekanntesten Ringmeister oder zumindest von dem, was wir noch an Quellen erhalten haben, einer der am meisten abgeschrieben wurde, ist der Jude Ott, der
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Das älteste Manuskript, was wir noch haben, was seine Lehren enthält, ist der Talhofer von 1448 und das heutzutage bekannteste ist wahrscheinlich der Peter von Danzig, wo eben auch besatte Stücke von Liegnitz da drin sind. Und im Endeffekt der Fabian von Aurswald, der kommt dann 1539 und der ist eben ganz schön, weil er auch zu jeder Technik eine Zeichnung hat und Aurswald basierte im Endeffekt aber auch sehr stark auf den Ringen.
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von Ott. Also die Texte sind teilweise übernommen und das ist, wenn man so möchte, so bisschen eine Illustration und eine Weiterführung von den von den Ott Sachen. und noch mal Ott, das erste was wir von ihm haben ist 1448 aus Wald 1539. Das heißt, das sind auch schon 100 Jahre dazwischen, wo sich diese Ringschule auch weitergetragen hat, so wie sich dann die Lichtnauer Stücke quasi immer noch, also das quasi Joachim Meyer 1570 immer noch drauf Bezug nimmt.
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Meier natürlich auch, unbewaffnete Ringe mit drin, Dolch und so weiter. Und wenn wir ein bisschen weiter nach hinten gehen, haben wir noch ganz interessantes Manuskript von Nicolas Peter, dann schon von 1674. Das ist ein niederländisches Manuskript mit dem wunderbaren Titel Wurschl Kunst. die Wurschl Kunst. beschreib doch nochmal, wie dein Eindruck war, als du dir die Bilder angeschaut hast.
35:51
Ja, ich musste sofort an WWE Wrestling, also das, was wir von ich weiß gar nicht, wo es jetzt läuft auf einschlägigen Kanälen, sowas wie DMAX oder ja, wo es dann zu fortgeschrittener Stunde das klassische Wrestling, was wir aus Amerika kennen, also mit Hulk Hogan und Konsorten.
36:20
kennen, daran musste ich sehr stark denken, als ich dieses Manuskript hier aufmachte. Die Leute fliegen auch so episch durch die Gegend. Sie haben wunderbare Kostüme an, die dem da in nichts nachstehen. Und auch die Gesichtsausdrücke sind sehr, wie soll ich sagen, showlastig. Und dann ziehen sie sich hier noch an den Haaren. dann, also das sieht richtig, richtig gut aus.
36:48
Wenn man darauf steht, ist auf jeden Fall eine Empfehlung hier.
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Ganz interessant ist vielleicht noch dieses moderne Show Wrestling, leitet sich aus dem sogenannten Catch Wrestling, aber auch bekannt als Catch as Catch Can. Das ist ein System aus Mitte des 19. Jahrhunderts, also das Aufgabe-Ringen, wo man den Gegner in Hebel hält und ihn dann quasi zur Aufgabe zwingt. wenn man weit genug zurückgeht, das ist eigentlich das Spannende am Ringen. Findet also das Ringen ist im Gegensatz zu den waffenbasierten Kampfkünsten.
37:24
nicht so richtig ausgestorben, sondern das wurde halt immer weitergefügt. Der Kontext hat sich geändert, was man erreichen wollte, die Regeln haben sich natürlich geändert, aber im Endeffekt haben wir heute immer noch Olympisches Ringen zum Beispiel und eine der beiden Kategorien, die eine ist Freistift und die andere heißt ja griechisch-römisches Ringen, weil man sich da auf die Ringregeln in der Antike quasi bezieht, das griechisch-römische. Das ist natürlich auch eine moderne Sportart mit modernen Regeln, ganz klar, aber
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Ja da im gegensatz zu anderen hemerbereichen haben wir halt was wo man sagen kann ja das wird heute noch gemacht abgewandelt form zwar in der form die jetzt nicht so ganz direkt zu den historischen geschichten passt aber das ringen gibt es noch im gegensatz zum beispiel zum langen schwert als fechtweise mir fällt auch gerade auf du hast natürlich eine essentielle quelle vergessen und zwar den schwaben spiegel sagt er dir was also hast du den
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vorher schon gekannt war der schwabenspiegel nicht dieses rechts buch oder wechsel ich das grad mit dem sachsen spiegel also der sachsen spiegel ist ein buch wo auch recht also so eine rechts buch aber der schwabenspiegel so wie ich das hier sehe hat ist ein ein fechtbuch wo auch sehr viele stücke und
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überwiegend von einem Herrn Hugo Wittenwiller zusammengetragen wurden. Also es wird hier angegeben, es die ca. 1462 bzw. 1493 sind die Sachen entstanden und dann wurde es anscheinend in den 1430ern zu einem Manuskript zusammengestellt. Aber hat dir das vorher was gesagt? Konntest du damit was anfangen? Nee.
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Ich habe das wäre vielleicht auch noch ganz spannend mit welchen Ringen wir uns beschäftigt haben. Also ich habe natürlich die aus dem dann sich durchgemacht, das heißt die von Liegnitzer und Ort, dass da haben uns relativ lange mit beschäftigt und dann natürlich auch mit ausmalt, weil ich gesagt, dass es ehe stark an Ort angelehnt, wenn nicht gar ein Abschrieb von Ort. Und natürlich das, was in den Schwerteilen drin statt auch wiederum entdann sich. Das ist so im Grunde der Fokus, den ich gehabt habe bisher. Wie ist es dir?
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Wir haben mit Auswahl angefangen und ich habe mich da immer ein bisschen schwer getan. Also das Fächtebuch an sich ist zwar großartig und die Sachen sind gut beschrieben, aber sein Fäch sein, sein Ring, ja, man kann es auch Fechten. Hat für mich nie so richtig funktioniert. Also so jemanden auf die Hüfte laden und durch die Gegend schmeißen. Und in unserem Verein war es auch so, dass die, am Ring teilgenommen haben, immer.
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Doppelt so groß und doppelt so schwer waren wie ich. Das hat alles für mich nicht so gepasst. Dabei bist du jetzt auch nicht 1,50 groß. Nee, das ist richtig. Mit 1,80 und 80 Kilo bin ich jetzt auch keine zarte Erscheinung. Aber es gibt dann eben Leute, die legen noch 10 bis 20 Zentimeter drauf und entsprechend auch 10 bis 20 Kilo dann noch mal. Das ist dann schon noch mal eine andere Welt. Und bei den Stücken von
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auswahl das also wenn dann auch einer irgendwie durch auf dich drauf fällt weil du ihn eben nicht so richtig bewegen konntest wie du das eigentlich hätte solltest
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hätte tun soll hätte es tun sollen so rum ja das ist das ist dann schon echt unangenehm und es es begab sich dass ein einer aus meinem verein gerne irgendwie dolch machen wollte und habe ich mir die dolchstücke von lignitzer durchgelesen und festgestellt das kann es jetzt nicht sein diese acht stücke da und hier macht den sparen
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Und dann bin ich einfach noch eine Seite zurückgegangen und auf seinen Ringen gestoßen. Das kannte ich auch ein bisschen, denn wir haben es in Göteborg. War das stark darauf basierend, was wir dort trainiert haben. Und als ich mir die Stücke durchgelesen habe und die dann so bisschen nachvollzogen habe, dann hat das sehr viel Sinn für mich ergeben, denn sein Dolchen
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Basiert im Prinzip auf dem auf dem Ring. Also das Ring ist die Grundlage und beim Dolphi beschreibt er dann im Endeffekt nur noch, wie man den bestimmte Durchangriffe abwehrt und alles was was dann daraus folgt, sind im Prinzip die Ringstücke. Und da habe ich gemerkt, ja, das funktioniert auch, wenn der Gegner ein bisschen größer ist, wenn der Gegner ein bisschen schwerer ist. Die Hebel sind teilweise ein bisschen fieser, aber wenn du klein bist, musst du halt fies sein. Und
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Da haben auch bestimmte Hebel und auch also ich meine, es sind ja Würfe drin, aber die die funktionieren auch sehr schön und. Wie ich vorhin beschrieben habe, ist es ein bisschen mehr Straightforward, dass man irgendwie versucht, seinen Gegner zu Boden zu bringen. Und das ist meine meine absolute eine meiner absoluten Lieblingsquellen. Liegnitzer, Ringen und Dolchen. Und würde sagen, also auch mein alles, was ich so an.
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an Ringen mache, basiert hauptsächlich auf dem auf dem Lignitzischen Ring. Also das würde ich tatsächlich auch sagen, dass die Lignitzestücke, wenn man den dann sich zur Hand haben sollte, die einfachen sind gerade für den Einstieg zum einen sind es wenige und sind bisschen klarer beschrieben als die von Ott und ja, auch die Teilstücke sind sind ganz nett. Es ist halt einfach übersichtlicher, das alles im Kopf zu behalten. Aber du gerade sagst, es sind wenige. Das war übrigens auch der Grund, weswegen ich
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als mein Sportfreund aus dem Verein auf mich zugekommen ist, dass er Dolch machen möchte. Deswegen ich mich für die Liegnitzer Quelle entschieden habe, weil es nur acht Stück sind und ich sehr pragmatisch bin bei so was. Das kann ruhig weniger komplex gehalten sein. Ich würde jetzt so einen Dreiklang vorschlagen und zwar wir gucken uns ein bisschen an, wie das denn heute gehandhabt wird mit dem Ringen.
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Dann überlegen wir uns, ob da Sinnvolles wie es heute gerade ist oder ob es da einen besseren Zustand gibt. Und danach können wir dann wahrscheinlich noch ein paar Tipps geben, wie man heute denn ins Ringen einsteckt, wenn man das möchte. Dann fangen wir mal an. Genau. Also wir haben es am Anfang so bisschen angerissen. Heute Ringen in die Szene. Ich sag mal, ich.
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Wüsste jetzt kein Verein in Deutschland deren eigene Einheit nur fürs Ringen hat vielleicht gibt es ein oder zwei auf jeden Fall nichts verbreitetes das ist doch erstmal nicht schlimm weil die meisten wollen ja was mit der Waffe machen bei ihm wenn ich Ringen wollte um das Ringen zu willen könnte ich ja auch zum Beispiel judo machen oder kriege ich römisches Ringen Was ist dann dein Eindruck wie viel Vereine machen denn zumindest sowas wie wir machen mal irgendwie
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Wochen im Jahr immer so ein bisschen unbewaffnet deswegen hast du den einung das machen irgendwie mehr oder weniger vereine und das machen weniger vereine also ich würde mich schwer damit tun auf eine hand voll zu kommen und wir sind immerhin in deutschland also allein im ddhf sind wir über 50 mitgliedsvereine und die die dunkelziffer an hemerverein ist ja noch oder gruppen
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die jetzt vielleicht noch nicht mal irgendwie eine richtige Struktur haben. Ist ja viel, viel höher. Das ist ein verschwindend geringer Teil, würde ich sagen. Ja, das ist durchaus auch mein Eindruck. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass das schon auch ein bisschen mehr im Kommen ist, so die letzten drei, vier Jahre. Also dass es auch mehr gemacht wird. Corona hat im besten jetzt natürlich wieder einen harten Riegel vorgeschoben. Das muss natürlich dazusagen. Aber so bis.
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Da vornehin hatte ich schon immer mal wieder den Eindruck, dass wir vereinigt das vorher gar nicht gemacht haben. Irgendwann dann halt ankamen mit A. Wir haben jetzt übrigens auch mal bei uns ein bisschen Ringen gemacht und er hat es eigentlich schon ganz cool. Das macht ja eigentlich schon auch Spaß. Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich habe beim Tier-HFD 2018 einen Workshop zum Ringen gehalten. Genau, warst du sogar mein Kursteilnehmer und
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Da habe ich dann auch durchweg Feedback bekommen, dass es allen super Spaß gemacht hat, dass sie sich das irgendwie viel schlimmer vorgestellt haben und dass sie das jetzt auch irgendwie gerne implementieren wollen. Aber was da draus geworden ist, ich meine, ich habe es jetzt auch nicht aktiv verfolgt, muss ich zugeben. Mit Leuten, mit denen ich in Kontakt stehe, frage ich ab und zu mal nach. Aber zumeist kriege ich dann als Antwort, dass es dann schon so bisschen in Vergessenheit geraten ist und man sich dann
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in der Trainingszeit schon sehr auf die bewaffneten Sachen konzentrieren möchte. Also ich würde es auch an einem Gathering ablesen. ich habe jetzt, dass ich überleg, ich glaube, zwei oder drei Gatherings unterrichtet und ich habe da immer was mit dem Ring gemacht, im Ring, am Schwert, weil ich mir dachte, so Schwert ohne Ringen, das.
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macht ja eh jeder und da gibt es eh schon 100 Workshops, machst mal was, was nicht so viel angeboten wird, wo sich auch nicht so viele Leute auskennen und da war schon immer eher mäßige Beteiligung. Das kann natürlich auch daran liegen, dass die Leute entweder mich oder meinen Beschreibungstext nicht so interessant fanden, aber das war schon eher zurückhaltend, gerade wenn das mit den Schwert-Workshops vergleicht, die sind ja eher aus allen Nähten geplatzt, aber auch mit den anderen Waffen war das schon eine der eher unbeliebtesten Workshops, die du machen konntest.
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Ja, interessanterweise oder ich weiß nicht, woran es konkret lag beim THFD. Da war es ziemlich voll geworden sogar. Das kann natürlich an der Aufteilung gelegen haben, dass da nicht so viele Workshops parallel gelaufen sind.
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Aber im Großen und Ganzen habe ich auch den Eindruck, so wie du es gerade vom Gathering beschrieben hast, dass die reinen Ring-Workshops da ein bisschen unterbesetzt sind. Wobei es auch das Gleiche war wie bei dir. Die Leute waren da, die waren bis zum Ende da und zumindest das Feedback war positiv hinterher. Also ich mir immer nicht sicher, was die Leute erwarten, dass da passiert. Aber ist das denn gut so? Also ist das
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Passt das, dass das irgendwie keiner macht? Wir ja eigentlich schon finden, dass das ganz wichtig ist und die die Quellen auffinden, dass das eigentlich ganz wichtig ist. Das müsste eigentlich mehr gemacht werden. Und jetzt, wo du gerade gesagt hast, du weißt nicht, was die Leute denken, was da passiert in den Workshops. Ich glaube, das könnte so ein grundlegendes Ding auch fürs Ringen sein, dass man der Meinung ist.
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da keinen richtigen Zugang zu finden. Du hast vielleicht keinen im Verein, der sich so damit auskennt und dass man irgendwie die Befürchtung hat. Keine Ahnung, dass man sich alle Gelenke verdreht oder dass es super intensiv ist, dass man vielleicht auch keinen Bock hat auf die Distanz. Das muss man auch sagen. Du bist dann die ganze Zeit deutlich näher an deinem Trainingspartner dran. Und. Ja.
49:14
wenn wenn der den das das nicht so mag ist es natürlich ein Punkt der dich davon abhält. Dazu kann ich einwerfen Körperkontakt vor allem über eine längere Zeit stützt Endorphine aus solange nicht komplett dem ganzen abgeneigt seid und sagt Oh Gott Oh Gott ich möchte das hier nicht wird nach einer Zeit Endorphine ausgeschüttet. Das ist einer der Gründe warum das so bisschen süchtig macht wenn man das regelmäßig macht.
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In einer wir leben ja eh in der kultur wo das nicht so üblich ist die ganze zeit körperkontakt zu leuten zu haben das ist vielleicht auch dann eine positive überraschung für so manchen wenn die das mal ein bisschen regelmäßiger gemacht haben dass sie da einfach merken irgendwie habe ich voll das gute gefühl hinterher bevoll zufrieden kann und um schon auch einfach daran liegen dass ordentlich endorphine ausgeschüttet also das wäre jetzt zum beispiel ein argument pro ringen pro körperkontakt auch zu großen
50:12
schwer also es passiert ja genauso bei großen schweren trainingspartnern wie bei kleinen leichten der kuschelfaktor des rings ist da nicht zu unterschätzen also genau ich würde noch ein zwei argument ins rennen schicken das eine ist wir wissen ja aus den waffen dass es relevant ist schrinken zu können weil man ist halt irgendwann mal in der ringen distanz und dann sollte man halt wissen was passiert und für mich war es auch immer das ziel für
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die trainieren denn bei uns dass wenn die in der ring situation sind dass dann nicht das passiert was man häufig sieht so dieses einfrieren o gott was mache ich jetzt sondern dass es für die überhaupt kein stress ist ja dass sie überhaupt nicht einfrieren sondern als sie einfach locker flachig weitermachen wenn sie noch eine waffe haben nutzen sie die wenn sie keine waffen wir haben auch egal dann gehen sie halt zu uns ringen und wenn dann einer von beiden fällt oder beide fallen und beide liegen am boden auch dann nicht so ein gottes weiß ich überhaupt nicht was ich machen muss und dass sie einfach weitermachen
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So lange sie sich halt noch wehren können. So bisschen dieser Gedanke, ich hab den Kampf ja noch nicht verloren, dann mach ich also mal weiter und halte halt nicht inne. Und das kann man jetzt sehr gut beobachten bei Leuten, die das halt nicht so machen, sobald das in irgendeine Ring-Situation kommt, ist jetzt so eine Pause drin, wo sie nicht weiter wissen und das kannst du halt gnadenlos gegen die ausnutzen. ich meine, wenn ich das aus der Brille einer Kampfkunst betrachte,
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Sollte ich ja möglichst keine eklatanten lücken haben die jemand gegen mich ausnutzen kann sondern ich sollte ja alles zumindest ganz gut können und dann halt vielleicht noch ein paar Wie sagt man noch ein paar spezialitäten haben nicht besonders gut kann Aber also mir würde das als kampfkünstler nicht reichen wenn ich sag ich habe eine distanz von dreien dies im schwertkampf gibt komplett ignoriert Ja, es gibt das zu fechten den krieg und das ringen das bringen ignoriere ich halt komplett
51:58
ein Drittel weglassen. gut, ist nicht ein Drittel von der Relevanz, das ist zufällig natürlich wichtiger, weil wenn ich abgestochen werde, bevor ich näher dran bin, habe ich auch nichts davon, dass ich ein guter Ringer bin. Aber das ist so ein relevanter Teil in den Quellen, sollte man auf jeden Fall machen. So, das war das eine Argument. Und das zweite, was ich noch anbringen möchte, die waffenbasierten Sachen sind so was, das ist ganz cool zu machen und das macht auch Spaß, aber
52:28
Der Nutzen im Alltag ist relativ begrenzt von dem generell nicht Treibhalsport abgesehen. Wenn ich aber ringe, dann lerne ich auch zwangsläufig zu fallen. Beziehungsweise es wäre gut, wenn man einem das jemand beibringt. Und das ist halt was, das bringt mir ständig was. Also irgendwie der Boden ist rutschig, ich rutsche weg, falle. Ich weiß aber wie ich falle, weil ich schon hunderte Male gefallen bin und weiß, worauf ich achten muss und ich habe mir das antrainiert. Und da tue ich mir halt nicht weh und stehe auf und laufe weiter. Also…
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Das würde ich echt nicht unterschätzen. Auch vielleicht so dieses, man ist ja dann gewöhnt mit Leuten eingreifen und auch wenn man tatsächlich mal in irgendeine Auseinandersetzung kommt und eingreift jemand, ist das halt auch so Moment, wenn ich kein Training habe, dann friere ich halt ein und weiß nicht, was ich machen soll. Und wenn ich jetzt eh die ganze Zeit ringe, dann löse ich mich halt aus dem Griff und sage, Kollege, Finger weg und geh dann meiner Wege. dann, das sind halt Sachen, die tatsächlich mal vorkommen können, die für einen relevant sind. Was, ja also…
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und wenn jemand in der Selbstverteidigung werde ich das nicht bebeihaben. Und ja, vor allen Dingen auch der gesundheitliche Aspekt der Körperhaltung. Durch das Ringen, finde ich, stärkt man Muskelgruppen auch noch mal in einer anderen Weise. Man bekommt, wie ich es eingangs schon erwähnt hatte, ein sehr gutes Gefühl für seinen Körper generell. Und …
53:55
Das trägt auch einfach zu einem besseren Auftreten an sich bei. Was mir jetzt noch eingefallen ist, als du sagtest, dass man ja quasi ein Drittel der Kunst weglässt. Es ist ja nicht nur so, das einen reinen Kunst Aspekt hat, sondern es ist auch für die, die sagen, die Kunst ja gut.
54:24
Aber Wettbewerbe sind mir dann irgendwie doch wichtiger.
54:30
Das Ringen am Schwert, wir jetzt mal beim langen Schwert bleiben, natürlich was, womit man punkten kann. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Einmal, so wie du es beschrieben hast, weil mein Gegenüber vielleicht, wenn wir die Distanz verkürzen, in so einen Freeze kommt und nicht mehr weiß, was er machen soll oder sieht. Und zum anderen oder daraus resultierend habe ich natürlich dadurch eine Überraschungssituation. Also wenn ich plötzlich ins Ringen gehe,
55:00
kann ich die Situation für mich wenden, entscheiden und habe dann plötzlich eine Dominanz. Und einen Vorteil, ich dann ausspielen kann. wenn man sich jetzt Fächter anguckt, wie zum Beispiel Art of Pharma, der auch auf internationalen Turnieren da sich nicht davor scheut, mal plötzlich einen Double-Leg-Take-Down zu machen.
55:29
Da sieht man auch, dass man damit enorm erfolgreich sein kann. Ich erinnere mich ans Dürer-Turnier als ungünstigerweise war das einer von den Schwabenfedern, der einem von Schwertspiel in jeder Runde das Schwert außer Hand genommen hat, quasi entwaffnet und dann seinem eigenen Schwert zugeschlagen hat. Also, man hat dann schon einen gewissen
55:58
Vorteil dadurch. Das stimmt, allerdings hängt das natürlich vom Regelwerk ab. Es gibt viele Regelwerke, die so aufgebaut sind, dass sie das Ringen deutlich mehr behindern als es zu fördern. gerade wenn du zum Beispiel keine Nachschlagsregelungen hast und sofort nach dem ersten Berühren abbrichst, hast du ja gar nicht die Gelegenheit tatsächlich im Ringen irgendwas zu machen. Also du brauchst halt schon ein paar Sekunden, um dich vom Eingang ins Ringen in eine gute Position vorzuarbeiten, aus der man dann auswerfen kann. Und wenn das sowas ist, wo das immer nach drei Sekunden abgebrochen wird, dann
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wird’s schwierig, da muss man schon sehr viel besser sein als der andere, dass man dann direkt in der Situation ist oder halt sehr mit Exklusivität arbeiten. ich meine, wir zum Beispiel versuchen ja mit dem Symphonie auf Stil Regelwerk da ein bisschen gegenzuarbeiten, dass das auch bewusst Raum lässt, tatsächlich seine Ringfähigkeit dann zu zeigen oder diese Stärke, wenn man sie dann hat, auszuspielen. Aber auch aus dem Grund, dass es halt viele nicht machen und deshalb auch nicht so interessant finden oder gut finden.
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gibt’s da durchaus auch den Gegendrend, dass mit den Regelwerken weitestgehend rauszukürzen. Ich wollte dich gerade fragen, ob du da ein gutes Turnier oder ein gutes Regelwerk kennst, was du empfehlen kannst, wo jeder deutsche Hämmerfechter mal hin teilgenommen haben sollte, um mal so ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das ist mit dem mit dem Ring beim Turnier. Also.
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Wir planen aktuell das Turnier Ende Februar stattfinden zu lassen. wir natürlich wie üblich nicht, ob das zu dem Zeitpunkt tatsächlich möglich ist oder nicht. zum jetzigen Zeitpunkt ist der Plan. Also planen wir damit, dass es stattfindet mit dem Regelwerk, was wir die letzten zwei Mal auch schon hatten. Müssen wir dann einfach schauen, ob das hinhaut oder nicht. Aber das Hauptding, was du brauchst, ist Zeit und dass nicht jede Berührung als Treffer gezählt wird.
57:53
weil das kann schon mal passieren, dass der andere dich mit der Fläche am Oberarm schabt, während du ihm gerade das Schwert wegnimmst oder das Bein wegziehst. Wenn das aber halt gleich zum Stopf führt, dann hast du halt wenig Chance, das zu entfalten. diese Unterscheidung zwischen war das eine Berührung oder war das wirklich ein Treffer? Die ist ganz wichtig. Plus eben den Leuten auch Zeit lassen, wirklich auch sich vorzuarbeiten. Einfach einfach deshalb, weil das mit den ganzen Ausrüstungen, die man anhat, wird das nicht einfacher, sondern schwieriger.
58:20
Und dann braucht man halt einen Moment mehr, bis man seine Handschuhe am Gegner richtig vorbei sortiert hat. Nachdem wir jetzt die Fechtschuhe gecancelt haben, dann gehen wir jetzt einfach fließend zur Symphony of Steel über. Genau. Und machen das hier zur Dauer Werbesendung für die Symphony of Steel. Aber dann muss ich aber im nächsten Mal wirklich nochmal nachfragen, was der genaue Termin war, den wir festgelegt haben.
58:50
Okay, wo sind wir jetzt gerade im Dreiklang? Wir haben gesagt, das, wie es aktuell in der Szene ist, das Ringen, dass es stark unterrepräsentiert ist und warum das nicht gut ist. Und wir haben gesagt, weswegen es wichtig ist, dass, weswegen es früher wichtig war und heute auch wichtig ist, zu ringen.
59:16
Und jetzt kommt noch der dritte Teil, oder? Genau wie man es heute macht. Wobei ich würde kurz noch mal kurz an dem Selbstverteidigungs Aspekt anschließen, weil das ist wirklich was ganz, ganz unterschätztes. Wenn man sich Selbstverteidigungskurse anschaut, vielleicht jetzt auch speziell welche für Frauen, dann sind die zum großen Teil ziemliche Moves, weil das Problem generell ist natürlich, dass du dir keine Reflexe antrainierst, wenn du mal ein Wochenende was machst. Das ist erst mal generell so.
59:46
Und da wir ja auch in einer Kultur leben, wo die Leute in der Regel nicht bewaffnet sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man unbewaffnete Konflikte gerät. wenn ich jetzt gerade die Situation nehme, mich packt zum Beispiel jemand ans Handgelenk und möchte mich irgendwo hin zerren und ich möchte das nicht. Das ist auch ein Experiment, was ich meistens mache, wenn wir ins Ringen kommen, einfach um den Leuten den Nutzen davon zu demonstrieren. Und du greifst ja einfach mit einer oder beiden Händen am Handgelenk, das kannst du auch mit Männern machen, auch mit kräftigen Männern und sagst einfach mal, hey,
01:00:13
Ohne mich jetzt irgendwie zu schlagen oder sonst irgendwas zu machen, winde dich doch einfach mal aus meinem Griff raus. Und während man das macht, läuft man selber so bisschen nach hinten, das Zug drauf ist und der andere soll sich rausfinden. Das, die Leute alle machen, ist erst mal, dass sie sich nach hinten lehnen und versuchen, die Hand nach hinten rauszuziehen. Und das funktioniert nicht. Also wenn du jemanden hast, einigermaßen okay Griffkraft hat, kommt man auf die Art und Weise da nicht raus. Und…
01:00:39
Das ist ganz schön anstrengend für die, einen selber nicht. Wenn ich das mache mit Leuten, ich kann das fünf Minuten machen, kein Problem. Und die sind halt nach den fünf Minuten am Keuchen und am Schnaufen, weil die halt so rumgewaltet haben und nicht aus dem Griff rausgekommen sind. Und du siehst den Leuten auch an, wie sie dann vom Moment zu Moment gestresster werden, weil sie halt nicht rauskommen. Und das ist ja in einer sicheren Umgebung. Das ist ja im Training, wo die Leute halt nicht irgendwie Gefahr laufen, dass tatsächlich was passiert. Und wenn du jetzt aber Ringen machst, dann ist das eine…
01:01:07
eine der Situation die die ganze Zeit hast, dass Leute dich halt greifen an allen möglichen Körperstellen, Handgelenke, wo auch immer und du übst das die ganze Zeit mit, dass du dich einfach aus diesen Sachen rauswindest und dann hast du das tausende Male gemacht und wenn dich dann jemand im echten Leben an Hand greift und irgendwo hinziehen will, dann machst du völlig automatisch windest dich aus dem ganzen raus und gehst deiner Wege und das ist halt echt ein nicht zu unterschätzender Aspekt, dass wenn man’s, dass das wirklich was ist, was man auch mal
01:01:36
wenn es dumm läuft, anwenden kann. Bei unsittlichen Berührungen. Genau. Ja, genau. Und dann war es ein bisschen die Frage. Also falls wir euch jetzt überzeugen konnten davon, dass Ringen doch irgendwie ganz coole Sache ist, gibt es vielleicht noch die eine oder andere Hürde, das tatsächlich im eigenen Training umzusetzen. Ich würde es etwas anders formulieren. Also da wir euch ja jetzt überzeugen konnten, dass Ringen essentiell ist und ihr.
01:02:04
morgen wahrscheinlich damit am liebsten anfangen möchtet. Geben wir euch jetzt noch praktische Tipps für die Implementation des Ringens in euer HEMA Training. Man muss dazu sagen, wir lassen jetzt Corona so ein bisschen außer Acht. Das ist jetzt natürlich gerade ein Faktor, der es nicht gerade begünstigt. Aber wir machen ja hier nicht nur was für der Stelle Konsum, der dann in der Woche veraltet, sondern wir arbeiten ja in unserem großen Meisterwerk, das auch in fünf Jahren noch gut führbar ist. Und bis dahin ist das sicher wieder brandaktuell.
01:02:35
Genau, das heißt, wir geben nur generelle Tipps zum Ringen, jetzt für die ganz spezielle Situation. Was ist für dich, wenn du es jetzt mal runterbringen, brechen müsstest, der essentielle Punkt beim Ringen? Was ist für dich das Wichtigste? Der Kern? Du meinst, dass die Leute bereit sind, das mitzumachen? Zum Beispiel. Also wenn oder anders gefragt ist, dass die Leute überhaupt die Bereitschaft haben.
01:03:05
Für dich der essenzielle Punkt beim Ring, dass man es erfolgreich umsetzt.
01:03:11
Bereitschaft ist so eine Sache, also dadurch, wir im Training normalerweise eh mehr ringen als die Durchschnitts-Hema-Gruppe, würde ich mal vermuten, wird das relativ schnell offensichtlich, dass es gar nicht mal so günstig ist, wenn man nicht weiß, wie man sich da verhält, weil man dann ständig das Schwert nicht mehr in Hand hat oder auf dem Boden liegt oder sonst was. Das heißt, es gibt so ein gewisses Level an Grundmotivation, was bei uns zum Beispiel vorhanden ist, was jetzt vielleicht in anderen Vereinen nicht da ist. Da hilft es natürlich mit anderen Leuten aus anderen Vereinen zu fechten, gerade auch welchen, die
01:03:41
Vielleicht ein bisschen mehr Regen machen das hilft einem immer dabei die eigenen Schwächen da so ein bisschen festzustellen das kann man auch mal so direkt sagen und sagen hey Ihr Schwabenfehler und ich habe gehört ihr macht irgendwie mehr Regen können wir mal so ein bisschen miteinander langschwert wechseln zum Beispiel und das war irgendwie bisschen mehr ins Regen gehen ich würde das gerne mal spüren wie sich das anfühlt und das kann man vielleicht so als kleinen motivator mal machen dass ich bin mir sicher sind die leute uns auch gerne dazu bereit das kann ich mir vorstellen und
01:04:10
Was dann so bisschen das Problem ist oder die Hemmschwelle bei den Leuten selber ist, dass man, wenn man ringt, fällt. Das ist das, wo die Leute eigentlich am meisten Angst davor haben. Also das mit den körperlichen Berührungen ist natürlich auch so bisschen so eine Sache. Aber auf der anderen Seite, das ist irgendwie die erste halbe Stunde so. Und dann ist man auch mit anderen Dingen mental beschäftigt. Dann geht das normalerweise schon. Aber das Fallen ist was, was Leuten natürlich das länger Probleme bereitet. Und das muss ein Mann in Griff kriegen. Also dass die Leute
01:04:38
nicht total in panik verfallen dass er fallen könnten und dass die übung so aufgebaut sind dass man wenn man fällt auf eine also dass das dem niveau der teilnehmer angepasst ist und sich da keiner dabei wehtut also so ein bisschen unangenehm zwicken ok aber das hat nicht die leute tatsächlich dann immer noch angst davor haben müssen hat eben so ein paar mal gemacht haben weil es geht letztendlich darum die leute an die situation zu gewöhnen ja der stress kommt in diesem fall von von dem fallen oder von dem gedanken was alles passieren kann beim fallen
01:05:07
Und das muss man ihnen nehmen. Da muss man sehr langsam ranführen. Das muss für sie eine möglichst angenehme Art und Weise eine auch eine möglichst angenehme Art und Weise passieren. Das ist das würde ich so unterschreiben. Das ist auch der Punkt, der wo ich früher die größten Bedenken hatte. Irgendwie fallen und es gibt ja klassische Weise dann eben Fallschule, wo man das übt. Und aber irgendwie bin ich damit immer nicht so richtig warm geworden.
01:05:37
Und ich habe mir dann für den. Für das Ring, was ich mal eine Zeit lang bei uns im Verein gegeben habe, überlegt, wie man da rangehen kann. Und da war meine Idee. Okay, fangen wir nicht von oben an und lassen uns auf den Boden fallen, sondern fangen wir in Endposition an und stehen auf. Und das macht man. Man legt sich hin.
01:06:06
Und als erstes rollt man sich einfach ein bisschen über den Boden mit dem nach links und nach rechts und arbeitet mit seinen Bauchmuskeln, sodass man überhaupt erst mal ein generelles Gefühl bekommt, wie sich das anfühlt, über Körperteile drüber zu rollen und wie man seine wo man seine seine Körperteile hinstecken kann, damit das möglichst angenehm ist. Oder sagen wir so am wenigsten unangenehm ist und.
01:06:34
wie man seine Muskeln anspannt und so weiter und so fort. dann baut man das sukzessive auf, dann geht man aus dem Liegen so ein bisschen ins Sitzen und wieder zurück. Und dann dann rollt man sozusagen kein Ahnung, so bisschen über den runden Rücken oder über den Bauch, über die Seite und schaukelt sich da so ein bisschen hin und her und bekommt da immer ganz dosiert mit.
01:07:01
Wie muss ich meine Hand halten? Wie muss ich meinen Arm halten? Über welchen Muskel kann ich rollen? Wie tut das scheiße weh, wenn ich da drüber rolle? Und das Ganze kann man dann sehr leicht steigern. Also es dauert keine zehn Minuten. Dann steht man und lässt sich wieder hinfallen. Und dann merkt man, was man macht, ganz automatisch. Man macht sich erst mal klein. Das heißt, aus dem Stehen die allerwenigsten sagen jetzt.
01:07:30
springe ich hoch und lasse mich runterfallen und knallen mit meiner Hüfte auf den Beton. Man versucht erst mal die Distanz so weit wie möglich safe zu verkürzen und sich dann irgendwie abzurollen. Das ist natürlich manchmal nicht möglich, weil man geworfen wird. Aber für eine erste Herangehensweise ist das eine super Sache, weil man dann auch diesen Reflex aufbaut, immer möglichst
01:07:59
nah am Boden zu arbeiten und sich auch immer irgendwie schnell nach unten zu bewegen. Also gezielt schnell nach unten und dann irgendwie sauber abzurollen. Und das hat bei allen super gut funktioniert. Wie gesagt, das dauert keine zehn Minuten. Dann hat man auch eine komplett unerfahrene Gruppe dazu gebracht, einmal aus dem Stehen sich auf den Boden fallen zu lassen. jetzt also ich rede von einem harten Hallenboden. Der Feder zwar ein bisschen ist jetzt nicht so krass wie Beton, aber
01:08:29
ist nichts, wo die meisten unerfahrenen jetzt sagen würden, ja klar, kein Problem mache ich, wenn ich da sage, ja, lass dich, roll dich mal ab, Ja, das ist jeden Fall eine sehr gute Art und Weise. Also generell halt möglichst tief am Boden anfangen. Also man kann zum Beispiel auch frei ringen. Wenn man halt einfach auf den Knien anfängt, dann wirft man sich auch um. Ja, aber dann gibt man halt im Wesentlichen zur Seite. Und gerade so was wie Hüftwürfe, die sind sehr einschüchternd, weil man da wirklich mit beiden Beinen durch die Luft segelt.
01:08:58
Aber man kann ja auch würfel machen wo man im wesentlichen steht und dann aus dem stehen auf den hindern gesetzt wird ja das sind auch eher welche die halt anfängerfreundlicher sind und Das was du beschrieben hast kann man auch noch weiter treiben wenn man zum beispiel tatsächlich in würfel geht sagen wir mal wir machen einen singel leg takedown also einen takedown wo ich das bein also ein bein meines partners greife Ich kann das auch am anfang so machen dass ich das bein so nehme wie es für den wirf brauchen würde aber dann mache ich nicht den wirf selber sondern der partner also der geworfen
01:09:27
lässt sich dann selbstständig fallen, dass er sich gewöhnt, aus dieser Position quasi draus zu fallen. Und dann, wenn er das ein paar Mal gemacht hat und dann Daumen hoch gibt, dann mache ich ganz locker den, gebe ich ihm so bisschen Schwung mit. Ja, dass man halt das auch ein bisschen von der Energie steigert, ganz locker, ganz gemütlich am Anfang. Man tippt nur den anderen so ein bisschen an, aber eigentlich macht er den großen Bewegung. Und dann mit der Zeit kommt man an den Punkt, wo man selbst wirklich die Würfe auch anstößt und auch kontrolliert und auch die Energie reingibt und der andere aber halt.
01:09:56
an den Punkt schon gekommen ist mit den Übungen vorher, dass er weiß, okay, ich breche mir jetzt nicht gleich den Hals, nur weil ich das hier mache. Ja.
01:10:06
und was ich auch empfehlen würde wenn er das irgendwie hinkriegt wären natürlich matten man braucht die nicht unbedingt man könnte das ohne machen aber es ist halt auch so ein psychologischer faktor den leuten hilft sich darauf einzulassen weil matten heißt automatisch a dann wird es ja nicht so wehtun nicht so unangenehm das stimmt natürlich auch ein stück weit aber man könnte leute auch auf die matten so knallen dass sie sich wirklich wehtun bei aber
01:10:30
Sagen wir mal, das macht das Ganze ein bisschen fehlertolerant. Der Hallenboden hat weniger Fehler als die Matten beim Abrollen zum Beispiel. Da braucht man auch keine großen… Da müsste man keinen großen Ring aus Matten irgendwie gestalten. Sondern da reicht pro Paar, was trainiert, zwei so Standard-Sportmatten. Wo man sich eben an eine Ecke begibt und dann eine bestimmte Technik macht und wo man genau weiß…
01:10:59
Er oder sie fällt jetzt in diese und jene Richtung und dort sollte vorzugsweise die Matte liegen. Das heißt, das kann man auch ganz gut. Da kann man sich ganz gut einteilen, wenn man jetzt keine Ahnung, zum Beispiel nicht so viele Matten hat oder keinen Bock hat, die alle aufzubauen und so weiter.
01:11:20
Ja, was ich auch generell empfehlen würde, wenn es bei euch in der Stadt einen Erwachsenen-Anfängerkurs gibt, zum Beispiel im Judo, den mal mitzumachen. Natürlich ist das was, das kommt einfach mit der Länge, aber auch wenn jetzt zum Beispiel einer der Trainer jetzt in Anführungszeichen sich aufopfert und mal ein halbes Jahr Judo macht, die Fallschule werdet danach auf jeden Fall in Grundlagen beherrschen und gegebenenfalls auch noch ein, zwei Sachen über Wölfe gelernt haben, das lohnt sich auf jeden Fall.
01:11:48
Judo ist deshalb ganz nett, es eine explizite Fallschule gibt, die auch explizit unterrichtet wird. Das kommt Erwachsenen immer entgegen. In anderen Sportarten wie zum Beispiel Olympischen Ringen fängt man halt in der Regel als Kind an und bleibt nur dabei, wenn man das irgendwie bisschen ernster betreibt. Und da gibt es in Regel keine Erwachsenenkurse und es ist nicht so eine explizite Fallschule mit, mach das, wenn du fällst und positionier deinen Arm so.
01:12:14
sondern da wird halt von Anfang an machen die Kinder halt quasi rollen, vorwärts, zurückwärts und so weiter. Dann entwickeln die Mittelpunkt dieses Körpergefühl, wie sie ihren Körper positionieren müssen sie mit. Und das funktioniert aber immer, dass er es als Erwachsener anfängt, nicht mehr so richtig gut. Also ja, da Budo wäre auf jeden Fall eine Empfehlung. Aber ja, auch hier wieder nur, wenn es einen Erwachsenenkurs gibt, wenn ihr damit irgendwelchen Kids, mit jetzt Erwachsenen trainiert, die als Kind angefangen haben, haben die halt 15 Jahre Vorsprung, dass
01:12:42
kommt ein bisschen auf den Verein an, ob die euch dann da noch richtig integrieren können oder nicht. ihr da als Erwachsener, Anfänger reinsteppt, der jetzt vielleicht nicht das beste Körpergefühl hat für diese Art von Sport. Das meintest du jetzt als Empfehlung für jemanden, in seiner HEMA Gruppe das Ring starten möchte und sich quasi als als Weiterbildung dort mal das angucken sollte? Genau. Oder wenn man auch merkt, dass man halt an der Stelle Defizite hatte. Man hat das ja vielleicht auch schon mal gemacht und gemerkt irgendwie
01:13:12
Das meiste hat funktioniert, weil das mit Fallen, das ist noch nicht so richtig das wahre, dann ist das auf jeden Fall eine Empfehlung sich das mal anzuschauen.
01:13:23
Mit welcher… Also wir hatten unsere Favoriten natürlich schon benannt, aber mit welcher Quelle würdest du persönlich anfangen? Wenn ihr damit zurechtkommt, dass es keine Bilder gibt, würde ich tatsächlich mal den liegenden zur Anschauung. Das ist ganz cool, das ist nicht viel. Da gibt’s Videos auf YouTube zu. Das finde ich ganz passend. Ansonsten, wenn ihr Bilder wollt, auswahlt. Oder wenn ihr so bisschen die Kampfnachhörer-Ausführung wollt, soll auch Fiori ganz cool sein.
01:13:50
Wobei ich mir den nicht im Detail angeschaut habe, aber ich weiß nicht, ob es da wirklich gute Übersetzungen sind. Auf Deutsch wird es nichts geben. Wahrscheinlich müsste man auf Englisch schauen. Aber zumindest von den paar Mal, die ich reingeschaut habe, sah das auch alles recht vielversprechender aus, weil der halt so eine ganze Didaktik hat, die sich von Anfang bis Ende durchzieht. Also Lignitzer wäre auch mein absoluter Favorit.
01:14:17
denn das sind 14 Stücke und die sind recht intuitiv und einfach. Ich hab übrigens nachgeguckt, war das neunte Stück. Wenn man das ausführt, da steht dann nur, zieh den Arm über die Schulter. Aber wenn man das ausführt, merkt man, dass dann die Ellenbeuge nach oben ist. das Arm ist, der über der Schulter ist. Ja, das ist ein Arm, genau. Da fehlt dann nicht mehr viel, also da muss man sich nur noch mal aufrichten.
01:14:47
die die die arme nach unten ziehen und dann sorgt das für unbehagen beim trainingspapier
01:14:55
Aber wie Alex bereits gesagt hat, von den Liegnitzer Sachen gibt es sehr schöne Videos. Also ich kann da empfehlen von Danzig Kung Fu. Das sind, glaube ich, Slowaken und die Polen der Fechtschule Breslau, also Fechtschule Rolsvav. Die haben da sehr schöne, schöne Videos gemacht zu den zu den einzelnen Stücken. Das kann man durchaus nehmen, um sich da Inspirationen zu holen, wenn es um die Interpretationen so geht.
01:15:23
Genau, wenn es um die Interpretationen geht. Ich hatte tatsächlich mal angefangen, einen HEMA-Guide-Artikel zu schreiben, wo ich so bisschen verschiedene, also einige von den Würfen aus dem Auswahl nehme und da kleine Gifts, also Schnipsel aus MMA-Kämpfen gegenüber stelle, wo die Leute einen Wurf dieser Art mal so richtig schön durchziehen. MMA ist jetzt zwar nicht das Allergeselligste, aber da sieht man halt, wie die Dinge aussehen, man wirklich
01:15:53
Wenn man sie wirklich durchzieht. habe mich dann aber nicht getraut den Online zu stellen, ich mir dachte, ich weiß nicht, ist das bei uns im Copyright noch drin oder kriege ich da eine Take Down Notice von der UFC? Falls sich jemand von euch damit auskennt, man ob das als in Deutschland noch als Zitat läuft, ob man das machen kann mit so drei Sekunden Schnipseln irgendwie 30 Stück davon, könnte euch ja mal melden. Hast du jetzt noch eine Empfehlung für unsere Zuhörer, die
01:16:20
jetzt zum freitag unseren podcast gehört haben und morgen bei schönem wetter in den park gehen wollen und mit ringen beginnen wollen also man muss nicht zwangsläufig fallen um ringen zu können man kann sich rein drauf beschränken zum beispiel oberkörperringen zu machen dass man halt versucht in eine position zu kommen wo man werfen könnte das heißt man macht den ansatz und dann hört man aber auf dass es eine variante oder man sagt halt man macht das aufgaben basiert zum beispiel
01:16:48
dass man einen bestimmten Griff sich holen möchte. zum Beispiel, dass ich unter deinen Achseln bin, also Underhooks hab auf beiden Seiten und meine Hände hinter deine Brücken verschränke, weil aus der Position raus hab ich relativ viel Kontrolle über dich. Und da kannst du sehr viel ausbringen, machen ja dieses Ganze, der Kampf mit den Armen, der Kampf mit den Griffen, reinwinden, rauswinden, ohne dass irgendjemand tatsächlich fallen muss. das ist trotzdem aber eine ganz gute Übung, die einem die Körperwahrnehmung und das ganze Zeug natürlich auch beibringt.
01:17:18
Ja, das ist echt eine richtig coole Sache. Also wenn ihr Liegnitzer macht, er beschreibt dann auch explizit immer zwei zwei Positionen, wenn du so und so an seinen Armen bist, zum Beispiel. Oder er beschreibt diesen Double Under, den Alex gerade genannt hat. Und ein Underover, das heißt also einer Arm ist unter der Schulter, der andere greift drüber und hinten verschränkt er die Arme. euch solche
01:17:47
Position zu nehmen. Einer hat die Aufgabe in diesen Griff zu kommen und der andere darf das abwehren. Also der darf dann die ganzen Griffe und so sich da rauswinden. Da bekommt ihr auch ein super Gefühl für vor und nach und indes. Also das bringt euch dann auch wieder was für das Fechten mit der Waffe. Und ich finde das vielleicht zum Abschluss, dass das Ring auch sehr schön
01:18:16
den Zug nach vorne schult. Gerade durch solche Übungen. Denn beim Ringen muss man möglichst entschlossen sein. Man muss schnell rein, den Gegner zu Boden bringen. Und das ist auch was, was einem mit der Waffe dann sehr hilfreich sein kann, sehr nützlich sein kann. Was ich abschließend auch noch empfehlen würde, auch wenn da jetzt vielleicht einige Hämapuristen aufschreien werden.
01:18:43
Ringen ist im Gegensatz zu den Waffen basierten Systemen was, was Leute, die jetzt quasi erwachsen sind, als Kind schon angefangen haben unter einem Trainer, der auch schon als Kind angefangen hat oder einem anderen Trainer. Da sind Leute, ihr als Trainer, also die euch trainieren können, die auch als Trainer gewinnen könnt, die einfach so dermaßen viel Erfahrung haben und so dermaßen gut sind. Und das aber in der großen Breite, wo
01:19:11
wo nur die wenigsten im Hema in ihrer Disziplin angekommen sind. es gibt einfach gewisse Grundprinzipien, die dem Ringen zu eigen sind, die nicht so offensichtlich sind und wo man relativ lange rumbasteln kann, bis man die selber feststellt, was einem aber jemand, der das schon 15 Jahre macht, mal kurz so eine Stunde erklären kann. Also da würde ich mich tatsächlich nicht scheuen, auch auf Leute zuzugehen, die irgendeine Form des modernen Ringens machen und zu sagen, hey, ich habe da eine Frage an der Stelle.
01:19:40
oder zu gucken, ob man den mal trainieren kann oder eben auch mal in einem Verein vorbeizuschauen, der sich mit was entsprechendes beschäftigt. Also egal, ob das jetzt Olympisches Ringen, Judo, BJJ ist, da findet er Leute, die wirklich, wirklich gut sind und die wir euch da sehr weiterhelfen können. Und was ihr natürlich auch immer machen könnt, ist euch einen Seminalleiter in den Verein zu holen oder in die Gruppe zu holen.
01:20:06
der mal an einem Wochenende mit euch ein entsprechendes Seminar oder einen Workshop dazu macht. Der Alex und ich sind da sicherlich sehr interessiert, euch weiter zu helfen. Definitiv. Dann, was ist das für heute mit dem Ring? Genau, und könnt es ja mal schreiben, wie ihr das Format fandet. Auch wenn ihr es, also wenn ihr es gut fandet, ob es dann zum Beispiel bestimmte Waffen oder Waffenkombinationen gibt, wo ihr auf diese Art und Weise gerne auch noch mehr darüber erfahren würdet.
01:20:36
ob es irgendwie einen Teil gab, euch besonders gut gefallen hat, von dem man vielleicht mehr machen sollte oder einen anderen Teil, von dem man vielleicht weniger machen sollte. Wir würden auf jeden Fall nochmal irgendwie zwei, drei Folgen in der Art machen. Also werden auf jeden Fall noch eine übers lange Schwert machen, dass das E gesetzt. Ja und sonst gucken wir einfach mal, was es gesagt, wie die Rückmeldungen sind, ob wir davon noch mehr machen. Ihr könnt uns auch mitteilen, ob ihr schon Ring macht.
01:21:03
Das würde uns auch sehr interessieren, welcher Form ihr das macht, wie oft. Habt ihr das nebenbei? Also wenn ihr andere Waffen trainiert oder als expliziten Kurs. Vielleicht straft ihr uns auch Lügen, dass das Ring gar nicht so unterrepräsentiert ist in Wirklichkeit. Das kann schlicht auch sein. Ja genau, das ist jetzt nur unser subjektiver Eindruck. Also wenn ihr Ringen macht, schreibt uns.
01:21:29
Wenn ihr keinen Ring macht, schreibt uns auch, was vielleicht eure Gründe, dass ihr das bisher nicht tut. Kein Interesse. Keine Ausrede, nichts zu schreiben. Ja, genau. Schreibt uns an post.
01:21:45
Dann sage ich danke Michael und bis zum nächsten Mal. Danke dir Alex. Tschüss. Ciao. Und in der nächsten Folge liebe Hörer besprechen wir, ob HEMA Ratings Fluch oder Segen ist. Seid gespannt, wir sind’s auch. Habt ihr Feedback zur heutigen Folge oder Themenwünsche? Schickt uns eine Nachricht an post-at-schwertgeflüster.de oder via facebook.com slash Schwertgeflüster. Schwertgeflüster mit Ue.
01:22:13
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